1. Grund­sätz­lich sind die Kos­ten, die für die Be­sei­ti­gung ei­nes Man­gels auf­ge­wen­det wer­den müs­sen, ein taug­li­ches Kri­te­ri­um, um zu be­stim­men, ob ein Man­gel er­heb­lich oder un­er­heb­lich ist. Die Hö­he der Kos­ten kann aber auch bei ei­nem Ge­braucht­wa­gen nur ei­ner von meh­re­ren Ge­sichts­punk­ten der Er­heb­lich­keits­prü­fung sein. Je­de sche­ma­ti­sche Be­ur­tei­lung nach Pro­zent­sät­zen ver­bie­tet sich. Zu fra­gen ist bei der Er­heb­lich­keits­prü­fung vor­ran­gig da­nach, ob und in wel­chem Ma­ße die Ver­wen­dung der Kauf­sa­che ge­stört und/oder ihr Wert ge­min­dert ist.
  2. Es macht ei­nen Un­ter­schied, ob Feuch­tig­keit in ei­ne nor­ma­le Li­mou­si­ne oder in ei­nen Ge­län­de­wa­gen ein­tritt, mag Letz­te­rer auch im ge­wöhn­li­chen Stra­ßen­ver­kehr be­nutzt wer­den. Der ver­stän­di­ge Durch­schnitts­käu­fer wird bei ei­nem Ge­län­de­wa­gen eher als bei ei­nem nor­ma­len Pkw da­zu be­reit sein, Ab­stri­che zu ma­chen, was die Ab­dich­tung ge­gen das Ein­drin­gen von Feuch­tig­keit in das Wa­gen­in­ne­re an­geht.
  3. Ein zum Zeit­punkt ei­ner Rück­tritts­er­klä­rung er­heb­li­cher Man­gel kann zwar nicht da­durch un­er­heb­lich wer­den, dass es ei­nem ge­richt­lich be­stell­ten Sach­ver­stän­di­gen ge­lingt, den Man­gel zu­min­dest pro­vi­so­risch zu be­sei­ti­gen. Im Ein­zel­fall kann es aber durch­aus treu­wid­rig sein, wenn ein Käu­fer an ei­nem – wirk­sam er­klär­ten – Rück­tritt fest­hält, nach­dem der ur­sprüng­lich vor­han­de­ne Man­gel in sei­ner Ur­sa­che und/oder sei­ner Aus­wir­kung ganz oder teil­wei­se be­sei­tigt wor­den ist. In­so­weit darf dem Ver­käu­fer ei­ne ei­gen­mäch­ti­ge Man­gel­be­sei­ti­gung nach er­klär­tem Rück­tritt zwar nicht zu­gu­te­kom­men. An­ders lie­gen die Din­ge je­doch, wenn der Käu­fer die Be­sei­ti­gung des Man­gels selbst ver­an­lasst oder je­den­falls dar­in ein­ge­wil­ligt hat.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 30.04.2007 – I-1 U 252/06

Sach­ver­halt: Der Klä­ger nimmt das be­klag­te Au­to­haus auf Rück­ab­wick­lung ei­nes Kauf­ver­trags über ein Ge­braucht­fahr­zeug in An­spruch. Die Par­tei­en strei­ten vor al­lem dar­über, ob der Wa­gen bei Aus­lie­fe­rung man­gel­haft war und ob ei­ne et­wai­ge Man­gel­haf­tig­keit den er­klär­ten Rück­tritt vom Kauf recht­fer­tigt. Dem Streit liegt fol­gen­der Sach­ver­halt zu­grun­de:

Die Be­klag­te ver­kauf­te En­de Ju­ni/An­fang Ju­li 2004 an den Klä­ger für 12.150 € ei­nen ge­brauch­ten Ge­län­de­wa­gen vom Typ Ran­ge Ro­ver. Der Wa­gen war im April 1996 erst­mals zum Stra­ßen­ver­kehr zu­ge­las­sen wor­den; der Ki­lo­me­ter­stand im Zeit­punkt der Aus­lie­fe­rung an den Klä­ger be­trug 101.500.

Schon bald nach Aus­lie­fe­rung am 02.07.2004 re­kla­mier­te der Klä­ger un­ter an­de­rem, dass Was­ser in das In­ne­re des Fahr­zeugs ein­tre­te. Nach Ab­spra­che mit der Be­klag­ten brach­te er den Wa­gen zur Fir­ma F, um die Män­gel be­sei­ti­gen zu las­sen. Die da­bei an­fal­len­den Kos­ten soll­ten im Ver­hält­nis 75:25 zu­las­ten der Be­klag­ten ver­teilt wer­den. Mit Schrei­ben vom 27.07.2004 un­ter­rich­te­te der Klä­ger die Be­klag­te über die Dia­gno­se des Au­to­hau­ses F. Ei­ni­ge In­stand­set­zungs­ar­bei­ten ließ er durch­füh­ren. Von dem Aus­tausch der ge­sam­ten Me­cha­nik mit Schie­be­dach nahm der Klä­ger zu­nächst Ab­stand, al­ler­dings nur, wie er mit Schrei­ben vom 23.08.2004 mit­teil­te, un­ter der Vor­aus­set­zung, dass das Schie­be­dach jetzt dicht blei­be.

