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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: 2013

Ein­wen­dungs­durch­griff bei mit Kfz-Kauf­ver­trag ver­bun­de­nem Dar­le­hens­ver­trag

  1. Der Käu­fer und Dar­le­hens­neh­mer ist bei ei­nem mit ei­nem Kauf­ver­trag i. S. von § 358 III BGB ver­bun­de­nen Dar­le­hens­ver­trag so zu stel­len, wie er bei ei­nem nicht fi­nan­zier­ten Teil­zah­lungs­ge­schäft ste­hen wür­de, bei dem er den Kauf­preis in Ra­ten an den Ver­käu­fer zu ent­rich­ten hät­te (§ 359 Satz 1 BGB). Das heißt, dass noch of­fe­ne Dar­le­hens­ra­ten grund­sätz­lich wie Kauf­preis­ra­ten zu be­han­deln sind und der Käu­fer/​Dar­le­hens­neh­mer sich auch ge­gen­über dem die Rück­zah­lung des Dar­le­hens for­dern­den Dar­le­hens­ge­ber auf die Ver­jäh­rung der Kauf­preis­schuld be­ru­fen darf (Ein­wen­dungs­durch­griff).
  2. Für ei­ne Hem­mung der Ver­jäh­rung nach § 203 BGB ge­nügt je­der Mei­nungs­aus­tausch über den gel­tend ge­mach­ten An­spruch oder die ihn be­grün­den­den Um­stän­de, so­fern nicht je­der An­spruch so­fort und ein­deu­tig ab­ge­lehnt wird.

OLG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 19.09.2013 – 15 U 11/12

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An­spruch des Ver­käu­fers auf Nut­zungs­wert­er­satz

  1. Der aus § 346 I, II Nr. 1 BGB fol­gen­de An­spruch des Ver­käu­fers auf Nut­zungs­wert­er­satz ist nicht von Amts we­gen zu be­rück­sich­ti­gen. Viel­mehr muss der Ver­käu­fer die­sen An­spruch gel­tend ma­chen und so in den Rechts­streit ein­füh­ren.
  2. Arg­list i. S. des § 444 BGB setzt zu­min­dest Even­tual­vor­satz vor­aus; leicht­fer­ti­ge oder grob fahr­läs­si­ge Un­kennt­nis ge­nügt nicht. Des­halb ver­schweigt ein Ver­käu­fer ei­nen Man­gel nur dann arg­lis­tig, wenn er den Man­gel kennt oder zu­min­dest für mög­lich hält und zu­gleich weiß oder doch da­mit rech­net und bil­li­gend in Kauf nimmt, dass der Käu­fer den Man­gel nicht kennt und bei Of­fen­ba­rung den Ver­trag nicht oder nicht mit dem ver­ein­bar­ten In­halt ge­schlos­sen hät­te. Hin­ge­gen ge­nügt es nicht, wenn sich dem Ver­käu­fer das Vor­lie­gen auf­klä­rungs­pflich­ti­ger Tat­sa­chen hät­te auf­drän­gen müs­sen.

OLG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 17.09.2013 – 15 U 42/13
(vor­her­ge­hend: LG Kas­sel, Ur­teil vom 21.12.2012 – 7 O 395/10)

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Auf­klä­rung des Kfz-Käu­fers über das Aus­maß ei­nes Un­fall­scha­dens

Ei­ne arg­lis­ti­ge Täu­schung liegt nicht nur dann vor, wenn der Ver­käu­fer be­wusst fal­sche An­ga­ben über die Kauf­sa­che macht, son­dern auch dann, wenn er – un­ge­fragt oder auf Fra­gen des Käu­fers – „ins Blaue hin­ein“ un­rich­ti­ge An­ga­ben über den Zu­stand der Kauf­sa­che macht.

OLG Hamm, Ur­teil vom 12.09.2013 – 28 U 174/12

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Kei­ne Un­zu­mut­bar­keit der Nach­bes­se­rung trotz gro­ßer Dis­tanz

Ein Kfz-Käu­fer muss dem Ver­käu­fer grund­sätz­lich auch dann Ge­le­gen­heit zur Nach­er­fül­lung ge­ben, wenn er das Fahr­zeug von Köln nach Ber­lin trans­por­tie­ren muss, um dem Ver­käu­fer ei­ne Man­gel­be­sei­ti­gung zu er­mög­li­chen.

AG Wed­ding, Ur­teil vom 04.09.2013 – 13 C 31/13

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Steu­er­recht­li­che Ein­ord­nung ei­nes um­ge­bau­ten Dodge Ram 2500

Ein Dodge Ram 2500, bei dem ins­be­son­de­re die zur Per­so­nen­be­för­de­rung die­nen­de Bo­den­flä­che grö­ßer ist als die Hälf­te der ge­sam­ten Nutz­flä­che des Fahr­zeugs, ist steu­er­recht­lich auch dann ein Pkw und kein Lkw oder ei­ne Zug­ma­schi­ne, wenn das Fahr­zeug zu ei­nem „Mi­ni-Sat­tel­zug“ um­ge­baut wor­den ist.

