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Tag: arg­lis­ti­ge Täu­schung

Dar­le­gungs- und Be­weis­last des Käu­fers für be­haup­te­te Arg­list des Ver­käu­fers

  1. Ha­ben die Par­tei­en ei­nes Kauf­ver­trags ei­nen Aus­schluss der Haf­tung des Ver­käu­fers für Sach­män­gel ver­ein­bart, so trägt zwar grund­sätz­lich der Käu­fer die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für sämt­li­cher Um­stän­de ei­ner Arg­list des Ver­käu­fers, wenn er gel­tend macht, der Ver­käu­fer dür­fe sich ge­mäß § 444 Fall 1 BGB nicht auf den Haf­tungs­aus­schluss be­ru­fen. Al­ler­dings kom­men dem Käu­fer Be­wei­ser­leich­te­run­gen nach den Grund­sät­zen der se­kun­dä­ren Dar­le­gungs­last zu­gu­te, so­weit zu den Vor­aus­set­zun­gen der arg­lis­ti­gen Täu­schung ne­ga­ti­ve Tat­sa­chen zäh­len, wie et­wa hin­sicht­lich ei­ner un­ter­blie­be­nen Of­fen­ba­rung bei ei­ner Täu­schung durch Ver­schwei­gen. In­so­weit muss er le­dig­lich die von dem Ver­käu­fer in räum­li­cher, zeit­li­cher und in­halt­li­cher Wei­se zu spe­zi­fi­zie­ren­de Auf­klä­rung aus­räu­men.
  2. Legt der Ver­käu­fer nicht dar, dass er dem Käu­fer den Man­gel of­fen­bart hat, be­haup­tet er aber gleich­zei­tig, er sei da­von aus­ge­gan­gen, dass der Käu­fer (an­der­wei­tig) auf­ge­klärt wor­den sei, et­wa durch ihm vor­lie­gen­de Un­ter­la­gen, ist es Sa­che des Ver­käu­fers, die­je­ni­gen Um­stän­de in räum­li­cher, zeit­li­cher und in­halt­li­cher Wei­se zu kon­kre­ti­sie­ren, auf­grund de­rer er trotz un­ter­blie­be­ner ei­ge­ner Auf­klä­rung da­von aus­ge­gan­gen sein will, der Käu­fer ha­be Kennt­nis von dem Man­gel ge­habt.
  3. Ein ver­stän­di­ger und red­li­cher Ver­käu­fer darf zwar da­von aus­ge­hen, dass bei ei­ner Be­sich­ti­gung der Kauf­sa­che oh­ne Wei­te­res er­kenn­ba­re Män­gel auch dem Käu­fer ins Au­ge sprin­gen wer­den und des­halb ei­ne ge­son­der­te Auf­klä­rung nicht er­for­der­lich ist. Kon­stel­la­tio­nen, in de­nen dem Käu­fer auf an­de­re Wei­se die Mög­lich­keit ge­ge­ben wird, sich Kennt­nis von ei­nem Man­gel der Kauf­sa­che zu ver­schaf­fen, ste­hen dem aber nicht oh­ne Wei­te­res gleich. Mit Blick auf über­ge­be­ne Un­ter­la­gen, aus de­nen sich die Man­gel­haf­tig­keit der Kauf­sa­che er­gibt, ist ei­ne Gleich­stel­lung nur ge­recht­fer­tigt, wenn ein Ver­käu­fer auf­grund der Um­stän­de die be­rech­tig­te Er­war­tung ha­ben kann, dass der Käu­fer die Un­ter­la­gen als Grund­la­ge sei­ner Kauf­ent­schei­dung durch­se­hen wird. So liegt es et­wa, wenn der Ver­käu­fer dem Käu­fer im Zu­sam­men­hang mit mög­li­chen Män­geln ein Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten über­reicht.

