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Tag: Lack­scha­den

Kei­ne Fa­brik­neu­heit bei nicht fach­ge­recht re­pa­rier­ten Lack­schä­den – Por­sche 911 Tur­bo Ca­brio­let

  1. Beim Ab­schluss ei­nes Kauf­ver­trags über ei­nen Neu­wa­gen tref­fen die Par­tei­en re­gel­mä­ßig kon­klu­dent ei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB) des In­halts, dass das Fahr­zeug fa­brik­neu ist. Die­se dem Be­griff „Neu­wa­gen“ in­ne­woh­nen­de Be­schaf­fen­heit fehlt ei­nem Fahr­zeug, das bei Über­ga­be an den Käu­fer nicht in dem un­be­nutz­ten und un­be­schä­dig­ten Zu­stand ist, in dem es vom Her­stel­ler aus­ge­lie­fert wur­de (im An­schluss an BGH, Urt. v. 06.02.2013 – VI­II ZR 374/11, ju­ris Rn. 10).
  2. Ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Nachla­ckie­rung we­gen ei­nes Trans­port­scha­dens be­sei­tigt die Fa­brik­neu­heit ei­nes Kraft­fahr­zeugs in der Re­gel (nur) dann nicht, wenn sie fach­ge­recht und in Werks­qua­li­tät vor­ge­nom­men wird. Da­zu ge­hört – ge­ra­de bei ei­nem Fahr­zeug der Ober­klas­se (hier: Por­sche 911 Tur­bo Ca­brio­let) – auch, dass die ent­spre­chen­den Ar­bei­ten in ei­ner vom Fahr­zeug­her­stel­ler au­to­ri­sier­ten Werk­statt durch­ge­führt wer­den.
  3. Der Ver­dacht, dass ein Neu­wa­gen nicht un­fall­frei ist, son­dern vor der Über­ga­be an den Käu­fer ei­nen Un­fall­scha­den er­lit­ten hat, steht ei­nem Man­gel des Fahr­zeugs dann gleich, wenn kon­kre­te An­halts­punk­te für ein Un­fall­ge­sche­hen vor­lie­gen und auch ein Sach­ver­stän­di­ger den Ver­dacht nicht aus­räu­men kann (vgl. OLG Hamm, Beschl. v. 15.12.2014 – 2 U 97/14, ju­ris Rn. 6).
  4. Kos­ten, die ein Käu­fer be­rech­tig­ter­wei­se für ein „pri­va­tes“ Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten auf­wen­det, hat ihm der Ver­käu­fer re­gel­mä­ßig auch dann zu er­set­zen, wenn das Gut­ach­ten un­brauch­bar ist. Das gilt aus­nahms­wei­se nur dann nicht, wenn der Käu­fer die Un­brauch­bar­keit des Gut­ach­tens zu ver­tre­ten hat, et­wa weil er dem Sach­ver­stän­di­gen In­for­ma­tio­nen (z. B. Vor­schä­den) vor­ent­hal­ten hat, oder wenn der Käu­fer und der Sach­ver­stän­di­ge kol­lu­siv zum Nach­teil des Ver­käu­fers zu­sam­men­ge­wirkt ha­ben.

LG Wup­per­tal, Ur­teil vom 27.05.2020 – 17 O 337/19

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Er­satz­lie­fe­rung (§ 439 I Fall 2 BGB) ei­nes Neu­wa­gens we­gen op­ti­scher Be­ein­träch­ti­gun­gen

Auch rein op­ti­sche Be­ein­träch­ti­gun­gen kön­nen den Käu­fer ei­nes Neu­wa­gens (hier: ei­nes Au­di S1 2.0 TFSI quat­tro) be­rech­ti­gen, vom Ver­käu­fer ge­mäß §§ 437 Nr. 1, 439 I Fall 2 BGB die Lie­fe­rung ei­nes neu­en Fahr­zeugs – Er­satz­lie­fe­rung – zu ver­lan­gen. Das gilt je­den­falls dann, wenn der mit ei­ner In­stand­set­zung des Fahr­zeugs ver­bun­de­ne Kos­ten­auf­wand ei­nen Be­trag von fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses über­steigt und trotz ord­nungs­ge­mä­ßer In­stand­set­zung ein mer­kan­ti­ler Min­der­wert ver­bleibt.

