1. Der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens muss zwar im Re­gel­fall nor­ma­len (na­tür­li­chen) Ver­schleiß, aber we­der ei­nen über­mä­ßi­gen Ver­schleiß oder ei­ne über­gro­ße Ver­schleiß­an­fäl­lig­keit noch ei­ne vor­zei­ti­ge Ma­te­ri­al­er­mü­dung hin­neh­men.
  2. Das Stoff­ver­deck ei­nes Ca­brio­lets ist ein Ver­schleiß­teil, des­sen Le­bens­dau­er von zehn bis fünf­zehn Jah­ren nicht zwin­gend der Le­bens­dau­er des Fahr­zeugs ent­spricht. Löst sich bei ei­nem elf Jah­re al­ten Fahr­zeug (hier: ei­nem Au­di A4 Ca­brio­let) die Heck­schei­be vom Stoff­ver­deck, kann des­halb da­hin­ste­hen, ob dies auf ei­nem Her­stel­lungs­feh­ler in Ge­stalt ei­ner feh­ler­haf­ten Ver­kle­bung von Heck­schei­be und Ver­deck be­ruht. Denn die­ser Feh­ler hät­te nicht zu ei­ner vor­zei­ti­gen Ab­lö­sung der Heck­schei­be ge­führt, son­dern sich erst nach­tei­lig aus­ge­wirkt, als das Stoff­ver­deck oh­ne­hin aus­ge­tauscht wer­den muss­te.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 21.12.2017 – I-5 U 55/17
(vor­an­ge­hend: LG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 03.03.2017 – 9 O 8/14)

Das Be­ru­fungs­ur­teil des OLG Düs­sel­dorf ist zu­sam­men mit dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil des LG Düs­sel­dorf hier ver­öf­fent­licht.

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