Mit Schrei­ben vom 07.05.2005 in­for­mier­te der Klä­ger die Be­klag­te dar­über, dass wie­der Was­se­r­un­dich­tig­keit im Be­reich des rech­ten vor­de­ren Fuß­raums und im Be­reich des rech­ten Rück­sit­zes vor­han­den sei. Er for­der­te die Be­klag­te zur Män­gel­be­sei­ti­gung auf und kün­dig­te für den Fall des Fehl­schla­gens die Rück­ga­be des Fahr­zeugs an. Er­klärt wur­de der Rück­tritt so­dann mit Schrei­ben vom 01.06.2005.

Das Land­ge­richt hat über die Män­gel­rü­gen des Klä­gers Be­weis er­ho­ben durch Ein­ho­lung ei­nes schrift­li­chen Gut­ach­tens. Dar­auf ge­stützt hat es der Kla­ge im We­sent­li­chen statt­ge­ge­ben. Ge­gen die­ses Ur­teil wen­det sich die Be­klag­te mit ih­rer Be­ru­fung. Sie steht auf dem Stand­punkt, dass der Klä­ger kein Recht zum Rück­tritt ha­be. Wenn über­haupt ein Sach­man­gel vor­lie­ge, han­de­le es sich um ei­nen Ba­ga­tell­fall, der ei­nen Ver­trags­rück­tritt nicht recht­fer­ti­gen kön­ne. Die Män­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten lä­gen bei ca. 200 €. Das Rechts­mit­tel führ­te zur Ab­wei­sung der Kla­ge.

Aus den Grün­den: II. … [D]er Klä­ger ist ent­ge­gen der An­sicht des Land­ge­richts nicht be­rech­tigt, vom Kauf zu­rück­zu­tre­ten.

1. Im Aus­gangs­punkt stimmt der Se­nat al­ler­dings mit dem Land­ge­richt dar­in über­ein, dass das Fahr­zeug bei Über­ga­be man­gel­haft war. In­des geht es nicht um Man­gel­haf­tig­keit nach § 434 I 2 Nr. 1 BGB, son­dern um ei­nen An­wen­dungs­fall des § 434 I 2 Nr. 2 BGB. Hier­nach ist ei­ne Sa­che man­gel­haft, wenn sie sich nicht für die ge­wöhn­li­che Ver­wen­dung eig­net und ei­ne Be­schaf­fen­heit auf­weist, die bei Sa­chen der glei­chen Art üb­lich ist und die der Käu­fer nach der Art der Sa­che er­war­ten kann. Die so de­fi­nier­te (Soll-)Be­schaf­fen­heit hat­te das Fahr­zeug im Zeit­punkt der Über­ga­be nicht. Denn es war in­nen feucht. Feuch­tig­keit zeig­te sich an meh­re­ren Stel­len und in­fol­ge un­ter­schied­li­cher Ur­sa­chen.

a) Feuch­tig­keit im Bei­fah­rer­fuß­raum. Wäh­rend der Bei­fah­rer­fuß­raum nach dem ers­ten Be­reg­nungs­ver­such des Sach­ver­stän­di­gen tro­cken ge­blie­ben war, konn­te nach dem zwei­ten Ver­such fest­ge­stellt wer­den, dass nun­mehr Feuch­tig­keit im Bei­fah­rer­fuß­raum vor­han­den war … Um die Ur­sa­che zu er­mit­teln, hat der Sach­ver­stän­di­ge den Wind­lauf und den Pol­len­fil­ter­kas­ten auf der rech­ten Fahr­zeug­sei­te frei­ge­legt … Von der Kon­struk­ti­on her ist vor­ge­se­hen, dass ein­drin­gen­der Nie­der­schlag um den Rand des Pol­len­fil­ter­kas­tens her­um­ge­führt und in se­pa­ra­ten Ab­läu­fen auf der lin­ken und rech­ten Fahr­zeug­sei­te in das je­wei­li­ge Rad­haus ab­ge­lei­tet wird. In die­sem Zu­sam­men­hang spricht der Sach­ver­stän­di­ge von ei­nem „nicht un­ty­pi­schen Pro­blem“ für Fahr­zeu­ge des hier in Re­de ste­hen­den Mo­dells. Un­dich­tig­kei­ten trä­ten mit zu­neh­men­dem Al­ter häu­fi­ger und üb­li­cher­wei­se auch an den bei­den Pol­len­fil­ter­käs­ten auf.

