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Tag: Old­ti­mer

Kei­ne An­fech­tung der Über­ga­be der Kauf­sa­che we­gen arg­lis­ti­ger Täu­schung

  1. Die Über­ga­be der Kauf­sa­che ist als Re­alakt nicht an­fecht­bar.
  2. Nimmt der Käu­fer den Ver­käu­fer kla­ge­wei­se nicht nur auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses, son­dern – ge­stützt auf § 823 I BGB i. V. mit § 263 I StGB oder § 826 BGB – auch auf Er­satz vor­ge­richt­lich auf­ge­wen­de­ter Sach­ver­stän­di­gen­kos­ten in An­spruch, so han­delt es sich in­so­weit nicht um ei­ne streit­wert­neu­tra­le Ne­ben­for­de­rung i. S. von § 4 I Halb­satz 2 ZPO, § 43 I GKG.

OLG Ros­tock, Ur­teil vom 21.05.2024 – 7 U 92/22

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Rück­ab­wick­lung ei­nes Old­ti­mer-Kauf­ver­trags nach UN-Kauf­recht (CISG) – matching num­bers

  1. An­ga­ben ei­nes Fahr­zeug­ver­käu­fers in ei­nem In­se­rat zu ei­ner den Wert ei­nes Fahr­zeugs maß­geb­lich be­stim­men­den Ei­gen­schaft (hier: „matching num­bers“) füh­ren grund­sätz­lich zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. des § 35 I CISG.
  2. Die pau­scha­le Re­ge­lung in ei­nem Kfz-Kauf­ver­trag, dass al­le An­ga­ben zum Fahr­zeug als blo­ße Be­schrei­bung zu ver­ste­hen sind und kei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung be­grün­den, ist nicht ge­eig­net, der Zu­si­che­rung, das Fahr­zeug wei­se ei­ne be­stimm­te Be­schaf­fen­heit auf (hier: „matching num­bers“), die Qua­li­fi­ka­ti­on als Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung zu neh­men.
  3. Ein (vor­for­mu­lier­ter) Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss gilt nicht für ei­ne we­sent­li­che Ver­trags­ver­let­zung i. S. von § 25 I CISG, die dar­in be­steht, dass ei­nem Fahr­zeug ei­ne Ei­gen­schaft fehlt, de­ren Vor­han­den­sein der Ver­käu­fer vor­be­halt­los zu­ge­si­chert hat. Dies gilt um­so mehr, als dem Käu­fer nicht ein­mal ein mi­ni­ma­ler Rechts­schutz (mi­ni­mum ade­qua­te reme­dy) ver­blie­be, wenn der Ver­käu­fer trotz sei­ner Be­schaf­fen­heits­zu­sa­ge ei­nen (völ­li­ge) Haf­tungs­aus­schluss be­ru­fen könn­te.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 25.10.2023 – 7 U 1224/21

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Be­rich­ti­gung ei­ner öf­fent­li­chen Äu­ße­rung über die Kauf­sa­che – Old­ti­mer

