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Tag: Um­ge­hungs­ge­schäft

Um­ge­hungs­ge­schäft beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens

  1. Schiebt beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher (§ 13 BGB) der Ver­käu­fer, der Un­ter­neh­mer (§ 14 BGB) ist, ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor, um das Fahr­zeug un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, so rich­ten sich Män­gel­rech­te des Käu­fers nach § 476 I 2 BGB (= § 475 I 2 BGB a.F.) we­gen Um­ge­hung der Be­stim­mun­gen über den Ver­brauchs­gü­ter­kauf ge­gen den Un­ter­neh­mer und nicht ge­gen den als Ver­käu­fer vor­ge­scho­be­nen Ver­brau­cher (im An­schluss an BGH, Urt. v. 22.11.2006 – VI­II ZR 72/06, BGHZ 170, 67 Rn. 14 ff.).
  2. Die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für das Vor­lie­gen ei­nes Ver­brauchs­gü­ter­kaufs (§ 474 I BGB) trägt nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der­je­ni­ge, der sich zu sei­nen Guns­ten dar­auf be­ruft. Im un­mit­tel­ba­ren An­wen­dungs­be­reich der §§ 474 bis 477 BGB muss des­halb grund­sätz­lich der Käu­fer dar­le­gen und be­wei­sen, dass er als Ver­brau­cher und der Ver­käu­fer als Un­ter­neh­mer ge­han­delt hat.
  3. Es be­steht kei­ne Ver­mu­tung da­für, dass al­le vor­ge­nom­me­nen Rechts­ge­schäf­te ei­nes Un­ter­neh­mers „im Zwei­fel“ sei­nem ge­schäft­li­chen Be­reich zu­zu­ord­nen sind (im An­schluss an BGH, Urt. v. 18.10.2017 – VI­II ZR 32/16, NJW 2018, 150 Rn. 37).
  4. Ein bei­der­seits voll­stän­dig er­füll­ter Kauf­ver­trag ist nach ei­nem Rück­tritt des Käu­fers ein­heit­lich dort rück­ab­zu­wi­ckeln, wo sich die Kauf­sa­che im Zeit­punkt des Rück­tritts ver­trags­ge­mäß be­fin­det.

LG Zwei­brü­cken, Ur­teil vom 20.11.2020 – 1 O 240/19

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Pri­vat­ver­kauf ei­nes Pkw durch den Ge­schäfts­füh­rer ei­nes Au­to­hau­ses – Agen­tur­ge­schäft

Der Ge­schäfts­füh­rer ei­ner ein Au­to­haus be­trei­ben­den Ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung darf sein pri­va­tes Fahr­zeug – un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Sach­män­gel – pri­vat ver­kau­fen und sich da­bei der In­fra­struk­tur des Au­to­hau­ses be­die­nen. Der Käu­fer des Fahr­zeugs muss al­ler­dings in ge­nü­gen­der Wei­se dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, dass er das Fahr­zeug nicht von ei­nem ge­werb­li­chen Kraft­fahr­zeug­händ­ler, son­dern von ei­ner Pri­vat­per­son er­wirbt. Da­für ge­nügt es dann nicht, dass im schrift­li­chen Kauf­ver­trag nicht die das Au­to­haus be­trei­ben­de Ge­sell­schaft, son­dern de­ren Ge­schäfts­füh­rer als Ver­käu­fer be­nannt ist, wenn der Käu­fer nach den ge­sam­ten üb­ri­gen Um­stän­den da­von aus­ge­hen darf, dass sein Ver­trags­part­ner ein ge­werb­li­cher Kraft­fahr­zeug­händ­ler sei.

