Bringt der Be­stel­ler ei­nes Kfz-Re­pa­ra­tur­auf­trags für den Un­ter­neh­mer er­kenn­bar zum Aus­druck, dass Vor­aus­set­zung für den Ab­schluss die­ses Ver­tra­ges mög­lichst ver­läss­li­che In­for­ma­tio­nen über die zur Be­he­bung des Scha­dens not­wen­di­gen Kos­ten sind, muss ihm der Un­ter­neh­mer die für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Um­stän­de mit­tei­len.

BGH, Ur­teil vom 14.09.2017 – VII ZR 307/16

Sach­ver­halt: Der Klä­ger war Ei­gen­tü­mer ei­nes am 31.08.2007 erst­zu­ge­las­se­nen Pkw. Im März 2014 be­trug die Lauf­leis­tung die­ses Fahr­zugs 212.475 km. Der Wie­der­be­schaf­fungs­wert des Pkw lag bei 4.000 €.

Im März 2014 stell­te der Klä­ger aty­pi­sche Mo­tor­ge­räu­sche fest. Er wand­te sich dar­auf­hin an die Be­klag­te und gab zu er­ken­nen, nur noch an wirt­schaft­lich sinn­vol­len Re­pa­ra­tu­ren in­ter­es­siert zu sein. Die Be­klag­te un­ter­such­te den Pkw und stell­te ei­nen De­fekt an den Ein­spritz­dü­sen fest. Ob wei­te­re Mo­tor­de­fek­te vor­la­gen, un­ter­such­te die Be­klag­te nicht; ins­be­son­de­re prüf­te sie nicht, ob ein De­fekt am Pleu­el­la­ger be­stand. Hier­zu hät­te die Be­klag­te die Öl­wan­ne ab­bau­en und die Pleu­el­halb­scha­len de­mon­tie­ren müs­sen, was er­heb­li­che Kos­ten ver­ur­sacht hät­te. Bei Pkw mit ei­ner Lauf­leis­tung von über 200.000 km kön­nen beim Auf­tre­ten aty­pi­scher Mo­tor­ge­räu­sche ne­ben ei­nem De­fekt an den Ein­spritz­dü­sen wei­te­re Schä­den vor­lie­gen, auch ein De­fekt am Pleu­el­la­ger, der al­ler­dings bei die­sem Fahr­zeug­typ nicht häu­fig ist. Die Kos­ten der Re­pa­ra­tur des Pleu­el­la­gers hät­ten den Wie­der­be­schaf­fungs­wert über­stie­gen.

Die Be­klag­te wies den Klä­ger auf die Not­wen­dig­keit ei­nes Aus­tauschs der Ein­spritz­dü­sen hin. Sie teil­te dem Klä­ger nicht mit, dass bei ei­nem aty­pi­schen Mo­tor­ge­räusch wei­te­re Scha­den­sur­sa­chen vor­lie­gen kön­nen, de­ren Re­pa­ra­tur­kos­ten den Wie­der­be­schaf­fungs­wert über­stei­gen. Der Klä­ger er­teil­te der Be­klag­ten den Auf­trag zum Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen. Die Be­klag­te stell­te für die­se Ar­bei­ten 1.668,39 € in Rech­nung, die der Klä­ger be­zahl­te.

Un­mit­tel­bar im An­schluss an die Re­pa­ra­tur zeig­te sich, dass die­se nicht zur Be­sei­ti­gung der aty­pi­schen Mo­tor­ge­räu­sche ge­führt hat­te. Im Rah­men ei­nes vom Klä­ger an­ge­streng­ten selbst­stän­di­gen Be­weis­ver­fah­rens stell­te der Sach­ver­stän­di­ge fest, dass ein Pleu­el­la­ger­scha­den be­reits im Zeit­punkt der Auf­trags­ver­ga­be vor­han­den ge­we­sen war.

Der Klä­ger nimmt die Be­klag­te auf Scha­dens­er­satz in An­spruch und ver­langt die Er­stat­tung der von ihm ge­zahl­ten Re­pa­ra­tur­kos­ten in Hö­he von 1.668,39 € nebst Zin­sen. Das Amts­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Die da­ge­gen von der Be­klag­ten ein­ge­leg­te Be­ru­fung hat das Be­ru­fungs­ge­richt zu­rück­ge­wie­sen. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten blieb eben­falls oh­ne Er­folg.

