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Tag: An­walts­kos­ten

(Kei­ne) Streit­wert­er­hö­hung durch vor­pro­zes­su­al ent­stan­de­ne Rechts­an­walts­kos­ten

  1. Der gel­tend ge­mach­te An­spruch auf Be­frei­ung von vor­pro­zes­su­al an­ge­fal­le­nen Rechts­an­walts­kos­ten er­höht als Ne­ben­for­de­rung den Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stands nicht, so­weit er ne­ben der Haupt­for­de­rung gel­tend ge­macht wird, für de­ren Ver­fol­gung Rechts­an­walts­kos­ten an­ge­fal­len sein sol­len. So­weit die­se Haupt­for­de­rung je­doch nicht Pro­zess­ge­gen­stand ist, han­delt es sich bei dem gel­tend ge­mach­ten An­spruch auf Be­frei­ung von vor­pro­zes­su­al an­ge­fal­le­nen Rechts­an­walts­kos­ten nicht um ei­ne Ne­ben­for­de­rung.
  2. Der Wert die­ses An­teils ist durch ei­ne Dif­fe­renz­rech­nung zu er­mit­teln, bei der von den ge­sam­ten nach der Kla­ge­dar­stel­lung vor­pro­zes­su­al an­ge­fal­le­nen Rechts­an­walts­kos­ten die­je­ni­gen (fik­ti­ven) Kos­ten ab­zu­zie­hen sind, die ent­stan­den wä­ren, wenn der Rechts­an­walt auch vor­pro­zes­su­al den An­spruch nur in der Hö­he gel­tend ge­macht hät­te, wie er Ge­gen­stand der Kla­ge ge­wor­den ist.

BGH, Be­schluss vom 07.07.2020 – VI ZB 66/19

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Ein­heit­li­cher Er­fül­lungs­ort für die Rück­ab­wick­lung ei­nes Kauf­ver­trags

  1. Aus der Na­tur ei­nes kauf­recht­li­chen Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis er­gibt sich, dass Er­fül­lungs­ort so­wohl für den An­spruch auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses als auch für den An­spruch auf Rück­ge­währ der Kauf­sa­che der Ort ist, an dem sich die Kauf­sa­che ver­trags­ge­mäß be­fin­det.
  2. Macht ein Rechts­an­walt au­ßer­ge­richt­lich kauf­recht­li­che Rück­ge­währan­sprü­che gel­tend, so ist der An­spruch auf Er­satz der da­für an­ge­fal­le­nen Rechts­an­walts­kos­ten am sel­ben Ort zu er­fül­len wie die Rück­ge­währan­sprü­che.
  3. Ein Ver­wei­sungs­be­schluss ist ob­jek­tiv will­kür­lich und des­halb für das Ge­richt, an das die Sa­che ver­wie­sen wird, nicht bin­dend, wenn sich das ver­wei­sen­de Ge­richt mit ei­ner sei­ne Zu­stän­dig­keit be­grün­den­den Norm (hier: § 29 I ZPO) nicht be­fasst hat, ob­wohl sich ei­ne Be­fas­sung da­mit nach den Um­stän­den – ins­be­son­de­re nach dem Vor­trag der Par­tei­en – der­art auf­dräng­te, dass die ge­trof­fe­ne Ver­wei­sungs­ent­schei­dung als nicht auf der Grund­la­ge von § 281 ZPO er­gan­gen an­ge­se­hen wer­den kann.

Baye­ri­sches Obers­tes Lan­des­ge­richt, Be­schluss vom 08.04.2020 – 1 AR 18/20

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An­spruch des Neu­wa­gen­käu­fers auf Er­satz­lie­fe­rung (§ 439 I Fall 2 BGB) ei­nes man­gel­frei­en Fahr­zeugs

  1. Ein Fahr­zeug ist nicht frei von Sach­män­geln, wenn die Soft­ware der Kupp­lungs­über­hit­zungs­an­zei­ge ei­ne Warn­mel­dung ein­blen­det, die den Fah­rer zum An­hal­ten auf­for­dert, um die Kupp­lung ab­küh­len zu las­sen, ob­wohl dies auch bei Fort­set­zung der Fahrt mög­lich ist.
  2. An der Be­ur­tei­lung als Sach­man­gel än­dert es nichts, wenn der Ver­käu­fer dem Käu­fer mit­teilt, es sei nicht not­wen­dig, die ir­re­füh­ren­de Warn­mel­dung zu be­ach­ten. Dies gilt auch dann, wenn der Ver­käu­fer zu­gleich der Her­stel­ler des Fahr­zeugs ist.

  3. Der Ver­käu­fer ei­nes mit ei­nem Soft­ware­feh­ler be­haf­te­ten Neu­fahr­zeugs kann der vom Käu­fer be­an­spruch­ten Er­satz­lie­fe­rung ei­nes man­gel­frei­en Fahr­zeugs nicht ent­ge­gen­hal­ten, die­se sei un­mög­lich ge­wor­den (§ 275 I BGB), weil die nun­mehr pro­du­zier­ten Fahr­zeu­ge der be­tref­fen­den Mo­dell­ver­si­on mit ei­ner kor­ri­gier­ten Ver­si­on der Soft­ware aus­ge­stat­tet sei­en.