AG Reck­ling­hau­sen, Ur­teil vom 23.05.2018 – 51 C 233/17

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Um­ge­hungs­ge­schäft durch Vor­schie­ben ei­nes Stroh­manns durch Kfz-Händ­ler – „scheck­heft­ge­pflegt“

  1. Schiebt ein Kfz-Händ­ler beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor, um ein in Wahr­heit vor­lie­gen­des Ei­gen­ge­schäft zu ver­schlei­ern und das Fahr­zeug un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, dann muss er sich ge­mäß § 475 I 2 BGB so be­han­deln las­sen, als hät­te er selbst das Fahr­zeug ver­kauft. Der Händ­ler kann sich des­halb nicht mit Er­folg auf ei­nen ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ge­währ­leis­t­un­g­aus­schluss be­ru­fen (§ 475 I 1 BGB).
  2. Da­für, dass ein Kfz-Händ­ler beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher ein in Wahr­heit vor­lie­gen­des Ei­gen­ge­schäft ver­schlei­ern will, in­dem er ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor­schiebt, spricht ei­ne ge­wis­se Ver­mu­tung, wenn der mut­maß­li­che Stroh­mann dem Händ­ler per­sön­lich na­he­steht (hier: Va­ter-Sohn-Be­zie­hung).
  3. Ein Ge­braucht­wa­gen ist „scheck­heft­ge­pflegt“, wenn die vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­schrie­be­nen War­tungs­in­ter­val­le ein­ge­hal­ten und die fäl­li­gen War­tungs­ar­bei­ten in ei­ner au­to­ri­sier­ten Fach­werk­statt durch­ge­führt wor­den sind. Wur­den bei ei­nem als „scheck­heft­ge­pflegt“ an­ge­prie­se­nen Ge­braucht­wa­gen je­den­falls zwei vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­ge­be­ne War­tungs­ter­mi­ne aus­ge­las­sen, lei­det das Fahr­zeug an ei­nem Man­gel i. S. von § 434 I 1 BGB, wo­bei ei­ne Nach­bes­se­rung (§ 439 I Fall 1 BGB) un­mög­lich ist.

OLG Hamm, Ur­teil vom 13.11.2014 – 2 U 58/14

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Wirk­sa­mer Kfz-Kauf­ver­trag trotz Vor­schie­ben ei­nes Stroh­manns

Schiebt beim Ver­kauf ei­ner be­weg­li­chen Sa­che an ei­nen Ver­brau­cher der Ver­käu­fer, der Un­ter­neh­mer ist, ei­nen Ver­brau­cher als Stroh­mann vor, um die Sa­che un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, so ist der Kauf­ver­trag zwi­schen den Ver­brau­chern wirk­sam, so­fern nicht die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes Schein­ge­schäfts (§ 117 BGB) vor­lie­gen (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 22.11.2006 – VI­II ZR 72/06, BGHZ 170, 67).

BGH, Ur­teil vom 12.12.2012 – VI­II ZR 89/12

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Um­ge­hungs­ge­schäft durch Vor­schie­ben ei­nes Ver­brau­chers als Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens

  1. Schiebt ein Kfz-Händ­ler beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor, um das Fahr­zeug un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, so rich­ten sich, weil ein Um­ge­hungs­ge­schäft i. S. des § 475 I 2 BGB vor­liegt, Män­gel­rech­te des Käu­fers ge­gen den Händ­ler und nicht ge­gen den als Ver­käu­fer vor­ge­scho­be­nen Ver­brau­cher (im An­schluss an BGH, Urt. v. 22.11.2006 – VI­II ZR 72/06, BGHZ 170, 67 = NJW 2007, 759 Rn. 15 ff.).
  2. Zwar ist zi­vil­recht­lich nichts da­ge­gen ein­zu­wen­den, dass der An­ge­stell­te ei­nes Kfz-Händ­lers ein in sei­nem Ei­gen­tum ste­hen­des Fahr­zeug un­ter In­an­spruch­nah­me be­trieb­li­cher Ein­rich­tun­gen und Hilfs­mit­tel pri­vat ver­kauft. Ist das Fahr­zeug in­des nicht Ei­gen­tum des An­ge­stell­ten, son­dern des Händ­lers, so ist dies ein ers­tes und ge­wich­ti­ges An­zei­chen da­für, dass der Händ­ler den An­ge­stell­ten nur vor­schiebt, um ein in Wirk­lich­keit vor­lie­gen­des Ei­gen­ge­schäft zu ver­schlei­ern, al­so ein Um­ge­hungs­ge­schäft i. S. des § 475 I 2 BGB vor­liegt.
  3. Auch bei ei­nem Um­ge­hungs­ge­schäft i. S. des § 475 I 2 BGB muss der Käu­fer dem Ver­käu­fer grund­sätz­lich er­folg­los ei­ne Frist zur Nach­er­fül­lung set­zen, be­vor er we­gen ei­nes Man­gels den Kauf­preis min­dern, vom Kauf­ver­trag zu­rück­tre­ten und/oder Scha­dens­er­satz ver­lan­gen darf.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 07.04.2008 – I-1 U 203/07