  1. Ei­ne in ei­nem „mobile.​de“-In­se­rat ent­hal­te­ne – un­zu­tref­fen­de – öf­fent­li­che Äu­ße­rung über be­stimm­te Ei­gen­schaf­ten des zum Kauf an­ge­bo­te­nen Fahr­zeugs (hier: „un­fall­frei“) wird nicht i. S. von § 434 I 3 BGB a.F. (jetzt: § 434 III 3 BGB) „in gleich­wer­ti­ger Wei­se be­rich­tigt“, wenn der Ver­käu­fer die ent­spre­chen­de An­ga­be schlicht kom­men­tar­los löscht. Ei­ne Be­rich­ti­gung „in gleich­wer­ti­ge Wei­se“ er­for­dert viel­mehr dar­über hin­aus ei­nen aus­drück­li­chen Hin­weis auf den vor­he­ri­gen Irr­tum. Dar­an fehlt es, wenn der Ver­käu­fer ei­nem Kauf­in­ter­es­sen­ten le­dig­lich er­klärt, es ge­be „kei­ne do­ku­men­tier­te Fahr­zeug­his­to­rie“, so­dass er zur Exis­tenz von „Schä­den“ man­gels Kennt­nis „nichts sa­gen“ kön­ne.
  2. Die beim Ver­kauf ei­nes Old­ti­mers ab­ge­ge­be­ne Er­klä­rung, es feh­le ei­ne do­ku­men­tier­te Fahr­zeug­his­to­rie, hat kei­nen ge­si­cher­ten und all­ge­mein an­er­kann­ten Be­deu­tungs­ge­halt; was da­mit ge­meint ist, hängt viel­mehr von den Um­stän­den des Ein­zel­falls ab.
  3. Ei­ne in ei­nem Kauf­ver­trags­for­mu­lar ent­hal­te­ne vor­ge­druck­te Klau­sel, wo­nach die Haf­tung des Ver­käu­fers für Män­gel der Kauf­sa­che aus­ge­schlos­sen ist (Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss), ist nicht schon des­halb als i. S. von § 305 I 3 BGB, im Ein­zel­nen aus­ge­han­delt an­zu­se­hen, weil das Ver­trags­for­mu­lar – teils auch vom Käu­fer an­ge­brach­te – hand­schrift­li­che Än­de­run­gen und Zu­sät­ze ent­hält.
  4. Die vor­aus­sicht­li­che Ge­samt­lauf­leis­tung („Le­bens­er­war­tung“), nach der sich ei­ne vom Käu­fer zu zah­len­de Nut­zungs­ent­schä­di­gung be­misst, ist bei ei­nem Old­ti­mer in der Re­gel mit 200.000 km an­zu­set­zen.
  5. Der Tat­be­stand des Erst­ur­teils lie­fert nach § 314 ZPO den Be­weis für das münd­li­che Vor­brin­gen ei­ner Par­tei im erst­in­stanz­li­chen Ver­fah­ren. Die­se Be­weis­wir­kung er­streckt sich auch dar­auf, ob ei­ne be­stimm­te Be­haup­tung be­strit­ten ist oder nicht. Da­her ist ei­ne im Tat­be­stand des Erst­ur­teils als un­strei­tig dar­ge­stell­te Tat­sa­che selbst dann als un­strei­tig und für das Be­ru­fungs­ge­richt bin­dend an­zu­se­hen, wenn tat­säch­lich in ers­ter In­stanz um­strit­ten war, der Tat­be­stand des Erst­ur­teils aber nicht be­rich­tigt wor­den ist.

OLG Braun­schweig, Ur­teil vom 19.05.2022 – 9 U 12/21

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Scha­dens­er­satz statt der Über­ga­be der vom Ver­käu­fer ver­wahr­ten Kauf­sa­che – his­to­ri­scher Acker­schlep­per

  1. Zwi­schen den Par­tei­en ei­nes Kauf­ver­trags kommt re­gel­mä­ßig ein Ver­wah­rungs­ver­trag (§ 688 BGB) zu­stan­de, wenn sie ver­ein­ba­ren, dass die ver­kauf­te und be­reits über­eig­ne­te und be­zahl­te Sa­che (hier: ein his­to­ri­scher Acker­schlep­per „LANZ Eil­bull­dog“) einst­wei­len bei dem Ver­käu­fer ver­bleibt und der Käu­fer sie dort spä­ter ab­holt. Ei­ne blo­ße Ge­fäl­lig­keit des Ver­käu­fers liegt hin­sicht­lich der Auf­be­wah­rung der Kauf­sa­che re­gel­mä­ßig nicht vor.
  2. Der Ver­käu­fer ei­nes wert­vol­len his­to­ri­schen Fahr­zeugs (hier: ei­nes Acker­schlep­pers „LANZ Eil­bull­dog“), das oh­ne Schlüs­sel in Gang ge­setzt wer­den kann, ver­letzt grob fahr­läs­sig die ihn als Ver­wah­rer tref­fen­den Pflich­ten, wenn er das Fahr­zeug über meh­re­re Ta­ge und Näch­te im Frei­en ab­stellt, oh­ne es auch nur ir­gend­wie ge­gen ei­ne Weg­nah­me zu si­chern. Des­halb kann sich der Ver­käu­fer, wenn das Fahr­zeug ent­wen­det wird, ei­nem An­spruch des Käu­fers auf Scha­dens­er­satz nicht mit dem Hin­weis dar­auf ent­zie­hen, dass er ge­mäß § 690 BGB nur für die­je­ni­ge Sorg­falt ein­zu­ste­hen ha­be, wel­che er in ei­ge­nen An­ge­le­gen­hei­ten an­zu­wen­den pfle­ge.
  3. Das Ge­richt ist nicht ge­hin­dert, den Wert ei­nes his­to­ri­schen Samm­ler­fahr­zeugs (hier: ei­nes Acker­schlep­pers „LANZ Eil­bull­dog“) ge­mäß § 287 ZPO zu schät­zen, wenn zwei ge­richt­lich be­stell­te Sach­ver­stän­di­ge trotz im We­sent­li­chen über­ein­stim­men­der gut­ach­ter­li­cher Aus­füh­run­gen un­ter­schied­li­che, sich nicht über­schnei­den­de Wertspan­nen an­ge­ben und die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­ho­lung ei­nes ein wei­te­ren Gut­ach­tens (§ 412 I ZPO) nicht vor­lie­gen. Ste­hen in ei­nem sol­chen Fall ge­naue­re Er­kennt­nis­quel­len er­sicht­lich nicht zur Ver­fü­gung, ist es sach­ge­recht, je­weils die un­ters­ten obers­ten an­ge­ge­be­nen Wer­te als Ex­trem­wer­te zu ver­nach­läs­si­gen und im We­ge der Schät­zung den sich aus der so ge­won­ne­nen neu­en Wertspan­ne er­ge­ben­den Mit­tel­wert als Wert fest­zu­set­zen.
  4. Be­wer­tun­gen von Samm­ler­fahr­zeu­gen („Old­ti­mern“) durch pri­va­te kom­mer­zi­el­le Un­ter­neh­men sind den Aus­füh­run­gen ei­nes ge­richt­lich be­stell­ten Sach­ver­stän­di­gen al­len­falls dann vor­zu­zie­hen, wenn sie sich nach­voll­zieh­bar und für den Ein­zel­fall er­heb­lich auf an­de­re – ins­be­son­de­re bes­se­re – Er­kennt­nis­quel­len stüt­zen als der Sach­ver­stän­di­ge.

