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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: Ju­li 2019

Kei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung durch Vor­la­ge ei­ner aus­län­di­schen Prüf­be­schei­ni­gung über ei­ne „Haupt­un­ter­su­chung“

Die zu­tref­fen­de und durch Vor­la­ge der gül­ti­gen lu­xem­bur­gi­schen Prüf­be­schei­ni­gung be­leg­te An­ga­be ei­nes Ge­braucht­wa­gen­ver­käu­fers, dass das Fahr­zeug kürz­lich sei­tens der So­ciété Na­tio­na­le de Contrôle Tech­ni­que (SNCT) er­folg­reich ei­ner Haupt­un­ter­su­chung nach lu­xem­bur­gi­schem Recht un­ter­zo­gen wor­den sei, führt nicht zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB) des In­halts, dass das Fahr­zeug bei der Über­ga­be an den Käu­fer ei­nen für die Haupt­un­ter­su­chung nach § 29 StV­ZO ge­eig­ne­ten ver­kehrs­si­che­ren Zu­stand auf­wei­se.

OLG Ko­blenz, Ur­teil vom 04.07.2019 – 1 U 205/19

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Zum Ein­wand des Rechts­miss­brauchs ge­gen­über dem Deut­sche Um­welt­hil­fe e. V.

  1. Ob ein be­an­stan­de­tes Ver­hal­ten ei­nes Ver­brau­cher­ver­bands bei der An­spruchs­ver­fol­gung un­ter dem Ge­sichts­punkt des Rechts­miss­brauchs (§ 8 IV 1 UWG) oder un­ter dem Ge­sichts­punkt der Kla­ge­be­fug­nis (§ 8 III Nr. 2 und 3 UWG) zu prü­fen ist, rich­tet sich da­nach, ob der Vor­wurf auf das Vor­ge­hen im kon­kre­ten Fall zielt oder auf die all­ge­mei­ne Aus­nut­zung der durch die Ein­tra­gung nach § 4 II UKlaG er­wor­be­nen Rechts­po­si­ti­on.
  2. Die für die Kla­ge­be­fug­nis qua­li­fi­zier­ter Ein­rich­tun­gen ge­mäß § 8 III Nr. 3 UWG kon­sti­tu­tiv wir­ken­de Ein­tra­gung in die Lis­te nach § 4 I UKlaG ob­liegt dem Bun­des­amt für Jus­tiz. Bei der Prü­fung, ob ei­ne rechts­miss­bräuch­li­che An­spruchs­ver­fol­gung vor­liegt, kön­nen Zi­vil­ge­rich­te ei­nen vom Bun­des­amt für Jus­tiz be­reits ge­prüf­ten Um­stand aber be­rück­sich­ti­gen, wenn die­ser als dop­pel­re­le­van­te Tat­sa­che auch ei­nen An­halts­punkt für ei­nen Rechts­miss­brauch i. S. von § 8 IV 1 UWG ge­ben kann.
  3. Über­schüs­se aus ei­ner Markt­ver­fol­gungs­tä­tig­keit und ih­re Ver­wen­dung (auch) für an­de­re Zwe­cke als die Ver­fol­gung von Wett­be­werbs­ver­stö­ßen im Ver­brau­cher­inter­es­se sind je­den­falls so lan­ge kein In­diz für ei­ne recht­miss­bräuch­li­che Gel­tend­ma­chung von An­sprü­chen, wie der Ver­brau­cher­schutz durch Markt­über­wa­chung als Ver­bands­zweck nicht le­dig­lich vor­ge­scho­ben ist, tat­säch­lich aber nur da­zu dient, Ein­nah­men zu er­zie­len und da­mit Pro­jek­te zu fi­nan­zie­ren, die nicht dem Ver­brau­cher­schutz durch die Ver­fol­gung von Wett­be­werbs­ver­stö­ßen die­nen.

BGH, Ur­teil vom 04.07.2019 – I ZR 149/18 – Um­welt­hil­fe

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Ver­jäh­rung des An­spruchs auf Er­satz­lie­fe­rung (§ 439 I Fall 2) im VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Ein VW-Ver­trags­händ­ler han­delt grund­sätz­lich nicht wi­der Treu und Glau­ben (§ 242 BGB), wenn er ge­gen­über dem An­spruch ei­nes vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Käu­fers auf Nach­er­fül­lung – hier: durch Lie­fe­rung ei­nes man­gel­frei­en Fahr­zeugs (§ 437 Nr. 1, § 439 I Fall 2 BGB) – die Ein­re­de der Ver­jäh­rung er­hebt.
  2. Ein recht­lich selbst­stän­di­ger VW-Ver­trags­händ­ler muss sich ein mög­li­cher­wei­se arg­lis­ti­ges Ver­hal­ten von Mit­ar­bei­tern der Volks­wa­gen AG im Zu­sam­men­hang mit dem VW-Ab­gas­skan­dal nicht zu­rech­nen las­sen. Ins­be­son­de­re ist die Volks­wa­gen AG im Ver­hält­nis zu dem Ver­trags­händ­ler ein „Drit­ter“ i. S. des § 123 II BGB.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 03.07.2019 – 3 U 4029/18

