Loading [MathJax]/extensions/tex2jax.js

Navigation

Probleme beim Autokauf?

Kategorien

Archiv

Header (Autohaus)

Tag: un­fall­frei

Arg­lis­ti­ge Täu­schung durch Ba­ga­tel­li­sie­rung ei­nes To­tal­scha­dens

  1. Der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens muss dem Käu­fer ei­nen ihm be­kann­ten frü­he­ren Un­fall des Fahr­zeugs grund­sätz­lich auch un­ge­fragt of­fen­ba­ren, wenn er sich nicht dem Vor­wurf des arg­lis­ti­gen Ver­schwei­gens aus­set­zen will. Ei­ne Of­fen­ba­rungs­pflicht trifft ins­be­son­de­re den Ver­käu­fer, der das Fahr­zeug selbst re­pa­riert hat oder hat re­pa­rie­ren las­sen und da­her un­mit­tel­ba­re Kennt­nis vom Um­fang des Un­fall­scha­dens hat.
  2. Die Auf­klä­rungs­pflicht geht so weit, dass durch An­ga­ben über Vor­schä­den kein fal­scher Ein­druck über den Um­fang des Scha­dens ent­ste­hen darf. Der blo­ße Hin­weis, das Fahr­zeug ha­be vor­ne links ei­nen Scha­den ge­habt, der re­pa­riert wor­den sei, reicht da­her nicht aus, wenn es sich bei dem Scha­den um ei­nen To­tal­scha­den han­delt. Denn durch die­sen – den To­tal­scha­den ver­harm­lo­sen­den – Hin­weis wird der Ein­druck er­weckt, das Fahr­zeug ha­be nur ei­nen ge­ring­fü­gi­gen Scha­den er­lit­ten.

LG It­ze­hoe, Ur­teil vom 17.01.2025 – 3 O 163/24

Mehr le­sen »

Er­satz von Stand­kos­ten bei An­nah­me­ver­zug des Ver­käu­fers nach Rück­tritt des Käu­fers vom Kauf­ver­trag

  1. Ist der Käu­fer ei­nes Kraft­fahr­zeugs wirk­sam vom Kauf­ver­trag zu­rück­ge­tre­ten und be­fin­det sich der Ver­käu­fer mit der Rück­nah­me des Fahr­zeugs in An­nah­me­ver­zug, so kann der Käu­fer vom Ver­käu­fer ge­mäß § 304 BGB (auch) den Er­satz der Stand­kos­ten ver­lan­gen, die er für das Fahr­zeug auf­wen­den muss­te (vgl. BGH, Urt. v. 17.11.2023 – V ZR 192/22 Rn. 41).
  2. Lie­gen kei­ne be­son­de­ren Um­stän­de vor, kann der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens im Sin­ne des § 434 I 2 Nr. 2 BGB a.F. er­war­ten, dass das Fahr­zeug kei­nen Un­fall er­lit­ten hat, bei dem mehr als Ba­ga­tell­schä­den ent­stan­den sind. Ba­ga­tell­schä­den sind bei Per­so­nen­kraft­wa­gen nur ganz ge­ring­fü­gi­ge äu­ße­re (Lack-)Schä­den, nicht aber sons­ti­ge (Blech-)Schä­den, auch wenn sie kei­ne wei­ter­ge­hen­den Fol­gen hat­ten und der Re­pa­ra­tur­auf­wand ge­ring war. Un­er­heb­lich ist, ob das Fahr­zeug nach dem Un­fall fach­ge­recht re­pa­riert wur­de. (im An­schluss an BGH, Urt. v. 12.03.2008 – VI­II ZR 253/05 Rn. 18 m. w. N.).

LG Lü­beck, Ur­teil vom 13.12.2024 – 10 O 212/23

Mehr le­sen »

Kei­ne arg­lis­ti­ge Täu­schung durch Ver­schwei­gen ei­nes un­be­kann­ten Man­gels