Soll­te es sich in­so­weit um ei­nen fahr­zeug­ty­pi­schen Kon­struk­ti­ons­man­gel han­deln, wä­re dies nach der Recht­spre­chung des Se­nats kein Grund, ei­nen Sach­man­gel i. S. des § 434 I 2 Nr. 2 BGB zu ver­nei­nen. Denn die Üb­lich­keit der Be­schaf­fen­heit im Sin­ne die­ser Vor­schrift ist auch an dem Qua­li­täts­stan­dard zu mes­sen, den ver­gleich­ba­re Pro­duk­te an­de­rer Her­stel­le er­reicht ha­ben und der die Markt­er­war­tung prägt. Auch ein ge­brauch­tes Kraft­fahr­zeug ist nicht al­lein des­halb frei von ei­nem Sach­man­gel, weil es ei­nen De­fekt hat, der auch an­de­ren Fahr­zeu­gen der­sel­ben Mar­ke und des­sel­ben Typs als so­ge­nann­ter Se­ri­en­feh­ler oder „kon­struk­ti­ve Schwä­che“ an­haf­tet (grund­le­gend Se­nat, Urt. v. 19.06.2006 – I-1 U 38/06, NJW 2006, 2858 = DAR 2006, 634; eben­so OLG Stutt­gart, Urt. v. 15.08.2006 – 10 U 84/06, NJW-RR 2006, 1720; je­weils Ge­trie­be­de­fek­te).

Wenn ei­ne der­ar­ti­ge „kon­struk­ti­ve Schwä­che“ – die Re­de ist auch von „pro­dukt­spe­zi­fi­scher Be­son­der­heit“ – vor­zei­tig zu ei­nem De­fekt oder ei­nen sons­ti­gen Stö­rung führt, han­delt es sich in der Re­gel nicht um ei­nen Fall von nor­ma­lem (ge­wöhn­li­chem) Ver­schleiß bzw. Al­te­rung. Was üb­lich und ge­wöhn­lich ist, ist auch an dem fak­ti­schen Ni­veau zu mes­sen, das ver­gleich­ba­re Pro­duk­te an­de­rer Her­stel­ler er­reicht ha­ben und das in­zwi­schen die Markt­er­war­tung prägt (Se­nat, Urt. v. 19.06.2006 – I-1 U 38/06, NJW 2006, 2858 = DAR 2006, 634).

Zu­guns­ten des Klä­gers geht der Se­nat da­von aus, dass Ge­län­de­wa­gen an­de­rer Her­stel­ler so kon­stru­iert sind, dass im Front­schei­ben­be­reich an­fal­len­der Nie­der­schlag auf Dau­er kor­rekt ab­ge­führt wird. Die vom Sach­ver­stän­di­gen ver­mu­te­te Un­dich­tig­keits­stel­le der Un­ter­sei­te des rech­ten Pol­len­fil­ter­kas­tens muss dem­nach – auch un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Fahr­zeugal­ters – als Man­gel i. S. des § 434 I 2 Nr. 2 BGB an­ge­se­hen wer­den. Al­ler­dings hat der Sach­ver­stän­di­ge die ex­ak­te Was­ser­ein­tritts­stel­le nicht „iden­ti­fi­zie­ren“ kön­nen. Zur Be­grün­dung hat er dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das obe­re me­tal­li­sche Ab­schirm­blech we­gen ei­ner Ver­kle­bung nicht pro­blem­los aus­zu­bau­en sei. In­so­weit ist die Un­ter­su­chung des Sach­ver­stän­di­gen al­so nicht voll­stän­dig ab­ge­schlos­sen, wor­auf der Klä­ger bei sei­ner An­hö­rung im Se­nats­ter­min zu­tref­fend hin­ge­wie­sen hat.

Der Se­nat konn­te von ei­ner er­gän­zen­den Be­auf­tra­gung des Sach­ver­stän­di­gen ab­se­hen. Er un­ter­stellt zu­guns­ten des Klä­gers ei­nen Fall ver­trags­wid­ri­ger Be­schaf­fen­heit bei Über­ga­be.

b) Was­ser­ab­läu­fe Schie­be­dach. Auch im Be­reich des Schie­be­dach­aus­schnitts konn­te bei dem ers­ten Be­reg­nungs­ver­such kein in den In­nen­raum ein­drin­gen­des Was­ser fest­ge­stellt wer­den. Glei­ches gilt für den zwei­ten Ver­such am 01.06.2006, bei dem auch der Dach­be­reich ein­be­zo­gen war. Bei der Frei­le­gung der Was­ser­ab­läu­fe des Schie­be­dachs … hat der Sach­ver­stän­di­ge je­doch be­mer­kens­wer­te Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen. Im Ein­zel­nen:

aa) Die hin­te­re rech­te Ab­lauf­tül­le war ver­un­rei­nigt. Dies hat­te zur Fol­ge, dass ein kor­rek­ter Was­ser­ab­lauf vom Schie­be­dach in das hin­te­re rech­te Rad­haus nicht ge­währ­leis­tet war. Der Sach­ver­stän­di­ge T sieht auch hier ein „be­kann­tes Pro­blem“ des Mo­dells Ran­ge Ro­ver. Der schlitz­för­mi­ge Was­ser­ab­lauf in der Kunst­stoff­tül­le ver­stop­fe nach ge­wis­ser Zeit, so­dass durch wie­der­keh­ren­de Rei­ni­gungs­ar­bei­ten Ab­hil­fe zu schaf­fen sei. Zur Ver­bes­se­rung der auf­tre­ten­den Un­dich­tig­kei­ten wer­de sei­tens des Her­stel­lers emp­foh­len, die Spit­zen der Gum­mi­tül­len der Was­ser­ab­läu­fe ab­zu­schnei­den. Ge­nau dies hat der Sach­ver­stän­di­ge ge­tan. Da­durch hat er zu­min­dest vor­über­ge­hend ei­nen kor­rek­ten Was­ser­ab­lauf an die­ser Stel­le si­cher­ge­stellt.

