1. Wenn der Käu­fer ei­nes Neu­wa­gens, der beim Kauf ei­nen Ge­braucht­wa­gen in Zah­lung ge­ge­ben hat, we­gen ei­nes Man­gels des Neu­wa­gens vom Kauf­ver­trag zu­rück­tritt, kann er nur Rück­zah­lung des ge­zahl­ten Geld­be­trags und Rück­ga­be des Ge­braucht­wa­gens ver­lan­gen, nicht aber die Zah­lung des für den Ge­braucht­wa­gen ver­ein­bar­ten An­rech­nungs­prei­ses.
  2. So­fern der Ver­käu­fer den Ge­braucht­wa­gen in­zwi­schen wei­ter­ver­äu­ßert und des­halb da­für nach § 346 II 1 Nr. 2 BGB Wert­er­satz zu leis­ten hat, ist für den Wert­er­satz der Ver­kehrs­wert des Ge­braucht­wa­gens im Zeit­punkt der In­zah­lung­nah­me maß­geb­lich.

OLG Hamm, Ur­teil vom 18.12.2008 – 28 U 17/08

Sach­ver­halt: Die Klä­ge­rin nimmt die Be­klag­te nach ei­nem Rück­tritt von ei­nem Kauf­ver­trag über ei­nen Au­di A8 im We­sent­li­chen auf Rück­zah­lung des rest­li­chen „Kauf­prei­ses“ und auf Er­stat­tung vor­pro­zes­sua­ler An­walts­kos­ten in An­spruch.

Ge­mäß ei­ner ver­bind­li­chen Be­stel­lung vom 16.08.2006, die an die Stel­le ei­ner Be­stel­lung vom 06.06.2006 trat, soll­te die Be­klag­te der Klä­ge­rin ei­nen Au­di A8 zu ei­nem Lis­ten­kauf­preis von 106.385 € lie­fern. Un­ter der Ru­brik „Be­son­de­re Ver­ein­ba­run­gen“ heißt es: „Nach­lass 16.385 €; In­zah­lung­nah­me GW Por­sche Ca­yenne zum Preis von 50.000 €. So­mit be­trägt die Zu­zah­lung 40.000 €“.

Im Rah­men der er­setz­ten Be­stel­lung vom 06.10.2006 un­ter­zeich­ne­ten die Par­tei­en ei­nen „An­kaufs­schein“ für den Por­sche zu ei­nem Preis von 50.000 €. In die­sem An­kaufs­schein heißt es hand­schrift­lich: „In­zah­lung­nah­me in Ver­bin­dung mit Neu­wa­gen­ge­schäft“. Un­ter dem 29.08.2006 stell­te die Klä­ge­rin der Be­klag­ten für den Por­sche ei­ne Ver­kaufs­rech­nung über den Be­trag von 50.000 € aus. Die Be­stel­lung vom 06.06.2006 wur­de dann so nicht aus­ge­führt, son­dern die Be­klag­te zahl­te an die Klä­ge­rin den im An­kaufs­schein ge­nann­ten Be­trag aus, mit dem die Klä­ge­rin die noch lau­fen­de Fi­nan­zie­rung des Por­sche ab­lös­te. Im Üb­ri­gen schloss die Lea­sing­ge­sell­schaft mit der Be­klag­ten ei­nen Kauf­ver­trag über den Au­di A8 zu ei­nem Kauf­preis von 90.000 €. Un­ter dem 29.12.2006 be­rech­ne­te die Be­klag­te der Klä­ge­rin für die Lie­fe­rung von vier Win­ter­rei­fen auf Alu­fel­gen 2.400,01 € und für die Maß­an­fer­ti­gung (Fremd­ar­beit) ei­ner Hun­de­de­cke ei­nen Be­trag von 438,48 €.

Mit Schrei­ben vom 03.07.2007 er­klär­te die Klä­ge­rin – in Aus­übung der ihr im Lea­sing­ver­trag ab­ge­tre­te­nen An­sprü­che we­gen et­wai­ger Sach­män­gel des ge­leas­ten Fahr­zeugs – ge­gen­über der Be­klag­ten den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag. Die Be­klag­te er­klär­te sich mit Schrei­ben vom 10.07.2007 mit ei­ner Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags ein­ver­stan­den, nach­dem sie das Ein­ver­ständ­nis des Her­stel­lers ein­ge­holt hat­te. Am 02.08.2007 stell­te die Lea­sing­ge­sell­schaft der Be­klag­ten ei­nen Be­trag von 81.783,00 € (Ob­jekt­wert 90.000 € ab­züg­lich 8.217 € Nut­zungs­ent­schä­di­gung) in Rech­nung, den die Be­klag­te aus­glich.