  1. Ei­ne Arg­lis­t­haf­tung des Ver­käu­fers we­gen ei­ner Täu­schung durch Ver­schwei­gen ei­nes of­fen­ba­rungs­pflich­ti­gen Man­gels setzt vor­aus, dass Ver­käu­fer den Man­gel kann­te oder zu­min­dest für mög­lich hielt und bil­li­gend in Kauf nahm, dass Käu­fer den Man­gel nicht kann­te kann­te und bei Of­fen­ba­rung des Man­gels den Kauf­ver­trag nicht oder nicht mit dem ver­ein­bar­ten In­halt ge­schlos­sen hät­te. Das Tat­be­stands­merk­mal der Arg­list er­fasst da­mit nicht nur ein von be­trü­ge­ri­scher Ab­sicht ge­tra­ge­nes Ver­hal­ten des Ver­käu­fers, son­dern auch sol­che Ver­hal­tens­wei­sen, die auf be­ding­ten Vor­satz im Sin­ne ei­nes „Für­mög­lich­hal­tens“ und „In­kauf­neh­mens“ re­du­ziert sind und mit de­nen kein mo­ra­li­sches Un­wert­ur­teil ver­bun­den sein muss.
  2. Ei­nen Ge­braucht­wa­gen­händ­ler trifft kei­ne ge­ne­rel­le, an­las­s­un­ab­hän­gi­ge Ob­lie­gen­heit, ein Fahr­zeug vor dem Ver­kauf um­fas­send zu un­ter­su­chen. Zu ei­ner Über­prü­fung des Fahr­zeugs kann er viel­mehr nur auf­grund be­son­de­rer Um­stän­de, die für ihn ei­nen kon­kre­ten Ver­dacht auf Män­gel be­grün­den, ge­hal­ten sein, et­wa dann, wenn er die Vor­schä­di­gung ei­nes zu ver­äu­ßern­den Fahr­zeugs kennt. Ab­ge­se­hen von die­sen Fäl­len ist der Händ­ler grund­sätz­lich nur zu ei­ner fach­män­ni­schen äu­ße­ren Be­sich­ti­gung („Sicht­prü­fung“) ver­pflich­tet (im An­schluss an BGH, Urt. v. 15.04.2015 – VI­II ZR 80/14, ju­ris Rn. 14 m. w. Nachw.; st. Rspr.).
  3. Es ist völ­lig le­bens­fremd an­zu­neh­men, dass ein ge­werb­li­cher Ge­braucht­wa­gen­händ­ler den Ki­lo­me­ter­stand ei­nes Fahr­zeugs so ma­ni­pu­liert, dass er ei­ne um 500 km ge­rin­ge­re Lauf­leis­tung als die tat­säch­li­che Lauf­leis­tung an­zeigt. Denn ei­ne der­art ge­ring­fü­gi­ge Ab­wei­chung wirkt sich nicht auf den Ver­kaufs­preis aus.

LG It­ze­hoe, Ur­teil vom 17.04.2024 – 10 O 68/22

Mehr le­sen »

Kei­ne Arg­list bei An­ga­ben zur Un­fall­frei­heit nur für die ei­ge­ne Be­sitz­zeit ei­nes Ge­braucht­wa­gens

Er­klärt der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens, das Fahr­zeug ha­be wäh­rend sei­ner Be­sitz­zeit kei­nen Un­fall­scha­den er­lit­ten, oh­ne zu­gleich dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er das Fahr­zeug erst we­ni­ge Ta­ge vor der Ver­äu­ße­rung er­wor­ben und le­dig­lich im Rah­men ei­ner Pro­be­fahrt ge­nutzt hat, so liegt dar­in kei­ne – den Vor­wurf ei­ner Arg­list recht­fer­ti­gen­de – Er­klä­rung „ins Blaue hin­ein“. Durch die Be­zug­nah­me auf sei­ne Be­sitz­zeit gibt der Ver­käu­fer viel­mehr klar zu er­ken­nen, dass er nur für die­sen Zeit­raum An­ga­ben zur Un­fall­frei­heit des Fahr­zeugs ma­chen will.

BGH, Ur­teil vom 19.07.2023 – VI­II ZR 201/22

Mehr le­sen »