bb) Bei der Frei­le­gung des hin­te­ren lin­ken Was­ser­ab­laufs hat der Sach­ver­stän­di­ge ei­ne Knick­stel­le der Schlauch­füh­rung un­mit­tel­bar vor der Steck­ver­bin­dung in die Kunst­stoff­hül­le ent­deckt … Der Sach­ver­stän­di­ge sieht hier ei­nen „kon­struk­ti­ons­be­ding­ten Ein­bau­feh­ler“. Ab­lau­fen­des Re­gen­was­ser (Leck­was­ser) ha­be in der ers­ten Zeit durch den ver­blei­ben­den Rest­quer­schnitt der Knick­stel­le ab­lau­fen kön­nen. Mit zu­neh­men­dem Fahr­zeugal­ter sei die­se Knick­stel­le je­doch durch Ver­schmut­zun­gen ver­un­rei­nigt wor­den, so­dass ein Was­ser­ab­lauf nicht mehr mög­lich ge­we­sen sei. In ei­ner be­stimm­ten Fahr­zeug­po­si­ti­on bil­de sich dann ei­ne Was­ser­säu­le in der Ab­lauf­lei­tung, die bis in den Schie­be­dach­de­ckel hin­ein­rei­che. Da Re­gen­was­ser an der hin­te­ren lin­ken Stel­le des Schie­be­dach­de­ckels nicht mehr ab­ge­führt wer­de, kom­me es dann nach Fül­lung des Dach­de­ckel­rah­mens zum Über­lau­fen. Da­durch lau­fe Re­gen­was­ser in den Schie­be­dach­aus­schnitt hin­ein und hier­bei un­ter die In­nen­ver­klei­dun­gen des Schie­be­dach­aus­schnit­tes/Dach­leuch­te hin­ein.

Der Sach­ver­stän­di­ge hat die be­sag­te Knick­stel­le pro­vi­so­risch durch Ein­satz ei­nes Kunst­stoff­form­teils be­sei­tigt. An­schlie­ßend konn­te bei Be­reg­nungs­ver­su­chen fest­ge­stellt wer­den, dass sämt­li­che vier Was­ser­ab­läu­fe des Schie­be­dach­de­ckels ein­wand­frei funk­tio­nier­ten und kein Was­ser mehr in den In­nen­raum des Fahr­zeugs ein­drang.

c) Feuch­tig­keit in an­de­ren Be­rei­chen. Zu­min­dest ur­sprüng­lich hat der Klä­ger auch Was­ser in der Re­ser­ve­r­ad­mul­de be­an­stan­det. Nach den Fest­stel­lun­gen des Sach­ver­stän­di­gen war die Re­ser­ve­r­ad­mul­de je­doch tro­cken. Nach An­ga­ben des Klä­gers sei es der Be­klag­ten ge­lun­gen, die Re­ser­ve­r­ad­mul­de tro­cken zu be­kom­men. Feuch­tig­keit hat der Sach­ver­stän­di­ge T in­des­sen be­reits bei sei­ner Erst­be­sich­ti­gung – noch vor den Be­reg­nungs­ver­su­chen – rechts ne­ben der Re­ser­ve­r­ad­mul­de un­ter­halb des an­ge­ho­be­nen Iso­la­ti­ons­ma­te­ri­als/Tep­pichs fest­ge­stellt.

Schließ­lich hat der Sach­ver­stän­di­ge auch den Bo­den­be­reich des Fahr­zeugs un­ter der Rück­bank un­ter­sucht. Im Be­reich der hin­te­ren lin­ken Stoß­dämp­fer­auf­nah­me konn­te un­ter­halb des Tep­pich­bo­dens gleich­falls Feuch­tig­keit fest­ge­stellt wer­den.

Bei dem ers­ten Be­reg­nungs­ver­such stell­te sich her­aus, dass im Kof­fer­bo­den­be­reich un­ter der Iso­lie­rung/Tep­pich­bo­den links der Re­ser­ve­r­ad­mul­de Feuch­tig­keit ein­ge­drun­gen war. Zu­vor war die­ser Be­reich tro­cken.