Aus den Grün­den: [7]    I. Das Be­ru­fungs­ge­richt hat aus­ge­führt:

[8]    We­der bei der Feh­ler­prü­fung noch bei der Re­pa­ra­tur ha­be die Be­klag­te man­gel­haft ge­ar­bei­tet. Die Be­klag­te hät­te den Klä­ger aber vor Durch­füh­rung des Aus­tauschs der Ein­spritz­dü­sen dar­auf hin­wei­sen müs­sen, dass wei­te­re Mo­tor­de­fek­te vor­lie­gen könn­ten, die das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch ver­ur­sach­ten. Der nur noch an ei­ner wirt­schaft­lich sinn­vol­len Re­pa­ra­tur­maß­nah­me in­ter­es­sier­te Klä­ger hät­te dann den Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen nicht in Auf­trag ge­ge­ben und die Re­pa­ra­tur­ver­gü­tung von 1.668,39 € nicht be­zahlt, wes­halb er um die­sen Be­trag ge­schä­digt sei.

[9]    Die Hin­weis­pflicht lei­te sich als Ne­ben­pflicht nach Treu und Glau­ben aus dem Rah­men der ver­trag­li­chen Ver­pflich­tung ab. Die Be­klag­te ha­be die Un­ter­su­chung der Ur­sa­che des aty­pi­schen Mo­tor­ge­räuschs über­nom­men, be­vor ihr der Auf­trag er­teilt wor­den sei, die Ein­spritz­dü­sen aus­zu­tau­schen. Ei­ne Ne­ben­pflicht zur In­for­ma­ti­on des Be­stel­lers wer­de an­ge­nom­men, wenn das be­stell­te Werk für den vor­ge­se­he­nen Zweck un­taug­lich sei und den Be­dürf­nis­sen des Be­stel­lers nicht ent­spre­chen kön­ne. Die­ser Um­stand sei bei ei­nem Auf­trag­ge­ber, der nur noch an wirt­schaft­lich sinn­vol­len Re­pa­ra­tu­ren in­ter­es­siert sei, ge­ge­ben, wenn dem Auf­trag­neh­mer be­wusst sei, dass sich ei­ne Re­pa­ra­tur wirt­schaft­lich nicht mehr loh­ne. Zwar sei der Be­klag­ten der Pleu­el­la­ger­scha­den am Mo­tor nicht be­kannt ge­we­sen. Die Be­klag­te ha­be aber ge­wusst, dass der De­fekt bei den Ein­spritz­dü­sen bei ei­nem aty­pi­schen Mo­tor­ge­räusch nicht die al­lei­ni­ge Ur­sa­che sein müs­se. Die­ser Um­stand hät­te dem Klä­ger mit­ge­teilt wer­den müs­sen, da­mit er hät­te ab­wä­gen kön­nen, ob er den Auf­trag zum Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen noch ha­be er­tei­len wol­len.

[10]   II. Das hält der recht­li­chen Über­prü­fung stand. Mit der vom Be­ru­fungs­ge­richt ge­ge­be­nen Be­grün­dung steht dem Klä­ger ge­gen die Be­klag­te ein Scha­dens­er­satz­an­spruch aus § 280 I 1 BGB auf Zah­lung von 1.668,39 € zu. Nach die­ser Vor­schrift ist der Schuld­ner, der ei­ne Pflicht aus ei­nem Schuld­ver­hält­nis ver­letzt, dem Gläu­bi­ger zum Er­satz des hier­durch ent­ste­hen­den Scha­dens ver­pflich­tet.

[11]   1. Be­vor der Klä­ger die Be­klag­te mit dem Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen be­auf­trag­te, be­stand zwi­schen den Par­tei­en ein Schuld­ver­hält­nis nach § 311 II Nr. 2 BGB. Nach die­ser Vor­schrift ent­steht ein Schuld­ver­hält­nis durch die An­bah­nung ei­nes Ver­trags, bei wel­cher der ei­ne Teil im Hin­blick auf ei­ne et­wai­ge rechts­ge­schäft­li­che Be­zie­hung dem an­de­ren Teil die Mög­lich­keit zur Ein­wir­kung auf sei­ne Rech­te, Rechts­gü­ter und In­ter­es­sen ge­währt oder ihm die­se an­ver­traut. Der Klä­ger hat­te das In­ter­es­se, nur ei­ne wirt­schaft­lich sinn­vol­le Re­pa­ra­tur durch­füh­ren zu las­sen. Die­ses In­ter­es­se hat der Klä­ger der Be­klag­ten zu er­ken­nen ge­ge­ben. Dem­entspre­chend hat die Be­klag­te zu­nächst kei­ne Re­pa­ra­tur durch­ge­führt, son­dern un­ter­sucht, wel­che Ur­sa­che das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch ha­ben könn­te.

