1. Üb­lich und vom Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens zu er­war­ten ist nur ein nor­ma­ler, na­tür­li­cher Ver­schleiß des Fahr­zeugs, nicht aber ein über­mä­ßi­ger Ver­schleiß (im An­schluss an BGH, Urt. v. 23.11.2005 – VI­II ZR 43/05).
  2. Wenn die Vor­ga­ben des Kfz-Her­stel­lers noch nicht ein­mal bei ei­ner Lauf­leis­tung von 120.000 km den Aus­tausch der Spann­rol­le des Zahn­rie­mens vor­se­hen, dann ist von ei­nem über­mä­ßi­gen Ver­schleiß und da­mit von ei­nem Man­gel aus­zu­ge­hen, wenn die Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le be­reits nach rund 87.000 km bricht.
  3. Ei­ne Un­ter­su­chungs­pflicht des Ge­braucht­wa­gen­händ­lers – so man ei­ne sol­che über­haupt be­ja­hen will – geht je­den­falls nicht so weit, dass der Händ­ler den Zu­stand der Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le des Zahn­rie­mens bei ei­ner Lauf­leis­tung über­prü­fen müss­te, bei der nach dem Ser­vice­plan des Her­stel­lers ein Aus­tausch der Spann­rol­le nicht vor­ge­se­hen ist.
  4. Um die Ver­mu­tung, dass ein Man­gel schon bei Über­ga­be der Kauf­sa­che an den Käu­fer vor­han­den war (§ 476 BGB), zu ent­kräf­ten, muss der Ver­käu­fer den vol­len Be­weis da­für füh­ren, dass der Man­gel bei der Über­ga­be noch nicht vor­lag (im An­schluss an BGH, Urt. v. 29.03.2006 – VI­II ZR 173/05, BGHZ 167, 40).

OLG Hamm, Ur­teil vom 18.06.2007 – 2 U 220/06

Sach­ver­halt: Der Klä­ger ver­langt von der Be­klag­ten die Rück­ab­wick­lung ei­nes Kauf­ver­trags über ei­nen Ge­braucht­wa­gen, nach­dem das Fahr­zeug ei­nen ka­pi­ta­len Mo­tor­scha­den er­lit­ten hat.

Das LG Es­sen hat der Kla­ge mit Ur­teil vom 09.08.2006 statt­ge­ge­ben. Zur Be­grün­dung hat es im We­sent­li­chen aus­ge­führt, dem Klä­ger ste­he ein An­spruch auf Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags zu, weil die Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le des Zahn­rie­mens – und da­mit das Fahr­zeug ins­ge­samt – be­reits bei Über­ga­be man­gel­haft ge­we­sen sei.

Ge­gen die­ses Ur­teil wen­det sich die Be­klag­te mit der Be­ru­fung. Sie macht ins­be­son­de­re gel­tend, nicht ein Man­gel der Spann­rol­len­schrau­be ha­be zu ih­rem Bruch ge­führt, son­dern ein De­fekt des Spann­rol­len­dämp­fers. Das Rechts­mit­tel hat­te kei­nen Er­folg.

Aus den Grün­den: B. … I. Der Klä­ger hat ei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses von 16.300 € ab­züg­lich 1.750 € Nut­zungs­ent­schä­di­gung aus §§ 323, 346 ff., 433, 434, 437 Nr. 2 BGB.

1. Der Ab­schluss ei­nes Kauf­ver­trags über das Fahr­zeug ist un­strei­tig. Die Be­klag­te hat die „ver­bind­li­che Be­stel­lung“ des Klä­gers je­den­falls durch die Lie­fe­rung des Fahr­zeugs kon­klu­dent an­ge­nom­men.

2. Das Fahr­zeug war im ge­mäß §§ 434 I 1, 446 Satz 1 BGB maß­ge­ben­den Zeit­punkt des Ge­fahr­über­gangs durch Über­ga­be am 12.06.2002 ge­mäß § 434 I 2 Nr. 2 BGB man­gel­haft, da es nicht die Be­schaf­fen­heit auf­wies, die bei Sa­chen der glei­chen Art üb­lich ist und die der Käu­fer nach der Art der Sa­che er­war­ten kann. Üb­lich und vom Käu­fer zu er­war­ten ist nur nor­ma­ler (na­tür­li­cher) Ver­schleiß ei­nes Ge­braucht­wa­gens, nicht aber über­mä­ßi­ger Ver­schleiß (BGH, Urt. v. 23.11.2005 – VI­II ZR 43/05, NJW 2006, 434; Rein­king/Eg­gert, Der Au­to­kauf, 9. Aufl., Rn. 1228).

Hier lag bei Über­ga­be ein über­mä­ßi­ger Ver­schleiß der Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le des Zahn­rie­mens vor, der „Keim“ des am 23.10.2002 ein­ge­tre­te­nen ka­pi­ta­len Mo­tor­scha­dens.