Die Klä­ge­rin hat be­haup­tet, in den der Be­stel­lung vom 16.08.2006 vor­aus­ge­gan­ge­nen Ver­hand­lun­gen sei Ein­ver­neh­men dar­über er­zielt wor­den, dass der An­kauf­preis für den Por­sche 60.000 € be­tra­ge. Nur in­tern sei ver­ein­bart wor­den, dass die­ser Be­trag im schrift­li­chen Ver­trag in ei­nen Nach­lass von 10.000 € und ei­nen An­rech­nungs­preis von 50.000 € ge­split­tet wer­den soll­te. Sie hat sich auf den Stand­punkt ge­stellt, auf­grund der Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags schul­de die Be­klag­te nicht nur die Rück­zah­lung des lea­sing­fi­nan­zier­ten Be­tra­ges von 90.000 €, son­dern auch den in den münd­li­chen Ver­hand­lun­gen für die In­zah­lung­nah­me des Por­sche ver­ein­bar­ten Mehr­be­trag von 10.000 €. Ab­züg­lich der an­zu­rech­nen­den Nut­zungs­ver­gü­tung be­lau­fe sich die von der Be­klag­ten ge­schul­de­te Er­stat­tung auf 9.087 €. Die Be­klag­te hat sich dem­ge­gen­über auf den Stand­punkt ge­stellt, dass sie zur Zah­lung die­ses Be­tra­ges nicht ver­pflich­tet sei, weil bei den Ver­trags­ver­hand­lun­gen mit der Klä­ge­rin nur ein in et­wa dem tat­säch­li­chen Ver­kehrs­wert des Por­sche ent­spre­chen­der An­kaufs­preis von 50.000 € ver­ein­bart wor­den sei.

Das Land­ge­richt hat der Kla­ge zum über­wie­gen­den Teil statt­ge­ge­ben. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat­te zum größ­ten Teil Er­folg.

Aus den Grün­den: B. I. Die Klä­ge­rin kann von der Be­klag­ten ge­mäß §§ 434, 437 Nr. 2, §§ 440, 323, 346 I BGB kei­ne Zah­lung von 9.087 € als Teil des von der Be­klag­ten zu er­stat­ten­den Kauf­prei­ses be­an­spru­chen.

1. Aus ab­ge­tre­te­nem Recht der Lea­sing­ge­sell­schaft kann die Klä­ge­rin ei­ne sol­che Zah­lung nicht be­an­spru­chen. Dass die Lea­sing­ge­sell­schaft mit der Be­klag­ten ei­nen hö­he­ren Kauf­preis als den von ihr fi­nan­zier­ten Be­trag von 90.000 € ver­ein­bart hat, ist we­der vor­ge­tra­gen noch er­sicht­lich.

2. Auch aus ei­ge­nem, durch die vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­trags­ver­hand­lun­gen be­grün­de­tem Recht kann die Klä­ge­rin von der Be­klag­ten nicht be­an­spru­chen, dass die­se den im An­kaufs­schein ge­nann­ten Be­trag um 10.000 € über­stei­gen­den „An­rech­nungs­preis“ (ab­züg­lich der an­tei­li­gen Nut­zungs­ver­gü­tung) an sie aus­kehrt.

a) Nach stän­di­ger, erst kürz­lich aus­drück­lich be­stä­tig­ter (BGH, Urt. v. 20.02.2008 – VI­II ZR 334/06, NJW 2008, 2028, 2029) höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung er­folgt die „In­zah­lung­nah­me“ ei­nes ge­brauch­ten Pkw beim Er­werb ei­nes Neu­wa­gens – selbst wenn zwei ge­trenn­te Ver­trags­ur­kun­den un­ter­zeich­net wer­den (vgl. in­so­weit (BGH, Urt. v. 20.02.2008 – VI­II ZR 334/06, NJW 2008, 2028, 2029; Urt. 30.10.2002 – VI­II ZR 119/02, NJW 2003, 505, 506; Urt. v. 28.11.1994 – VI­II ZR 53/94, NJW 1995, 518, 519) – nicht auf­grund zwei­er grund­sätz­lich selbst­stän­di­ger Ver­trä­ge mit Ver­rech­nungs­ab­re­de, son­dern es liegt ein ein­heit­li­cher Kauf­ver­trag (über das Neu­fahr­zeug) mit ei­ner dem Käu­fer durch die In­zah­lung­ga­be sei­nes ge­brauch­ten Fahr­zeugs ein­ge­räum­ten Er­set­zungs­be­fug­nis vor (vgl. da­zu grund­le­gend BGH, Urt. v. 30.11.1983 – VI­II ZR 190/82, NJW 1984, 429). Die­se recht­li­che Klam­me­rung lei­tet der BGH (wei­ter­hin) dar­aus ab, „dass der Kraft­fahr­zeug­händ­ler sich auf die Her­ein­nah­me des Alt­wa­gens nur ein­lässt, um den Neu­wa­gen ver­kau­fen zu kön­nen“ (vgl. BGH, Urt. v. 20.02.2008 – VI­II ZR 334/06, NJW 2008, 2028, 2030). Dies er­gibt sich im vor­lie­gen­den Fall auch klar und deut­lich aus dem von bei­den Par­tei­en un­ter­zeich­ne­ten An­kauf­schein. Dort ist un­ter der Ru­brik „Zah­lungs­be­din­gun­gen und sons­ti­ge Ver­ein­ba­run­gen“ aus­drück­lich ver­merkt: „In­zah­lung­nah­me in Ver­bin­dung mit Neu­wa­gen-Ge­schäft“.