BGH, Ur­teil vom 23.09.2022 – V ZR 133/21

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Er­heb­li­cher Un­fall­scha­den ei­nes Ge­braucht­wa­gens als Sach­man­gel

  1. Der Käu­fer ei­nes ge­brauch­ten Kraft­fahr­zeugs kann, wenn kei­ne be­son­de­ren Um­stän­de vor­lie­gen, i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB a.F. er­war­ten, dass das Fahr­zeug kei­nen Un­fall er­lit­ten hat, bei dem es zu mehr als „Ba­ga­tell­schä­den“ ge­kom­men ist (im An­schluss an BGH, Urt. v. 10.10.2007 – VI­II ZR 330/06, NJW 2008, 53 Rn. 20).
  2. Ei­nen Ge­braucht­wa­gen­händ­ler trifft kei­ne ge­ne­rel­le, an­las­s­un­ab­hän­gi­ge Ob­lie­gen­heit, ein Fahr­zeug vor dem Ver­kauf um­fas­send zu un­ter­su­chen; zu ei­ner Über­prü­fung des Fahr­zeugs kann er viel­mehr nur auf­grund be­son­de­rer Um­stän­de, die für ihn ei­nen kon­kre­ten Ver­dacht auf Män­gel be­grün­den, ge­hal­ten sein (im An­schluss an BGH, Urt. v. 15.04.2015 – VI­II ZR 80/14, NJW 2015, 1669 Rn. 14 m. w. Nachw.). Sol­che Um­stän­de lie­gen vor, wenn ein Ge­braucht­wa­gen­händ­ler beim An­kauf ei­nes Fahr­zeugs un­spe­zi­fisch über ei­nen „re­pa­rier­ten Front­scha­den“ in­for­miert wird, be­züg­lich des­sen Re­pa­ra­tur­rech­nun­gen nicht vor­ge­legt wer­den kön­nen, und wenn bei ei­ner blo­ßen fach­män­ni­schen Sicht­prü­fung Nachla­ckie­run­gen an der Front, an der Sei­te und am Heck des Fahr­zeugs so­wie Glas­split­ter und Blut­sprit­zer im Fahr­zeu­gin­ne­ren er­kenn­bar sind.

OLG Naum­burg, Ur­teil vom 30.05.2022 – 2 U 195/19
(vor­an­ge­hend: BGH, Be­schluss vom 08.09.2021 – VI­II ZR 258/20)

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(Kei­ne) Frist­set­zung zur Nach­er­fül­lung vor Rück­tritt im VW-Ab­gas­skan­dal

Zur Fra­ge der Ent­behr­lich­keit ei­ner Frist­set­zung zur Nach­er­fül­lung vor der Er­klä­rung des Rück­tritts von ei­nem Kauf­ver­trag be­züg­lich ei­nes vom so­ge­nann­ten Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Fahr­zeugs (im An­schluss an Se­nat, Urt. v. 29.09.2021 – VI­II ZR 111/20, WM 2021, 2156 Rn. 21 ff., zur Ver­öf­fent­li­chung in BGHZ be­stimmt; Beschl. v. 29.09.2021 – VI­II ZR 226/19, ju­ris Rn. 33; Beschl. v. 14.12.2021 – VI­II ZR 386/20 Rn. 32, zur Ver­öf­fent­li­chung be­stimmt).

BGH, Ur­teil vom 26.01.2022 – VI­II ZR 140/20

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An­ga­be der Lauf­leis­tung ei­nes Ge­braucht­wa­gens „lt. Vor­be­sit­zer“

  1. An­ga­ben zur Lauf­leis­tung ei­nes Ge­braucht­wa­gens, für die sich der Ver­käu­fer – hier: durch den Zu­satz „lt. Vor­be­sit­zer“ – auf ei­ne be­stimm­te Quel­le be­zieht und so hin­rei­chend deut­lich macht, dass er kein ei­ge­nes Wis­sen kom­mu­ni­ziert, füh­ren nicht zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. von § 434 I 1 BGB. Es liegt viel­mehr nur ei­ne Wis­sens­er­klä­rung oder – bes­ser – Wis­sens­mit­tei­lung vor, mit der An­ga­ben (hier: des Vor­be­sit­zers) zur Lauf­leis­tung wie­der­ge­ge­ben wer­den.
  2. Ei­nen Ge­braucht­wa­gen­händ­ler trifft kei­ne ge­ne­rel­le, an­las­s­un­ab­hän­gi­ge Ob­lie­gen­heit, ein Fahr­zeug vor dem Ver­kauf um­fas­send zu un­ter­su­chen. Der Händ­ler ist da­her grund­sätz­lich nicht ge­hal­ten, die tat­säch­li­che Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs zu er­mit­teln. Hier­zu kann er viel­mehr nur auf­grund be­son­de­rer Um­stän­de ge­hal­ten sein, die für ihn den kon­kre­ten Ver­dacht be­grün­den, dass die tat­säch­li­che Lauf­leis­tung hö­her ist als die vom Ki­lo­me­ter­zäh­ler an­ge­zeig­te Lauf­leis­tung. Sol­che Um­stän­de lie­gen nicht schon dann vor, wenn ein Pkw, der rund zehn Jah­re als Fir­men­wa­gen im Ein­satz ge­we­sen ist, le­dig­lich rund 173.000 km zu­rück­ge­legt ha­ben soll.