Der Klä­ger hat durch die Gut­ach­ten der Sach­ver­stän­di­gen M und X be­wie­sen, dass ein Man­gel die­ser Schrau­be ihr Ab­kni­cken am 23.10.2002 ver­ur­sach­te mit der Fol­ge des Über­sprin­gens des Zahn­rie­mens, das wie­der­um den ka­pi­ta­len Mo­tor­scha­den durch Kol­li­si­on von Kol­ben­bö­den und Ven­til­tel­lern nach sich zog. Der Sach­ver­stän­di­ge M hat in sei­nem Gut­ach­ten vom 06.04.2006 und sei­ner Ver­neh­mung durch das Land­ge­richt am 09.08.2006 nach­voll­zieh­bar aus­ge­führt, wie es zu dem Ab­sche­ren der Spann­rol­len­schrau­be kam: Am An­fang stand ein Sich-Lo­ckern der Schrau­be mit der Fol­ge, dass die Vor­span­nung an den Ge­win­de­gän­gen nach­ließ, so­dass die dy­na­mi­sche Bie­ge­be­an­spru­chung wuchs. Die­se Bie­ge­be­an­spru­chung führ­te nach und nach zu Ge­fü­ge­än­de­run­gen im Ma­te­ri­al der Schrau­be noch un­ter­halb ei­nes Bruchs (sog. In­ku­ba­ti­ons­zeit). Dann be­gan­nen sich Schwing­brü­che zu bil­den. Als schließ­lich ca. 70 % der Schrau­ben­quer­schnitts­flä­che ge­bro­chen wa­ren, ge­nüg­te die Fes­tig­keit des Rest­quer­schnitts nicht mehr, um der Be­an­spru­chung stand­zu­hal­ten, so­dass es am 23.10.2002 zu dem Rest­bruch, dem Ab­sche­ren der Schrau­be, kam. Auch der tech­ni­sche Laie kann dies an­hand der mi­kro­sko­pi­schen Auf­nah­men der Schrau­be gut nach­voll­zie­hen, auf de­nen die schwing­bruch­ty­pi­schen Schwin­gungs­li­ni­en mit den al­ters­be­ding­ten Kor­ro­si­ons­spu­ren so­wie die kor­ro­si­ons­freie, stark zer­klüf­te­te Rest­bruch­stel­le zu se­hen sind.

Den von der Be­klag­ten be­haup­te­ten De­fekt des Spann­rol­len­dämp­fers (Aus­gleichs­zy­lin­der) hat der Sach­ver­stän­di­ge X in sei­nem Er­gän­zungs­gut­ach­ten vom 05.10.2004 ver­neint; die­ser sei voll funk­ti­ons­fä­hig. Nach­voll­zieh­bar weist der Sach­ver­stän­di­ge X dar­auf hin, dass ein De­fekt des Spann­rol­len­dämp­fers zwar auch zum Über­set­zen und Ab­rut­schen des Zahn­rie­mens füh­ren kann, aber nicht zu dem Schwing­bruch der Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le. Der von der Be­klag­ten be­nann­te Zeu­ge D hat in Über­ein­stim­mung mit dem Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten bei sei­ner Ver­neh­mung durch das Land­ge­richt am 22.06.2005 aus­ge­sagt, bei der Prü­fung des Spann­rol­len­dämp­fers fest­ge­stellt zu ha­ben, dass er nicht de­fekt ge­we­sen sei. Die Aus­sa­ge des eben­falls von der Be­klag­ten be­nann­ten Zeu­gen G war un­er­gie­big. Die­ser hat am 22.06.2005 be­kun­det, zu dem Spann­rol­len­dämp­fer kei­ne An­ga­ben ma­chen zu kön­nen.

Der Sach­ver­stän­di­ge M hat in sei­nem Gut­ach­ten vom 06.04.2006 fest­ge­stellt, dass der Schwing­bruch der Schrau­be ei­nen über­mä­ßi­gen, d. h. nach Al­ter und Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs nicht zu er­war­ten­den Ver­schleiß dar­stellt. Die­se Fest­stel­lung ist über­zeu­gend. Denn sie steht in Über­ein­stim­mung mit dem Ser­vice­plan des Her­stel­lers Au­di. Nach den An­ga­ben auf Sei­te 7 die­ses Ser­vice­plans sind Zahn­rie­men und Spann­rol­le bei nä­her ge­kenn­zeich­ne­ten Au­di-Fahr­zeu­gen … al­le 60.000 km, 90.000 km oder 120.000 km zu er­set­zen. Hin­sicht­lich des streit­ge­gen­ständ­li­chen Fahr­zeugs … sieht der Ser­vice­plan nur ei­nen Er­satz des Zahn­rie­mens al­le 120.000 km vor, den Er­satz der Spann­rol­le über­haupt nicht. Zeit­li­che Fris­ten für den Aus­tausch von Zahn­rie­men und Spann­rol­le sieht der Ser­vice­plan nicht vor. Die ge­gen­tei­li­ge Be­haup­tung der Be­klag­ten, bei dem Fahr­zeug sei nach dem Her­stel­ler­war­tungs­plan ein Aus­tausch der Spann­rol­le nach ei­ner Lauf­leis­tung von 60.000–80.000 km, spä­tes­tens nach fünf Jah­ren vor­ge­se­hen, ist da­mit wi­der­legt. Wenn mit­hin nach dem Her­stel­ler­plan noch nicht ein­mal bei ei­ner Lauf­leis­tung von 120.000 km der Aus­tausch der hier re­le­van­ten Spann­rol­le vor­ge­se­hen ist, dann ist der hier vor­lie­gen­de Ver­schleiß der Spann­rol­len­schrau­be be­reits bei ei­ner Lauf­leis­tung von rund 87.000 km über­mä­ßig.