Tritt aber der Käu­fer – wie vor­lie­gend die Klä­ge­rin – aus­schließ­lich auf­grund ei­nes Sach­man­gels des neu­en Fahr­zeugs von dem Kauf­ver­trag zu­rück, dann sind – wie nach dem al­ten Schuld­recht auf­grund ei­ner we­gen ei­nes Sach­man­gels ge­mäß §§ 465, 462, 459 BGB a.F. er­folg­ten Wan­de­lung – grund­sätz­lich die je­wei­li­gen Leis­tun­gen zu­rück­ab­zu­wi­ckeln, das heißt, der Neu­wa­gen­ver­käu­fer hat den in bar ge­zahl­ten Kauf­preis (ab­züg­lich ei­ner Nut­zungs­ent­schä­di­gung) zu er­stat­ten und das in Zah­lung ge­nom­me­ne Alt­fahr­zeug zu­rück­zu­ge­ben, nicht aber den „ver­ein­bar­ten“ An­rech­nungs­preis aus­zu­keh­ren. Bei „nor­ma­ler“ Rück­ab­wick­lung ei­nes Kauf­ver­trags we­gen ei­nes der ge­kauf­ten Sa­che an­haf­ten­den Sach­man­gels wird der Käu­fer nur so ge­stellt, wie er stün­de, wenn er den Kauf­ver­trag nicht ab­ge­schlos­sen hät­te (vgl. zur Wan­de­lung nach al­tem Schuld­recht BGH, Urt. v. 30.11.1983 – VI­II ZR 190/82, NJW 1984, 429, 431; zum Rück­tritt ge­mäß § 346 BGB n.F. MünchKomm-BGB/Gai­er, 5. Aufl., vor § 346 Rn. 1; Be­ckOK-BGB/Gro­the, § 346 Rn. 1). Ist das ge­brauch­te Fahr­zeug nur we­gen des Neu­wa­gen­ge­schäfts in Zah­lung ge­nom­men wor­den, dann hat der Käu­fer kei­nen An­spruch dar­auf, dass ihm der durch die In­zah­lung­nah­me zu ei­nem den tat­säch­li­chen Wert des Fahr­zeugs über­stei­gen­den Be­tra­ges ge­währ­te ver­steck­te Ra­batt nach dem Rück­tritt er­hal­ten bleibt. Die Ge­schäfts­grund­la­ge für die Ge­wäh­rung die­ses Ra­batts – der Kauf­ver­trag über ein neu­es Fahr­zeug – ist durch die Rück­ab­wick­lung die­ses Ver­trags weg­ge­fal­len, und es ist nicht ge­recht­fer­tigt, dem Käu­fer die­sen Vor­teil zu­las­ten des Ver­käu­fers zu er­hal­ten (so aus­drück­lich BGH, Urt. v. 30.11.1983 – VI­II ZR 190/82, NJW 1984, 429, 431). Die Er­hal­tung des tat­säch­lich ge­währ­ten Ra­batts kann der Käu­fer als po­si­ti­ves In­ter­es­se, das heißt so ge­stellt zu wer­den, als wenn der Ver­trag von vorn­her­ein pflicht­ge­mäß er­füllt wor­den wä­re, nur im We­ge des Scha­dens­er­sat­zes, das heißt nach al­tem Schuld­recht auf­grund ei­nes An­spruchs aus § 463 BGB a.F. gel­tend ma­chen (vgl. in­so­weit BGH, Urt. v. 28.11.1994 – VI­II ZR 53/94, NJW 1995, 518, 519).

Dar­an hat sich auch nach dem neu­en Schuld­recht nichts ge­än­dert. Zwar schul­det ein Ver­käu­fer nach dem neu­en Kauf­recht die Lie­fe­rung ei­ner man­gel­frei­en Sa­che. Die Lie­fe­rung ei­ner man­gel­haf­ten Sa­che stellt aber nur dann ei­ne den Ver­käu­fer ge­mäß §§ 280, 281 BGB zum Scha­dens­er­satz auf das po­si­ti­ve In­ter­es­se ver­pflich­ten­de schuld­haf­te Pflicht­ver­let­zung dar, wenn er den Man­gel selbst ver­ur­sacht hat, ihn kann­te oder ken­nen muss­te und in­so­weit sei­ner Auf­klä­rungs­pflicht nicht ge­nügt hat (vgl. Pa­landt/Wei­den­kaff, BGB, 67. Aufl., § 437 Rn. 37). Da die Be­klag­te das Fahr­zeug nicht selbst pro­du­ziert, son­dern ver­kauft hat, hat sie den von der Klä­ge­rin re­kla­mier­ten Man­gel in der Elek­trik des Fahr­zeugs nicht selbst ver­ur­sacht. Da der Man­gel erst län­ge­re Zeit nach der Über­ga­be in Er­schei­nung ge­tre­ten ist, ist auch nicht er­sicht­lich, war­um die Be­klag­te ihn bei Ab­schluss des Kauf­ver­trags po­si­tiv ge­kannt hat oder et­wa hät­te ken­nen müs­sen. Nach wei­ter­hin gel­ten­der herr­schen­der Mei­nung trifft den Zwi­schen­händ­ler ins­be­son­de­re ei­ner neu her­ge­stell­ten Sa­che kei­ne Un­ter­su­chungs­pflicht auf Män­gel (vgl. OLG Köln, Urt. v 21.12.2005 – 11 U 46/05, NJW-RR 2006, 677 [un­ter II 2 b]; BGH, Urt. v. 25.09.1968 – VI­II ZR 108/66, NJW 1968, 2238; Urt. v. 18.02.1981 – VI­II ZR 14/80, NJW 1981, 1269, 1270; MünchKomm-BGB/Wes­ter­mann, 5. Aufl., § 437 Rn. 28; Jau­er­nig/Ber­ger, BGB, 12. Aufl., § 433 Rn. 25; Pa­landt/Hein­richs, BGB, 67. Aufl., § 280 Rn. 19; Pa­landt/Wei­den­kaff, a. a. O., § 433 Rn. 31).

