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Ka­te­go­rie: Neu­wa­gen

De­lik­ti­sche Vor­teils­aus­glei­chung bei ei­nem Lea­sing­ver­trag – VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Die Grund­sät­ze der Vor­teils­aus­glei­chung gel­ten auch für ei­nen An­spruch aus sit­ten­wid­ri­ger vor­sätz­li­cher Schä­di­gung ge­mäß § 826 BGB. Im We­ge der Vor­teils­aus­glei­chung ist die­ser An­spruch um die Nut­zungs­vor­tei­le zu kür­zen, die dem Ge­schä­dig­ten in ad­äqua­tem Zu­sam­men­hang mit dem Scha­dens­er­eig­nis zu­ge­flos­sen sind (im An­schluss an BGH, Urt. v. 25.05.2020 – VI ZR 252/19, BGHZ 225, 316).
  2. Im Rah­men der de­lik­ti­schen Vor­teils­aus­glei­chung ent­spricht der Wert der wäh­rend der Lea­sing­zeit er­lang­ten Nut­zungs­vor­tei­le ei­nes Kraft­fahr­zeugs grund­sätz­lich der Hö­he nach den ver­ein­bar­ten Lea­sing­zah­lun­gen.

BGH, Ur­teil vom 16.09.2021 – VII ZR 192/20

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Scha­dens­er­satz we­gen Soft­ware­up­date – Tes­la Mo­del X P100D

Der Her­stel­ler oder der Ver­käu­fer ei­nes Kraft­fahr­zeugs (hier: ei­nes Tes­la Mo­del X P100D) darf die Be­schaf­fen­heit, die die­ses Fahr­zeug bei der Über­ga­be an den Käu­fer hat­te, nur dann durch ein Soft­ware­up­date nach­träg­lich än­dern, wenn der Käu­fer mit der In­stal­la­ti­on die­ses Up­dates ein­ver­stan­den ist. Für ein wirk­sa­mes Ein­ver­ständ­nis des Käu­fers kann es er­for­der­lich sein, den Käu­fer vor der In­stal­la­ti­on des Up­dates über des­sen In­halt und Aus­wir­kun­gen – hier in Ge­stalt ei­ner Be­schrän­kung der Hö­hen­ver­stell­bar­keit des Fahr­zeugs – auf­zu­klä­ren.

LG Mün­chen I, Ur­teil vom 13.09.2021 – 34 O 15883/20

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Fa­brik­neu­heit ei­nes „EU-Neu­fahr­zeugs mit Ta­ges­zu­las­sung“ – Stand­zeit

Ein als „EU-Neu­fahr­zeug mit Ta­ges­zu­las­sung“ ver­kauf­tes Fahr­zeug muss fa­brik­neu sein. Dies ist re­gel­mä­ßig nur dann der Fall, wenn das Fahr­zeug un­be­nutzt ist und kei­ne durch län­ge­re Stand­zeit be­ding­ten Män­gel auf­weist, das Fahr­zeug­mo­dell un­ver­än­dert wei­ter ge­baut wird und zwi­schen der Her­stel­lung des Fahr­zeugs und dem Ab­schluss des Kauf­ver­trags nicht mehr als zwölf Mo­na­te lie­gen. Da­bei steht die Ta­ges­zu­las­sung der Fa­brik­neu­heit nicht ent­ge­gen, da die Ta­ges­zu­las­sung ein rein for­ma­ler Akt ist, der an der Be­schaf­fen­heit des Fahr­zeugs nichts än­dert. Ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Über­schrei­tung (hier: zwei Ta­ge) der Stand­zeit von ma­xi­mal zwölf Mo­na­ten ist un­schäd­lich.