LG Ber­lin, Ur­teil vom 27.10.2021 – 46 O 262/21

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Qua­li­fi­ka­ti­on ei­ner auf Scha­dens­er­satz we­gen Be­trugs ge­rich­te­ten Zi­vil­kla­ge – Art. 7 Nr. 1 lit. a und Nr. 2 Eu­GV­VO n.F.

Macht ein in Deutsch­land an­säs­si­ger Klä­ger gel­tend, er ha­be auf­grund vor­sätz­lich fal­scher An­ga­ben des in Bul­ga­ri­en an­säs­si­gen Be­klag­ten über den Zu­stand ei­ner Sa­che in ei­ner auf ei­ner In­ter­net­platt­form ein­ge­stell­ten Ver­kaufs­an­zei­ge ei­nen Kauf­ver­trag ab­ge­schlos­sen und den ver­ein­bar­ten Kauf­preis an den Be­klag­ten über­wie­sen, und stützt der Klä­ger den Scha­dens­er­satz­an­spruch aus­schließ­lich auf § 823 II BGB i. V. mit § 263 I StGB, ist für die­se Kla­ge der uni­ons­recht­li­che Ge­richts­stand der un­er­laub­ten Hand­lung er­öff­net.

BGH, Ur­teil vom 20.07.2021 – VI ZR 63/19
(vor­an­ge­hend: OLG Cel­le, Ur­teil vom 06.02.2019 – 7 U 102/18BGH, Be­schluss vom 13.10.2020 – VI ZR 63/19BGH, Be­schluss vom 16.02.2021 – VI ZR 63/19)

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Zur Haf­tung des Ver­käu­fers für un­zu­tref­fen­de öf­fent­li­che Äu­ße­run­gen i. S. von § 434 I 3 BGB

  1. Der Aus­nah­me­fall des § 434 I 3 Halb­satz 2 BGB, wo­nach der Ver­käu­fer für sei­ne un­zu­tref­fen­de öf­fent­li­che Äu­ße­rung über Ei­gen­schaf­ten der Kauf­sa­che dann nicht haf­tet, wenn die Äu­ße­rung die Kauf­ent­schei­dung nicht be­ein­flus­sen konn­te, liegt nur vor, wenn ein Ein­fluss der öf­fent­li­chen Äu­ße­rung auf die Kauf­ent­schei­dung nach­weis­lich aus­ge­schlos­sen ist.
  2. Mit der „Kauf­ent­schei­dung“ i. S. des § 434 I 3 Halb­satz 2 BGB ist der Ab­schluss des Kauf­ver­trags ge­meint. Maß­geb­lich für die Be­ur­tei­lung, ob ei­ne öf­fent­li­che Äu­ße­rung des Ver­käu­fers über die Ei­gen­schaft ei­nes Grund­stücks die Kauf­ent­schei­dung nicht be­ein­flus­sen konn­te, ist des­halb nicht der Zeit­punkt, zu dem der Käu­fer sich ent­schlos­sen hat, das Grund­stück zu er­wer­ben, son­dern der Zeit­punkt der no­ta­ri­el­len Be­ur­kun­dung des Grund­stücks­kauf­ver­trags.

BGH, Ur­teil vom 16.07.2021 – V ZR 119/20

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Rück­for­de­rungs­durch­griff nach An­fech­tung ei­nes fi­nan­zier­ten Kfz-Kauf­ver­trags