Der Man­gel in Form des über­mä­ßi­gen Ver­schlei­ßes der Spann­rol­len­schrau­be lag be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor. Dies ist nach § 476 BGB (Be­weis­last­um­kehr beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf) zu ver­mu­ten. Es liegt ein Ver­brauchs­gü­ter­kauf gem. § 474 I 1 BGB vor. Der Ver­schleiß der Spann­rol­len­schrau­be zeig­te sich in­ner­halb von sechs Mo­na­ten seit Ge­fahr­über­gang, da sie am 23.10.2002 und da­mit rund vier­ein­halb Mo­na­te nach der Über­ga­be am 12.06.2002 ab­knick­te und den ka­pi­ta­len Mo­tor­scha­den ver­ur­sach­te. Ei­ne Un­ver­ein­bar­keit der Ver­mu­tung mit der Art der Sa­che oder des Man­gels liegt nicht vor.

Zur Ent­kräf­tung der Ver­mu­tung müss­te die Be­klag­te den vol­len Be­weis füh­ren, dass der Man­gel der Spann­rol­len­schrau­be bei Ge­fahr­über­gang am 12.06.2002 noch nicht be­stand (BGH, Urt. v. 29.03.2006 – VI­II ZR 173/05, BGHZ 167, 40 = NJW 2006, 2250). Dies ist ihr nicht ge­lun­gen. Der Sach­ver­stän­di­ge M hat fest­ge­stellt, dass die et­wa 35.000 Schwing­bruch­strei­fen der Schrau­be, die durch die Last­wech­sel der Schrau­be beim Be­trieb des Mo­tors her­vor­ge­ru­fen wur­den, in ca. 35 Rast­li­ni­en un­ter­teilt sind, und aus­ge­führt, dass die Rast­li­ni­en ent­stan­den sei­en, als der Mo­tor nach dem Ab­stel­len wie­der neu ge­star­tet wor­den sei. Hin­sicht­lich der der Zeit der Schwing­brü­che vor­an­ge­gan­ge­nen In­ku­ba­ti­ons­zeit hat der Sach­ver­stän­di­ge kei­ne si­che­ren Fest­stel­lun­gen tref­fen kön­nen. Er hat aus­ge­führt, aus Ver­gleichs­un­ter­su­chun­gen las­se sich ei­ne Zeit­dau­er für die In­ku­ba­ti­ons­zeit ab­lei­ten, die zwi­schen dem dop­pel­ten und dem zehn­fa­chen Zeit­raum des Zeit­raums für die Bruch­bil­dung lie­ge. Zu­sam­men­fas­send hat er be­kun­det, mit ei­ner Wahr­schein­lich­keit von 75 % lie­ge der Scha­dens­be­ginn vor dem 10.6.2002. Die Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen sind über­zeu­gend. Es kann zu­guns­ten der Be­klag­ten an­ge­nom­men wer­den, dass die Schwing­brü­che erst nach Ge­fahr­über­gang ein­ge­setzt ha­ben. Der Klä­ger hat ei­ne Fahr­leis­tung von rund 7.000 km zu­rück­ge­legt. Es ist na­he­lie­gend, dass er hie­für mehr als nur rund 35 Ein­zel­fahr­ten un­ter­nahm. Dar­auf kommt es aber nicht an, da der Man­gel be­reits ent­stand, als sich die Spann­rol­len­schrau­be lo­cker­te. Denn von da an führ­te die dy­na­mi­sche Be­las­tung der Schrau­be über die In­ku­ba­ti­ons­zeit un­aus­weich­lich bis zum Ab­kni­cken der Schrau­be am 23.10.2002. Und ei­ne si­che­re Fest­stel­lung des Be­ginns der In­ku­ba­ti­ons­zeit erst für die Zeit nach Ge­fahr­über­gang ist nach den Aus­füh­run­gen des Sach­ver­stän­di­gen nicht mög­lich.

3. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 323 I BGB lie­gen vor. Der Klä­ger hat der Be­klag­ten mit An­walts­schrei­ben vom 05.11.2002 ei­ne Frist zur Nach­er­fül­lung bis zum 15.11.2002 ge­setzt.

4. Mit Schrei­ben vom 19.11.2002 er­klär­te der Klä­ger den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag.

5. Rechts­fol­ge des Rück­tritts ist, dass die Be­klag­te dem Klä­ger den Kauf­preis von 16.300 € zu­rück­zu­ge­wäh­ren hat. Hier­auf lässt sich der Klä­ger für die von ihm ge­fah­re­nen rund 7.000 km ei­ne un­strei­ti­ge und für die Be­klag­te güns­ti­ge Nut­zungs­ent­schä­di­gung von 1.750 € an­rech­nen, so­dass 14.550 € ver­blei­ben. Zug um Zug hat der Klä­ger der Be­klag­ten das Fahr­zeug zu­rück­zu­über­eig­nen. Die Be­klag­te ist be­reits Be­sit­ze­rin des Fahr­zeugs.

