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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: 2012

Kei­ne Be­weis­ver­ei­te­lung bei Ent­sor­gung de­fek­ter Tur­bo­la­der

  1. Ei­ne Be­weis­ver­ei­te­lung, die Be­wei­ser­leich­te­run­gen bis hin zu ei­ner Um­kehr der Be­weis­last recht­fer­tigt, liegt nur vor, wenn ei­ne Par­tei ih­rem be­weis­pflich­ti­gen Geg­ner die Be­weis­füh­rung schuld­haft er­schwert oder un­mög­lich macht. Das Ver­schul­den muss sich da­bei so­wohl auf die Zer­stö­rung oder Ent­zie­hung des Be­weis­ob­jekts als auch auf die Be­sei­ti­gung sei­ner Be­weis­funk­ti­on be­zie­hen.
  2. Ist ei­ne Be­weis­ver­ei­te­lung man­gels Ver­schul­den nicht ge­ge­ben, kann die dann be­ste­hen­de Lü­cke nicht über die Grund­sät­ze der se­kun­dä­ren Dar­le­gungs- und Be­weis­last ge­schlos­sen wer­den. Viel­mehr muss der Vor­trag der nicht be­weis­be­las­te­ten Par­tei nur den Um­fang ha­ben, den er ha­ben müss­te, wenn die be­weis­be­las­te­te Par­tei den ihr ob­lie­gen­den Be­weis an­tre­ten könn­te.

OLG Naum­burg, Ur­teil vom 11.10.2012 – 1 U 2/12

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Ge­ruchs­be­läs­ti­gung als er­heb­li­cher Man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens

  1. Fahr­zeug­un­ty­pi­sche Ge­ruch­se­mis­sio­nen kön­nen bei ei­nem Ge­braucht­wa­gen ei­nen Man­gel dar­stel­len, denn der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens darf grund­sätz­lich er­war­ten, dass das Fahr­zeug frei von ano­ma­len Ge­ruchs­be­läs­ti­gun­gen ist.
  2. Der Käu­fer ei­nes „jun­gen“ Ge­braucht­wa­gens der Ober­klas­se, der noch kein Jahr zu­ge­las­sen ist und ei­ne Lauf­leis­tung von un­ter 1.000 km auf­weist, darf er­war­ten, dass im In­nen­raum des Fahr­zeugs – und sei es auch nur zeit­wei­se – kein ano­ma­ler („gum­miähn­li­cher“) Ge­ruch wahr­zu­neh­men ist.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 10.10.2012 – 1 U 475/11-141

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Kein Ga­ran­tie­an­spruch bei Nicht­ein­hal­tung ver­ein­bar­ter War­tungs­mo­da­li­tä­ten

Wird ei­ne Ga­ran­tie­zu­sa­ge le­dig­lich „um den Preis“ ge­ge­ben, dass der Käu­fer als Ga­ran­ti­en­eh­mer das Fahr­zeug in ei­ner be­stimm­ten Art und Wei­se war­tet, stellt sich die Ein­hal­tung der War­tungs­mo­da­li­tä­ten – wirt­schaft­lich ge­se­hen – als „Ge­gen­leis­tung“ für die Ein­stands­pflicht des Ver­käu­fers/Ga­ran­tie­ge­bers dar. Der­ar­ti­ge Ab­re­den, die Art und Um­fang der ver­trag­li­chen Haupt­leis­tung und den da­für zu zah­len­den Preis un­mit­tel­bar re­geln, sind ge­mäß § 307 III 1 BGB ei­ner In­halts­kon­trol­le ent­zo­gen.

BGH, Be­schluss vom 09.10.2012 – VI­II ZR 349/11
(vor­her­gend: LG Frei­burg, Ur­teil vom 10.11.2011 – 3 S 77/11)

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Kei­ne Arg­listan­fech­tung bei ver­schwie­ge­ner In­sol­venz des Ver­käu­fers

  1. Ein Ver­käu­fer muss ei­nen Käu­fer nach der Ver­kehrs­sit­te nur dann dar­über auf­klä­ren, dass über sein Ver­mö­gen das vor­läu­fi­ge In­sol­venz­ver­fah­ren er­öff­net wur­de, wenn die Er­öff­nung des vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­fah­rens den Ver­trags­zweck ge­fähr­det und des­halb ob­jek­tiv für den Kauf­ent­schluss des Käu­fers von we­sent­li­cher Be­deu­tung ist.
  2. Zur Auf­klä­rung über ei­ne wirt­schaft­li­che Be­dräng­nis des Ver­käu­fers oder über die Er­öff­nung des vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­fah­rens be­steht dann Ver­an­las­sung, wenn der Ver­käu­fer weiß, dass er ihn tref­fen­de Ver­pflich­tun­gen nicht er­fül­len kann.

LG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 14.09.2012 – 5 S 18/12

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Nie­der­las­sung ei­nes Kfz-Händ­lers als Er­fül­lungs­ort der Nach­bes­se­rung

Män­gel an ei­nem Kraft­fahr­zeug sind an dem Ort zu be­sei­ti­gen, an dem der Ver­käu­fer sei­ne ge­werb­li­che Nie­der­las­sung hat (Er­fül­lungs­ort der Nach­bes­se­rung). Dort­hin muss der Käu­fer das Fahr­zeug ver­brin­gen; er kann nicht mit Er­folg ver­lan­gen, dass der Ver­käu­fer das Fahr­zeug an sei­nem Wohn­ort ab­holt oder vor­ab er­klärt, er wer­de die Kos­ten für den Trans­port des – nicht fahr­be­rei­ten – Fahr­zeugs über­neh­men.