[12]   2. Die sich aus dem Schuld­ver­hält­nis nach § 311 II Nr. 2 BGB er­ge­ben­den Pflich­ten, wie sie in § 241 II BGB ge­re­gelt sind, hat die Be­klag­te ver­letzt.

[13]   Nach § 241 II BGB ver­pflich­tet das Schuld­ver­hält­nis nach sei­nem In­halt je­den Teil zur Rück­sicht auf die Rech­te, Rechts­gü­ter und In­ter­es­sen des an­de­ren Teils. Dem­entspre­chend be­stand die Pflicht der Be­klag­ten zur Rück­sicht auf das In­ter­es­se des Klä­gers dar­an, nur ei­ne wirt­schaft­lich sinn­vol­le Re­pa­ra­tur vor­zu­schla­gen. Die­se Pflicht hat die Be­klag­te ver­letzt, in­dem sie den Klä­ger nicht dar­auf hin­ge­wie­sen hat, dass für die aty­pi­schen Mo­tor­ge­räu­sche ne­ben ei­nem De­fekt der Ein­spritz­dü­sen wei­te­re Ur­sa­chen, ins­be­son­de­re ein Scha­den des Pleu­el­la­gers, ver­ant­wort­lich sein könn­ten, de­ren Be­sei­ti­gung hö­he­re Kos­ten als den Wie­der­be­schaf­fungs­wert des Fahr­zeugs ver­ur­sa­chen wür­de.

[14]   a) Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des BGH be­steht bei Ver­trags­ver­hand­lun­gen zwar kei­ne all­ge­mei­ne Rechts­pflicht, den an­de­ren Teil über al­le Ein­zel­hei­ten und Um­stän­de auf­zu­klä­ren, die des­sen Wil­lens­ent­schlie­ßung be­ein­flus­sen könn­ten. Viel­mehr ist grund­sätz­lich je­der Ver­hand­lungs­part­ner für sein rechts­ge­schäft­li­ches Han­deln selbst ver­ant­wort­lich und muss sich des­halb die für die ei­ge­ne Wil­lens­ent­schei­dung not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen auf ei­ge­ne Kos­ten und ei­ge­nes Ri­si­ko selbst be­schaf­fen. Ei­ne Rechts­pflicht zur Auf­klä­rung bei Ver­trags­ver­hand­lun­gen auch oh­ne Nach­fra­ge be­steht al­ler­dings be­reits dann, wenn der an­de­re Teil nach Treu und Glau­ben un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ver­kehrs­an­schau­ung red­li­cher­wei­se die Mit­tei­lung von Tat­sa­chen er­war­ten durf­te, die für sei­ne Wil­lens­bil­dung of­fen­sicht­lich von aus­schlag­ge­ben­der Be­deu­tung sind (BGH, Urt. v. 02.06.2016 – VII ZR 107/15, NJW-RR 2016, 859 Rn. 12 m. w. Nachw.).

[15]   Bringt der Be­stel­ler für den Un­ter­neh­mer er­kenn­bar zum Aus­druck, dass Vor­aus­set­zung für den Ab­schluss ei­nes Re­pa­ra­tur­auf­trags mög­lichst ver­läss­li­che In­for­ma­tio­nen über die zur Be­he­bung des Scha­dens not­wen­di­gen Kos­ten sind, müs­sen ihm vom Un­ter­neh­mer die für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Um­stän­de mit­ge­teilt wer­den (vgl. OLG Hamm, Urt. v. 20.03.1992 – 26 U 155/91, NJW-RR 1992, 1329 [1330] = ju­ris Rn. 13; Pe­ters/Ja­co­by, Stau­din­ger, BGB, Neu­be­arb. 2014, § 631 Rn. 49; Pa­landt/Grü­ne­berg, BGB, 76. Aufl., § 311 Rn. 47).

[16]   b) Auf die­ser Grund­la­ge war die Be­klag­te ver­pflich­tet, den Klä­ger nicht nur auf die de­fek­ten Ein­spritz­dü­sen und die mit de­ren Aus­tausch ver­bun­de­nen Kos­ten hin­zu­wei­sen. Die Be­klag­te war dar­über hin­aus ver­pflich­tet, auf das Ri­si­ko hin­zu­wei­sen, dass mit dem Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen nicht zwangs­läu­fig das aty­pi­sche Mo­to­ren­ge­räusch be­sei­tigt wer­den könn­te, son­dern ge­ge­be­nen­falls wei­te­re, den Wie­der­be­schaf­fungs­wert über­stei­gen­de Re­pa­ra­tu­ren not­wen­dig sein könn­ten, ins­be­son­de­re zur Be­sei­ti­gung ei­nes Pleu­el­la­ger­scha­dens. Erst bei­de In­for­ma­tio­nen hät­ten den Klä­ger in die La­ge ver­setzt zu ent­schei­den, ob er sei­nen Pkw noch re­pa­rie­ren lässt.

