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Tag: Tu­ning

Leis­tungs­stei­ge­rung mit­tels Tu­ningbox als un­be­heb­ba­rer Sach­man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens

  1. Ein Ge­braucht­wa­gen, bei dem ei­ne – hier mit­tels ei­ner Tu­ningbox vor­ge­nom­me­ne – Leis­tungs­stei­ge­rung (Tu­ning) zu ei­ner Ver­schlech­te­rung des Ab­gas- oder Ge­räusch­ver­hal­tens ge­führt hat und des­sen Be­triebs­er­laub­nis des­halb ge­mäß § 19 II 2 Nr. 3 StV­ZO er­lo­schen ist, lei­det an ei­nem Sach­man­gel i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB. Denn ein ge­brauch­ter Pkw eig­net sich grund­sätz­lich nur dann für die ge­wöhn­li­che Ver­wen­dung im Sin­ne die­ser Vor­schrift, wenn er kei­ne tech­ni­schen Män­gel auf­weist, die sei­ne Zu­las­sung zum Stra­ßen­ver­kehr hin­dern oder an­sons­ten sei­ne Ge­brauchs­fä­hig­keit auf­he­ben oder be­ein­träch­ti­gen (im An­schluss an BGH, Urt. v. 10.10.2007 – VI­II ZR 330/06, NJW 2008, 53 Rn. 18; Urt. v. 10.03.2009 – VI­II ZR 34/08, NJW 2009, 1588 Rn. 12).
  2. Ei­nes Ge­braucht­wa­gen, des­sen Mo­tor ei­ner Leis­tungs­stei­ge­rung (Tu­ning) un­ter­zo­gen wur­de, kann un­ab­hän­gig da­von auch des­halb i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB man­gel­haft sein, weil der be­grün­de­te Ver­dacht be­steht, dass es stär­ker ver­schlis­sen ist als ein ver­gleich­ba­res Fahr­zeug, das nicht mit ei­ner Leis­tungs­stei­ge­rung be­trie­ben wur­de (im An­schluss an OLG Hamm, Urt. v. 09.02.2012 – I-28 U 186/10, MDR 2012, 761).
  3. Die Nach­bes­se­rung (§ 439 I Fall 1 BGB) ei­nes – man­gel­haf­ten – Fahr­zeugs, des­sen Mo­tor ei­ner Leis­tungs­stei­ge­rung (Tu­ning) un­ter­zo­gen und das in der Ver­gan­gen­heit mit den ent­spre­chen­den Ver­än­de­run­gen be­trie­ben wur­de, ist dann un­mög­lich i. S. von § 275 I BGB, wenn der Ver­käu­fer den Ver­dacht, dass das Fahr­zeug in­fol­ge des Tu­nings über­mä­ßig ver­schlis­sen ist, nicht aus­räu­men kann. In ei­nem sol­chen Fall reicht es nicht aus, die Leis­tungs­stei­ge­rung (hier: durch Aus­bau der Tu­ningbox) rück­gän­gig zu ma­chen und ge­ge­be­nen­falls die Er­tei­lung ei­ner neu­en Be­triebs­er­laub­nis her­bei­zu­füh­ren.

LG Tü­bin­gen, Ur­teil vom 27.09.2019 – 3 O 195/17

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(Be­triebs-)Sitz des Kfz-Ver­käu­fers als Er­fül­lungs­ort der Nach­er­fül­lung – taug­li­ches Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gen

  1. Ein taug­li­ches Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gen darf sich nicht auf ei­ne ei­ne münd­li­che oder schrift­li­che Auf­for­de­rung zur Nach­er­fül­lung be­schrän­ken, son­dern muss die Be­reit­schaft des Käu­fers um­fas­sen, dem Ver­käu­fer die Kauf­sa­che (hier: ei­nen Ge­braucht­wa­gen) am Er­fül­lungs­ort der Nach­er­fül­lung zur Ver­fü­gung zu stel­len, da­mit der Ver­käu­fer ins­be­son­de­re prü­fen kann, ob der be­haup­te­te Man­gel be­steht und ob er ge­ge­be­nen­falls be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor­ge­le­gen hat. Der Ver­käu­fer ist grund­sätz­lich nicht ver­pflich­tet, sich auf ein Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gen des Käu­fers ein­zu­las­sen, be­vor die­ser ihm Ge­le­gen­heit zu ei­ner ent­spre­chen­den Un­ter­su­chung der Kauf­sa­che ge­ge­ben hat.
  2. Für die Be­stim­mung des Er­fül­lungs­orts der Nach­er­fül­lung gilt im Kauf­recht man­gels ei­ner spe­zi­el­len Re­ge­lung die all­ge­mei­ne Vor­schrift des § 269 I, II BGB. Da­nach ist der Er­fül­lungs­ort der Nach­er­fül­lung bei ei­nem Au­to­kauf, wenn die Par­tei­en nichts Ab­wei­chen­des ver­ein­bart ha­ben und das an­geb­lich man­gel­haf­te Fahr­zeug oh­ne Schwie­rig­kei­ten trans­por­tiert wer­den kann, re­gel­mä­ßig am Be­triebs­sitz des Händ­lers an­zu­sie­deln, weil die­ser dort auf sei­ne ma­te­ri­el­len und per­so­nel­len Res­sour­cen zu­rück­grei­fen und sie sinn­voll nut­zen kann.