Er­heb­li­cher Un­fall­scha­den ei­nes Ge­braucht­wa­gens als Sach­man­gel

  1. Der Käu­fer ei­nes ge­brauch­ten Kraft­fahr­zeugs kann, wenn kei­ne be­son­de­ren Um­stän­de vor­lie­gen, i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB a.F. er­war­ten, dass das Fahr­zeug kei­nen Un­fall er­lit­ten hat, bei dem es zu mehr als „Ba­ga­tell­schä­den“ ge­kom­men ist (im An­schluss an BGH, Urt. v. 10.10.2007 – VI­II ZR 330/06, NJW 2008, 53 Rn. 20).
  2. Ei­nen Ge­braucht­wa­gen­händ­ler trifft kei­ne ge­ne­rel­le, an­las­s­un­ab­hän­gi­ge Ob­lie­gen­heit, ein Fahr­zeug vor dem Ver­kauf um­fas­send zu un­ter­su­chen; zu ei­ner Über­prü­fung des Fahr­zeugs kann er viel­mehr nur auf­grund be­son­de­rer Um­stän­de, die für ihn ei­nen kon­kre­ten Ver­dacht auf Män­gel be­grün­den, ge­hal­ten sein (im An­schluss an BGH, Urt. v. 15.04.2015 – VI­II ZR 80/14, NJW 2015, 1669 Rn. 14 m. w. Nachw.). Sol­che Um­stän­de lie­gen vor, wenn ein Ge­braucht­wa­gen­händ­ler beim An­kauf ei­nes Fahr­zeugs un­spe­zi­fisch über ei­nen „re­pa­rier­ten Front­scha­den“ in­for­miert wird, be­züg­lich des­sen Re­pa­ra­tur­rech­nun­gen nicht vor­ge­legt wer­den kön­nen, und wenn bei ei­ner blo­ßen fach­män­ni­schen Sicht­prü­fung Nachla­ckie­run­gen an der Front, an der Sei­te und am Heck des Fahr­zeugs so­wie Glas­split­ter und Blut­sprit­zer im Fahr­zeu­gin­ne­ren er­kenn­bar sind.

OLG Naum­burg, Ur­teil vom 30.05.2022 – 2 U 195/19
(vor­an­ge­hend: BGH, Be­schluss vom 08.09.2021 – VI­II ZR 258/20)

Mehr le­sen »

Be­rich­ti­gung ei­ner öf­fent­li­chen Äu­ße­rung über die Kauf­sa­che – Old­ti­mer

  1. Ei­ne in ei­nem „mobile.​de“-In­se­rat ent­hal­te­ne – un­zu­tref­fen­de – öf­fent­li­che Äu­ße­rung über be­stimm­te Ei­gen­schaf­ten des zum Kauf an­ge­bo­te­nen Fahr­zeugs (hier: „un­fall­frei“) wird nicht i. S. von § 434 I 3 BGB a.F. (jetzt: § 434 III 3 BGB) „in gleich­wer­ti­ger Wei­se be­rich­tigt“, wenn der Ver­käu­fer die ent­spre­chen­de An­ga­be schlicht kom­men­tar­los löscht. Ei­ne Be­rich­ti­gung „in gleich­wer­ti­ge Wei­se“ er­for­dert viel­mehr dar­über hin­aus ei­nen aus­drück­li­chen Hin­weis auf den vor­he­ri­gen Irr­tum. Dar­an fehlt es, wenn der Ver­käu­fer ei­nem Kauf­in­ter­es­sen­ten le­dig­lich er­klärt, es ge­be „kei­ne do­ku­men­tier­te Fahr­zeug­his­to­rie“, so­dass er zur Exis­tenz von „Schä­den“ man­gels Kennt­nis „nichts sa­gen“ kön­ne.
  2. Die beim Ver­kauf ei­nes Old­ti­mers ab­ge­ge­be­ne Er­klä­rung, es feh­le ei­ne do­ku­men­tier­te Fahr­zeug­his­to­rie, hat kei­nen ge­si­cher­ten und all­ge­mein an­er­kann­ten Be­deu­tungs­ge­halt; was da­mit ge­meint ist, hängt viel­mehr von den Um­stän­den des Ein­zel­falls ab.
  3. Ei­ne in ei­nem Kauf­ver­trags­for­mu­lar ent­hal­te­ne vor­ge­druck­te Klau­sel, wo­nach die Haf­tung des Ver­käu­fers für Män­gel der Kauf­sa­che aus­ge­schlos­sen ist (Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss), ist nicht schon des­halb als i. S. von § 305 I 3 BGB, im Ein­zel­nen aus­ge­han­delt an­zu­se­hen, weil das Ver­trags­for­mu­lar – teils auch vom Käu­fer an­ge­brach­te – hand­schrift­li­che Än­de­run­gen und Zu­sät­ze ent­hält.
  4. Die vor­aus­sicht­li­che Ge­samt­lauf­leis­tung („Le­bens­er­war­tung“), nach der sich ei­ne vom Käu­fer zu zah­len­de Nut­zungs­ent­schä­di­gung be­misst, ist bei ei­nem Old­ti­mer in der Re­gel mit 200.000 km an­zu­set­zen.
  5. Der Tat­be­stand des Erst­ur­teils lie­fert nach § 314 ZPO den Be­weis für das münd­li­che Vor­brin­gen ei­ner Par­tei im erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren. Die­se Be­weis­wir­kung er­streckt sich auch dar­auf, ob ei­ne be­stimm­te Be­haup­tung be­strit­ten ist oder nicht. Da­her ist ei­ne im Tat­be­stand des Erst­ur­teils als un­strei­tig dar­ge­stell­te Tat­sa­che selbst dann als un­strei­tig und für das Be­ru­fungs­ge­richt bin­dend an­zu­se­hen, wenn tat­säch­lich in ers­ter In­stanz um­strit­ten war, der Tat­be­stand des Erst­ur­teils aber nicht be­rich­tigt wor­den ist.