II. Der Klä­ger hat ei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te aus §§ 323, 347 II, 433, 434, 437 Nr. 2 BGB auf Auf­wen­dungs­er­satz in Hö­he von 63,80 € und 311,46 € für die Kos­ten der Fest­stel­lung des De­fekts des Steu­er­ge­räts der Zen­tral­ver­rie­ge­lung und des Aus­tausch des Steu­er­ge­räts ge­gen ein neu­es Ge­rät so­wie in Hö­he von 250 € und 32,48 € für die Kos­ten neu­er Rei­fen nebst ih­rer Mon­ta­ge.

1. Zu dem be­rech­tig­ten Rück­tritt vom Ver­trag wird auf die obi­gen Aus­füh­run­gen ver­wie­sen.

2. Nach § 347 II 1 BGB hat die Be­klag­te in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Rück­ga­be des Fahr­zeugs dem Klä­ger die not­wen­di­gen Ver­wen­dun­gen zu er­set­zen. Ver­wen­dun­gen sind Ver­mö­gens­auf­wen­dun­gen, die der Sa­che zu­gu­te­kom­men, in­dem sie ih­rer Wie­der­her­stel­lung, ih­rer Er­hal­tung oder Ver­bes­se­rung die­nen. Sie sind not­wen­dig, wenn sie nach ob­jek­ti­vem Maß­stab zur Zeit der Vor­nah­me er­for­der­lich sind.

Zu den Ver­wen­dun­gen ge­hö­ren ins­be­son­de­re die Kos­ten für die Re­pa­ra­tur der Sa­che (Pa­landt/Bas­sen­ge, BGB, 66. Aufl., § 994 Rn. 2; Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 448). Sie um­fas­sen auch die Un­ter­su­chungs­kos­ten, wenn sie da­zu die­nen, den Feh­ler zu fin­den (Stau­din­ger/Kai­ser, BGB, Neu­be­arb. 2004, § 347 Rn. 30; Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 449). Bei den von dem Klä­ger für die Fest­stel­lung des De­fekts des Steu­er­ge­räts der Zen­tral­ver­rie­ge­lung und den Aus­tausch des Steu­er­ge­räts ge­gen ein neu­es Ge­rät auf­ge­wand­ten Re­pa­ra­tur­kos­ten … in Hö­he von 63,80 € und … in Hö­he von 311,46 € han­delt es sich da­her um Ver­wen­dun­gen. Die­se sind auch nach ob­jek­ti­vem Maß­stab not­wen­dig ge­we­sen. Das Fahr­zeug wur­de zu ei­nem Kauf­preis von 16.300 € ver­kauft, ist da­mit ei­ner ge­ho­be­nen Preis­klas­se zu­zu­ord­nen. In die­ser Preis­klas­se wür­de ein ob­jek­ti­ver Ver­käu­fer zur Wert­er­hal­tung die im täg­li­chen Ge­brauch sehr nütz­li­che Kom­fort­funk­ti­on der Zen­tral­ver­rie­ge­lung re­pa­rie­ren las­sen (zur Zen­tral­ver­rie­ge­lungs­re­pa­ra­tur vgl. OLG Düs­sel­dorf, Urt. v. 28.06.2002 – 22 U 13/02, DAR 2002, 506; Stau­din­ger/Kai­ser, a. a. O., § 347 Rn. 36).

Die An­sicht der Be­klag­ten, die Kos­ten für die In­stand­set­zung der Zen­tral­ver­rie­ge­lung nicht er­set­zen zu müs­sen, weil es an ei­ner Auf­for­de­rung zur Nach­er­fül­lung mit Frist­set­zung feh­le, ist nicht zu­tref­fend. Der Klä­ger macht kei­nen An­spruch auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung we­gen Man­gel­haf­tig­keit (§§ 280 I, III, 281, 433, 434, 437 Nr. 3 BGB) gel­tend, son­dern be­an­sprucht Auf­wen­dungs­er­satz.

Im Ge­gen­satz zu § 994 I BGB wer­den von § 347 II 1 BGB auch die ge­wöhn­li­chen Er­hal­tungs­kos­ten von dem An­spruch auf Er­satz der not­wen­di­gen Ver­wen­dun­gen mit­er­fasst, da der Rück­ge­währ­schuld­ner auch den Nut­zungs­er­satz zu leis­ten hat (OLG Hamm, Urt. v. 10.02.05 – 28  147/04, NJW-RR 2005, 1220; Pa­landt/Grü­ne­berg, a. a. O., § 347 Rn. 4; Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 446). Da­her ge­hört zu den not­wen­di­gen Ver­wen­dun­gen auch der not­wen­di­ge Rei­fen­wech­sel. So­weit die Be­klag­te für ih­re ge­gen­tei­li­ge Auf­fas­sung Be­zug nimmt auf Rein­king/Eg­gert, Der Au­to­kauf, Rn. 789, dürf­te sie die 6. Auf­la­ge die­ses Werks mei­nen. Die dort ver­tre­te­ne Auf­fas­sung be­trifft je­doch den An­spruch aus § 994 I BGB. Auch in der ak­tu­el­len 9. Auf­la­ge des Werks wird in der Rand­num­mer 450 ei­ne Ent­schei­dung zi­tiert, nach der die Kos­ten für Rei­fen­er­satz kei­ne not­wen­di­gen Ver­wen­dun­gen sind, je­doch zu Be­ginn der Rand­num­mer in der Fuß­no­te 149 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ent­schei­dun­gen zu § 994 I BGB nur be­dingt auf § 347 II 1 BGB zu über­tra­gen sind, eben weil § 994 I BGB dem Be­sit­zer ge­wöhn­li­che Er­hal­tungs­kos­ten für die Zeit, in der ihm die Nut­zun­gen ver­blei­ben, nicht zu­er­kennt. Da­her kann der Klä­ger auch die Kos­ten für den vor­ge­nom­me­ne Aus­tausch der Rei­fen in Hö­he von 250 € plus 32,48 € Mon­ta­ge­kos­ten be­an­spru­chen. Die Ver­wen­dun­gen sind not­wen­dig, da die an dem Fahr­zeug bei Über­ga­be be­find­li­chen Rei­fen nicht mehr gut wa­ren, wie der Klä­ger un­be­strit­ten vor­trägt.