LG Ber­lin, Ur­teil vom 08.03.2018 – 10 O 248/15

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Chip­tu­ning als Sach­man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens

Heißt es im Kauf­ver­trag über ei­nen Ge­braucht­wa­gen „Chip­tu­ning wird vom Käu­fer ge­löscht, da il­le­gal“, so ha­ben die Ver­trags­par­tei­en ei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB) des In­halts ge­trof­fen, dass der Käu­fer ein (noch) chip­ge­tun­tes Fahr­zeug er­hält. Die­se Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung ist auch dann wirk­sam, wenn der Ver­käu­fer den Käu­fer nur dar­auf hin­weist, dass es beim Be­trieb des ge­tun­ten Fahr­zeugs zu ei­nem Mo­tor­scha­den kom­men kann, und ihn nicht zu­gleich über die ge­naue Art des Tu­nings und des­sen zu­las­sungs- und ver­si­che­rungs­recht­li­chen Fol­gen auf­klärt.

OLG Ko­blenz, Be­schluss vom 24.02.2016 – 10 U 490/15

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Auf­klä­rungs­pflicht über Tu­ning (OBD) bei ei­nem Ge­braucht­wa­gen

  1. Der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens muss den Käu­fer über Ver­än­de­run­gen, die an dem Fahr­zeug vor­ge­nom­men wur­den, je­den­falls dann von sich aus auf­klä­ren, wenn auf­grund der Ver­än­de­run­gen das Ri­si­ko be­steht, dass Ga­ran­tie­leis­tun­gen des Fahr­zeug­her­stel­lers nicht mehr (pro­blem­los) in An­spruch ge­nom­men wer­den kön­nen.
  2. Über Ver­än­de­run­gen, die an der Soft­ware des Mo­tor­steu­er­ge­räts vor­ge­nom­men wur­den, muss ein Ge­braucht­wa­gen­ver­käu­fer je­den­falls dann un­ge­fragt auf­klä­ren, wenn durch die Ver­än­de­run­gen die Leis­tung des Mo­tors ge­stei­gert wur­de und nicht et­wa le­dig­lich die Mo­tor­steue­rung op­ti­miert wur­de, um Kraft­stoff zu spa­ren. Denn mit ei­ner Leis­tungs­stei­ge­rung des Mo­tors geht das Ri­si­ko ei­nes hö­he­ren Ver­schlei­ßes des Mo­tors und an­de­rer Bau­tei­le (z. B. Ge­trie­be, An­triebs­strang) ein­her.
  3. Nach den Ga­ran­tie­be­din­gun­gen deut­scher Kfz-Her­stel­ler sind Ga­ran­tie­leis­tun­gen üb­li­cher­wei­se in­so­weit aus­ge­schlos­sen, als ein Man­gel da­durch ent­stan­den ist, dass das Fahr­zeug in ei­ner vom Her­stel­ler „nicht ge­neh­mig­ten Wei­se ver­än­dert wor­den ist (z. B. Tu­ning)“. Der (of­fe­ne) Be­griff „Tu­ning“ um­fasst nicht nur Maß­nah­men zur Leis­tungs­stei­ge­rung des Mo­tors, son­dern grund­sätz­lich auch zur Op­ti­mie­rung der Mo­tor­steue­rung vor­ge­nom­me­ne Än­de­run­gen an der Soft­ware des Mo­tor­steu­er­ge­räts.

OLG Köln, Ur­teil vom 11.11.2015 – 16 U 23/15

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Chip­tu­ning bei ei­nem Lea­sing­fahr­zeug

Ei­ne her­stel­ler­frem­de Leis­tungs­stei­ge­rung durch Chip­tu­ning führt auch dann zu ei­ner über­mä­ßi­gen, nicht ver­trags­ge­mä­ßen Ab­nut­zung ei­nes Lea­sing­fahr­zeugs, wenn das Fahr­zeug nur vor­über­ge­hend mit ei­nem leis­tungs­ge­stei­ger­ten Mo­tor be­trie­ben und die Leis­tungs­stei­ge­rung vor der Rück­ga­be des Fahr­zeugs wie­der auf­ge­ho­ben wird. Denn mit her­stel­ler­frem­den Ein­grif­fen in die Mo­tor­elek­tro­nik ist die Ge­fahr ei­nes über­mä­ßi­gen und vor­zei­ti­gen Ver­schlei­ßes der An­triebs­ein­heit ver­bun­den. Ein po­ten­zi­el­ler Er­wer­ber des Fahr­zeugs wird des­halb, wenn er Kennt­nis von ei­ner auch nur zeit­wei­li­gen Leis­tungs­stei­ge­rung hat, nur ei­nen ge­rin­ge­ren Kauf­preis zu zah­len be­reit sein oder auf­grund der un­si­che­ren tech­ni­schen Aus­wir­kun­gen des Chip­tu­ning von ei­nem Er­werb ganz Ab­stand neh­men.

OLG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 04.12.2014 – 12 U 137/13

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