OLG Braun­schweig, Ur­teil vom 19.05.2022 – 9 U 12/21

Mehr le­sen »

Ver­let­zung des An­spruchs auf recht­li­ches Ge­hör durch Nicht­be­rück­sich­ti­gung ei­nes er­heb­li­chen Be­weis­an­ge­bots

Ein Be­ru­fungs­ge­richt ver­letzt den An­spruch ei­nes Kraft­fahr­zeug­händ­lers auf recht­li­ches Ge­hör (Art. 103 I GG), wenn es zu Un­recht an­nimmt, der Händ­ler ha­be sein – un­ter Be­weis ge­stell­tes – erst­in­stanz­li­ches Vor­brin­gen, ei­ner sei­ner Mit­ar­bei­ter ha­be den Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens vor Ab­schluss des Kauf­ver­trags aus­drück­lich auf ei­nen er­heb­li­chen Un­fall­scha­den des Fahr­zeugs hin­ge­wie­sen, in zwei­ter In­stanz „fal­len ge­las­sen“, und des­halb ge­hör­s­wid­rig den von dem Händ­ler dies­be­züg­lich an­ge­bo­te­nen Be­weis auf Ver­neh­mung sei­nes Mit­ar­bei­ters nicht er­hebt.

BGH, Be­schluss vom 08.09.2021 – VI­II ZR 258/20
(nach­fol­gend: OLG Naum­burg, Ur­teil vom 30.05.2022 – 2 U 195/19)

Mehr le­sen »

Arg­lis­ti­ge Täu­schung durch Be­haup­tung der Un­fall­frei­heit „ins Blaue hin­ein“

Der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens han­delt schon dann arg­lis­tig, wenn er ge­gen­über dem Käu­fer oh­ne tat­säch­li­che Grund­la­ge – „ins Blaue hin­ein“ – An­ga­ben zur Be­schaf­fen­heit des Fahr­zeugs (hier: zur Un­fall­frei­heit) macht und dem Käu­fer da­bei den Ein­druck ver­mit­telt, dies ge­sche­he auf der Grund­la­ge ver­läss­li­cher Kennt­nis. Das arg­lis­ti­ge Ver­hal­ten liegt in ei­nem sol­chen Fall dar­in, dass dem Ver­käu­fer – was ihm be­wusst ist – jeg­li­che er­for­der­li­che Kennt­nis fehlt und er dies dem Käu­fer ver­schweigt. Der Ver­käu­fer weiß mit an­de­ren Wor­ten zwar nicht, ob die von ihm be­haup­te­te Tat­sa­che (hier: „un­fall­frei“) der Wahr­heit ent­spricht; er äu­ßert sich aber, ob­wohl er sei­ne Un­wis­sen­heit kennt, und gibt so zu­min­dest kon­klu­dent vor, et­was Sub­stan­zi­el­les sa­gen zu kön­nen.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 21.10.2020 – 2 U 36/20

Mehr le­sen »