2. Die fest­ge­stell­ten Feuch­tig­keits­er­schei­nun­gen und de­ren Ur­sa­chen ge­ben dem Klä­ger – auch in ih­rer Ge­samt­heit be­trach­tet – kei­nen Grund, vom Kauf­ver­trag zu­rück­zu­tre­ten. Der Rück­tritt ist nach § 323 V 2 BGB aus­ge­schlos­sen. Nach die­ser Vor­schrift kann der Gläu­bi­ger im Fall ver­trags­wid­ri­ger Leis­tung vom Ver­trag nicht zu­rück­tre­ten, wenn die Pflicht­ver­let­zung un­er­heb­lich ist. So lie­gen die Din­ge hier.

Der zur Ver­trags­auf­lö­sung füh­ren­de Rück­tritt soll als tief ein­schnei­den­der Rechts­be­helf nur dann zur Ver­fü­gung ste­hen, wenn.​die Pflicht­ver­let­zung er­heb­lich ist. Un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen das der Fall ist, sagt das Ge­setz nicht.

a) Höchst­rich­ter­lich ist die­se Fra­ge gleich­falls bis­lang un­ge­klärt. Erst in ei­ner ein­zi­gen Ent­schei­dung hat der BGH zur so­ge­nann­ten Ba­ga­tell­klau­sel in § 323 V 2 BGB grund­sätz­lich Stel­lung ge­nom­men (vgl. Urt. v. 24.03.2006 – V ZR 173/05, NJW 2006, 1960: Im­mo­bi­li­en­kauf mit arg­lis­ti­ger Täu­schung). So­weit der 8. Zi­vil­se­nat des BGH sich zur Er­heb­lich­keits­fra­ge bis­her ge­äu­ßert hat (Urt. v. 14.09.2005 – VI­II ZR 363/04, NJW 2005, 3490: Blech­schä­den an ei­nem Vor­führ­wa­gen; Urt. v. 29.11.2006 – VI­II ZR 92/06), kann der Se­nat die­sen Ent­schei­dun­gen kei­ne ver­bind­li­chen Leit­li­ni­en ent­neh­men, die für die Lö­sung des Streit­fal­les her­an­ge­zo­gen wer­den könn­ten. Mit Rück­sicht dar­auf lässt er – wie schon in der Neu­wa­gen­kauf­sa­che I-1 U 177/06 (Urt. v. 08.01.2007 – I-1 U 177/06, ZGS 2007, 157) – die Re­vi­si­on zu.

b) Wie der Se­nat in der vor­er­wähn­ten Ent­schei­dung aus­ge­führt hat, be­stimmt sich in ei­nem Fall der Man­gel­haf­tig­keit im Sin­ne der ob­jek­ti­ven Kri­te­ri­en des § 434 I 2 Nr. 2 BGB die Fra­ge der Er­heb­lich­keit der Pflicht­ver­let­zung bzw. des Sach­man­gels nach ob­jek­ti­ven Ge­sichts­punk­ten, ins­be­son­de­re nach dem ob­jek­ti­ven Aus­maß der Qua­li­täts­ab­wei­chung und der sich dar­aus er­ge­ben­den Be­ein­träch­ti­gung des Äqui­va­lenzin­ter­es­ses des Käu­fers. Da­bei sind die Kri­te­ri­en der Wert­min­de­rung und der Ge­brauchs­be­ein­träch­ti­gung her­an­zu­zie­hen, frei­lich nicht, wie im frü­he­ren Kauf­recht, aus­schließ­lich. Wie der Se­nat fer­ner ent­schie­den hat, ist die Schwel­le der un­er­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung nicht mit der des ge­ring­fü­gi­gen Man­gels i. S. des § 459 I 2 BGB a.F. iden­tisch. Sie muss deut­lich hö­her an­ge­setzt wer­den (Urt. v. 08.01.2007 – I-1 U 177/06, ZGS 2007, 157).

c) Bei tech­ni­schen Män­geln, die sich be­he­ben las­sen, wird in der Recht­spre­chung, zu­mal in Fäl­len aus dem Be­reich des Ge­braucht­wa­gen­kaufs, viel­fach dar­auf ab­ge­stellt, mit wel­chem Auf­wand und ins­be­son­de­re mit wel­chen Kos­ten die Män­gel­be­sei­ti­gung ver­bun­den ist. Der Re­pa­ra­tur­kos­ten­auf­wand wird dann in ein Ver­hält­nis zum Kauf­preis ge­setzt. In den bis­her be­kannt ge­wor­de­nen Ent­schei­dun­gen liegt die Ba­ga­tell­gren­ze zwi­schen 3 % und 10 %. So hat sich das OLG Bam­berg – al­ler­dings in ei­ner nicht tra­gen­den Er­wä­gung – da­für aus­ge­spro­chen, bei Män­geln an ge­brauch­ten Fahr­zeu­gen die Er­heb­lich­keits­gren­ze erst bei ei­nem Kos­ten­auf­wand von mehr als 10 % des Kauf­prei­ses als über­schrit­ten an­zu­se­hen (Urt. v. 10.04.2006 – 4 U 295/05, DAR 2006, 456 = MDR 2007, 87). Die­ser Grenz­wert ist im vor­lie­gen­den Fall bei Wei­tem nicht er­reicht.