[17]   Von die­ser Hin­weis­pflicht war die Be­klag­te nicht des­halb ent­bun­den, weil der De­fekt an ei­nem Pleu­el­la­ger nicht häu­fig ist. Auch über we­ni­ger häu­fi­ge Ur­sa­chen für ein aty­pi­sches Mo­tor­ge­räusch ist in der ge­ge­be­nen Si­tua­ti­on auf­zu­klä­ren. An­de­res wür­de nur gel­ten, wenn es sich bei der Dia­gno­se ei­nes Pleu­el­la­ger­scha­dens um ei­ne völ­lig ent­fern­te und des­halb ver­nach­läs­si­gens­wer­te Ur­sa­che für die aty­pi­schen Mo­tor­ge­räu­sche ge­han­delt hät­te. Das ist je­doch nach den nicht an­ge­grif­fe­nen Fest­stel­lun­gen des sach­ver­stän­dig be­ra­te­nen Be­ru­fungs­ge­richts nicht der Fall.

[18]   3. Durch die Pflicht­ver­let­zung der Be­klag­ten ist dem Klä­ger ein Scha­den ent­stan­den, weil er die Be­klag­te mit dem Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen be­auf­trag­te und des­halb ei­ne Ver­gü­tung in Hö­he von 1.668,39 € zahl­te. Nach den Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts hät­te der Klä­ger die­sen Auf­trag nicht er­teilt, wenn er den Hin­weis er­hal­ten hät­te, dass wei­te­re Mo­tor­de­fek­te vor­lie­gen kön­nen, die das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch ver­ur­sa­chen.

[19]   4. Die von der Re­vi­si­on vor­ge­tra­ge­nen Ein­wen­dun­gen füh­ren zu kei­ner an­de­ren Be­ur­tei­lung.

[20]   a) Die Re­vi­si­on meint, es ha­be kei­nes Hin­wei­ses der Be­klag­ten auf wei­ter­ge­hen­de Scha­den­sur­sa­chen be­durft, weil dem Klä­ger das all­ge­mei­ne Ri­si­ko der Re­pa­ra­tur­an­fäl­lig­keit sei­nes Pkw auf­grund des Al­ters und der Lauf­leis­tung be­wusst ge­we­sen sei.

[21]   Die­ser Ein­wand lässt die Pflicht­ver­let­zung der Be­klag­ten nicht ent­fal­len.

[22]   Zwar war dem Klä­ger be­wusst, dass der Pkw auf­grund sei­nes Al­ters und sei­ner Lauf­leis­tung re­pa­ra­tur­an­fäl­lig sein konn­te. Aber ge­ra­de we­gen die­ses Um­stands und des im Ver­hält­nis zu mög­li­chen Re­pa­ra­tur­kos­ten ge­rin­gen Wie­der­be­schaf­fungs­werts des Pkw hat er sich vor der Er­tei­lung ei­nes Auf­trags an die Be­klag­te ge­wandt, um ei­ne Grund­la­ge da­für zu ge­win­nen, ob sich ei­ne Re­pa­ra­tur noch lohnt.

[23]   b) Die Re­vi­si­on macht wei­ter gel­tend, das Ri­si­ko, ob sich in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht ei­ne Re­pa­ra­tur loh­ne, lie­ge beim Be­stel­ler. Wenn die­ser ei­ne si­che­re Grund­la­ge für die Ein­schät­zung von Re­pa­ra­tur­kos­ten wol­le, müs­se er ei­ne ent­spre­chen­de Prü­fung be­auf­tra­gen. Das ha­be der Klä­ger nicht ge­tan. Dem­ge­gen­über kön­ne der Un­ter­neh­mer we­gen der letzt­lich kaum ein­grenz­ba­ren Viel­zahl denk­ba­rer Ur­sa­chen für das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch oh­ne ein­ge­hen­de und kos­ten­in­ten­si­ve Un­ter­su­chun­gen kei­ne si­che­re Ein­schät­zung der Re­pa­ra­tur­kos­ten vor­neh­men.

[24]   Das steht ei­ner Pflicht­ver­let­zung der Be­klag­ten nicht ent­ge­gen.