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Be­schaf­fen­heits­an­ga­be „fahr­be­reit“ im Kfz-Kauf­ver­trag

  1. Ei­nem Ge­braucht­wa­gen, der bei Ge­fahr­über­gang auf den Käu­fer be­triebs­fä­hig und ver­kehrs­si­cher ist, fehlt nicht des­we­gen die ver­ein­bar­te Be­schaf­fen­heit „fahr­be­reit“, weil der Mo­tor we­gen ei­nes fort­schrei­ten­den Scha­dens nach ei­ner Fahrt­stre­cke von höchs­ten 2.000 Ki­lo­me­tern aus­ge­tauscht wer­den muss.
  2. Mit der An­ga­be in ei­nem Ge­braucht­wa­gen­kauf­ver­trag, dass das Fahr­zeug „fahr­be­reit“ ist, über­nimmt der Ver­käu­fer nicht oh­ne Wei­te­res die Ge­währ im Sin­ne ei­ner Halt­bar­keits­ga­ran­tie (§ 443 BGB) da­für, dass das Fahr­zeug auch noch nach Ge­fahr­über­gang über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum oder über ei­ne län­ge­re Stre­cke fahr­be­reit bleibt (im An­schluss an BGH, Urt. v. 21.04.1993 – VI­II ZR 113/92, BGHZ 122, 256 = NJW 1993, 1854).
  3. Schiebt beim Ver­kauf ei­ner be­weg­li­chen Sa­che an ei­nen Ver­brau­cher der Ver­käu­fer, der Un­ter­neh­mer ist, ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor, um die Sa­che un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, so rich­ten sich Män­gel­rech­te des Käu­fers nach § 475 I 2 BGB we­gen Um­ge­hung der Be­stim­mun­gen über den Ver­brauchs­gü­ter­kauf ge­gen den Un­ter­neh­mer und nicht ge­gen den als Ver­käu­fer vor­ge­scho­be­nen Ver­brau­cher (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 26.01.2005 – VI­II ZR 175/04, NJW 2005, 1039).

BGH, Ur­teil vom 22.11.2006 – VI­II ZR 72/06

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Um­ge­hungs­ge­schäft beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf durch Vor­schie­ben ei­nes Stroh­manns

  1. Schiebt ein Kfz-Händ­ler beim Ver­kauf Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor, um das Fahr­zeug un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, dann muss er sich ge­mäß § 475 I 2 BGB so be­han­deln las­sen, als hät­te er selbst das Fahr­zeug ver­kauft. Dem­entspre­chend ist der ver­ein­bar­te Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss un­wirk­sam (§ 475 I 1 BGB) und kann der Käu­fer we­gen Män­geln des Fahr­zeugs den Händ­ler – und nicht den Stroh­mann – in An­spruch neh­men.
  2. Ein Um­ge­hungs­ge­schäft i. S. von § 475 I 2 BGB liegt vor, wenn in den Ge­schäfts­räu­men ei­nes Kfz-Händ­lers ein Kauf­ver­trag über ei­nen auf dem Be­triebs­ge­län­de des Händ­lers ste­hen­den und von die­sem be­wor­be­nen Ge­braucht­wa­gen ge­schlos­sen wird und als Ver­käu­fer ein Ver­brau­cher in Er­schei­nung tritt, der we­der als Hal­ter im Fahr­zeug­brief ein­ge­tra­gen noch Ver­trags­part­ner des Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rers ist.

OLG Cel­le, Ur­teil vom 15.11.2006 – 7 U 176/05

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