OLG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 03.08.2021 – 5 U 84/20

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Kei­ne zeit­lich un­be­grenz­te Er­satz­lie­fe­rung ei­nes ak­tu­el­len Neu­wa­gens beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf – VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Ei­nem Fahr­zeug fehlt die Eig­nung für die ge­wöhn­li­che Ver­wen­dung i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB, wenn es bei Über­ga­be an den Käu­fer mit ei­ner – den Stick­oxid­aus­stoß auf dem Prüf­stand ge­gen­über dem nor­ma­len Fahr­be­trieb re­du­zie­ren­den – Ab­schalt­ein­rich­tung i. S. von Art. 3 Nr. 10 der Ve­ord­nung (EG) Nr. 715/2007 ver­se­hen ist, die ge­mäß Art. 5 II 1 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 715/2007 un­zu­läs­sig ist. Denn in ei­nem sol­chen Fall be­steht ei­ne (la­ten­te) Ge­fahr ei­ner Be­triebs­un­ter­sa­gung durch die für die Zu­las­sung zum Stra­ßen­ver­kehr zu­stän­di­ge Be­hör­de, so­dass der wei­te­re (un­ge­stör­te) Be­trieb des Fahr­zeugs im öf­fent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr nicht ge­währ­leis­tet ist (im An­schluss an Se­nat, Beschl. v. 08.01.2019 – VI­II ZR 225/17, NJW 2019, 1133).
  2. Die Lie­fe­rung ei­ner man­gel­frei­en Sa­che ge­mäß § 439 I Fall 2 BGB be­schränkt sich nicht zwangs­läu­fig auf ei­ne mit dem Kauf­ge­gen­stand (ab­ge­se­hen von der Man­gel­haf­tig­keit) iden­ti­sche Sa­che. Viel­mehr hängt die Mög­lich­keit ei­ner Er­satz­be­schaf­fung bei Un­mög­lich­keit der Lie­fe­rung ei­ner dem Kauf­ge­gen­stand voll­stän­dig ent­spre­chen­den (man­gel­frei­en) Sa­che im je­wei­li­gen Ein­zel­fall ent­schei­dend da­von ab, ob und wo­durch nach dem durch in­ter­es­sen­ge­rech­te Aus­le­gung zu er­mit­teln­den Wil­len der Par­tei­en (§§ 133, 157 BGB) bei Ver­trags­schluss ei­ne Nach­lie­fe­rung in Be­tracht kom­men soll­te (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 07.06.2006 – VI­II ZR 209/05, BGHZ 168, 64 Rn. 23; Urt. v. 11.12.2019 – VI­II ZR 361/18, BGHZ 224, 195 Rn. 41; Beschl. v. 08.01.2019 – VI­II ZR 225/17, NJW 2019, 1133 Rn. 30 ff.; vgl. auch BGH, Urt. v. 21.11.2017 – X ZR 111/16, NJW 2018, 789 Rn. 8). Ei­ne Er­satz­lie­fe­rung ist nach der – die bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen in den Blick neh­men­den – Vor­stel­lung der Par­tei­en da­her grund­sätz­lich be­reits dann mög­lich, wenn die Kauf­sa­che im Fal­le ih­rer Man­gel­haf­tig­keit durch ei­ne gleich­ar­ti­ge und – funk­tio­nell so­wie ver­trags­mä­ßig – gleich­wer­ti­ge er­setzt wer­den kann (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 07.06.2006 – VI­II ZR 209/05, BGHZ 168, 64 Rn. 23; Urt. v. 11.12.2019 – VI­II ZR 361/18, BGHZ 224, 195 Rn. 41; Beschl. v. 08.01.2019 – VI­II ZR 225/17, NJW 2019, 1133 Rn. 30 ff.; vgl. auch BGH, Urt. v. 21.11.2017 – X ZR 111/16, NJW 2018, 789 Rn. 8). Ent­schei­dend ist da­bei letzt­lich, ob und in wel­chem Um­fang der Ver­käu­fer – nach dem im je­wei­li­gen Fall zu er­mit­teln­den über­ein­stim­men­den Wil­len der Par­tei­en – bei Ver­trags­schluss ei­ne Be­schaf­fungs­pflicht für den Fall ei­ner Nach­er­fül­lung über­nom­men hat (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 17.10.2018 – VI­II ZR 212/17, BGHZ 220, 77 Rn. 20; Urt. v. 24.10.2018 – VI­II ZR 66/17, BGHZ 220, 134 Rn. 40; Urt. v. 11.12.2019 – VI­II ZR 361/18, BGHZ 224, 195 Rn. 41; Beschl. v. 08.01.2019 – VI­II ZR 225/17, NJW 2019, 1133 Rn. 30 ff.).
  3. Ist le­dig­lich ein Nach­fol­ge­mo­dell der er­wor­be­nen Sa­che (ins­be­son­de­re ei­nes Fahr­zeugs) lie­fer­bar, kann bei der ge­bo­te­nen nach bei­den Sei­ten in­ter­es­sen­ge­rech­ten Aus­le­gung die den Ver­käu­fer ei­nes Ver­brauchs­guts tref­fen­de Be­schaf­fungs­pflicht im Hin­blick dar­auf, dass der Ver­brau­cher ei­ne Nut­zungs­ent­schä­di­gung für die fort­lau­fend an Wert ver­lie­ren­de man­gel­haf­te Kauf­sa­che nicht zu zah­len hat, von vorn­her­ein nicht zeit­lich un­be­grenzt gel­ten. Ei­ne Aus­tausch­bar­keit von Kauf­ge­gen­stand und Er­satz­sa­che ist beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf – vor al­lem beim Kauf von Fahr­zeu­gen, die be­reits nach kur­zer Zeit ei­nen deut­li­chen Wert­ver­lust er­lei­den – grund­sätz­lich nur dann an­zu­neh­men, wenn der Ver­brau­cher sein Nach­lie­fe­rungs­be­geh­ren in­ner­halb ei­nes in der Län­ge der re­gel­mä­ßi­gen kauf­recht­li­chen Ver­jäh­rungs­frist von zwei Jah­ren (§ 438 I Nr. 3 BGB) an­ge­lehn­ten Zeit­raums – be­gin­nend ab dem für die Wil­lens­bil­dung maß­geb­li­chen Zeit­punkt des Kauf­ver­trags­ab­schlus­ses – gel­tend macht (Fort­ent­wick­lung von Se­nat, Beschl. v. 08.01.2019 – VI­II ZR 225/17, NJW 2019, 1133).