[25]   Zu­tref­fend ist, dass die Be­klag­te nicht mit kos­ten­in­ten­si­ven Un­ter­su­chun­gen zu al­len mög­li­chen Ur­sa­chen des aty­pi­schen Mo­tor­ge­räuschs be­auf­tragt war. Dass ei­ne ent­spre­chen­de Prü­fung von der Be­klag­ten nicht vor­ge­nom­men wur­de, ist ihr auch nicht vor­zu­wer­fen. Die Be­klag­te hat viel­mehr ver­säumt, dar­auf hin­zu­wei­sen, dass ne­ben dem Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen noch wei­te­re kos­ten­träch­ti­ge Re­pa­ra­tu­ren not­wen­dig sein könn­ten, zum Bei­spiel die Be­sei­ti­gung ei­nes Pleu­el­la­ger­scha­dens.

[26]   c) Die Re­vi­si­on macht wei­ter­ge­hend gel­tend, der Klä­ger ha­be im un­mit­tel­ba­ren An­schluss an die Fest­stel­lung des Pleu­el­la­ger­scha­dens und im selbst­stän­di­gen Be­weis­ver­fah­ren al­lein gel­tend ge­macht, der Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen sei nicht not­wen­dig ge­we­sen. Dar­aus fol­ge, dass der Klä­ger selbst nicht da­von aus­ge­gan­gen sei, über al­le mög­li­chen Ur­sa­chen für das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch auf­ge­klärt zu wer­den. Mit der Nicht­ein­be­zie­hung die­ser Um­stän­de in die Be­wer­tung des Ge­sche­hens­ab­laufs ha­be das Be­ru­fungs­ge­richt die Be­klag­te in ih­rem An­spruch auf Ge­wäh­rung recht­li­chen Ge­hörs aus Art. 103 I GG ver­letzt.

[27]   Die­ser Ein­wand liegt ne­ben der Sa­che.

[28]   Der Klä­ger war nach­voll­zieh­bar nicht da­mit ein­ver­stan­den, 1.668,39 € für ei­ne Re­pa­ra­tur ge­zahlt zu ha­ben, die nicht da­zu ge­führt hat­te, die aty­pi­schen Mo­tor­ge­räu­sche zu be­sei­ti­gen. Es liegt des­halb na­he, zu­nächst da­von aus­zu­ge­hen, dass der Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen auf ei­ner fal­schen Ein­schät­zung der Be­klag­ten be­ruh­te. Dar­aus kann be­reits im An­satz nicht der Schluss ge­zo­gen wer­den, der Klä­ger ha­be kei­nen Hin­weis dar­auf er­war­tet, dass mit dem Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch mög­li­cher­wei­se nicht zu be­sei­ti­gen sein könn­te.

[29]   d) Schließ­lich macht die Re­vi­si­on gel­tend, als An­spruch­stel­ler tref­fe den Klä­ger die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für die Kau­sa­li­tät der be­haup­te­ten Pflicht­ver­let­zung. Der Klä­ger ha­be in kei­ner Wei­se dar­ge­legt, dass er sich für ei­ne kos­ten­an­fäl­li­ge Un­ter­su­chung hin­sicht­lich wei­te­rer nur denk­ba­rer Ur­sa­chen ent­schie­den hät­te, nach­dem mit der Ve­ri­fi­zie­rung des De­fekts der Ein­spritz­dü­sen ei­ne na­he­lie­gen­de Ur­sa­che fest­ge­stellt wor­den sei. Dem­entspre­chend sei­en die Fest­stel­lun­gen des Be­ru­fungs­ge­richts un­voll­stän­dig. Das Be­ru­fungs­ge­richt ha­be nicht fest­ge­stellt, dass sich der Klä­ger für ei­ne Re­pa­ra­tur erst nach ei­ner wei­te­ren mit Kos­ten­auf­wand ver­bun­de­nen Un­ter­su­chung ent­schie­den hät­te.

[30]   Die­ser Ein­wand liegt eben­falls ne­ben der Sa­che.

[31]   Das Be­ru­fungs­ge­richt hat mit Tat­be­stands­wir­kung fest­ge­stellt, dass der Klä­ger be­reits von ei­ner Re­pa­ra­tur sei­nes Pkw ab­ge­se­hen hät­te, wenn er von der Be­klag­ten den Hin­weis er­hal­ten hät­te, dass ne­ben dem Aus­tausch der Ein­spritz­dü­sen noch wei­te­re Ur­sa­chen für das aty­pi­sche Mo­tor­ge­räusch in Be­tracht kom­men wür­den. Die­se tat­be­stands­mä­ßi­ge Fest­stel­lung ist un­an­ge­grif­fen ge­blie­ben. Ein Tat­be­stands­be­rich­ti­gungs­an­trag ist nicht ge­stellt. …

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