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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: 2014

Ge­ziel­te Ver­un­si­che­rung ei­nes pri­va­ten Kfz-Ver­käu­fers – An­fech­tung

Der pri­va­te Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens kann nach § 123 I BGB zur An­fech­tung des Kauf­ver­trags be­rech­tigt sein, wenn er nur des­halb ei­ner er­heb­li­chen Re­du­zie­rung des Kauf­prei­ses (hier: um 3.000 €) zu­ge­stimmt hat, weil ihm der ver­sier­te Käu­fer be­wusst wahr­heits­wid­rig die An­ga­be ei­nes fal­schen Bau­jahrs vor­ge­wor­fen und mit – in Wahr­heit nicht be­ste­hen­den – Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen ge­droht hat.

OLG Ko­blenz, Ur­teil vom 16.10.2014 – 2 U 393/13

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Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss bei ei­nem „Händ­ler­ge­schäft“

Der in ei­nem zwi­schen Un­ter­neh­mern ge­schlos­se­nen Kfz-Kauf­ver­trag ent­hal­te­ne Hin­weis „Händ­ler­ge­schäft“ be­sagt zwar für sich ge­nom­men nicht, dass die Haf­tung des Ver­käu­fers für Sach­män­gel des Fahr­zeugs aus­ge­schlos­sen ist. Es liegt aber zu­min­dest na­he, die­sen Hin­weis da­hin aus­zu­le­gen, dass die Ver­trags­par­tei­en da­mit die ge­setz­li­che Ge­währ­leis­tung aus­schlie­ßen woll­ten.

LG Mann­heim, Ur­teil vom 14.10.2014 – 1 O 53/14

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Rück­tritt vom Kauf­ver­trag bei ei­nem Un­fall­wa­gen

  1. Die in der Lie­fe­rung ei­nes Un­fall­wa­gens lie­gen­de Pflicht­ver­let­zung ei­nes Kfz-Ver­käu­fers ist i. S. von § 323 V 2 BGB un­er­heb­lich und recht­fer­tigt des­halb kei­nen Rück­tritt vom Kauf­ver­trag, wenn sich der – un­be­heb­ba­re – Man­gel „Un­fall­wa­gen“ al­lein in ei­nem mer­kan­ti­len Min­der­wert des Fahr­zeugs aus­wirkt und die­ser we­ni­ger als ein Pro­zent des Kauf­prei­ses be­trägt.
  2. Rechts­an­walts­kos­ten, die ei­nem Kfz-Käu­fer schon für die Gel­tend­ma­chung von Nach­er­fül­lungs­an­sprü­chen und nicht erst – nach ei­nem Rück­tritt vom Kauf­ver­trag – für die Durch­set­zung von Rück­ge­währan­sprü­chen ent­ste­hen, hat der Ver­käu­fer ge­mäß § 439 II BGB ver­schul­dens­un­ab­hän­gig zu er­set­zen.

LG Kle­ve, Ur­teil vom 10.10.2014 – 3 O 53/14

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Vor­be­nut­zung ei­nes Ge­braucht­wa­gens – Miet­wa­gen ist kein Ta­xi

  1. Ver­neint ein Ge­braucht­wa­gen­ver­käu­fer die Fra­ge, ob das Fahr­zeug in der Ver­gan­gen­heit als Ta­xi be­nutzt wur­de, so ist die­se An­ga­be nicht des­halb falsch, weil das Fahr­zeug von ei­ner ge­werb­li­chen Au­to­ver­mie­te­rin als Miet­wa­gen ein­ge­setzt wur­de. Denn es ver­bie­tet sich, ei­ne Vor­be­nut­zung als Ta­xi mit der als Miet­wa­gen gleich­zu­set­zen. An­ders als ein Ta­xi ist näm­lich ein – vor­schrifts­mä­ßig ge­war­te­ter – Miet­wa­gen in der Re­gel nicht stär­ker ver­schlis­sen als ein pri­vat ge­nutz­ter Pkw. Et­was an­de­res mag gel­ten, wenn der Miet­wa­gen über meh­re­re Jah­re im Ein­satz war und ei­ne über­durch­schnitt­li­che Lauf­leis­tung auf­weist.
  2. Es ist ei­ne Fra­ge des Ein­zel­falls, ob der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens den Käu­fer dar­über auf­klä­ren muss, dass das Fahr­zeug als Miet­wa­gen ge­nutzt wur­de. Ei­ne Auf­klä­rungs­pflicht kann zu ver­nei­nen sein, wenn dem Käu­fer bei Ab­schluss des Kauf­ver­trags die Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs kennt und die­se nicht über­mä­ßig hoch ist. Denn ein vor­mals als Miet­wa­gen ge­nutz­tes Fahr­zeug ist in der Re­gel nicht stär­ker ver­schlis­sen als ein pri­vat ge­nutz­tes Fahr­zeug bei re­gel­mä­ßi­ger War­tung und glei­cher Ki­lo­me­ter­zahl.