Lie­fe­rung ei­nes Vor­führ­wa­gens mit Trans­port­scha­den

  1. Ein Käu­fer ver­hält sich treu­wid­rig, wenn er dem Ver­käu­fer ei­ne Frist zur Nach­er­fül­lung setzt und noch vor de­ren Ab­lauf – und (hier) trotz er­klär­ter Be­reit­schaft des Ver­käu­fers zur Nach­er­fül­lung – den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag er­klärt. Das gilt auch dann, wenn der Käu­fer dem Ver­käu­fer we­gen ei­nes arg­lis­ti­gen Ver­hal­tens des Ver­käu­fers kei­ne Frist zur Nach­er­fül­lung hät­te setz­ten müs­sen (§ 323 II Nr. 3 BGB). Denn mit dem Nach­bes­se­rungs­ver­lan­gen hat der Käu­fer zu er­ken­nen ge­ge­ben, dass er trotz des arg­lis­ti­gen Ver­hal­tens des Ver­käu­fers Ver­trau­en in des­sen Be­reit­schaft zur ord­nungs­ge­mä­ßen Nach­er­fül­lung hat (vgl. BGH, Urt. v. 12.03.2010 – V ZR 147/09, NJW 2010, 1805 Rn. 10).
  2. Die in der Lie­fe­rung ei­nes man­gel­haf­ten – hier: ei­nen Trans­port­scha­den auf­wei­sen­den – Kraft­fahr­zeugs lie­gen­de Pflicht­ver­let­zung des Ver­käu­fers ist nicht schon des­halb er­heb­lich, weil der – hier in der Ei­gen­schaft des Fahr­zeugs als Un­fall­wa­gen lie­gen­de – Man­gel nicht be­sei­tigt wer­den kann (im An­schluss an BGH, Urt. v. 12.03.2008 – VI­II ZR 253/05, NJW 2008, 1517 Rn. 22).
  3. Der Man­gel, ein Un­fall­wa­gen zu sein, wirkt sich bei ei­nem fach­män­nisch re­pa­rier­ten Fahr­zeug al­lein in ei­nem mer­kan­ti­len Min­der­wert aus (eben­so OLG Bran­den­burg, Urt. v. 01.11.2018 – 6 U 32/16, BeckRS 2018, 38734 Rn. 31). Ein sol­cher Man­gel ist i. S. von § 323 V 2 BGB ge­ring­fü­gig, wenn der mer­kan­ti­le Min­der­wert nur et­was mehr als zwei Pro­zent des Kauf­prei­ses be­trägt.

OLG Schles­wig, Ur­teil vom 20.10.2020 – 7 U 251/19

Mehr le­sen »

Ne­ga­ti­ve Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf – „mög­li­cher­wei­se man­gel­haft“

  1. Bei ei­nem Ver­brauchs­gü­ter­kauf (§ 474 I BGB) ist ge­mäß § 475 I BGB je­de Ver­ein­ba­rung un­ab­hän­gig von ih­rer Trans­pa­renz un­wirk­sam, die un­mit­tel­bar oder mit­tel­bar be­wirkt, dass der Käu­fer das Ri­si­ko trägt, dass die Kauf­sa­che an ei­nem ver­bor­ge­nen Man­gel lei­det. Un­wirk­sam ist des­halb ins­be­son­de­re ei­ne (ne­ga­ti­ve) Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB) des In­halts, dass die ver­kauf­te Sa­che „mög­li­cher­wei­se man­gel­haft“ ist.
  2. Die Pflicht­ver­let­zung des Ver­käu­fers, die in der Lie­fe­rung ei­nes Ge­braucht­wa­gens mit dem un­be­heb­ba­ren Man­gel der Ei­gen­schaft als Un­fall­wa­gen liegt, ist i. S. von § 323 V 2 BGB un­er­heb­lich und recht­fer­tigt des­halb kei­nen Rück­tritt des Käu­fers vom Kauf­ver­trag, wenn sich der Man­gel al­lein in ei­nem mer­kan­ti­len Min­der­wert des Fahr­zeugs aus­wirkt und die­ser nicht mehr als fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses be­trägt (vgl. BGH, Urt. v. 12.03.2008 – VI­II ZR 253/05, ju­ris Rn. 22).
  3. Den Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens trifft zwar oh­ne Vor­lie­gen be­son­de­rer An­halts­punk­te für ei­nen Un­fall­scha­den nicht die Ob­lie­gen­heit, ein zum Kauf an­ge­bo­te­nes Fahr­zeug auf Un­fall­schä­den zu un­ter­su­chen. Sieht der Ver­käu­fer aber von ei­ner Un­ter­su­chung des Fahr­zeugs ab, muss er die Be­grenzt­heit sei­nes Kennt­nis­stands deut­lich ma­chen, wenn er die Un­fall­frei­heit in ei­ner Wei­se be­haup­tet, die dem Käu­fer den Ein­druck ver­mit­teln kann, dies ge­sche­he auf der Grund­la­ge ver­läss­li­cher Kennt­nis (im An­schluss an BGH, Urt. v. 07.06.2006 – VI­II ZR 209/05, BGHZ 168, 64 Rn. 15).

OLG Ros­tock, Ur­teil vom 28.08.2020 – 4 U 1/19

Mehr le­sen »