b) Ein An­spruch auf Aus­zah­lung des ver­steck­ten Ra­batts er­gibt sich auch nicht et­wa aus § 346 II 2 BGB. Ist statt der in­fol­ge ei­ner Ver­äu­ße­rung des emp­fan­ge­nen Ge­gen­stan­des nicht mehr mög­li­chen Rück­ge­währ Wert­er­satz zu leis­ten, dann rich­tet sich die­ser ge­mäß § 346 II 2 BGB zwar grund­sätz­lich nach ei­ner im Ver­trag be­stimm­ten Ge­gen­leis­tung. Un­ab­hän­gig von der Fra­ge, ob § 346 II 2 BGB in­so­weit nur ei­ne wi­der­leg­li­che oder gar ei­ne zwin­gen­de Äqui­va­lenz­ver­mu­tung ent­hält (vgl. in­so­weit MünchKomm-BGB/Gai­er, a. a. O., § 346 Rn. 21; Stau­din­ger/Kai­ser, BGB, Neu­be­arb. 2004, § 346 Rn. 104), fin­det er aber vor­lie­gend schon des­halb kei­ne An­wen­dung, weil der „An­rech­nungs­preis“ kei­ne i. S. des § 346 II 2 BGB im Ver­trag be­stimm­te Ge­gen­leis­tung dar­stellt, son­dern le­dig­lich ei­ne Er­set­zungs­be­fug­nis des Käu­fers be­inhal­tet, die kei­ne als Haupt­pflicht (vgl. in­so­weit MünchKomm-BGB/Gai­er, a. a. O., § 346 Rn. 20) zu er­brin­gen­de Ge­gen­leis­tung des Käu­fers für die Über­eig­nung des Fahr­zeugs dar­stellt. In­so­weit hat der BGH (Urt. v. 30.11.1983 – VI­II ZR 190/82, NJW 1984, 429, 431) aus­drück­lich aus­ge­führt:

„Die von der Be­klag­ten … ‚emp­fan­ge­ne Leis­tung‘ (§ 346 Satz 1 BGB a.F.) ist ne­ben dem teil­wei­se bar ge­zahl­ten Be­trag die Er­satz­leis­tung, nicht der vol­le ‚no­mi­nel­le‘ Kauf­preis, den die Be­klag­te nicht er­hal­ten hat. An­stel­le oder ne­ben der Rück­ge­währ der tat­säch­lich emp­fan­ge­nen Leis­tun­gen ist ein Geld­er­satz oder ei­ne Ver­gü­tung in Geld nur in hier nicht ge­ge­be­nen Aus­nah­me­fäl­len von dem Wan­de­lungs­ver­pflich­te­ten ge­schul­det (§ 346 Satz 2, § 347 BGB).“

§ 346 II 2 BGB n.F. über­nimmt le­dig­lich die schon in § 346 Satz 2 BGB a.F. ent­hal­te­ne – vom BGH als für die In­zah­lung­nah­me nicht ein­grei­fend er­ach­te­te – Re­ge­lung, dass, falls im Ver­trag ei­ne in Geld be­stimm­te Ge­gen­leis­tung be­stimmt ist, die­se zu ent­rich­ten ist (vgl. in­so­weit MünchKomm-BGB/Gai­er, a. a. O., § 346 Rn. 20; Stau­din­ger/Kai­ser, a. a. O., § 346 Rn. 155).