AG Augs­burg, Ur­teil vom 07.09.2012 – 72 C 893/12

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Er­fül­lungs­ort für Kauf­preis­rück­zah­lungs­an­spruch nach Rück­tritt vom Kauf­ver­trag

Nach ei­nem Rück­tritt vom Kauf­ver­trag ist Er­fül­lungs­ort für sämt­li­che Rück­ge­währan­sprü­che – al­so auch für den An­spruch des Käu­fers auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses – ein­heit­lich der Ort, an dem sich die Kauf­sa­che zur Zeit des Rück­tritts ver­trags­ge­mäß be­fin­det.

OLG Schles­wig, Ur­teil vom 04.09.2012 – 3 U 99/11

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Steu­er­li­che Ein­ord­nung von Pick­up-Fahr­zeu­gen

  1. Bei Pick­up-Fahr­zeu­gen mit Dop­pel­ka­bi­ne ist ty­pi­sie­rend da­von aus­zu­ge­hen, dass die­se Fahr­zeu­ge nicht vor­wie­gend der Las­ten­be­för­de­rung zu die­nen ge­eig­net und be­stimmt sind, wenn ih­re La­de­flä­che oder ihr La­de­raum nicht mehr als die Hälf­te der ge­sam­ten Nutz­flä­che aus­macht.
  2. Bei Pick­up-Fahr­zeu­gen, de­ren La­de­flä­che grö­ßer als die für die Per­so­nen­be­för­de­rung vor­ge­se­he­ne Flä­che ist, er­folgt die Ab­gren­zung nach den all­ge­mei­nen Kri­te­ri­en. Über­wiegt die La­de­flä­che die Flä­che zur Per­so­nen­be­för­de­rung nur un­we­sent­lich, spricht dies eher da­für, dass das Fahr­zeug nicht vor­wie­gend der Las­ten­be­för­de­rung zu die­nen ge­eig­net und be­stimmt ist.
  3. In die Be­rech­nung der La­de­flä­che sind al­le Flä­chen ein­zu­be­zie­hen, die ge­eig­net sind, ei­ne La­dung zu trans­por­tie­ren. Da­zu ge­hö­ren re­gel­mä­ßig auch Aus­beu­lun­gen in den La­de­raum (z. B. für Rad­käs­ten), die auf­grund ih­res Ab­stands zum obe­ren Rand der La­de­kan­te und bei ge­ge­be­ner Be­last­bar­keit noch als La­de­flä­che (z. B. für Schütt­gut oder für fla­che Ge­gen­stän­de) ge­nutzt wer­den kön­nen.

BFH, Ur­teil vom 29.08.2012 – II R 7/11 

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Kei­ne Haf­tung des „rei­nen“ Händ­lers für Feh­ler des Her­stel­lers

Ei­nen aus ei­nem feh­ler­haf­ten Her­stel­lungs­pro­zess fol­gen­den Man­gel hat der am Her­stel­lungs­pro­zess nicht be­tei­lig­te („rei­ne“) Händ­ler grund­sätz­lich nicht zu ver­tre­ten; der Her­stel­ler ist ins­be­son­de­re nicht Er­fül­lungs­ge­hil­fe des Ver­käu­fers.

LG Ha­gen, Ur­teil vom 24.08.2012 – 2 O 61/12

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Fal­sche An­ga­be der An­zahl der Vor­be­sit­zer in Kfz-Kauf­ver­trag

Im Ge­braucht­wa­gen­han­del macht es für die Kauf­ent­schei­dung ei­nes po­ten­zi­el­len Käu­fers ei­nen be­trächt­li­chen Un­ter­schied, ob ein Fahr­zeug ei­nen oder drei Vor­be­sit­zer hat­te. Des­halb ist zu ver­lan­gen, dass die An­ga­ben im Kauf­ver­trag mit de­nen im Kfz-Brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) ob­jek­tiv über­ein­stim­men. Tun sie das nicht, weil das Fahr­zeug nicht – wie im Ver­trag an­ge­ge­ben – ei­nen, son­dern drei Vor­be­sit­zer hat­te, liegt ein Sach­man­gel vor (§ 434 I 2 Nr. 2 BGB).

OLG Naum­burg, Ur­teil vom 14.08.2012 – 1 U 35/12
(vor­her­ge­hend: LG Des­sau-Roß­lau, Ur­teil vom 24.02.2012 – 2 O 126/09)

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Kauf ei­nes mit ei­ner Gas­an­la­ge aus­ge­rüs­te­ten Neu­wa­gens – War­tungs­ob­lie­gen­heit

Der Käu­fer ei­nes Neu­wa­gens, der für den Be­trieb mit Au­to­gas um­ge­rüs­tet wur­de, darf er­war­ten, dass er das Fahr­zeug oh­ne be­son­de­re Vor­keh­run­gen wie ein mit Ot­to­kraft­stoff be­trie­be­nes Fahr­zeug nut­zen kann. Er muss nicht da­mit rech­nen, dass das Fahr­zeug nicht un­ein­ge­schränkt un­ter Voll­last ge­fah­ren wer­den darf. Er muss auch nicht da­von aus­ge­hen, dass das Fahr­zeug der­art war­tungs­be­dürf­tig ist, dass man­geln­de War­tun­gen zu ei­nem ka­pi­ta­len Mo­tor­scha­den füh­ren kann.

LG It­ze­hoe, Ur­teil vom 13.08.2012 – 6 O 118/11

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