LG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 24.01.2018 – 23 O 216/15

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Kei­ne Be­weis­last­um­kehr nach § 476 BGB bei auf­fäl­li­gen Lack­schä­den

  1. Im An­wen­dungs­be­reich des § 476 BGB hat der Ver­käu­fer zu be­wei­sen, dass die auf­grund ei­nes bin­nen sechs Mo­na­ten nach Ge­fahr­über­gang ein­ge­tre­te­nen man­gel­haf­ten Zu­stands ein­grei­fen­de ge­setz­li­che Ver­mu­tung, be­reits zum Zeit­punkt des Ge­fahr­über­gangs ha­be – zu­min­dest ein in der Ent­ste­hung be­grif­fe­ner – Sach­man­gel vor­ge­le­gen, nicht zu­trifft. Der Ver­käu­fer muss al­so dar­le­gen und be­wei­sen, dass ein Sach­man­gel zum Zeit­punkt des Ge­fahr­über­gangs noch nicht vor­han­den war, weil er sei­nen Ur­sprung in ei­nem Han­deln oder Un­ter­las­sen nach die­sem Zeit­punkt hat und dem Ver­käu­fer so­mit nicht zu­zu­rech­nen ist. Ge­lingt dem Ver­käu­fer die­ser Be­weis nicht „recht­lich hin­rei­chend“, greift zu­guns­ten des Käu­fers die Ver­mu­tung des § 476 BGB auch dann ein, wenn die Ur­sa­che für den man­gel­haf­ten Zu­stand oder der Zeit­punkt ih­res Auf­tre­tens of­fen­ge­blie­ben ist, al­so letzt­lich un­ge­klärt ge­blie­ben ist, ob über­haupt ein vom Ver­käu­fer zu ver­ant­wor­ten­der Sach­man­gel i. S. von § 434 I BGB vor­lag (im An­schluss an BGH, Urt. v. 12.10.2016 – VI­II ZR 103/15).
  2. Da­ne­ben ver­bleibt dem Ver­käu­fer die Mög­lich­keit, gel­tend zu ma­chen und nach­zu­wei­sen, dass schon des­halb kei­ne Be­weis­last­um­kehr i. S. von § 476 BGB statt­fin­de, weil die Ver­mu­tung, be­reits bei Ge­fahr­über­gang ha­be ein – zu­min­dest ein in der Ent­ste­hung be­grif­fe­ner – Man­gel vor­ge­le­gen, mit der Art der Sa­che oder des Man­gels un­ver­ein­bar sei (vgl. § 476 letz­ter Halb­satz BGB; im An­schluss an BGH, Urt. v. 12.10.2016 – VI­II ZR 103/15).
  3. Die Ver­mu­tung, dass ein Man­gel be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor­ge­le­gen ha­be, ist dann mit der Art des Man­gels un­ver­ein­bar, wenn es sich um äu­ßer­li­che Be­schä­di­gun­gen der Kauf­sa­che han­delt, die auch dem fach­lich nicht ver­sier­ten Käu­fer auf­fal­len müs­sen. In ei­nem sol­chen Fall ist näm­lich zu er­war­ten, dass der Käu­fer den Man­gel bei Über­ga­be be­an­stan­det. Hat er die Sa­che oh­ne Be­an­stan­dung ent­ge­gen­ge­nom­men, spricht dies folg­lich ge­gen die Ver­mu­tung, der Man­gel sei schon bei Ge­fahr­über­gang vor­han­den ge­we­sen (eben­so BGH, Urt. v. 14.09.2005 – VI­II ZR 363/04).

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 17.03.2017 – I-22 U 211/16

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Kein Sach­man­gel bei nur vir­tu­el­ler Lack­be­ein­träch­ti­gung (R)

  1. Ein Neu­wa­gen ist nicht des­halb man­gel­haft, weil sich bei di­rek­ter Son­nen­ein­strah­lung an den Flan­ken des Fahr­zeugs ober­halb der Zier­leis­ten Schlie­ren (Ho­lo­gram­me) zei­gen, die an Ver­krat­zun­gen er­in­nern oder den Ein­druck ei­ner man­gel­haf­ten La­ckie­rung er­we­cken mö­gen. Das gilt je­den­falls dann, wenn die Zier­leis­ten und die La­ckie­rung des Fahr­zeugs für sich ge­nom­men man­gel­frei sind.
  2. Ei­ne Be­schaf­fen­heit der Kauf­sa­che ist im recht­li­chen Sin­ne ver­ein­bart, wenn der Ver­käu­fer nach dem In­halt des Kauf­ver­trags ver­pflich­tet ist, die Sa­che dem Käu­fer in ei­nem be­stimm­ten – dem ver­ein­bar­ten – Zu­stand zu über­ge­ben und zu über­eig­nen.