III. Der Klä­ger hat ei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te aus §§ 284, 433, 434, 437 Nr. 3 BGB auf Auf­wen­dungs­er­satz in Hö­he von 330,52 € für ei­nen Satz Win­ter­rei­fen und in Hö­he von 9,63 € für zwei Bat­te­ri­en für die Zen­tral­ver­rie­ge­lungs­fern­be­die­nung.

1. Der Auf­wen­dungs­er­satz­an­spruch aus § 284 BGB hängt vom Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des An­spruchs auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung ab. Grund­sätz­lich steht dem Klä­ger ein An­spruch auf Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung nach §§ 280 I, III, 281, 433, 434, 437 Nr. 3 BGB zu. Hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen wird auf die ent­spre­chen­den Aus­füh­run­gen zum Rück­tritts­recht nach §§ 323, 433, 434, 437 Nr. 2 BGB ver­wie­sen. Der Rück­tritt schließt Scha­dens­er­satz­an­sprü­che nicht aus (§ 325 BGB).

Die Be­klag­te ist nicht nach § 280 I 2 BGB von der Scha­dens­er­satz­haf­tung da­durch be­freit, dass sie den Man­gel nicht zu ver­tre­ten hat.

Das Ver­tre­ten­müs­sen kann sich auf die Erst­lie­fe­rung oder auf die Nach­er­fül­lung be­zie­hen (Pa­landt/Putzo, a. a. O., § 437 Rn. 37; MünchKomm-BGB/Wes­ter­mann, 4. Aufl., § 437 Rn. 27; Stau­din­ger/Ot­to, a. a. O., § 280 Rn. D 11). Hier liegt kein Ver­tre­ten­müs­sen im Hin­blick auf die Erst­lie­fe­rung vor. Der Man­gel der Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le ist ein Ver­schleiß­man­gel. Es ist we­der er­sicht­lich noch be­haup­tet, dass die Be­klag­te den Pro­zess des über­mä­ßi­gen Ver­schlei­ßes durch das Lo­ckern der Schrau­be vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig in Gang ge­setzt ha­be. Ei­ne auch nur fahr­läs­si­ge Un­kennt­nis der Be­klag­ten liegt eben­falls nicht vor. Ei­ne Un­ter­su­chungs­pflicht des Ge­braucht­wa­gen­händ­lers, so man ei­ne sol­che über­haupt be­ja­hen will, geht je­den­falls nicht so weit, dass der Händ­ler den Zu­stand der Be­fes­ti­gungs­schrau­be der Spann­rol­le des Zahn­rie­mens bei ei­ner Lauf­leis­tung über­prü­fen müss­te, bei der nach dem Ser­vice­plan des Her­stel­lers kein Aus­tausch der Spann­rol­le vor­ge­se­hen ist. Die Be­klag­te hat aber nicht dar­ge­tan, dass ihr kein Ver­schul­den im Hin­blick auf die un­ter­las­se­ne Nach­er­fül­lung, zu der sie mit dem klä­ge­ri­schen An­walts­schrei­ben vom 05.11.2002 auf­ge­for­dert wor­den war, zur Last fällt. Ins­be­son­de­re hat sie nicht vor­ge­tra­gen, dass sie bei Ein­hal­tung der im Ver­kehr er­for­der­li­chen Sorg­falt (§ 276 II BGB) die Man­gel­haf­tig­keit bzw. den über­mä­ßi­gen Ver­schleiß der Spann­rol­len­schrau­be nicht ha­be er­ken­nen kön­nen. Sie be­haup­tet nicht ein­mal ei­ne dies­be­züg­li­che Über­prü­fung. Der Be­klag­ten stan­den grund­sätz­lich die­sel­ben Un­ter­su­chungs­mög­lich­kei­ten wie dem Ge­richt zur Ver­fü­gung. Ins­be­son­de­re hät­te auch sie, soll­te sie nicht über aus­rei­chen­de ei­ge­ne Sach­kun­de ver­fü­gen, ei­nen Sach­ver­stän­di­gen hin­zu­zie­hen kön­nen.

2. Zu er­set­zen hat die Be­klag­te ne­ben den oben zum An­spruch aus § 347 II 1 BGB dar­ge­stell­ten not­wen­di­gen Ver­wen­dun­gen auch die sog. nütz­li­chen Ver­wen­dun­gen.