Ge­ra­de in Hin­blick auf den durch die In­zah­lung­nah­me dem Käu­fer ge­währ­ten (ver­steck­ten) Ra­batt kann die­ser beim Rück­tritt nur im We­ge des auf das po­si­ti­ve In­ter­es­se ge­rich­te­ten Scha­dens­er­satz­an­spruchs die Er­fül­lung des „Ra­batt­ver­spre­chens“ be­an­spru­chen. Wür­de dies auch im We­ge des Wert­er­sat­zes ge­mäß § 346 II 2 BGB ge­schul­det sein, dann er­gä­be sich ein un­ge­recht­fer­tig­ter Wer­tungs­wi­der­spruch. Ist das in Zah­lung ge­nom­me­ne Fahr­zeug noch vor­han­den, dann hat es der Ver­käu­fer des Neu­fahr­zeugs le­dig­lich her­aus­zu­ge­ben, oh­ne dass dem Käu­fer der Ra­batt er­hal­ten blie­be. War­um dies an­ders sein soll­te, nur weil der Ver­käu­fer das Fahr­zeug zwi­schen­zeit­lich be­stim­mungs­ge­mäß und nicht et­wa pflicht­wid­rig schuld­haft wei­ter­ver­äu­ßert hat und es nicht in Na­tur her­aus­ge­ben kann, er­hellt sich an­ge­sichts der heu­ti­gen tat­säch­li­chen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen nicht (mehr). Dies mag frü­her un­ter der Gel­tung des mit Wir­kung zum 25.07.2001 auf­ge­ho­be­nen Ra­batt­ge­set­zes an­ders ge­we­sen sein: Da­mals konn­te der Käu­fer nur durch die In­zah­lung­ga­be sei­nes ge­brauch­ten Fahr­zeugs ei­nen (we­gen des Ra­batt­ge­set­zes ver­steck­ten) er­höh­ten Ra­batt er­rei­chen. Er­hielt er bei ei­ner Wand­lung das Fahr­zeug in Na­tur zu­rück, dann konn­te er es bei ei­nem an­schlie­ßen­den neu­en Kauf wie­der zu ei­nem er­höh­ten Preis in Zah­lung ge­ben, der deut­lich über dem ob­jek­ti­ven Ver­kehrs­wert des Fahr­zeugs lag. Die­ser Vor­teil wur­de tat­säch­lich in­fra­ge ge­stellt, wenn er bei ei­ner zwi­schen­zeit­lich er­folg­ten Wei­ter­ver­äu­ße­rung nur den ob­jek­ti­ven Wert des Fahr­zeugs zu­rück­er­hielt, der nicht dem hö­he­ren „An­re­chungs­preis“ bei ei­ner In­zah­lung­nah­me ent­sprach. Nach dem Weg­fall des Ra­batt­ge­set­zes ist der Käu­fer aber nicht mehr dar­auf an­ge­wie­sen, zur Er­zie­lung ei­nes mehr als drei­pro­zen­ti­gen Ra­batts ein ge­brauch­tes Fahr­zeug in Zah­lung zu ge­ben.

An­ge­sichts des ge­mäß § 475 BGB seit Ja­nu­ar 2002 gel­ten­den Ver­bots ei­nes ge­ne­rel­len Ge­währ­leis­tungs­aus­schlus­ses im Ver­brauchs­gü­terkauf­recht dürf­ten Händ­ler heu­te so­gar eher ge­neigt sein, ei­nem Bar­zah­ler ei­nen hö­he­ren of­fe­nen Ra­batt als ei­nem sein al­tes Fahr­zeug in Zah­lung ge­ben­den Käu­fer ei­nen ent­spre­chen­den ver­steck­ten Ra­batt durch ei­nen den rea­len An­kaufs­wert über­stei­gen­den An­rech­nungs­preis zu ge­wäh­ren und auch noch das er­höh­te Ver­mark­tungs­ri­si­ko zu über­neh­men. In­so­weit stellt die In­zah­lung­ga­be ei­nes ge­brauch­ten Fahr­zeugs kei­ne ge­gen­über ei­ner Bar­zah­lung güns­ti­ge­re Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­keit (mehr) dar, die dem Käu­fer im Fal­le des Rück­tritts und der durch die Wei­ter­ver­äu­ße­rung un­mög­lich ge­wor­de­nen Rück­ga­be des Fahr­zeugs da­durch er­hal­ten wer­den müss­te, dass er über den tat­säch­li­chen An­kaufs­wert sei­nes al­ten Fahr­zeugs hin­aus auch die Dif­fe­renz zu dem hö­he­ren An­re­chungs­preis er­hält, die er frü­her be­nö­tig­te, um bei ei­nem an­schlie­ßen­den neu­en Kauf­ver­trag ei­ne dem rück­ab­ge­wi­ckel­ten al­ten Ver­trag ent­spre­chen­de güns­ti­ge Fi­nan­zie­rung zu er­lan­gen. Die Aus­zah­lung des ver­steck­ten Ra­bat­tes an den Käu­fer wür­de da­her nicht der Ver­mei­dung fi­nan­zi­el­ler Nach­tei­le die­nen, son­dern zu ei­ner von der In­ter­es­sen­la­ge her nicht ge­recht­fer­tig­ten Be­rei­che­rung des Käu­fers zum Nach­teil des Händ­lers füh­ren, der ihm durch die In­zah­lung­nah­me des al­ten Fahr­zeugs schon die An­stren­gun­gen und Ri­si­ken ei­ner ei­ge­nen Ver­mark­tung ab­ge­nom­men hat.