BGH, Ur­teil vom 21.07.2021 – VI­II ZR 254/20

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In­halt und Reich­wei­te des An­spruchs auf Er­satz­lie­fe­rung (§ 439 I Fall 2 BGB) beim Neu­wa­gen­kauf – VW-Ab­gas­skan­dal

Zum In­halt und zur Reich­wei­te ei­ner Be­schaf­fungs­pflicht des Ver­käu­fers beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf im Nach­er­fül­lungs­fall bei Ein­stel­lung der Pro­duk­ti­on der ur­sprüng­li­chen Kauf­sa­che und Markt­ein­füh­rung ei­nes Nach­fol­ge­mo­dells (hier: Neu­fahr­zeug – im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 21.07.2021 – VI­II ZR 254/20, zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHZ be­stimmt).

BGH, Ur­teil vom 21.07.2021 – VI­II ZR 275/19

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Kei­ne zeit­lich un­be­grenz­te Pflicht der Volks­wa­gen AG zur Er­satz­lie­fe­rung – VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Ei­ne Aus­tausch­bar­keit von Kauf­ge­gen­stand und Er­satz­sa­che (Nach­fol­ge­mo­dell ei­nes Kraft­fahr­zeugs) ist beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf grund­sätz­lich nur dann an­zu­neh­men, wenn der Ver­brau­cher sein Nach­lie­fe­rungs­be­geh­ren in­ner­halb ei­nes Zeit­raums von zwei Jah­ren ab Ab­schluss des Kauf­ver­trags gel­tend macht (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 21.07.2021 – VI­II ZR 254/20, zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHZ be­stimmt).
  2. Dies gilt auch dann, wenn der Ver­käu­fer zu­gleich Her­stel­ler der Kauf­sa­che ist und in Be­zug auf den Man­gel der Kauf­sa­che sit­ten­wid­rig ge­han­delt und die­sen arg­lis­tig ver­schwie­gen hat.