OLG Braun­schweig, Ur­teil vom 20.05.2021 – 9 U 8/20

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Aus­tausch­mo­tor als er­heb­li­cher Sach­man­gel ei­nes hoch­prei­si­gen Old­ti­mers – matching num­bers

  1. Ha­ben die Par­tei­en ei­nes Kauf­ver­trags über ei­nen hoch­prei­si­gen Old­ti­mer ei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung des In­halts ge­trof­fen, dass das Fahr­zeug über ei­nen matching num­bers-Mo­tor ver­fügt, dann liegt ein er­heb­li­cher, den Käu­fer zum Rück­tritt vom Kauf­ver­trag be­rech­ti­gen­der Man­gel (§ 434 I 1 BGB) vor, wenn der Old­ti­mer tat­säch­lich nicht mehr mit dem ur­sprüng­lich vom Fahr­zeug­her­stel­ler ei­ge­bau­ten Mo­tor aus­ge­stat­tet ist. Dar­an än­dert nichts, dass die Num­mer des Aus­tausch­mo­tors und die Num­mer des Ori­gi­nal­mo­tors iden­tisch sind.
  2. Ei­ne Rück­tritts­er­klä­rung i. S. von § 349 BGB be­darf zu ih­rer Wirk­sam­keit grund­sätz­lich nicht der An­ga­be ei­nes Rück­tritts­grunds.

LG Ham­burg, Ur­teil vom 29.01.2021 – 329 O 59/18

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Feh­len ei­ner zu­ge­si­cher­ten Son­der­la­ckie­rung als Sach­man­gel ei­nes Por­sche-Old­ti­mers – paint/co­lor to samp­le

