1. Die bei Ge­fahr­über­gang vor­han­de­ne und im Zeit­punkt der Rück­tritts­er­klä­rung fort­be­ste­hen­de Ein­tra­gung ei­nes Kraft­fahr­zeugs im Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tem (SIS) ist zwar ein er­heb­li­cher Rechts­man­gel, der den Käu­fer grund­sätz­lich zum Rück­tritt vom Kauf­ver­trag be­rech­tigt (im An­schluss an BGH, Urt. v. 18.01.2017 – VI­II ZR 234/15, NJW 2017, 1666). Ein wirk­sa­mer Rück­tritt setzt in­des vor­aus, dass der Käu­fer dem Ver­käu­fer er­folg­los ei­ne Frist zur Be­sei­ti­gung die­ses Man­gels ge­setzt hat oder ei­ne Frist­set­zung aus­nahms­wei­se ent­behr­lich war.
  2. Die Ein­tra­gung ei­nes Kraft­fahr­zeugs im Schen­ge­ner In­for­ma­ti­ons­sys­tem (SIS) be­grün­det kei­nen An­scheins­be­weis da­für, dass das Fahr­zeug i. S. des § 935 I BGB ab­han­den­ge­kom­men und nicht et­wa un­ter­schla­gen oder be­trü­ge­risch er­langt wor­den ist.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 29.09.2017 – 4 U 80/17
(vor­an­ge­hend: LG Of­fen­burg, Ur­teil vom 05.04.2017 – 6 O 102/16)

Das Be­ru­fungs­ur­teil des OLG Karls­ru­he ist zu­sam­men mit dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil des LG Of­fen­burg aus­zugs­wei­se hier ver­öf­fent­licht.

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