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Kei­ne sit­ten­wid­ri­ge vor­sätz­li­che Schä­di­gung im VW-Ab­gas­skan­dal – Ge­braucht­wa­gen­kauf im Fe­bru­ar 2016

  1. Der Käu­fer ei­nes vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Ge­braucht­wa­gens hat ge­gen die Volks­wa­gen AG als Her­stel­le­rin des Fahr­zeugs kei­nen An­spruch auf Scha­dens­er­satz we­gen ei­ner sit­ten­wid­ri­gen vor­sätz­li­chen Schä­di­gung (§ 826 BGB) wenn er das Fahr­zeug erst er­wor­ben hat, nach­dem die Volks­wa­gen AG die Öf­fent­lich­keit be­reits dar­über un­ter­rich­tet hat­te, dass in be­stimm­ten Fahr­zeu­gen ei­ne den Schad­stoff­aus­stoß ma­ni­pu­lie­ren­de Soft­ware zum Ein­satz kom­me und wel­che Maß­nah­men sie in Ab­stim­mung mit dem Kraft­fahrt-Bun­des­amt er­grei­fen wer­de, um die­se Soft­ware – ei­ne un­zu­läs­si­ge Ab­schalt­ein­rich­tung – zu ent­fer­nen.
  2. Bei der Be­ur­tei­lung, ob die Volks­wa­gen AG dem Käu­fer ei­nes vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Fahr­zeugs in ei­ner ge­gen die gu­ten Sit­ten ver­sto­ßen­den Wei­se vor­sätz­lich ei­nen Scha­den zu­ge­fügt hat, ist in zeit­li­cher Hin­sicht auf den Ab­schluss des Kauf­ver­trags, al­so auf den Zeit­punkt des Scha­den­s­ein­tritts ab­zu­stel­len. Je­den­falls bei Ge­braucht­wa­gen­käu­fen, die ab Herbst 2015 ge­tä­tigt wur­den, be­ruht der Scha­den – Ab­schluss des Kauf­ver­trags – in­des nicht mehr auf ei­nem i. S. von § 826 BGB ver­werf­li­chen Ver­hal­ten der Volks­wa­gen AG. Denn die­se hat­te be­reits zu­vor öf­fent­lich be­kannt ge­ge­ben, dass be­stimm­te – vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­ne – Die­sel­fahr­zeu­ge we­gen „Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten“ nach­ge­bes­sert wer­den müss­ten. Da­mit hat es die Fahr­zeug­her­stel­le­rin je­dem ein­zel­nen po­ten­zi­el­len Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens über­las­sen, selbst zu ent­schei­den, ob er trotz des VW-Ab­gas­skan­dals Ver­trau­en in ih­re Die­sel­fahr­zeu­ge hat oder ob er lie­ber Ab­stand vom Kauf ei­nes sol­chen Fahr­zeugs nimmt.

OLG Cel­le, Be­schluss vom 01.07.2019 – 7 U 33/19

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Dar­le­gungs- und Be­weis­last für ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen ei­nes Soft­ware­up­dates – VW-Ab­gas­skan­dal

  1. Ein Kfz-Käu­fer, der be­wusst ei­nen vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nen Ge­braucht­wa­gen er­wirbt, hat in­so­weit schon des­halb kei­ne Rech­te we­gen ei­nes Man­gels, weil das Fahr­zeug die i. S. von § 434 I 1 ver­ein­bar­te Be­schaf­fen­heit hat, mit­hin nicht man­gel­haft ist.
  2. In ei­nem sol­chen Fall ist die In­stal­la­ti­on des von der Volks­wa­gen AG an­ge­bo­te­nen Soft­ware­up­dates kei­ne Nach­bes­se­rung (§ 439 I Fall 1 BGB). Des­halb muss der Käu­fer sei­ne Be­haup­tung, das Up­date wir­ke sich – hier: in Form ei­nes Ver­lusts an Mo­tor­leis­tung – ne­ga­tiv auf das Fahr­zeug aus, be­wei­sen, wenn der Ver­käu­fer dies be­strei­tet. Es ist hin­ge­gen nicht Sa­che des Ver­käu­fers, dar­zu­le­gen und ge­ge­be­nen­falls zu be­wei­sen, dass er durch In­stal­la­ti­on des Soft­ware­up­dates ord­nungs­ge­mäß nach­ge­bes­sert ha­be.
  3. Ei­nen Rück­tritt vom Kauf­ver­trag kann ein Kfz-Käu­fer al­len­falls auf ei­nen Man­gel stüt­zen, der be­reits bei Ge­fahr­über­gang – bei Über­ga­be des Fahr­zeugs an den Käu­fer (§ 446 Satz 1 BGB) – vor­han­den war. Wird das Fahr­zeug beim Ver­such, ei­nen sol­chen Man­gel zu be­sei­ti­gen, be­schä­digt, so hat der Käu­fer des­halb höchs­tens ei­nen An­spruch auf Scha­dens­er­satz ne­ben der Leis­tung (§ 280 I BGB), aber kein Rück­tritts­recht.

LG Frank­furt a. M., Ur­teil vom 01.07.2019 – 2-33 O 127/18

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