  1. Der Käu­fer ei­nes Por­sche-Old­ti­mers, der vom Ver­käu­fer als „un­re­stau­riert“ und „in au­ßer­ge­wöhn­lich gut er­hal­te­nem Ori­gi­nal­zu­stand“ an­ge­prie­sen wur­de, darf die An­ga­be des Ver­käu­fers, das Fahr­zeug sei in ei­ner „Far­be nach Wahl“ (co­lor to samp­le) be­stellt wor­den, so ver­ste­hen, dass das Fahr­zeug nach wie vor die Ori­gi­nal­la­ckie­rung auf­weist und dass es sich da­bei um ei­ne Son­der­la­ckie­rung nach Kun­den­wunsch (paint to samp­le) han­delt. Er muss trotz der An­ga­be, der Old­ti­mer sei in ei­ner Son­der­far­be „be­stellt“ wor­den, nicht da­mit rech­nen, dass die Son­der­la­ckie­rung, die das Fahr­zeug bei der Erst­aus­lie­fe­rung auf­wies, spä­ter er­setzt wur­de.
  2. Ein Old­ti­mer, der als „un­re­stau­rier­tes“ Fahr­zeug in ei­ner „Far­be nach Wahl“ (co­lor to samp­le), das sich in ei­nem „au­ßer­ge­wöhn­lich gut er­hal­te­nen Ori­gi­nal­zu­stand“ be­fin­de, an­ge­prie­sen wur­de, ist we­gen des Feh­lens ei­ner ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit (§ 434 I 1 BGB) man­gel­haft, wenn er bei Ge­fahr­über­gang nicht mehr die ori­gi­na­le Son­der­la­ckie­rung auf­weist. Das gilt auch dann, wenn es sich bei der bei Ge­fahr­über­gang vor­han­de­nen La­ckie­rung eben­falls um ei­ne Son­der­la­ckie­rung han­delt.
  3. Bei ei­nem Agen­tur­ge­schäft kann der den Kfz-Kauf­ver­trag ver­meint­lich nur ver­mit­teln­de Kraft­fahr­zeug­händ­ler auch dann als Ver­käu­fer des Fahr­zeugs an­zu­se­hen sein, wenn er im Kauf­ver­trag als „Ver­käu­fer in Agen­tur“ be­zeich­net und dort der der­zei­ti­ge Ei­gen­tu­mer des Fahr­zeugs be­nannt wird. Denn recht­lich spricht nichts ge­gen den Ver­kauf ei­nes im Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten ste­hen­den Fahr­zeugs, und zwar erst recht nicht, wenn die Ei­gen­tü­mer­stel­lung des Drit­ten im Kauf­ver­trag of­fen­ge­legt wird und der Drit­te den Ver­käu­fer zum Ver­kauf des Fahr­zeugs er­mäch­tigt hat.
  4. An­ga­ben zur Be­schaf­fen­heit der Kauf­sa­che, die der Ver­käu­fer in ei­ner in­vi­ta­tio ad of­fe­ren­dum (hier: in ei­nem News­let­ter) macht, sind nicht recht­lich un­ver­bind­lich. Sie füh­ren viel­mehr zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB), falls der Ver­käu­fer die An­ga­ben nicht bis zum Ab­schluss des Kauf­ver­trags kor­ri­giert.
  5. Ein pau­scha­ler Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss gilt nicht für ei­nen Man­gel i. S. von § 434 I 1 BGB, der dar­in be­steht, dass die Kauf­sa­che bei Ge­fahr­über­gang nicht die ver­ein­bar­te Be­schaf­fen­heit hat (im An­schluss an BGH, Urt. v. 29.11.2006 – VI­II ZR 92/06, BGHZ 170, 86 Rn. 28 ff.).

LG Köln, Ur­teil vom 07.01.2021 – 36 O 95/19

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Rück­ab­wick­lung ei­nes Old­ti­mer-Kauf­ver­tra­ges we­gen fal­scher An­ga­be der Lauf­leis­tung

Ein Old­ti­mer-Ver­käu­fer muss den Käu­fer un­ge­fragt dar­über auf­klä­ren, dass bei Re­stau­rie­rungs­ar­bei­ten, die der Ver­käu­fer ver­an­lasst hat, der Weg­stre­cken­zäh­ler des Fahr­zeugs auf null zu­rück­ge­stellt wur­de. Denn der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens darf auch mit Blick auf § 22b I Nr. 1 StVG grund­sätz­lich da­von aus­ge­hen, dass der Ki­lo­me­ter­zäh­ler die tat­säch­li­che Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs an­zeigt. Ist das nach der Kennt­nis des Ver­käu­fers nicht der Fall, hat er den Käu­fer dar­auf hin­zu­wei­sen, oh­ne dass es dar­auf an­kommt, ob die Ab­wei­chung auf ei­ner nach § 22b I Nr. 1 StVG straf­ba­ren Ma­ni­pu­la­ti­on be­ruht.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 14.12.2016 – 20 U 1458/16

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Rück­tritt vom Kauf­ver­trag we­gen feh­len­der Old­ti­mer-Ei­gen­schaft ei­nes Ge­braucht­wa­gens