AG Kiel, Ur­teil vom 09.10.2014 – 107 C 135/13

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Kein Ver­brau­cher­schutz bei an­geb­li­chem Un­ter­neh­mer­ge­schäft – Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss (R)

§ 475 I BGB steht ei­nem kauf­ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss dann nicht ent­ge­gen, wenn sich der Käu­fer ge­gen­über dem un­ter­neh­me­risch han­deln­den Ver­käu­fer – ent­ge­gen sei­nen wah­ren Nut­zungs­ab­sich­ten – da­mit ein­ver­stan­den er­klärt hat, die Kauf­sa­che für sei­ne ge­werb­li­che oder selbst­stän­di­ge be­ruf­li­che Tä­tig­keit zu er­wer­ben, nach­dem der Ver­käu­fer ihm mit­ge­teilt hat­te, dass er kei­nen Ver­brau­cher als Ver­trags­part­ner ak­zep­tie­re. Denn in die­sem Fall ist es dem Käu­fer je­den­falls nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) ver­wehrt, sich auf die Vor­schrif­ten über den Ver­brauchs­gü­ter­kauf zu be­ru­fen.

OLG Karls­ru­he, Be­schluss vom 07.10.2014 – 1 U 51/14
(nach­fol­gend: OLG Karls­ru­he, Be­schluss vom 12.11.2014 – 1 U 51/14)

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Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss im Kfz-Kauf­ver­trag – „Kei­ne Ga­ran­tie“ (R)

Der un­ten ge­nann­te Hin­weis­be­schluss ist aus­zugs­wei­se hier ver­öf­fent­licht, und zwar zu­sam­men mit dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil des LG Bonn und – eben­falls aus­zugs­wei­se – dem Zu­rück­wei­sungs­be­schluss vom 25.11.2014.

OLG Köln, Be­schluss vom 09.09.2014 – 5 U 44/14

Kei­ne Ver­wei­ge­rung der Nach­bes­se­rung bei Ver­weis auf Ga­ran­tie

Ein Kraft­fahr­zeug­händ­ler ver­wei­gert die Nach­bes­se­rung (§ 439 Fall 1 BGB) ei­nes Fahr­zeugs nicht da­durch ernst­haft und end­gül­tig i. S. von § 281 II Fall 1, § 323 II Nr. 1 BGB, dass er ge­gen­über dem Käu­fer er­klärt, ei­ne In­stand­set­zung des Fahr­zeugs sei von ei­ner be­ste­hen­den Ga­ran­tie nicht er­fasst, und da­bei kauf­recht­li­che Ge­währ­leis­tungs­rech­te des Käu­fers gar nicht in Be­tracht zieht.

AG Wei­ßen­burg i. Bay., Ur­teil vom 04.09.2014 – 2 C 767/10

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Ge­stör­ter Fern­seh­emp­fang als Sach­man­gel ei­nes BMW 650i Ca­brio