c) So­weit sich Rein­king/Eg­gert (Der Au­to­kauf, 9. Aufl., Rn. 665 un­ter wort­wört­li­cher Über­nah­me der Rn. 347 aus vor der Auf­he­bung des Ra­batt­ge­set­zes im Jah­re 2000 er­schie­ne­nen 7. Aufl.) und das OLG Saar­brü­cken (Urt. v. 22.06.2005 – 1 U 567/04, OLGR 2005, 698, 701 und Urt. v. 26.07.2007 – 8 U 255/06, NJOZ 2007, 5025, 5037) auf den ge­gen­tei­li­gen Stand­punkt ge­stellt ha­ben, ver­mag der Se­nat dem nicht zu fol­gen. Das OLG Saar­brü­cken hat sich oh­ne jeg­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit der ge­fes­tig­ten Recht­spre­chung des BGH zu der Na­tur der In­zah­lung­nah­me und den dar­aus un­ter den heu­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen ab­zu­lei­ten­den Rechts­fol­gen in sei­nem Ur­teil vom 22.06.2005 auf die schlich­te Wie­der­ga­be des Ge­set­zes­tex­tes des § 346 II 2 BGB be­schränkt und sich im Ur­teil vom 26.07.2007 ne­ben ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit der im Schrift­tum ge­ne­rell an der an den Äqui­va­lenz­vor­stel­lun­gen der Par­tei­en aus­ge­rich­te­ten Re­ge­lung des § 346 II 2 BGB ge­äu­ßer­ten Kri­tik im We­sent­li­chen auf die Aus­füh­run­gen von Rein­king/Eg­gert (a. a. O., Rn. 658) ge­stützt. Die­se Au­to­ren ver­tre­ten aber ge­ra­de in Wi­der­spruch zur höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung die An­sicht, dass die In­zah­lung­nah­me ei­nen Misch­ver­trag aus Kauf und Tausch dar­stellt, und dies mit dem aus­ge­spro­che­nen – un­ter der Gel­tung des Ra­batt­ge­set­zes noch ver­ständ­li­chen Ziel (vgl. in­so­weit Rn. 650) – dem Käu­fer den Vor­teil des aus­ge­han­del­ten ver­steck­ten Ra­bat­tes zu er­hal­ten. Die­ses Schut­zes be­darf der Käu­fer nicht (mehr). Auch Gai­er (a. a. O., Rn. 17 Fn. 57) und Kai­ser (a. a. O., Rn. 155) be­grün­den ih­re eher en pas­sant ge­äu­ßer­te Auf­fas­sung, dass bei der Wei­ter­ver­äu­ße­rung des in Zah­lung ge­ge­be­nen Fahr­zeugs als Wert­er­satz der An­rech­nungs­preis zu er­stat­ten sei, oh­ne wei­te­re Ver­tie­fung der Pro­ble­ma­tik mit ei­nem Ver­weis auf das Ur­teil des BGH vom 30.11.1983 – VI­II ZR 190/82, NJW 1984, 429, 431. Die­se Rechts­fol­ge kann dem Ur­teil aber ge­ra­de nicht ent­nom­men wer­den. Viel­mehr geht es nur im Fal­le ei­nes Kom­mis­si­ons­ge­schäfts da­von aus, dass der ver­ein­bar­te Min­dest­ver­kaufs­preis zu zah­len sei. Dem­entspre­chend hat das OLG Düs­sel­dorf (Urt. v. 24.04.1998 – 22 U 205/97, NZV 1998, 466 f.) ge­ra­de un­ter Be­ru­fung auf die­se Ent­schei­dung des BGH dem Käu­fer le­dig­lich den Ver­kehrs­wert im Zeit­punkt der In­zah­lung­nah­me zu­ge­bil­ligt.

d) Nur des­sen Er­stat­tung kann die Klä­ge­rin be­an­spru­chen (vgl. in­so­weit auch MünchKomm-BGB/Wes­ter­mann, a. a. O., § 433 Rn. 28 Fn. 127). In­so­weit hat die Be­klag­te aber un­wi­der­spro­chen vor­ge­tra­gen, dass der Ver­kehrs­wert des Por­sche so­gar noch un­ter dem im An­kaufs­schein aus­ge­wie­se­nen Be­trag von 50.000 € ge­le­gen ha­be, und das Fahr­zeug von ihr auch nur zu ei­nem ge­rin­ge­ren Preis zu ver­kau­fen ge­we­sen sei. Den ver­ein­bar­ten An­kauf­preis hat die Klä­ge­rin aber un­strei­tig er­hal­ten.

3. Die Klä­ge­rin kann schließ­lich auch nicht ge­mäß §§ 280, 281 BGB im We­ge des Scha­dens­er­sat­zes den vol­len ur­sprüng­li­chen „An­rech­nungs­preis“ für den Por­sche be­an­spru­chen. Zwar trifft es zu, dass die Lie­fe­rung ei­ner man­gel­haf­ten Sa­che nach neu­em Schuld­recht ei­ne Pflicht­ver­let­zung i. S. des § 280 I BGB dar­stellt, die ei­ner­seits die ver­schul­dens­un­ab­hän­gi­gen Rechts­fol­gen des § 437 Nr. 1 und Nr. 2 BGB und ge­mäß § 437 Nr. 3 BGB ver­schul­dens­ab­hän­gi­ge Scha­dens­er­satz­an­sprü­che ge­mäß § 281 BGB aus­löst. Ein sol­ches Ver­schul­den legt die Klä­ge­rin aber nicht dar. Das von ihr zi­tier­te Ur­teil des 19. Zi­vil­se­nats des OLG Hamm (Urt. v. 10.03.1995 – 19 U 206/94, VersR 1996, 1119) ist nicht ein­schlä­gig. Dies be­traf kei­ne Rück­ab­wick­lung auf­grund er­klär­ter Wan­de­lung, son­dern ei­nen ech­ten Scha­dens­er­satz­an­spruch aus § 325 BGB a.F. we­gen schuld­haf­ter Nicht­er­fül­lung der der Ver­käu­fe­rin ge­mäß § 433 I BGB ob­lie­gen­den Haupt­leis­tungs­pflicht zur Über­eig­nung der ver­kauf­ten Sa­che. Al­lein die Lie­fe­rung ei­ner man­gel­haf­ten Sa­che stellt aber (wie schon aus­ge­führt) noch kei­ne schuld­haf­te Pflicht­ver­let­zung dar, auf­grund der die Be­klag­te ver­pflich­tet ge­we­sen wä­re, die Klä­ge­rin so zu stel­len, als wenn der Ver­trag ord­nungs­ge­mäß er­füllt wor­den wä­re (po­si­ti­ves In­ter­es­se).