Aus­drück­lich ab­ge­lehnt wird die 10 %-Gren­ze vom OLG Köln (vgl. Urt. v. 12.12.2006 – 3 U 70/06, Re­vi­si­on zu­ge­las­sen). Der 3. Se­nat des OLG Düs­sel­dorf hat sich, gleich­falls in ei­nem Ge­braucht­wa­gen­fall, da­für aus­ge­spro­chen, bei Re­pa­ra­tur­kos­ten von we­ni­ger als 3 % des Kauf­prei­ses kein Recht zum Rück­tritt zu ge­ben (Beschl. v. 27.02.2004 – I-3 W 21/04, NJW-RR 2004, 1060 = DAR 2004, 392). Un­er­heb­lich­keit ist nach An­sicht des LG Kiel zu be­ja­hen, wenn die Män­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten nur 4,5 % des Kauf­prei­ses aus­ma­chen (Urt. v. 03.11.2004 – 12 O 90/04, DAR 2005, 38). Nach ei­ner Ent­schei­dung des BGH (8. Zi­vil­se­nat) sol­len Män­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten von nur knapp 1 % des Kauf­prei­ses ein­deu­tig un­ter­halb der Ba­ga­tell­gren­ze lie­gen (Urt. v. 14.09.2005 – VI­II ZR 363/04, NJW 2005, 3490: Vor­führ­wa­gen mit Blech­schä­den). Schmidt-Räntsch nimmt ei­nen Schwel­len­wert von 8 % bis 10 % der Ge­gen­leis­tung an (Fest­schr. f. Wen­zel, 2005, S. 409 [424]).

d) Auch der er­ken­nen­de Se­nat sieht in den Män­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten ein grund­sätz­lich taug­li­ches Kri­te­ri­um, um das Merk­mal der Un­er­heb­lich­keit zu kon­kre­ti­sie­ren. Auf ei­nen be­stimm­ten Pro­zent­satz hat er sich bis­lang nicht fest­ge­legt. In ei­nem Neu­wa­gen­fall al­lein auf die Hö­he der Re­pa­ra­tur­kos­ten ab­zu­stel­len, hält er für ver­fehlt (Urt. v. 08.01.2007 – I-1 U 177/06, ZGS 2007, 157). Für den Ge­braucht­wa­gen­kauf kann im Grund­satz nichts an­de­res gel­ten. Auch hier kann die Hö­he der Män­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten nur ei­ner von meh­re­ren Ge­sichts­punk­ten der Er­heb­lich­keits­prü­fung sein. Je­de sche­ma­ti­sche Be­ur­tei­lung nach Pro­zent­sät­zen ver­bie­tet sich.

In Fäl­len oh­ne jeg­li­ches Fehl­ver­hal­ten des Ver­käu­fers und auch oh­ne schuld­lo­sen Bruch ei­ner Be­schaf­fen­heits­ga­ran­tie oder ei­ner ein­fa­chen Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung nach § 434 I 1 BGB, al­so bei Man­gel­haf­tig­keit – wie hier – al­lein nach den ob­jek­ti­ven Kri­te­ri­en des § 434 I 2 Nr. 2 BGB, ist vor al­lem auf das ob­jek­ti­ve Aus­maß der Qua­li­täts­ab­wei­chung ab­zu­stel­len. Zu fra­gen ist vor­ran­gig, ob und in wel­chem Ma­ße die Ver­wen­dung der Kauf­sa­che ge­stört und/oder ihr Wert ge­min­dert ist.