Hat bei ei­nem ver­bun­de­nen Ge­schäft (§ 358 III BGB) der Ver­brau­cher den fi­nan­zier­ten Ver­trag we­gen arg­lis­ti­ger Täu­schung an­ge­foch­ten, führt die Rück­wir­kung der An­fech­tung (§ 142 I BGB) da­zu, dass dem An­spruch des Dar­le­hens­ge­bers aus dem Fi­nan­zie­rungs­dar­le­hen von An­fang an aus § 359 I 1 BGB ei­ne dau­ern­de Ein­re­de i. S. von § 813 I 1 BGB ent­ge­gen­stand und der Ver­brau­cher auch die vor der An­fech­tungs­er­klä­rung auf das Dar­le­hen ge­leis­te­ten Zah­lun­gen ge­mäß § 813 I 1 BGB i. V. mit § 812 I 1 Fall 1 BGB vom Dar­le­hens­ge­ber zu­rück­ver­lan­gen kann (Fort­füh­rung von Se­nat, Urt. v. 04.12.2007 – XI ZR 227/06, BGHZ 174, 334).

BGH, Ur­teil vom 15.06.2021 – XI ZR 568/19
(vor­an­ge­hend: OLG Dres­den, Ur­teil vom 18.10.2019 – 9 U 841/19)

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An­ge­bot ei­nes Pkw als „Dieb­stahls­rück­läu­fer“ mit ver­än­der­ter Fahr­zeug-Iden­ti­fi­zie­rungs­num­mer

Wird ein Pkw als „Dieb­stahls­rück­läu­fer“ oh­ne Hin­weis auf ei­ne ver­än­der­te Fahr­zeug-Iden­ti­fi­zie­rungs­num­mer (FIN) zum Kauf an­ge­bo­ten und über­prüft der ge­werb­lich mit Kraft­fahr­zeu­gen han­deln­de Käu­fer vor Ab­schluss des Kauf­ver­trags nicht, ob die in der Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil I und Teil II ein­ge­tra­ge­ne mit der am Fahr­zeug an­ge­brach­ten Fahr­zeug-Iden­ti­fi­zie­rungs­num­mer über­ein­stimmt, han­delt der Käu­fer grob fahr­läs­sig i. S. von § 442 I 2 BGB, oh­ne dass dem Ver­käu­fer Arg­list zur Last fällt.

OLG Ros­tock, Ur­teil vom 01.06.2021 – 4 U 156/19

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Be­zugs­punkt und Be­griff der Arg­list in § 444 Fall 1 BGB

  1. Be­zugs­punkt der Arg­list in § 444 Fall 1 BGB ist ein kon­kre­ter Man­gel. Arg­list liegt des­halb nur vor, wenn der Ver­käu­fer die­sen kon­kre­ten Man­gel kennt oder zu­min­dest im Sin­ne ei­nes be­ding­ten Vor­sat­zes für mög­lich hält und bil­li­gend in Kauf nimmt. Das schließt es aus, ein arg­lis­ti­ges Ver­schwei­gen von Män­geln ge­mäß § 444 Fall 1 BGB durch den Ver­käu­fer al­lein dar­aus ab­zu­lei­ten, dass das Ge­bäu­de auf dem ver­kauf­ten Grund­stück teil­wei­se un­ter Ver­stoß ge­gen das Schwarz­ar­beits­be­kämp­fungs­ge­setz er­rich­tet wor­den ist.
  2. Für die An­nah­me von Arg­list ge­nügt es nicht, dass sich dem Ver­käu­fer das Vor­lie­gen auf­klä­rungs­pflich­ti­ger Tat­sa­chen hät­te auf­drän­gen müs­sen (Be­stä­ti­gung von Se­nat, Urt. v. 12.04.2013 – V ZR 266/11, NJW 2013, 2182).
  3. Ein Grund­stück ist nicht al­lein des­halb man­gel­haft, weil bei der Er­rich­tung ei­nes auf ihm ste­hen­den Ge­bäu­des ge­gen das Schwarz­ar­beits­be­kämp­fungs­ge­setz ver­sto­ßen wur­de.

BGH, Ur­teil vom 28.05.2021 – V ZR 24/20

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Kei­ne Auf­klä­rungs­pflicht über man­gel­be­ding­te Rück­ab­wick­lung ei­nes Kfz-Kauf­ver­trags

Der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens muss den Käu­fer nicht dar­über auf­klä­ren, dass ein frü­he­rer Käu­fer des Fahr­zeugs we­gen ei­nes Ge­trie­be­scha­dens, den der Ver­käu­fer nicht fest­stel­len konn­te, vom Kauf­ver­trag zu­rück­ge­tre­ten ist.

LG It­ze­hoe, Ur­teil vom 12.05.2021 – 7 O 65/19

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