Die vom Klä­ger auf­ge­wand­ten Kos­ten für ei­nen Satz Win­ter­rei­fen in Hö­he von 330,52 € ge­hö­ren zwar nicht zu den not­wen­di­gen Ver­wen­dun­gen, da zum Be­trieb des Fahr­zeugs grund­sätz­lich die nor­ma­len Stan­dar­drei­fen ge­nü­gen, aber zu den nütz­li­chen Ver­wen­dun­gen. Sie sind i. S. von § 284 BGB im Ver­trau­en auf den Er­halt der man­gel­frei­en Leis­tung ge­macht wor­den. Denn hier­zu ge­hö­ren die Auf­wen­dun­gen für die man­gel­haf­te Kauf­sa­che, die ver­geb­lich wer­den, wenn der Käu­fer auf­grund des Man­gels die Sa­che zu­rück­gibt (BGH, Urt. v. 20.07.2005 – VI­II ZR 275/04, BGHZ 163, 381). Die An­schaf­fung der Win­ter­rei­fen hat­te der Klä­ger auch bil­li­ger­wei­se tä­ti­gen dür­fen. So­weit Auf­wen­dun­gen dann nicht zu er­set­zen sind, wenn de­ren Zweck auch oh­ne die Pflicht­ver­let­zung des Schuld­ners nicht er­reicht wor­den wä­re, liegt die­se Aus­nah­me hier nicht vor. Denn wenn die Be­klag­te auf das Nach­bes­se­rungs­ver­lan­gen hin das Fahr­zeug recht­zei­tig vor der Rück­tritts­er­klä­rung re­pa­riert hät­te, hät­te der Klä­ger auch die Win­ter­rei­fen wei­ter­nut­zen kön­nen.

Aus § 284 BGB kann der Klä­ger schließ­lich die ver­geb­li­chen Auf­wen­dun­gen für die Bat­te­ri­en der Zen­tral­ver­rie­ge­lungs­funk­fern­be­die­nung er­setzt ver­lan­gen. Er hat ei­nen Aus­tausch der Bat­te­ri­en bil­li­ger­wei­se vor­neh­men dür­fen. Er hat­te näm­lich fest­ge­stellt, dass das Fahr­zeug nur dann auf die Fern­be­die­nung re­agier­te, wenn man un­mit­tel­bar vor dem Fahr­zeug stand. In die­sem Fall ist die An­nah­me na­he­lie­gend, dass die Bat­te­ri­en al­ters­schwach sind. An­ge­sichts des ge­rin­gen Prei­ses der Bat­te­ri­en von 9,63 € wä­re es nicht an­ge­zeigt ge­we­sen, zu­nächst ei­ne Werk­statt mit der Un­ter­su­chung zu be­auf­tra­gen, da bei den üb­li­chen Stun­den­löh­nen selbst ei­ne nur we­ni­ge Mi­nu­ten dau­ern­de Prü­fung teu­er ge­we­sen wä­re als ein Satz neu­er Bat­te­ri­en. Der Zweck des Aus­tauschs der Bat­te­ri­en wä­re aber auch oh­ne die Pflicht­ver­let­zung des Schuld­ners er­reicht wor­den. Der Aus­tausch der Bat­te­ri­en war ein Mit­tel der Feh­ler­su­che an­läss­lich der Funk­ti­ons­stö­rung der Zen­tral­ver­rie­ge­lung. Wenn die Be­klag­te auf das Nach­bes­se­rungs­ver­lan­gen hin dem Klä­ger das Fahr­zeug recht­zei­tig vor der Rück­tritts­er­klä­rung re­pa­riert hät­te, hät­te der Klä­ger das Fahr­zeug und da­mit auch die Zen­tral­ver­rieg­lung wei­ter­nut­zen und da­mit letzt­lich auch von den zur Feh­ler­su­che auf­ge­wand­ten Mit­teln pro­fi­tie­ren kön­nen.

IV. Der Klä­ger hat ei­nen An­spruch auf Zah­lung von Zin­sen in Hö­he von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus §§ 286 I, 288 I BGB.

Hin­sicht­lich des Kauf­preis­rück­ge­währan­spru­ches in Hö­he von 14.550 € so­wie hin­sicht­lich des An­spruchs auf Er­satz der Kos­ten für die Fest­stel­lung des De­fekts des Steu­er­ge­räts der Zen­tral­ver­rie­ge­lung und den Aus­tausch des Steu­er­ge­räts ge­gen ein neu­es Ge­rät in Hö­he von 63,80 € und 311,46 € kann der Klä­ger Zin­sen be­reits ab dem 01.12.2002 be­an­spru­chen, da er in­so­weit mit Schrei­ben vom 19.11.2002 Zah­lung bis zum 30.11.2002 an­ge­mahnt hat. Hin­sicht­lich der üb­ri­gen Auf­wen­dungs­er­satz­an­sprü­che ist Ver­zug erst mit Zu­stel­lung der Kla­ge­schrift am 29.01.2003 ein­ge­tre­ten, da sie in dem Schrei­ben vom 19.11.2002 noch nicht ver­langt wor­den wa­ren. So­weit der Klä­ger auch dies­be­züg­lich Zin­sen be­reits ab dem 01.12.2002 be­an­sprucht, ist sein Kla­ge folg­lich un­be­grün­det.