e) Im Vor­der­grund der Prü­fung steht im Streit­fall der Ge­sichts­punkt der Ge­brauchs­taug­lich­keit. In Er­man­ge­lung ei­ner ent­spre­chen­den Ver­ein­ba­rung ist auf die ge­wöhn­li­che Ge­brauchs­taug­lich­keit ab­zu­stel­len. Da­bei ist im kon­kre­ten Fall zu be­rück­sich­ti­gen, dass der Klä­ger ein Ge­braucht­fahr­zeug er­wor­ben hat. Es war be­reits rund acht Jah­re alt und zu­dem schon über 100.000 km ge­lau­fen. Hin­zu kommt, dass es sich nicht um ei­ne nor­ma­le Li­mou­si­ne, son­dern um ei­nen Ge­län­de­wa­gen han­delt. Der Ran­ge Ro­ver gilt zwar als Pkw, ge­hört je­doch zur Ka­te­go­rie der Ge­län­de­wa­gen. Die­se Zu­ge­hö­rig­keit hält der Se­nat für durch­aus be­deut­sam. Denn es macht ei­nen Un­ter­schied, ob Feuch­tig­keit in ei­ne nor­ma­le Li­mou­si­ne oder in ei­nen Ge­län­de­wa­gen ein­tritt, mag Letz­te­rer auch im ge­wöhn­li­chen Stra­ßen­ver­kehr be­nutzt wer­den. Der ver­stän­di­ge Durch­schnitts­käu­fer wird bei ei­nem Ge­län­de­wa­gen eher als bei ei­nem nor­ma­len Pkw da­zu be­reit sein, Ab­stri­che zu ma­chen, was die Ab­dich­tung ge­gen das Ein­drin­gen von Feuch­tig­keit in das Wa­gen­in­ne­re an­geht. Der Klä­ger muss sich ge­fal­len las­sen, dass die To­le­ranz­gren­ze bei ihm an­ders ge­zo­gen wird als bei­spiels­wei­se bei dem Käu­fer ei­nes nor­ma­len Pkw der Ober­klas­se (vgl. da­zu OLG Karls­ru­he, Urt. v. 30.06.2004 – 12 U 112/04, DAR 2005, 31: Was­ser­ein­tritt bei ei­nem Mer­ce­des Benz Typ 240 Li­mou­si­ne). Feuch­tig­keits­er­schei­nun­gen im Be­reich des Bei­fah­rer­fuß­raums bei ei­nem ge­braucht ge­kauf­ten Sko­da Oc­ta­via Kom­bi hat das LG Kiel an­ge­sichts ei­nes Kos­ten­auf­wands von 340 € (= ca. 4,5 % des Kauf­prei­ses) für un­er­heb­lich er­ach­tet (Urt. v. 03.11.2004 – 12 O 90/04, DAR 2005, 38). Um ein­drin­gen­de Feuch­tig­keit geht es auch in der Ent­schei­dung des OLG Bran­den­burg (Urt. v. 21.02.2007 – 4 U 121/06). Dass beim Durch­fah­ren ei­ner Wasch­stra­ße Was­ser­trop­fen an den In­nen­schei­ben ent­lang­lau­fen, hat das Ge­richt zwar als Man­gel an­ge­se­hen, die­sen je­doch als nicht er­heb­lich i. S. des § 323 V 2 BGB ein­ge­stuft (Ci­tro­en C3 Plu­ri­el, Neu­wa­gen). Die Grenz­zie­hung zwi­schen er­heb­li­chen und un­er­heb­li­chen Män­geln sei nach der Ver­kehrs­an­schau­ung und un­ter Wür­di­gung der Um­stän­de des Ein­zel­fal­les vor­zu­neh­men. Ein An­satz zur Ab­gren­zung zwi­schen er­heb­li­chen und un­er­heb­li­chen Män­geln sei die von Rein­king/Eg­gert (Der Au­to­kauf, 9. Aufl., Rn. 426) for­mu­lier­te Test­fra­ge, ob ein durch­schnitt­li­cher Käu­fer das Fahr­zeug in Kennt­nis des Man­gels zu ei­nem nied­ri­ge­ren Preis er­wor­ben oder vom Kauf Ab­stand ge­nom­men hät­te.

Feuch­tig­keit im In­nern ei­nes Ge­braucht­fahr­zeugs wird für vie­le, wenn nicht gar für die meis­ten In­ter­es­sen­ten ein Grund sein, vom Kauf Ab­stand zu neh­men. Dies je­den­falls in den­je­ni­gen Fäl­len, in de­nen die Ur­sa­che für das Auf­tre­ten von Feuch­tig­keit nicht so­gleich er­kannt und dem Kauf­in­ter­es­sen­ten plau­si­bel er­klärt wer­den kann. Er­fährt er, dass der Feuch­tig­keits­scha­den ei­ne eng be­grenz­te Ur­sa­che hat, die mü­he­los zu be­sei­ti­gen ist, wird dies, zu­mal bei ei­nem äl­te­ren Ge­län­de­wa­gen, häu­fig kein Grund sein, vom Kauf ab­zu­se­hen. Der­ar­ti­ge Er­schei­nun­gen sind er­fah­rungs­ge­mäß An­lass, den Kauf­preis zu drü­cken.

Im vor­lie­gen­den Fall wa­ren im­mer­hin zwei Kfz-Be­trie­be nicht in der La­ge, das Ein­drin­gen von Feuch­tig­keit nach­hal­tig und dau­er­haft zu ver­hin­dern. Nur punk­tu­ell hat­ten die Nach­bes­se­rungs­ver­su­che Er­folg . Das spricht für ei­ne Er­heb­lich­keit. Erst dem Sach­ver­stän­di­gen T ge­lang es, auf eben­so schnel­lem wie ein­fa­chem We­ge we­nigs­tens die Feuch­tig­keits­er­schei­nun­gen zu be­kämp­fen, die auf die un­zu­rei­chen­den Was­ser­ab­läu­fe vom Schie­be­dach zu­rück­zu­füh­ren wa­ren.