II. Er­satz für die Win­ter­rei­fen nebst Fel­gen und die Hun­de­de­cke kann die Klä­ge­rin nur in Hö­he von 1.000 € be­an­spru­chen.

1. We­gen die­ser Auf­wen­dun­gen kann die Klä­ge­rin kei­nen Er­satz ge­mäß § 284 BGB for­dern. § 284 BGB gibt nur dann ei­nen An­spruch auf Er­satz frus­trier­ter Auf­wen­dun­gen, wenn die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes ver­schul­dens­ab­hän­gi­gen Scha­dens­er­satz­an­spruchs vor­lie­gen. Die­se sind vor­lie­gend nicht er­sicht­lich. Die Lie­fe­rung ei­ner man­gel­haf­ten Sa­che stellt kei­ne schuld­haf­te Pflicht­ver­let­zung dar. Dass die Be­klag­te schuld­haft ei­ne Nach­bes­se­rung der von der Klä­ge­rin ge­rüg­ten Män­gel ab­ge­lehnt hat oder sich mit ei­ner sol­chen Nach­bes­se­rung in Ver­zug be­fun­den hat, hat die Klä­ge­rin nicht dar­ge­legt. Dass die Be­klag­te ih­re Pflich­ten bei der Be­he­bung der von der Klä­ge­rin in ih­rem Rück­tritts­schrei­ben vom 03.07.2007 ge­schil­der­ten Pro­ble­men mit der Bat­te­rie und der Elek­tro­nik des Fahr­zeugs … schuld­haft ver­letzt hät­te, ver­mag der Se­nat eben­so we­nig zu er­ken­nen wie ei­ne Pflicht­ver­let­zung der Be­klag­ten bei der an­schlie­ßen­den Un­ter­su­chung der Feh­ler­ur­sa­chen und ih­rer Be­he­bung in ih­rer Werk­statt. Dass es sich um ei­nen – bei fach­kun­di­ger Über­prü­fung in der Werk­statt ei­nes Au­di-Ver­trags­händ­lers – un­schwer er­kenn­ba­ren und be­heb­ba­ren Man­gel ge­han­delt hat (vgl. in­so­weit OLG Hamm, Urt. v. 18.06.2007 – 2 U 220/06, NJOZ 2008, 1152, 1156), ist nicht er­sicht­lich. Das Fahr­zeug muss­te viel­mehr nach ei­ge­nen An­ga­ben der Klä­ge­rin in das Her­stel­ler­werk zur … Un­ter­su­chung der Feh­ler­ur­sa­chen in der Elek­trik ver­bracht wer­den, das dann ei­ner Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags zu­ge­stimmt hat. Dass die Be­klag­te ei­nen sol­chen äu­ßerst schwie­rig fest­zu­stel­len­den Kon­struk­ti­ons- oder Pro­duk­ti­ons­man­gel nicht er­kannt und be­ho­ben hat, kann ihr nicht als schuld­haf­te Ver­let­zung ih­rer Nach­er­fül­lungs­pflicht an­ge­las­tet wer­den.

2. Die Klä­ge­rin kann le­dig­lich ge­mäß §§ 347 II 2, 812 BGB Wert­er­satz für die Win­ter­rei­fen nebst Fel­gen in Hö­he von 1.000 € be­an­spru­chen.

a) We­der die Win­ter­rei­fen nebst Fel­gen noch die Hun­de­de­cke stel­len ge­mäß § 347 II 1 BGB er­satz­fä­hi­ge not­wen­di­ge Ver­wen­dun­gen dar. Ei­ne Ent­schä­di­gung kann die Klä­ge­rin da­her nur in­so­weit ver­lan­gen, als die Be­klag­te durch die­se Ge­gen­stän­de be­rei­chert ist. Dies kann für die spe­zi­ell für die Be­dürf­nis­se … der Klä­ge­rin an­ge­fer­tig­te Hun­de­de­cke aus­ge­schlos­sen wer­den. Dass die Be­klag­te oh­ne Wei­te­res ei­nen Käu­fer für das von der Klä­ge­rin zu­rück­ge­ge­be­ne Fahr­zeug fin­den könn­te, der auch an dem Er­werb ei­ner sol­chen De­cke in­ter­es­siert wä­re, liegt eher fern. Ge­gen­tei­li­ges hat die Klä­ge­rin nicht dar­ge­legt.