BGH, Ur­teil vom 21.07.2021 – VI­II ZR 357/20

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In­halt und Reich­wei­te des An­spruchs auf Er­satz­lie­fe­rung (§ 439 I Fall 2 BGB) ei­nes Neu­wa­gens – VW-Ab­gas­skan­dal

Zum In­halt und zur Reich­wei­te ei­ner Be­schaf­fungs­pflicht des Ver­käu­fers beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf im Nach­er­fül­lungs­fall bei Ein­stel­lung der Pro­duk­ti­on der ur­sprüng­li­chen Kauf­sa­che und Markt­ein­füh­rung ei­nes Nach­fol­ge­mo­dells (hier: Neu­fahr­zeug – im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 21.07.2021 – VI­II ZR 254/20, zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHZ be­stimmt).

BGH, Ur­teil vom 21.07.2021 – VI­II ZR 118/20

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An­spruch auf Rest­scha­dens­er­satz nach § 852 Satz 1 BGB im VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Der Käu­fer ei­nes vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Fahr­zeugs kann dann, wenn sein ge­gen den Fahr­zeug­her­stel­ler ge­rich­te­ter, auf §§ 826, 31 BGB ge­stütz­ter An­spruch auf Scha­dens­er­satz nach §§ 195, 199 I BGB ver­jährt ist, ge­mäß § 852 Satz 1 BGB ei­nen An­spruch auf Rest­scha­dens­er­satz ge­gen den Fahr­zeug­her­stel­ler ha­ben.
  2. Auf Kos­ten des Käu­fers „er­langt“ i. S. von § 852 Satz 1 BGB hat der Fahr­zeug­her­stel­ler nicht le­dig­lich den durch den Fahr­zeug­ver­kauf er­ziel­ten Ge­winn, son­dern den für das vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­ne Fahr­zeug ge­zahl­ten Kauf­preis, ge­ge­be­nen­falls ab­züg­lich der Ge­winn­mar­ge ei­nes zwi­schen­ge­schal­te­ten Ver­trags­händ­lers.
  3. Der An­spruch auf Rest­scha­dens­er­satz nach § 852 Satz 1 BGB kann zwar nicht hö­her sein als der dem Fahr­zeug­käu­fer ent­stan­de­ne, an sich nach §§ 826, 31 BGB zu er­set­zen­de Scha­den. Die An­wen­dung des § 852 Satz 1 BGB kann aber da­zu füh­ren, dass der Fahr­zeug­her­stel­ler nach Ein­tritt der Ver­jäh­rung des ur­sprüng­li­chen de­lik­ti­schen Scha­dens­er­satz­an­spruchs im Um­fang die­ses An­spruchs wei­ter haf­tet.

OLG Stutt­gart, Ur­teil vom 09.03.2021 – 10 U 339/20

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Zum An­spruch auf Rest­scha­dens­er­satz nach § 852 Satz 1 BGB im VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Die Volks­wa­gen AG schul­det dem Käu­fer ei­nes vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Fahr­zeugs, des­sen An­spruch auf Scha­dens­er­satz aus §§ 826, 31 BGB nach §§ 195, 199 I BGB ver­jährt ist, Rest­scha­dens­er­satz nach § 852 Satz 1 BGB. Des­sen An­wen­dungs­be­reich ist nicht te­leo­lo­gisch auf Fäl­le ei­nes be­son­de­ren Pro­zess­kos­ten­ri­si­kos we­gen un­ge­wis­ser In­for­ma­ti­ons­la­ge zu re­du­zie­ren.
  2. Je­den­falls dann, wenn der Kauf­ver­trag über das vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­ne Fahr­zeug un­mit­tel­bar mit der Volks­wa­gen AG ge­schlos­sen wur­de, hat die­se – wie es § 852 Satz 1 BGB ver­langt – durch ei­ne un­er­laub­te Hand­lung auf Kos­ten des Käu­fers et­was er­langt. Denn der Käu­fer hat als Ge­gen­leis­tung für den ge­zahl­ten Kauf­preis (Ver­mö­gens­ver­schie­bung) ein von ei­ner Be­triebs­be­schrän­kung oder -un­ter­sa­gung be­droh­tes Fahr­zeug und da­mit kei­ne äqui­va­len­te Ge­gen­leis­tung er­hal­ten. Ei­ner der­art un­mit­tel­ba­ren Ver­mö­gens­ver­schie­bung be­darf es für ei­nen Rest­scha­dens­er­satz­an­spruch nach § 852 Satz 1 BGB al­ler­dings gar nicht.
  3. So­bald ei­ne Ver­jäh­rungs­ein­re­de er­ho­ben wird, muss das ent­schei­den­de Ge­richt von sich aus prü­fen, ob ein An­spruch auf Rest­scha­dens­er­satz aus § 852 Satz 1 BGB ge­ge­ben ist (im An­schluss an BGH, Urt. v. 13.10.2015 – II ZR 281/14, NJW 2016, 1083 Rn. 31).