  1. Ein Ge­braucht­wa­gen, des­sen Erst­zu­las­sung 1982 er­folgt sein soll, der aber tat­säch­lich erst Mit­te 1987 ge­baut wur­de und des­halb kein Old­ti­mer i. S. von § 2 Nr. 22 FZV ist, ist we­gen des Feh­lens ei­ner ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit man­gel­haft (§ 434 I 1 BGB).
  2. Der Käu­fer, dem ei­ne man­gel­haf­te Sa­che ge­lie­fert wird, hat auch dann ge­mäß § 284 BGB An­spruch auf Er­satz ver­geb­li­cher Auf­wen­dun­gen, wenn er we­gen des Man­gels vom Kauf­ver­trag zu­rück­tritt. Der An­spruch ist nicht ge­mäß § 347 II BGB auf den Er­satz not­wen­di­ger Ver­wen­dun­gen oder sol­cher Auf­wen­dun­gen be­schränkt, durch die der Ver­käu­fer be­rei­chert wird (im An­schluss an BGH, Urt. v. 20.07.2005 – VI­II ZR 275/04, BGHZ 163, 381 = NJW 2005, 2848).

LG Bonn, Ur­teil vom 30.09.2016 – 10 O 306/15

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(Kei­ne) Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung beim Old­ti­mer­kauf

Ei­ne Äu­ße­rung ist nur dann i. S. des § 434 I 3 BGB „öf­fent­lich“, wenn sie sich an ei­nen nicht von vorn­her­ein fest­ste­hen­den Per­so­nen­kreis rich­tet.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 27.01.2016 – 8 U 3852/15

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Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung durch im Vor­feld des Ver­trags­schlus­ses ab­ge­ge­be­ne Er­klä­run­gen des Ver­käu­fers – „H-Kenn­zei­chen“

  1. Er­klärt der Ver­käu­fer ei­nes Old­ti­mers, das Fahr­zeug ha­be „selbst­ver­ständ­lich be­reits ei­ne H-Zu­las­sung“, kann da­mit zu­gleich er­klärt sein, dass das Fahr­zeug die „H-Zu­las­sung“ zu Recht be­sitzt, es sich al­so in ei­nem Zu­stand be­fin­det, der die Er­tei­lung ei­ner sol­chen Zu­las­sung recht­fer­tigt. Dies kann ins­be­son­de­re an­ge­nom­men wer­den, wenn der Ver­käu­fer ei­gens auf die mit der „H-Zu­las­sung“ ver­bun­de­nen Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen hin­weist.
  2. Ob An­ga­ben, die der Ver­käu­fer im Vor­feld des Ver­trags­schlus­ses – et­wa in ei­nem In­se­rat – macht, in der Wei­se ver­bind­lich sind, dass sie zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung füh­ren, ist in ers­ter Li­nie aus Sicht des Käu­fers zu be­ur­tei­len. Des­halb kann auch bei ei­nem pri­va­ten Ver­käu­fer, der den Ein­druck ver­mit­telt, er ver­fü­ge über ein um­fas­sen­des tech­ni­sches und fach­li­ches Wis­sen, die An­nah­me ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung ge­recht­fer­tigt sein. In­so­weit kommt es nicht dar­auf an, ob das Fach­wis­sen tat­säch­lich vor­han­den ist; ent­schei­dend ist al­lein, wel­chen Ein­druck der Ver­käu­fer dem Käu­fer durch sein Auf­tre­ten ver­mit­telt hat.
  3. Ei­ne Be­schaf­fen­heits­an­ga­be, die ein Ver­käu­fer vor Ab­schluss des Kauf­ver­tra­ges macht, wird zwar dann nicht im Sin­ne ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung In­halt des Kauf­ver­trags, wenn der Ver­käu­fer da­von vor Ver­trags­schluss „in glei­cher Stär­ke“ ab­rückt. Da­für reicht es aber nicht aus, dass die An­ga­be im schrift­li­chen Kauf­ver­trag nicht mehr aus­drück­lich er­wähnt wird.
  4. Auf ei­nen Sach­man­gel, der dar­in be­steht, dass der Kauf­sa­che ei­ne ver­ein­bar­te Be­schaf­fen­heit fehlt (§ 434 I 1 BGB), er­streckt sich ein ver­trag­lich ver­ein­bar­ter Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss nicht (im An­schluss an BGH, Urt. v. 29.11.2006 – VI­II ZR 92/06, NJW 2007, 1346).

OLG Hamm, Ur­teil vom 24.09.2015 – 28 U 144/14

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