  4. Der Wahl der Nach­er­fül­lung durch Er­satz­lie­fe­rung ei­ner man­gel­frei­en Sa­che steht – in den Gren­zen von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) – grund­sätz­lich nicht ent­ge­gen, dass der Käu­fer zu­vor ver­geb­lich Be­sei­ti­gung des Man­gels (§ 439 I Fall 1 BGB) ver­langt hat.

  5. Das Fest­hal­ten des Käu­fers an dem wirk­sam aus­ge­üb­ten Recht auf Er­satz­lie­fe­rung ei­ner man­gel­frei­en Sa­che ist – eben­so wie das Fest­hal­ten des Käu­fers an ei­nem wirk­sam er­klär­ten Rück­tritt vom Kauf­ver­trag (BGH, Urt. v. 05.11.2008 – VI­II ZR 166/07, NJW 2009, 509 Rn. 23; Urt. v. 26.10.2016 – VI­II ZR 240/15, NJW 2017, 153 Rn. 31) – nicht treu­wid­rig, wenn der Man­gel nach­träg­lich oh­ne Ein­ver­ständ­nis des Käu­fers be­sei­tigt wird (hier: durch Auf­spie­len ei­ner kor­ri­gier­ten Ver­si­on der Soft­ware).

  6. Ob die vom Käu­fer be­an­spruch­te Art der Nach­er­fül­lung (hier: Er­satz­lie­fe­rung ei­ner man­gel­frei­en Sa­che) im Ver­gleich zu der an­de­ren Va­ri­an­te (hier: Be­sei­ti­gung des Man­gels) we­gen der da­mit ver­bun­de­nen Auf­wen­dun­gen für den Ver­käu­fer un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Kos­ten ver­ur­sacht und die­sen des­halb un­an­ge­mes­sen be­las­tet, ent­zieht sich ei­ner ver­all­ge­mei­ne­rungs­fä­hi­gen Be­trach­tung und ist auf­grund ei­ner um­fas­sen­den In­ter­es­sen­ab­wä­gung und Wür­di­gung al­ler maß­geb­li­chen Um­stän­de des kon­kre­ten Ein­zel­falls un­ter Be­rück­sich­ti­gung der in § 439 III 2 BGB a.F. (§ 439 IV 2 BGB n.F.) ge­nann­ten Kri­te­ri­en fest­zu­stel­len.

  7. Für die Be­ur­tei­lung der re­la­ti­ven Un­ver­hält­nis­mä­ßig­keit der vom Käu­fer ge­wähl­ten Art der Nach­er­fül­lung im Ver­gleich zu der an­de­ren Art ist grund­sätz­lich auf den Zeit­punkt des Zu­gangs des Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gens ab­zu­stel­len.

  8. Der auf Er­satz­lie­fe­rung in An­spruch ge­nom­me­ne Ver­käu­fer darf den Käu­fer nicht un­ter Aus­übung der Ein­re­de der Un­ver­hält­nis­mä­ßig­keit auf Nach­bes­se­rung ver­wei­sen, wenn der Ver­käu­fer den Man­gel nicht voll­stän­dig, nach­hal­tig und fach­ge­recht be­sei­ti­gen kann.

  9. § 439 II BGB kann ver­schul­dens­un­ab­hän­gig auch vor­ge­richt­li­che Rechts­an­walts­kos­ten er­fas­sen, die dem Käu­fer ent­ste­hen, um das Ver­trags­ziel der Lie­fe­rung ei­ner man­gel­frei­en Sa­che zu er­rei­chen.

BGH, Ur­teil vom 24.10.2018 – VI­II ZR 66/17
(vor­an­ge­hend: OLG Nürn­berg, Ur­teil vom 20.02.2017 – 14 U 199/16)

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Er­satz von An­walts­kos­ten bei Rück­tritt vom Kauf­ver­trag

Ge­gen­stand ei­nes ver­trag­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruchs sind auch die zu des­sen Durch­set­zung er­for­der­li­chen Rechts­ver­fol­gungs­kos­ten. Der Schä­di­ger hat al­ler­dings nicht schlecht­hin al­le durch die Ver­trags­ver­let­zung ad­äquat ver­ur­sach­ten Kos­ten zu er­set­zen, son­dern nur die­je­ni­gen, die aus Sicht des Ge­schä­dig­ten zur Wahr­neh­mung sei­ner Rech­te er­for­der­lich und zweck­mä­ßig wa­ren. Da­bei sind an die Vor­aus­set­zun­gen des ma­te­ri­ell-recht­li­chen Kos­ten­er­stat­tungs­an­spruchs kei­ne über­zo­ge­nen An­for­de­run­gen zu stel­len. Es kommt dar­auf an, wie sich die vor­aus­sicht­li­che Ab­wick­lung des Scha­dens­falls aus der Sicht des Ge­schä­dig­ten dar­stellt.

OLG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 01.09.2005 – 1 W 17/05

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