Loading [MathJax]/jax/output/CommonHTML/config.js

Navigation

Probleme beim Autokauf?

Kategorien

Archiv

Header (Autohaus)

Ar­chiv: Fe­bru­ar 2016

Chip­tu­ning als Sach­man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens

Heißt es im Kauf­ver­trag über ei­nen Ge­braucht­wa­gen „Chip­tu­ning wird vom Käu­fer ge­löscht, da il­le­gal“, so ha­ben die Ver­trags­par­tei­en ei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB) des In­halts ge­trof­fen, dass der Käu­fer ein (noch) chip­ge­tun­tes Fahr­zeug er­hält. Die­se Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung ist auch dann wirk­sam, wenn der Ver­käu­fer den Käu­fer nur dar­auf hin­weist, dass es beim Be­trieb des ge­tun­ten Fahr­zeugs zu ei­nem Mo­tor­scha­den kom­men kann, und ihn nicht zu­gleich über die ge­naue Art des Tu­nings und des­sen zu­las­sungs- und ver­si­che­rungs­recht­li­chen Fol­gen auf­klärt.

OLG Ko­blenz, Be­schluss vom 24.02.2016 – 10 U 490/15

Mehr le­sen »

Scha­dens­pau­scha­lie­rung in den Ver­kaufs­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Händ­lers – kauf­män­ni­scher Ge­schäfts­ver­kehr

  1. Ge­gen ei­ne Re­ge­lung in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Händ­lers, wo­nach der Händ­ler Scha­dens­er­satz in Hö­he von pau­schal 10 % des Brut­to­kauf­prei­ses ver­lan­gen kann, wenn ein Käu­fer ein Fahr­zeug un­be­rech­tigt nicht ab­nimmt, be­ste­hen kei­ne Be­den­ken, wenn dem Käu­fer der Nach­weis ge­stat­tet wird, dass über­haupt kein Scha­den ent­stan­den oder die­ser we­sent­lich nied­ri­ger als die Pau­scha­le sei.
  2. Den Nach­weis, ein Scha­den sei über­haupt nicht ent­stan­den oder we­sent­lich nied­ri­ger als die Pau­scha­le, kann der Käu­fer nicht da­durch füh­ren, dass er die Be­haup­tung des Ver­käu­fers, das un­be­rech­tigt nicht ab­ge­nom­me­ne Fahr­zeug ha­be (noch) nicht an ei­nen Drit­ten ver­kauft wer­den kön­nen, schlicht be­strei­tet.
  3. Un­ter Kauf­leu­ten gel­ten – un­be­scha­det der Fra­ge, ob zwi­schen ih­nen be­reits Ge­schäfts­be­zie­hun­gen be­ste­hen – in Be­zug ge­nom­me­ne All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen auch dann, wenn sie dem für den Ver­trags­ab­schluss maß­geb­li­chen Schrei­ben we­der bei­ge­fügt noch sonst dem Emp­fän­ger in ih­ren Ein­zel­hei­ten be­kannt wa­ren (im An­schluss an BGH, Urt. v. 30.06.1976 – VI­II ZR 267/75, NJW 1976, 1886).

LG Zwei­brü­cken, Ur­teil vom 24.02.2016 – 1 O 267/15

Mehr le­sen »

Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung nach „Fern­dia­gno­se“ durch ei­nen Kfz-Händ­ler

  1. An ei­ne Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung i. S. des § 281 II Fall 1 BGB sind stren­ge An­for­de­run­gen zu stel­len. Sie liegt nur vor, wenn der Schuld­ner un­miss­ver­ständ­lich und ein­deu­tig zum Aus­druck bringt, er wer­de sei­nen Ver­trags­pflich­ten un­ter kei­nen Um­stän­den nach­kom­men. Da­für reicht das blo­ße Be­strei­ten des Man­gels oder des Kla­ge­an­spruchs nicht aus. Viel­mehr müs­sen wei­te­re Um­stän­de hin­zu­tre­ten, wel­che die An­nah­me recht­fer­ti­gen, dass der Schuld­ner sei­nen Ver­trags­pflich­ten un­ter kei­nen Um­stän­den nach­kom­men will, und es da­mit aus­ge­schlos­sen er­scheint, dass er sich von ei­ner Frist­set­zung wer­de um­stim­men las­sen (im An­schluss an BGH, Urt. v. 29.06.2011 – VI­II ZR 202/10, NJW 2011, 2872 Rn. 14).
  2. Ei­ne Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung i. S. des § 281 II Fall 1 BGB setzt nicht vor­aus, dass Gläu­bi­ger be­reits wirk­sam ei­ne Frist zur Leis­tung oder Nach­er­fül­lung ge­setzt hat. Viel­mehr führt ei­ne Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung ge­ra­de da­zu, dass der Gläu­bi­ger kei­ne Frist mehr set­zen bzw. den Ab­lauf ei­ner be­reits ge­setz­ten Frist nicht mehr ab­war­ten muss.
  3. Ein Kfz-Händ­ler, der sei­ne Pflicht zur Nach­bes­se­rung oh­ne Kennt­nis der nä­he­ren Um­stän­de – ins­be­son­de­re oh­ne Un­ter­su­chung des an­geb­lich man­gel­haf­ten Fahr­zeugs – al­lein mit der Be­grün­dung in Ab­re­de stellt, es lie­ge kein Man­gel, son­dern an­ge­sichts der Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs von 156.000 km al­len­falls nor­ma­ler Ver­schleiß vor, ver­wei­gert die Nach­er­fül­lung i. S. des § 281 II Fall 1 BGB ernst­haft und end­gül­tig.