Der Se­nat hat – wie im Ter­min er­ör­tert – vor der Fra­ge ge­stan­den, wel­chen Ein­fluss die­se Art der Män­gel­be­sei­ti­gung auf den Rück­tritt des Klä­gers und das dar­aus ab­ge­lei­te­te Ver­lan­gen nach Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags hat. Was die Be­rech­ti­gung des Rück­tritts und ins­be­son­de­re die Fra­ge der Er­heb­lich­keit der Pflicht­ver­let­zung an­geht, ist nach An­sicht des Se­nats auf den Zeit­punkt der Rück­tritts­er­klä­rung ab­zu­stel­len. Ein zu die­sem Zeit­punkt er­heb­li­cher Man­gel kann nicht da­durch un­er­heb­lich wer­den, dass es ei­nem ge­richt­lich be­stell­ten Sach­ver­stän­di­gen ge­lingt, den Man­gel zu­min­dest pro­vi­so­risch zu be­sei­ti­gen.

Auf der an­de­ren Sei­te steht das Rück­tritts­be­geh­ren und da­mit die Kla­ge­for­de­rung, wie je­des an­de­re Recht, un­ter dem Vor­be­halt des § 242 BGB. In­so­weit kann es im Ein­zel­fall durch­aus treu­wid­rig sein, wenn ein Käu­fer an ei­nem – wirk­sam er­klär­ten – Rück­tritt fest­hält, nach­dem der ur­sprüng­lich vor­han­de­ne Man­gel in sei­ner Ur­sa­che und/oder sei­ner Aus­wir­kung ganz oder teil­wei­se be­sei­tigt wor­den ist. Ei­ne ei­gen­mäch­ti­ge Män­gel­be­he­bung nach er­klär­tem Rück­tritt darf dem Ver­käu­fer zwar nicht zu­gu­te­kom­men. An­ders lie­gen die Din­ge je­doch, wenn der Käu­fer die Be­sei­ti­gung des Man­gels selbst ver­an­lasst oder je­den­falls dar­in ein­ge­wil­ligt hat (vgl. Se­nat, Urt. v. 19.07.2004 – I-1 U 41/04, ZGS 2004, 393). Im Streit­fall ist ein ge­richt­lich be­stell­ter Sach­ver­stän­di­ger qua­si als Mon­teur tä­tig ge­wor­den. Dass dies ge­gen den Wil­len des Klä­gers ge­sche­hen ist, kann der Se­nat nicht fest­stel­len.

Die ver­blie­be­nen Feuch­tig­keits­er­schei­nun­gen (ins­be­son­de­re im Bei­fah­rer­fuß­raum) ha­ben nach An­sicht des Se­nats nicht ge­nü­gend Ge­wicht, um der Rück­tritts­kla­ge statt­ge­ben zu kön­nen. In­so­weit ist zu­nächst dar­auf hin­zu­wei­sen, dass nach dem ers­ten Be­reg­nungs­ver­such Feuch­tig­keit im Bei­fah­rer­fuß­raum nicht fest­ge­stellt wer­den konn­te. Hier­bei war das Fahr­zeug ca. ei­ne drei­vier­tel Stun­de aus Rich­tung von vor­ne be­reg­net wor­den, so­dass der ge­sam­te Dach- und Front­schei­ben­be­reich per­ma­nent be­netzt wur­de. Es han­delt sich hier­bei um ei­ne Stel­lung des Fahr­zeugs, in wel­cher es beim Klä­ger im Frei­en ge­parkt sein soll. Erst bei um­ge­kehr­ter Po­si­ti­on vor der Be­sprü­hungs­an­la­ge ge­lang­te Feuch­tig­keit in den Bei­fah­rer­fuß­raum.

Um die­ses Pro­blem zu be­he­ben, ist nach An­sicht des Sach­ver­stän­di­gen T kein gro­ßer Auf­wand er­for­der­lich, we­der in zeit­li­cher noch in fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht. Nach Ein­schät­zung des Se­nats dürf­te die Ab­dich­tung im Be­reich des rech­ten Pol­len­fil­ter­kas­tens nicht mehr als 200 € kos­ten. Auch in Ver­bin­dung mit den üb­ri­gen – sehr ge­rin­gen – Feuch­tig­keits­er­schei­nun­gen au­ßer­halb des Wa­gen­in­ne­ren kann die nur spo­ra­disch und nur un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen auf­tre­ten­de Feuch­tig­keit im Bei­fah­rer­fuß­raum hier­nach nicht als Rück­tritts­grund an­er­kannt wer­den. Mit ei­ner Min­de­rung des Kauf­prei­ses ist dem be­rech­tig­ten In­ter­es­se des Klä­gers hin­rei­chend Rech­nung ge­tra­gen. Dies selbst dann, wenn man die – in­zwi­schen weit­ge­hend be­ho­be­nen – Un­zu­läng­lich­kei­ten bei der Ab­füh­rung des Leck­was­sers/Schie­be­dach in die Wer­tung ein­be­zieht. Die Kos­ten ei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Män­gel­be­sei­tung lie­gen bei ca. 200 € …

Hin­weis: Der BGH (Urt. v. 05.11.2008 – VI­II ZR 166/07) hat die­se Ent­schei­dung auf­ge­ho­ben und die Sa­che an das Be­ru­fungs­ge­richt zu­rück­ver­wie­sen.

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