  1. Der Fern­seh­emp­fang in ei­nem Kraft­fahr­zeug (DVB-T) un­ter­liegt Schwan­kun­gen; ei­ne gleich­blei­ben­de Bild- und Ton­qua­li­tät lässt sich – ähn­lich wie beim Ra­dio­emp­fang – prak­tisch kaum er­rei­chen. Des­halb muss ein Fahr­zeug­käu­fer, der ei­nen man­gel­haf­ten Fern­seh­emp­fang be­haup­tet, zu­min­dest vor­tra­gen, wie sich die be­haup­te­ten Be­ein­träch­ti­gun­gen kon­kret dar­stel­len (z. B. un­schar­fes Bild, Bild­aus­fall, Ton­stö­run­gen), in wel­chen Si­tua­tio­nen sie üb­li­cher­wei­se auf­tre­ten, wie lan­ge sie an­dau­ern und ob zu­min­dest zeit­wei­lig ein un­be­ein­träch­tig­ter Emp­fang mög­lich ist. Nur dann ist ei­ne Ab­gren­zung zwi­schen Emp­fangs­be­ein­träch­ti­gun­gen, mit de­nen auf­grund der tech­ni­schen Ge­ge­ben­hei­ten oh­ne Wei­te­res ge­rech­net wer­den muss und die des­halb kei­nen Sach­man­gel be­grün­den, und sol­chen, die das von dem Käu­fer hin­zu­neh­men­de Maß über­stei­gen, mög­lich.
  2. Die für ei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. des § 434 I 1 BGB er­for­der­li­che Wil­lens­über­ein­stim­mung kann auch (kon­klu­dent) in der Wei­se er­zielt wer­den, dass der Käu­fer dem Ver­käu­fer be­stimm­te An­for­de­run­gen an den Kauf­ge­gen­stand zur Kennt­nis bringt und der Ver­käu­fer zu­stimmt. Ei­ne ein­sei­tig ge­blie­be­ne Vor­stel­lung des Käu­fers ge­nügt in­des selbst dann noch nicht, wenn sie dem Ver­käu­fer be­kannt ist. Er­for­der­lich ist viel­mehr, dass der Ver­käu­fer dar­auf in ir­gend­ei­ner Form zu­stim­mend re­agiert. Je­den­falls dann, wenn der Ver­käu­fer ein Fach­mann ist, kann es da­für aus­rei­chen, dass er die von dem Käu­fer ge­äu­ßer­ten Vor­stel­lun­gen über das Vor­han­den­sein be­stimm­ter Ei­gen­schaf­ten und Um­stän­de wi­der­spruchs­los ste­hen lässt.
  3. Ein Neu­fahr­zeug ist ein „Mon­tags­au­to“, wenn durch ei­ne be­reits zu­ta­ge ge­tre­te­ne Feh­ler­an­fäl­lig­keit das Ver­trau­en des Käu­fers in ei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Her­stel­lung des Fahr­zeugs ernst­haft er­schüt­tert ist. Ist dies bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung der Fall, so ist dem Käu­fer ei­ne Nach­er­fül­lung re­gel­mä­ßig nicht (mehr) zu­zu­mu­ten. Lie­gen die ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen nicht vor, kann ge­ge­be­nen­falls in Ver­bin­dung mit an­de­ren Um­stän­den (z. B. Un­zu­ver­läs­sig­keit des Ver­käu­fers, zu lan­ge Dau­er der Nach­er­fül­lung) die Gren­ze zur Un­zu­mut­bar­keit über­schrit­ten sein.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 27.08.2014 – 2 U 150/13

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Kei­ne Ver­wei­ge­rung der Nach­er­fül­lung durch Schwei­gen

  1. Ei­ne ernst­haf­te und end­gül­ti­ge Ver­wei­ge­rung der Nach­er­fül­lung kann nur un­ter stren­gen tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen be­jaht wer­den. Dass der Ver­käu­fer ei­nen Man­gel der Kauf­sa­che le­dig­lich be­strei­tet, reicht da­für für sich ge­nom­men eben­so we­nig aus wie das Schwei­gen des Ver­käu­fers auf ein Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gen des Käu­fers. Viel­mehr müs­sen wei­te­re Um­stän­de hin­zu­tre­ten, aus de­nen sich der Schluss zie­hen lässt, der Ver­käu­fer wol­le sei­ne Ver­trags­pflich­ten um kei­nen Preis er­fül­len. Das gilt um­so mehr, wenn dem Ver­käu­fer le­dig­lich te­le­fo­nisch oder schrift­lich mit­ge­teilt wird, dass die Kauf­sa­che ei­nen Man­gel ha­be, und er sich da­von (noch) nicht über­zeu­gen konn­te.
  2. Ein ord­nungs­ge­mä­ßes Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gen muss auch die Be­reit­schaft des Käu­fers er­ken­nen las­sen, die Kauf­sa­che dem Ver­käu­fer am Ort der Nach­er­fül­lung zur Ver­fü­gung zu stel­len, da­mit der Ver­käu­fer prü­fen kann, ob Män­gel­rü­gen zu recht er­ho­ben wur­den.

AG Wed­ding, Ur­teil vom 27.08.2014 – 19a C 359/14

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Dar­le­hens­ver­trag als Fern­ab­satz­ver­trag

Ein un­ter Mit­wir­kung ei­nes ge­werb­li­chen Kfz-Ver­käu­fers zu­stan­de ge­kom­me­ner Dar­le­hens­ver­trag un­ter­liegt im Re­gel­fall nicht den Vor­schrif­ten über Fern­ab­satz­ver­trä­ge, wenn der Ver­käu­fer mit dem Fi­nanz­dienst­leis­ter in dau­ern­den Ge­schäfts­be­zie­hun­gen steht, er per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten vom Dar­le­hens­neh­mer er­fragt, die­se in ei­nem au­to­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren an den Fi­nanz­dienst­leis­ter über­trägt, und der Ver­käu­fer in der La­ge ist, ele­men­ta­re Fra­gen zum Dar­le­hens­ver­trag mit dem Dar­le­hens­neh­mer zu er­ör­tern.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 14.08.2014 – 4 U 120/13

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