V. Die Hilfs­auf­rech­nung der Be­klag­ten greift nicht durch. Sie hat kei­nen An­spruch ge­gen den Klä­ger auf Er­satz der Kos­ten der In­stand­set­zung des Fahr­zeugs ge­mäß den Rech­nun­gen … vom 30.12.2002 über die Re­pa­ra­tur des ei­gent­li­chen Mo­tor­scha­dens in Hö­he von (1.032 € net­to + 1.146,65 € net­to + 330,01 € net­to =) 2.509,66 € net­to so­wie ge­mäß der Rech­nung … vom 15.01.2003 über die De­mon­ta­ge der Zy­lin­der­köp­fe in Hö­he von 460,80 € net­to.

1. Die Be­klag­te hat kei­nen An­spruch aus § 346 II 1 Nr. 3 BGB.

Nach die­ser Vor­schrift hat der Schuld­ner statt der Rück­ge­währ Wert­er­satz zu leis­ten, so­weit der emp­fan­ge­ne Ge­gen­stand sich ver­schlech­tert hat. Der ka­pi­ta­le Mo­tor­scha­den, den das Fahr­zeug am 23.10.2002 er­litt, stellt ei­ne Ver­schlech­te­rung dar, denn emp­fan­gen hat der Klä­ger das Fahr­zeug zwar mit ei­ner man­gel­haf­ten Spann­rol­len­schrau­be, aber nicht mit dem Mo­tor­scha­den.

Nach § 346 III 1 Nr. 3 BGB ent­fällt in dem hier vor­lie­gen­den Fall ei­nes ge­setz­li­chen Rück­tritts­rechts (Rück­tritt nach §§ 323, 433, 434, 437 Nr. 2 BGB we­gen Man­gel­haf­tig­keit) die Wert­er­satz­pflicht, wenn der Be­rech­tig­te die­je­ni­ge Sorg­falt be­ob­ach­tet hat, die er in ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten an­zu­wen­den pflegt. Er ist nach § 277 BGB le­dig­lich nicht von der Haf­tung für gro­be Fahr­läs­sig­keit be­freit.

Die­ser Weg­fall der Wert­er­satz­pflicht ist vor­lie­gend ein­schlä­gig. Der Klä­ger hat durch das Gut­ach­ten des Sach­ver­stän­di­gen X vom 26.01.2004 und das Er­gän­zungs­gut­ach­ten vom 05.10.2004 be­wie­sen, dass ihm kein Ver­stoß ge­gen die Sorg­falt in ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten zur Last fällt, er ins­be­son­de­re nicht grob fahr­läs­sig un­ter­las­sen hat, durch recht­zei­ti­ges An­hal­ten des Fahr­zeugs und Re­pa­ra­tur der Spann­rol­le den Ein­tritt des ka­pi­ta­len Mo­tor­scha­dens zu ver­mei­den. Der Sach­ver­stän­di­ge X hat aus­ge­führt, dass am 23.10.2002 auf­grund des Schwing­bru­ches der Spann­rol­len­schrau­be die­se zu­nächst ab­ge­knickt sei mit der Fol­ge ei­nes Schräg­ste­hens der Spann­rol­le. Hier­durch sei es zum ei­nem Nach-au­ßen-Wan­dern des Zahn­rie­mens ge­kom­men. Die ab­ge­knick­te Spann­rol­le und der Zahn­rie­men hät­ten die Kunst­stoff­abde­ckung an­ge­schlif­fen. Die­se nur we­ni­ge Mi­nu­ten bis zur Zer­stö­rung der Ab­de­ckung an­dau­ern­den Schleif­ge­räu­sche sei­en aber von ei­nem Nor­mal­au­to­fah­rer mög­li­cher­wei­se nicht zu hö­ren, je­den­falls nicht ei­nem dro­hen­den Scha­den zu­zu­ord­nen ge­we­sen. Dann sei es zum ei­nem ers­ten Über­set­zen des Zahn­rie­mens um ei­nen Zahn mit der Fol­ge von noch ge­rin­gen Ge­räu­schen durch die Kol­li­sio­nen zwi­schen Kol­ben­bö­den und Ven­til­tel­lern ge­kom­men, die der Klä­ger als ei­nen Na­gel im Rei­fen fehl­in­ter­pre­tier­te, we­ni­ge Se­kun­den spä­ter sei es zu wei­te­ren Über­set­zun­gen des Zahn­rie­mens mit ver­stärk­ten Kol­li­si­ons­ge­räu­schen ge­kom­men, als der Klä­ger das Fahr­zeug auf ei­nen Park­platz lenk­te. Hier­bei sei­en die Kni­ckun­gen und Ver­bie­gun­gen der Ven­ti­le und die Be­schä­di­gun­gen der Kol­ben­bö­den ent­stan­den. Der Rest­bruch sei dann ent­stan­den, als der Klä­ger nach dem Ab­stel­len des Fahr­zeugs ver­geb­lich ver­sucht ha­be, das Au­to zu star­ten, oder bei dem zwei­ten Start­ver­such, als der her­bei­ge­ru­fe­ne ADAC-Un­fall­hel­fer den Klä­ger ge­be­ten ha­be, das Fahr­zeug zu star­ten. Der Sach­ver­stän­di­ge hat aus­ge­führt, ins­ge­samt sei von ei­ner Fahrt­stre­cke ab dem ers­ten Über­set­zen des Zahn­rie­mens bis zum An­hal­ten des Fahr­zeugs von 500–600 m, höchs­tens von 1.000 m aus­zu­ge­hen. Spä­tes­tens mit dem Über­set­zen des zwei­ten Zahns sei der ka­pi­ta­le Mo­tor­scha­den be­reits end­gül­tig ein­ge­tre­ten.