OLG Ol­den­burg, Ur­teil vom 02.03.2021 – 12 U 161/20

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„Schnel­le Auf­wärm­funk­ti­on“ als un­zu­läs­si­ge Ab­schalt­ein­rich­tung – Au­di SQ5

  1. Die in be­stimm­ten Au­di-Fahr­zeu­gen – hier: ei­nem Au­di SQ5 – zum Ein­satz kom­men­de „schnel­le Auf­wärm­funk­ti­on“, die auf ei­nen Be­trieb des je­wei­li­gen Fahr­zeugs auf ei­nem tech­ni­schen Prüf­stand zu­ge­schnit­ten und beim Be­trieb im rea­len Stra­ßen­ver­kehr nur in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len ak­tiv ist, ist ei­ne un­zu­läs­si­ge Ab­schalt­ein­rich­tung i. S. von Art. 3 Nr. 10, Art. 5 II 1 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 715/2007. Denn es kann nicht an­ge­nom­men wer­den, dass die „schnel­le Auf­wärm­funk­ti­on“ im rea­len Stra­ßen­ver­kehr ei­ne schad­stoff­min­dern­de Wir­kung ha­ben soll. Viel­mehr ist da­von aus­zu­ge­hen, dass sich ihr ei­gent­li­cher Sinn dar­in er­schöpft, wäh­rend ei­nes Emis­si­ons­tests auf ei­nem Prüf­stand für ei­nen nied­ri­gen Stick­oxid(NOX)-Aus­stoß zu sor­gen und vor­zu­täu­schen, die ent­spre­chen­den (nied­ri­gen) Wer­te wür­den auch im rea­len Stra­ßen­ver­kehr er­zielt.
  2. Die „schnel­le Auf­wärm­funk­ti­on“ kann als un­zu­läs­si­ge Ab­schalt­ein­rich­tung, über de­ren Vor­han­den­sein das Kraft­fahrt-Bun­des­amt als zu­stän­di­gen Typ­ge­neh­mi­gungs- und Markt­über­wa­chungs­be­hör­de (§ 2 I EG-FGV)ge­täuscht wur­de, ei­nen An­spruch des Fahr­zeug­käu­fers auf Scha­dens­er­satz un­ter dem Ge­sichts­punkt ei­ner sit­ten­wid­ri­gen vor­sätz­li­chen Schä­di­gung (§ 826 BGB) be­grün­den.
  3. Pro­zess­zin­sen (§ 291 BGB) sind dem Käu­fer in ei­nem sol­chen Fall nicht per se aus dem letzt­lich zu­er­kann­ten Be­trag zu­zu­spre­chen. Viel­mehr kann zu be­rück­sich­ti­gen sein, dass der An­spruch des Käu­fers auf Scha­dens­er­satz in Hö­he des Kauf­prei­ses bei Ein­tritt der Rechts­hän­gig­keit hö­her war als der ihm letzt­lich zu­er­kann­te Be­trag und sich durch die wei­te­re Nut­zung des Fahr­zeugs, die sich der Käu­fer als Vor­teil an­rech­nen las­sen muss, suk­zes­si­ve ver­min­dert hat (vgl. BGH, Urt. v. 30.07.2020 – VI ZR 397/19, ju­ris Rn. 38). Dem Zins­an­spruch ist dann der Mit­tel­wert aus dem zu­er­kann­ten Be­trag und dem Be­trag, den der Klä­ger am Tag nach Ein­tritt der Rechts­hän­gig­keit be­an­spru­chen konn­te, zu­grun­de zu le­gen.

OLG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 24.02.2021 – 4 U 257/19

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