OLG Frank­furt a. M., Be­schluss vom 23.02.2016 – 4 U 214/15

Mehr le­sen »

Han­deln un­ter frem­dem Na­men beim Ge­braucht­wa­gen­kauf

Tritt der Er­wer­ber ei­nes Kraft­fahr­zeugs un­ter ei­nem frem­den Na­men auf, so hängt es von den Um­stän­den des Ein­zel­falls ab, ob Ver­trags­part­ner des Ver­käu­fers die un­ter frem­dem Na­men han­deln­de Per­son oder der Na­mens­trä­ger wird. Da­bei ist et­wa zu be­rück­sich­ti­gen, ob der Ver­käu­fer den Kauf­preis be­reits er­hal­ten hat.

OLG Hamm, Ur­teil vom 22.02.2016 – 5 U 110/15

Mehr le­sen »

Um­fas­sen­der Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss im un­ter­neh­me­ri­schen Ge­schäfts­ver­kehr

  1. Au­ßer­halb ei­nes Ver­brauchs­gü­ter­kaufs i. S. von § 474 I 1 BGB darf der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens sei­ne Haf­tung für Sach­män­gel des Fahr­zeugs grund­sätz­lich – in den Gren­zen des § 444 BGB – voll­stän­dig aus­schlie­ßen. Ein sol­cher um­fas­sen­der Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss ist auch dann wirk­sam, wenn er in All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen des Ver­käu­fers ent­hal­ten ist.
  2. Ge­gen­über ei­nem Un­ter­neh­mer ver­wen­de­te All­ge­mei­ne Ge­schäfts­be­din­gun­gen wer­den grund­sätz­lich auch dann Ver­trags­be­stand­teil, wenn sie dem für den Ver­trags­schluss maß­geb­li­chen Schrei­ben (hier: der Ver­trags­ur­kun­de) nicht bei­ge­fügt wa­ren und der Un­ter­neh­mer da­her ih­ren In­halt nicht kennt. Er­for­der­lich ist le­dig­lich, dass der Un­ter­neh­mer in zu­mut­ba­rer Wei­se von den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen Kennt­nis neh­men kann.

LG Zwei­brü­cken, Ur­teil vom 19.02.2016 – HK O 44/15

Mehr le­sen »

Kei­ne Arg­list we­gen un­ter­las­se­ner Er­folgs­kon­trol­le bei Män­gel­be­sei­ti­gung durch ein Fach­un­ter­neh­men

  1. Hat­te der Ver­käu­fer ei­nes Haus­grund­stücks in der Ver­gan­gen­heit ein Fach­un­ter­neh­men mit der um­fas­sen­den Be­sei­ti­gung ei­nes Man­gels (hier: Be­fall ei­nes Block­hau­ses mit Holz­bock) be­auf­tragt, muss er sich nicht Kennt­nis vom Er­folg der Sa­nie­rungs­be­mü­hun­gen ver­schaf­fen. Mit dem Ab­se­hen von ei­ner Er­folgs­kon­trol­le nach Aus­füh­rung der Ar­bei­ten nimmt er ein spä­te­res Wie­der­auf­tre­ten des Man­gels nicht bil­li­gend in Kauf. Kennt der Ver­käu­fer da­ge­gen kon­kre­te Um­stän­de, die den Ver­dacht be­grün­den, die Man­gel­be­sei­ti­gung ha­be kei­nen Er­folg ge­habt, und teilt er die­se Um­stän­de dem Käu­fer nicht mit, nimmt er das Vor­lie­gen ei­nes Man­gels in Kauf und han­delt arg­lis­tig.
  2. Der Ver­käu­fer ist im Rah­men der ihm ob­lie­gen­den se­kun­dä­ren Dar­le­gungs­last ge­hal­ten, die Ein­zel­hei­ten der von ihm er­grif­fe­nen Man­gel­be­sei­ti­gungs­maß­nah­men nä­her zu er­läu­tern.