OLG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 06.02.2014 – I-3 U 23/14

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Lack­schä­den bei ei­nem Neu­wa­gen – Be­weis­last­um­kehr nach § 476 BGB

  1. Lack­schä­den stel­len bei ei­nem Neu­wa­gen ei­nen Sach­man­gel i. S. des § 434 I 1 BGB dar, weil ei­nem Neu­wa­gen mit Lack­schä­den die mit Ab­schluss des Kauf­ver­trags kon­klu­dent ver­ein­bar­te, dem Be­griff „Neu­wa­gen“ in­ne­woh­nen­de Be­schaf­fen­heit „fa­brik­neu“ fehlt.
  2. Nach § 476 BGB kann zu ver­mu­ten sein, dass Lack­schä­den, die ein Neu­wa­gen auf­weist, schon bei der Über­ga­be des Fahr­zeugs an den Käu­fer vor­han­den wa­ren. Für die­se Ver­mu­tung ist zwar, weil sie mit der Art des Man­gels un­ver­ein­bar ist, kein Raum, wenn die Schä­den auch ei­nem fach­lich nicht ver­sier­ten Käu­fer auf­fal­len müs­sen und des­halb zu er­war­ten ist, dass er sie so­gleich bei der Über­ga­be be­an­stan­det. Das ist bei Lack­schä­den, die nur bei Son­nen­licht, aber nicht bei künst­li­cher Be­leuch­tung sicht­bar sind, aber nicht der Fall.

OLG Naum­burg, Ur­teil vom 01.08.2013 – 2 U 149/12

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Kein Sach­man­gel bei nur vir­tu­el­ler Lack­be­ein­träch­ti­gung

  1. Ein Neu­wa­gen ist nicht des­halb man­gel­haft, weil sich bei di­rek­ter Son­nen­ein­strah­lung an den Flan­ken des Fahr­zeugs ober­halb der Zier­leis­ten Schlie­ren (Ho­lo­gram­me) zei­gen, die an Ver­krat­zun­gen er­in­nern oder den Ein­druck ei­ner man­gel­haf­ten La­ckie­rung er­we­cken mö­gen. Das gilt je­den­falls dann, wenn die Zier­leis­ten und die La­ckie­rung des Fahr­zeugs für sich ge­nom­men man­gel­frei sind.
  2. Ei­ne Be­schaf­fen­heit der Kauf­sa­che ist im recht­li­chen Sin­ne ver­ein­bart, wenn der Ver­käu­fer nach dem In­halt des Kauf­ver­trags ver­pflich­tet ist, die Sa­che dem Käu­fer in ei­nem be­stimm­ten – dem ver­ein­bar­ten – Zu­stand zu über­ge­ben und zu über­eig­nen.

LG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 13.05.2013 – 5 O 148/11
(nach­fol­gend: OLG Düs­sel­dorf, Beschl. v. 06.02.2014 – I-3 U 23/14)

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Lack­schä­den bei ei­nem Neu­wa­gen als Rück­tritts­grund

  1. Trans­port­schä­den – hier: ge­ring­fü­gi­ge Lack­schä­den – sind bei ei­nem Neu­wa­gen nur dann kein Man­gel, wenn sie bis zur Über­ga­be des Fahr­zeugs an den Käu­fer sach- und fach­ge­recht in Werks­qua­li­tät be­ho­ben wer­den. Un­fall­schä­den stel­len hin­ge­gen so­wohl bei ei­nem Neu- wie auch bei ei­nem Ge­braucht­fahr­zeug selbst dann ei­nen Man­gel dar, wenn das Fahr­zeug fach­ge­recht re­pa­riert wor­den ist.
  2. Ein als Neu­wa­gen ver­kauf­ter Pkw, der nach Ver­las­sen des Her­stel­ler­werks nicht ganz un­er­heb­li­che Lack­schä­den er­lit­ten hat, ist auch dann nicht mehr fa­brik­neu, wenn die Schä­den vor Über­ga­be des Fahr­zeugs an den Käu­fer durch ei­ne Neu­la­ckie­rung aus­ge­bes­sert wer­den. Die Fa­brik­neu­heit bleibt nur bei fach­ge­rech­ter Be­sei­ti­gung ge­ring­fü­gi­ger Lack­schä­den er­hal­ten.