FG Müns­ter, Ur­teil vom 27.08.2013 – 13 K 1889/12 Kfz
(nach­fol­gend: BFH, Be­schluss vom 22.10.2014 – II B 111/13)

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Ver­gü­tungs­an­spruch ei­ner Kfz-Werk­statt für er­folg­lo­se Feh­ler­su­che – Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung

Ei­ner Kfz-Werk­statt steht auch dann nur die mit dem Auf­trag­ge­ber ver­ein­bar­te Ver­gü­tung (hier: 2.000 €) zu, wenn sie für die er­folg­lo­se Su­che nach der Ur­sa­che ei­nes Elek­tro­nik­pro­blems 13.000 € auf­ge­wen­det hat.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 27.08.2013 – 9 U 218/12

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Rauch­ge­ruch als Sach­man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens

Der Käu­fer ei­nes hoch­prei­si­gen Ge­braucht­wa­gens darf er­war­ten, dass in dem Fahr­zeug kein er­heb­li­cher, un­an­ge­neh­mer Rauch­ge­ruch wahr­zu­neh­men ist. In­ten­si­ver Rauch­ge­ruch, der ins­be­son­de­re bei ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren auf­tritt, stellt bei ei­nem sol­chen Fahr­zeug viel­mehr ei­nen Sach­man­gel i. S. des § 434 I 2 Nr. 2 BGB dar.

LG Mün­chen I, Ur­teil vom 16.08.2013 – 6 O 2154/12

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Grob fahr­läs­si­ge Un­kennt­nis ei­nes Man­gels

Von ei­nem ge­wis­sen­haf­ten Käu­fer darf er­war­tet wer­den, dass er ei­nen Kauf­ver­trag sorg­sam durch­liest und bei Un­klar­hei­ten nach­fragt. Ei­ne Nach­fra­ge drängt sich ge­ra­de­zu auf, wenn im Kauf­ver­trag ein Man­gel der Kauf­sa­che auf­ge­führt ist und dem Käu­fer we­gen die­ses Man­gels ein er­heb­li­cher Nach­lass auf ei­nen nie the­ma­ti­sier­ten „Grund­preis“ ge­währt wird.

LG Köln, Ur­teil vom 12.08.2013 – 36 O 170/11

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Fi­nan­zie­rungs­ver­trag als Be­din­gung für ei­nen Kfz-Kauf­ver­trag

  1. Fi­nan­ziert ein Kfz-Händ­ler den Kauf­preis für ein Fahr­zeug nicht selbst und reicht er für den Käu­fer auch kei­nen Dar­le­hens­an­trag beim Fahr­zeug­her­stel­ler bzw. des­sen Bank ein, son­dern über­lässt er die Fi­nan­zie­rung des Kauf­prei­ses dem Käu­fer, dannn ver­steht sich nicht von selbst, dass ein Kfz-Kauf­ver­trag mit dem Zu­stan­de­kom­men ei­nes Dar­le­hens­ver­tra­ges „ste­hen und fal­len“ soll. Ei­ne ent­spre­chen­de (auf­schie­ben­de oder auf­lö­sen­de) Be­din­gung muss viel­mehr grund­sätz­lich aus­drück­lich ver­ein­bart wer­den.
  2. Ein Käu­fer, der ein Fahr­zeug ver­trags­wid­rig nicht ab­nimmt, schul­det grund­sätz­lich Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung (§§ 280 I, III, 281 BGB). Der Ver­käu­fer kann ihn des­halb in die Haf­tung neh­men, wenn es ihm zwar ge­lingt, das Fahr­zeug an ei­nen Drit­ten zu ver­äu­ßern, er da­bei aber nur ei­nen ge­rin­ge­ren als den ur­sprüng­lich – mit dem „ab­ge­sprun­ge­nen“ Käu­fer – ver­ein­bar­ten Preis er­zielt. Es ist aber scha­dens­min­dernd zu be­rück­sich­ti­gen, wenn der ge­rin­ge Kauf­preis auch dar­auf zu­rück­zu­füh­ren ist, dass der Ver­käu­fer das Fahr­zeug zwi­schen­zeit­lich ge­nutzt und da­mit 31.500 km zu­rück­ge­legt hat.

LG Bie­le­feld, Ur­teil vom 06.08.2013 – 17 O 13/13

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Lack­schä­den bei ei­nem Neu­wa­gen – Be­weis­last­um­kehr nach § 476 BGB

  1. Lack­schä­den stel­len bei ei­nem Neu­wa­gen ei­nen Sach­man­gel i. S. des § 434 I 1 BGB dar, weil ei­nem Neu­wa­gen mit Lack­schä­den die mit Ab­schluss des Kauf­ver­trags kon­klu­dent ver­ein­bar­te, dem Be­griff „Neu­wa­gen“ in­ne­woh­nen­de Be­schaf­fen­heit „fa­brik­neu“ fehlt.
  2. Nach § 476 BGB kann zu ver­mu­ten sein, dass Lack­schä­den, die ein Neu­wa­gen auf­weist, schon bei der Über­ga­be des Fahr­zeugs an den Käu­fer vor­han­den wa­ren. Für die­se Ver­mu­tung ist zwar, weil sie mit der Art des Man­gels un­ver­ein­bar ist, kein Raum, wenn die Schä­den auch ei­nem fach­lich nicht ver­sier­ten Käu­fer auf­fal­len müs­sen und des­halb zu er­war­ten ist, dass er sie so­gleich bei der Über­ga­be be­an­stan­det. Das ist bei Lack­schä­den, die nur bei Son­nen­licht, aber nicht bei künst­li­cher Be­leuch­tung sicht­bar sind, aber nicht der Fall.

OLG Naum­burg, Ur­teil vom 01.08.2013 – 2 U 149/12

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