BGH, Ur­teil vom 19.02.2016 – V ZR 216/14

Mehr le­sen »

Ab­schluss ei­nes Ge­braucht­wa­gen­kauf­ver­tra­ges – Be­stel­lung und An­nah­me

In­dem ein Kun­de bei ei­nem Kfz-Händ­ler schrift­lich ei­nen Ge­braucht­wa­gen be­stellt, trägt er dem Händ­ler in der Re­gel den Ab­schluss ei­nes Kauf­ver­trags über das Fahr­zeug an. Ein Kauf­ver­trag kommt (erst) zu­stan­de, wenn der Händ­ler den in der Be­stel­lung lie­gen­den An­trag an­nimmt, wo­bei es in­so­weit un­zu­rei­chend sein kann, dass ein Ver­kaufs­mit­ar­bei­ter des Händ­lers die Be­stel­lung ge­gen­zeich­net. Denn da­mit be­stä­tigt der Ver­kaufs­mit­ar­bei­ter un­ter Um­stän­den le­dig­lich die Ent­ge­gen­nah­me der Be­stel­lung.

LG Ra­vens­burg, Ur­teil vom 19.02.2016 – 3 O 264/15

Mehr le­sen »

Scha­dens­er­satz we­gen Ver­äu­ße­rung ei­nes Pkw durch ge­trennt le­ben­de Ehe­frau

  1. Die Ei­gen­tums­ver­mu­tung des § 1568b II BGB ist lex specialis zu § 1006 BGB.
  2. Die Ei­gen­tums­ver­mu­tung des § 1568b II BGB wird in ei­ner sons­ti­gen Fa­mi­li­en­sa­che we­gen Scha­dens­er­sat­zes nach un­be­rech­tig­ter Ver­äu­ße­rung von Haus­rat ent­spre­chend an­ge­wandt.

OLG Stutt­gart, Be­schluss vom 18.02.2016 – 16 UF 195/15

Mehr le­sen »

Hin­weis- und Be­ra­tungs­pflich­ten ei­ner Kfz-Werk­statt

Die Mit­ar­bei­ter ei­ner Kfz-Werk­statt sind ge­hal­ten, ein ih­nen über­las­se­nes Fahr­zeug mit ih­rem nach dem Ge­gen­stand des Ver­tra­ges zu er­war­ten­den Fach­wis­sen zu über­prü­fen und den Kun­den ge­ge­be­nen­falls auf Be­den­ken hin­zu­wei­sen Er­ken­nen die Mit­ar­bei­ter der Werk­statt ei­nen die Be­triebs­si­cher­heit des Fahr­zeugs be­ein­träch­ti­gen­den Man­gel oder könn­ten sie ei­nen sol­chen Man­gel bei An­wen­dung der ge­bo­te­nen Sorg­falt er­ken­nen, sind sie ver­pflich­tet, den Kun­den dar­auf hin­zu­wei­sen, da­mit die­ser ent­schei­den kann, ob Maß­nah­men zur Be­sei­ti­gung des Man­gels er­grif­fen wer­den sol­len. Die Auf­klä­rungs- und Be­ra­tungs­pflich­ten er­stre­cken sich aber grund­sätz­lich nur auf das in Auf­trag ge­ge­be­ne Werk und die da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Um­stän­de; das heißt, die ver­trag­lich über­nom­me­nen Ver­pflich­tun­gen be­stim­men und be­gren­zen auch den Um­fang der Be­ra­tungs­pflich­ten. Von den Mit­ar­bei­tern ei­ner Kfz-Werk­statt, de­nen ein kon­kre­ter Re­pa­ra­tur­auf­trag er­teilt wor­den ist, kann dem­ge­gen­über nicht ver­langt wer­den, auch sämt­li­che üb­ri­gen Tei­le des Fahr­zeugs, das re­pa­riert wer­den soll, oh­ne be­son­de­ren Auf­trag zu über­prü­fen.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 18.02.2016 – 4 U 60/15

Mehr le­sen »

Lie­fe­rung ei­nes nur durch ein Kür­zel be­zeich­ne­ten Drei­tü­rers statt ei­nes Fünf­tü­rers

  1. Ver­wen­det der Ver­käu­fer bei der Be­stel­lung ei­nes Neu­wa­gens zur Be­zeich­nung des Fahr­zeugs ein Kür­zel („5G14GZ“), des­sen Be­deu­tung er dem Käu­fer nicht er­läu­tert, und wird des­halb ein Fahr­zeug mit drei Tü­ren ge­or­dert und aus­ge­lie­fert, ob­wohl der Käu­fer von der Be­stel­lung ei­nes Fünf­tü­rers aus­ge­gan­gen ist, kommt die An­nah­me ei­nes „Schein­kon­sen­ses“ als Un­ter­fall ei­nes Dis­sen­ses (§ 155 BGB) in Be­tracht.
  2. Konn­te und muss­te der Ver­käu­fer nach den ge­sam­ten Um­stän­den des Ver­kaufs­ge­sprächs an­neh­men, dass der Käu­fer – wie es heu­te meist der Fall ist – ei­nen Fünf­tü­rer er­wer­ben woll­te, ist trotz Ver­wen­dung ei­nes ei­nen Drei­tü­rer be­zeich­nen­den Kür­zels ein Ver­trag über ei­nen fünf­tü­ri­gen Neu­wa­gen zu­stan­de ge­kom­men.

OLG Schles­wig, Ur­teil vom 12.02.2016 – 17 U 66/15

Mehr le­sen »