LG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 22.10.2012 – 3 O 356/11

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Be­schä­di­gung ei­nes Neu­wa­gens vor Über­ga­be an den Käu­fer

  1. Die Fa­brik­neu­heit ge­hört zu der nach § 434 I BGB ge­schul­de­ten Be­schaf­fen­heit ei­nes Neu­wa­gens. Ein aus neu­en Ma­te­ria­li­en her­ge­stell­tes und – ab­ge­se­hen von der Über­füh­rung – un­be­nutz­tes Fahr­zeug ist „fa­brik­neu“, wenn und so­lan­ge das Mo­dell die­ses Fahr­zeugs un­ver­än­dert wei­ter­ge­baut wird, es kei­ne durch ei­ne län­ge­re Stand­zeit be­ding­ten Män­gel auf­weist, zwi­schen Her­stel­lung und Kauf­ab­schluss nicht mehr als zwölf Mo­na­te lie­gen, und wenn das Fahr­zeug nach der Her­stel­lung kei­ne er­heb­li­chen Be­schä­di­gun­gen er­lit­ten hat, mö­gen die­se auch vor Aus­lie­fe­rung an den Käu­fer nach­ge­bes­sert wor­den sein.
  2. Ein als Neu­wa­gen ver­kauf­ter Pkw, der nach Ver­las­sen des Her­stel­ler­werks nicht ganz un­er­heb­li­che Lack­schä­den er­lit­ten hat, ist nicht mehr „fa­brik­neu“, auch wenn die Schä­den vor Über­ga­be durch Nachla­ckie­rung aus­ge­bes­sert wor­den sind. Et­was an­de­res gilt bei ge­ring­fü­gi­gen Lack­schä­den, so­weit sie fach­ge­recht be­sei­tigt wur­den. Wann ein Lack­scha­den ge­ring­fü­gig ist, rich­tet sich nach der Ver­kehrs­an­schau­ung. Die­se ori­en­tiert sich nicht al­lein am Re­pa­ra­tur­auf­wand, son­dern auch am Um­fang des be­sei­tig­ten Scha­dens.

OLG Hamm, Ur­teil vom 17.11.2011 – I-28 U 109/11

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Man­gel­haf­tig­keit ei­nes Ge­braucht­wa­gens bei mehr als „Ba­ga­tell­schä­den“

Auch der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens kann – wenn kei­ne be­son­de­ren Um­stän­de vor­lie­gen – er­war­ten, dass das Fahr­zeug kei­nen Un­fall er­lit­ten hat, bei dem es zu mehr als „Ba­ga­tell­schä­den“ ge­kom­men ist. „Ba­ga­tell­schä­den“ sind bei ei­nem Pkw nur ganz ge­ring­fü­gi­ge, äu­ße­re (Lack-)Schä­den, nicht da­ge­gen an­de­re (Blech-)Schä­den, auch wenn sie kei­ne wei­ter­ge­hen­den Fol­gen hat­ten und der Re­pa­ra­tur­auf­wand nur ge­ring war. Ob das Fahr­zeug nach dem Un­fall fach­ge­recht re­pa­riert wor­den ist, ist oh­ne Be­deu­tung.

OLG Bran­den­burg, Ur­teil vom 22.03.2011 – 11 U 25/10

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Kein Sach­man­gel bei Neu­la­ckie­rung ei­nes 7,5 Jah­re al­ten Ge­braucht­wa­gens

Ein aus An­lass des Ver­kaufs durch den Ver­käu­fer neu la­ckier­ter 7,5 Jah­re al­ter Ge­braucht­wa­gen ist frei von Sach­män­geln, wenn an dem Fahr­zeug nur ei­ni­ge punk­tu­el­le Ein­del­lun­gen oder stär­ke­re Ver­krat­zun­gen (Ge­brauchs­spu­ren) be­sei­tigt, aber kei­ne grö­ße­ren Schä­den in­stand­ge­setzt bzw. über­deckt wur­den.

OLG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 30.06.2009 – 14 U 204/07

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