Die An­grif­fe der Be­klag­ten ge­gen das Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten grei­fen nicht durch. So­weit die Be­klag­te auf die Schleif­schä­den der Zahn­rie­men­ab­de­ckung ver­weist, hat der Sach­ver­stän­di­ge X in sei­nem Er­gän­zungs­gut­ach­ten vom 05.10.2004 nach­voll­zieh­bar aus­ge­führt, dass die le­dig­lich aus wei­chem Plas­tik be­ste­hen­de Ab­de­ckung durch die har­te Spann­rol­le in­ner­halb von we­ni­gen Mi­nu­ten zer­stört wer­den konn­te. Die Schlag- und Schleif­spu­ren an der Spann­rol­le hat der Sach­ver­stän­di­ge zwang­los mit dem auf­grund des Schief­stan­des der Spann­rol­le be­ding­ten Kon­takt zum He­bel des Schwin­gungs­dämp­fers und dem un­run­den Lauf der Spann­rol­le er­klärt. Hin­sicht­lich der ge­bro­che­nen Kur­bel­wel­l­en­durch­füh­rung ist nach dem Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten kein Zu­sam­men­hang mit dem Mo­tor­scha­den zu se­hen; der Bruch dürf­te im Zu­ge der De­mon­ta­ge des Mo­tors ent­stan­den sein.

Da­mit ist dem Klä­ger kein Ver­schul­dens­vor­wurf zu ma­chen. Es kann zu­guns­ten der Be­klag­ten als wahr un­ter­stellt wer­den, dass der Klä­ger den Zeu­gen Q und N sag­te, die Ge­räu­sche sei­en ihm schon „län­ge­re Zeit“ auf­ge­fal­len. Da­mit kann der Klä­ger nur die vor­er­wähn­ten Schleif­ge­räu­sche ge­meint ha­ben, die aber nach dem Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten von­sei­ten ei­nes Lai­en kei­nem dro­hen­den Scha­den zu­zu­ord­nen wa­ren. Die Schnel­lig­keit der Ent­ste­hung des Mo­tor­scha­dens ab dem ers­ten Über­set­zen des Zahn­rie­mens ließ dem Klä­ger kei­ne Mög­lich­keit mehr, den Scha­den ab­zu­wen­den. Dass er den Rest­bruch der Schrau­be der Spann­rol­le durch ei­nen er­neu­ten Start­ver­such her­vor­rief, ist un­er­heb­lich, da die Schrau­be und die Spann­rol­le oh­ne­hin be­schä­digt wa­ren und kei­ne wei­te­re Scha­dens­ver­tie­fung hin­sicht­lich der Ven­ti­le und Kol­ben­bö­den statt­fand.

2. Die Be­klag­te hat fer­ner kei­nen An­spruch aus §§ 346 IV, 280 I BGB.

Da­nach hat der Schuld­ner für ei­ne Ver­let­zung der Pflicht aus § 346 I BGB zur Rück­ge­währ Scha­dens­er­satz zu leis­ten.

Nach § 346 I BGB ist der Klä­ger grund­sätz­lich ver­pflich­tet, das Fahr­zeug in dem Zu­stand zu­rück­zu­ge­wäh­ren, in dem es sich bei ord­nungs­ge­mä­ßer Nut­zung be­fin­det. Aber ei­ne Scha­dens­er­satzer­satz­haf­tung des Rück­tritts­be­rech­tig­ten für nicht sorg­fäl­ti­gen Um­gang mit dem Leis­tungs­ge­gen­stand kommt erst dann in Be­tracht, wenn er weiß oder wis­sen muss, dass die Rück­tritts­vor­aus­set­zun­gen vor­lie­gen (Pa­landt/Grü­ne­berg, BGB, 66. Aufl., § 346 Rn. 18; MünchKomm-BGB/Gai­er, 4. Aufl., § 346 Rn. 63). Denn zu­vor kann er da­von aus­ge­hen, dass die von ihm emp­fan­ge­ne Leis­tung Teil sei­nes Ver­mö­gens ge­wor­den und nicht zu­rück­zu­ge­wäh­ren ist. Schon aus die­sen Grün­den schei­det hier ei­ne Haf­tung des Klä­gers aus. Als der Klä­ger auf der Au­to­bahn die Ge­räu­sche ver­nahm, konn­te er noch nicht wis­sen, dass sie auf ei­nem Man­gel im Rechts­sinn be­ruh­ten. Im Üb­ri­gen fehl­te es ent­spre­chend obi­gen Aus­füh­run­gen zum An­spruch aus § 346 II 1 Nr. 3 BGB an ei­nem Ver­schul­den des Klä­gers …

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