b) An­ders ver­hält es sich al­ler­dings mit den auf Alu­mi­ni­um­fel­gen ge­zo­ge­nen Win­ter­rei­fen. In Hin­blick auf § 2 IIIa 2 StVO ist es für ei­nen Käu­fer ei­nes ge­brauch­ten Fahr­zeugs in­ter­es­sant, vor­han­de­ne (ge­brauch­te) Win­ter­rei­fen auf Fel­gen mit­zu­er­wer­ben, wenn die­se den Zu­las­sungs­be­stim­mun­gen ent­spre­chen. In­so­weit floss der Be­klag­ten ein bei ei­ner Wei­ter­ver­äu­ße­rung des zu­rück­ge­nom­me­nen Au­di zu er­zie­len­der Wert zu, den sie der Klä­ge­rin nach Be­rei­che­rungs­recht aus­zu­keh­ren hat. Die­ser Wert be­stimmt sich al­ler­dings nicht nach dem Neu­preis der Fel­gen und Rei­fen ab­züg­lich der von der Klä­ge­rin ge­zo­ge­nen und an­hand der im Rah­men des § 346 BGB ver­wand­ten Be­rech­nungs­me­tho­den er­mit­tel­ten Nut­zun­gen. Bei ei­ner sol­chen Wei­ter­ver­äu­ße­rung stel­len die Rei­fen viel­mehr ei­ne Son­der­aus­stat­tung dar, für die nach der Er­fah­rung des Se­nats er­heb­li­che Preis­ab­schlä­ge hin­zu­neh­men ist. In­so­weit schätzt der Se­nat den Wert der zu­dem ei­nen Ver­schleiß durch Ge­brauch un­ter­lie­gen­den Fel­gen und Rei­fen ge­mäß § 287 ZPO auf 1.000 €.

III. Schließ­lich kann die Klä­ge­rin den gel­tend ge­mach­ten Zins­be­trag von 596,77 € ge­mäß § 346 I BGB als Her­aus­ga­be ge­zo­ge­ner Nut­zun­gen be­an­spru­chen.

Grund­sätz­lich kann die Klä­ge­rin von der Be­klag­ten die von die­ser durch den Emp­fang des Kauf­prei­ses ge­zo­ge­nen oder ihr mög­li­chen Nut­zun­gen ge­mäß § 346 I BGB ab dem Zeit­punkt des Emp­fangs her­aus­ver­lan­gen. In­so­weit ist al­ler­dings nur auf den Zu­zah­lungs­be­trag von 40.000 € ab­zu­stel­len. Von dem durch die Lea­sing­ge­be­rin ge­zahl­ten Be­trag von 90.000 € sind so­gleich wie­der 50.000 € als An­kaufs­preis für den Por­sche an die Klä­ge­rin ab­ge­flos­sen. So­weit die­ser als Sa­che in das Ver­mö­gen der Be­klag­ten über­ge­gan­gen ist, löst dies kei­ne Ver­zin­sungs­pflicht aus. Zu ver­zin­sen sind aus­schließ­lich Geld­emp­fän­ge (vgl. Pa­landt/Grü­ne­berg, BGB, 67. Aufl., § 346 Rn. 6). In­so­weit er­gibt sich kei­ne Ver­än­de­rung ge­gen­über § 347 Satz 3 BGB a.F. Da rund ein Jahr zwi­schen dem Emp­fang des Gel­des am 22.08.2006 und der am 16.08.2007 er­folg­ten Rück­zah­lung liegt, er­gibt sich der gel­tend ge­mach­te Zins­be­trag von 596,77 € schon dann, wenn die Be­klag­te nur ei­ne Ka­pi­tal­markt­ver­zin­sung von 1,5 % er­zie­len konn­te. Da­von geht der Se­nat ge­mäß § 287 ZPO aus.

IV. Ei­ne Er­stat­tung vor­pro­zes­sua­ler An­walts­kos­ten ge­mäß §§ 280 I, 286 BGB kann die Klä­ge­rin nicht be­an­spru­chen. Sie be­haup­tet selbst nicht ein­mal, den von ihr kon­kret gel­tend ge­mach­ten Kla­ge­an­spruch in ei­ner ver­zug­be­grün­den­den Wei­se an­ge­mahnt zu ha­ben, so­dass ei­ner­seits die Be­klag­te ih­ren dar­aus fol­gen­den Ver­pflich­tun­gen schuld­haft nicht nach­ge­kom­men wä­re und an­de­rer­seits nun­mehr die In­an­spruch­nah­me an­walt­li­cher Hil­fe zur Durch­set­zung der An­sprü­che ge­recht­fer­tigt war. Im Üb­ri­gen kann die Klä­ge­rin oh­ne­hin die Kos­ten ei­ner ei­ne mög­li­che Scha­dens­er­satz­pflicht aus § 280 I BGB erst aus­lö­sen­den Mah­nung nicht er­stat­tet ver­lan­gen (vgl. Stau­din­ger/Lö­wisch, BGB, Neu­be­arb. 2004, § 286 Rn. 212; MünchKomm-BGB/Ernst, 5. Aufl., § 286 Rn. 156). Schließ­lich wä­re die Be­klag­te, die ei­nen von ihr grund­sätz­lich ge­schul­de­ten Wert­er­satz für die Fel­gen und Win­ter­rei­fen so­gar ein­ge­räumt hat, an­ge­sichts der au­ßer­ge­wöhn­lich ho­hen Zu­viel­for­de­rung der Klä­ge­rin auch nicht in ei­nen sie zur Er­stat­tung von vor­ge­richt­li­chen An­walts­kos­ten ver­pflich­ten­den Ver­zug ge­ra­ten (vgl. Pa­landt/Hein­richs, a. a. O., § 286 Rn. 20; Stau­din­ger/Lö­wisch, a. a. O., § 286 Rn. 36; MünchKomm-BGB/Ernst, a. a. O., § 286 Rn. 50). …

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