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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: Ok­to­ber 2011

Un­zu­mut­ba­re Ab­wei­chung bei Mo­tor­leis­tung von 90 PS statt 110 PS

  1. Bei ei­nem Gat­tungs­kauf – hier: dem Kauf ei­nes Neu­fahr­zeugs – wird der ur­sprüng­li­che Er­fül­lungs­an­spruch des Käu­fers durch das Sach­män­gel­recht ver­drängt, so­bald der Käu­fer ei­ne Fal­schleis­tung – sei es auch irr­tüm­lich – als Er­fül­lung an­nimmt. Das gilt auch, wenn die Er­brin­gung der ge­schul­de­ten Leis­tung un­mög­lich ist.
  2. Ist ver­trag­lich aus­drück­lich ver­ein­bart, dass dem Käu­fer ein Neu­fahr­zeug des Mo­dell­jahrs 2010 mit ei­ner Leis­tung von 110 PS ge­lie­fert wer­den soll, und stellt sich spä­ter her­aus, dass im Mo­dell­jahr 2010 nur ein Fahr­zeug mit ei­ner Mo­tor­leis­tung von 90 PS er­hält­lich ist, kann der Ver­käu­fer den Kauf­ver­trag ge­gen den Wil­len des Käu­fers nicht mit ei­nem sol­chen Fahr­zeug er­fül­len. Das gilt auch dann, wenn er sich in sei­nen All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen Kon­struk­ti­ons­ab­wei­chun­gen, die für den Käu­fer zu­mut­bar sind, vor­be­hal­ten hat.

KG, Ur­teil vom 27.10.2011 – 23 U 15/11

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Gra­vie­ren­der Sach­man­gel ei­nes Pkw bei wie­der­holt auf­tre­ten­den Start­pro­ble­men

Je­der Käu­fer ei­nes Pkw und ins­be­son­de­re der Käu­fer ei­nes Neu­fahr­zeugs kann er­war­ten, dass Start­pro­ble­me al­len­falls kurz­fris­tig auf­tre­ten. Ein Neu­wa­gen, der sich nicht pro­blem­los star­ten lässt, stellt kei­ne ver­trags­ge­mä­ße Leis­tung des Ver­käu­fers dar; denn die Start­fä­hig­keit ei­nes Fahr­zeugs ist nicht le­dig­lich ei­ne Fra­ge des Kom­forts.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 26.10.2011 – 3 U 1853/11

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Be­weis­last bei un­ge­nü­gen­der Nach­bes­se­rung

  1. Grund­sätz­lich trägt der Käu­fer die Be­weis­last da­für, dass ein Man­gel schon bei Über­ga­be der Kauf­sa­che vor­lag und trotz Nach­bes­se­rungs­ver­su­chen des Ver­käu­fers wei­ter vor­han­den ist. Dies gilt auch dann, wenn der Käu­fer die Kauf­sa­che nach ei­ner er­folg­lo­sen Nach­bes­se­rung wie­der ent­ge­gen­ge­nom­men hat. Die An­for­de­run­gen an den Käu­fer dür­fen aber nicht über­spannt wer­den. Des­halb ist der Be­weis je­den­falls dann ge­führt, wenn der Feh­ler am glei­chen Bau­teil – hier: am Au­to­ma­tik­ge­trie­be ei­nes Pkw – auf­tritt, zwi­schen Nach­bes­se­rung und er­neu­tem Auf­tre­ten des Feh­lers nur ei­ne kur­ze Zeit ver­stri­chen ist und sich der Ver­käu­fer bei der Nach­bes­se­rung ei­ner Re­pa­ra­tur­me­tho­de be­dient hat, die von der all­ge­mein vor­ge­schla­ge­nen Me­tho­de ab­weicht.
  2. Bei ei­nem Ver­brauchs­gü­ter­kauf führt § 476 BGB hin­sicht­lich der Tat­sa­che, dass ein be­stimm­ter Man­gel be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor­han­den war, zu ei­ner vol­len Be­weis­last­um­kehr zum Nach­teil des Ver­käu­fers. Es ge­nügt nicht, dass der Ver­käu­fer die Ver­mu­tung, dass der Man­gel be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor­lag, er­schüt­tert; er muss viel­mehr den vol­len Be­weis des Ge­gen­teils der ver­mu­te­ten Tat­sa­che er­brin­gen.
  3. Bei ei­nem Ge­braucht­wa­gen stellt ei­ne auf nor­ma­lem Ver­schleiß be­ru­hen­de Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gung re­gel­mä­ßig kei­nen Man­gel dar.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 25.10.2011 – 4 U 540/10-168

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Un­zu­mut­bar­keit der Nach­er­fül­lung – Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung bei Ver­jäh­rungs­ein­re­de

  1. Ob dem Käu­fer ei­ne Nach­er­fül­lung i. S. des § 440 Satz 1 Fall 3 BGB un­zu­mut­bar ist, ist al­lein aus Sicht des Käu­fers zu be­stim­men; ei­ne In­ter­es­sen­ab­wä­gung fin­det – an­ders als bei § 323 II Nr. 3 BGB – nicht statt.
  2. Ei­ne Nach­er­fül­lung ist dem Käu­fer nicht schon dann un­zu­mut­bar i. S. des § 440 Satz 1 Fall 3 BGB, wenn der Ver­käu­fer ei­ne Be­schaf­fen­heits­zu­sa­ge (vgl. § 434 I 1 BGB) nicht ein­hält. Es be­darf viel­mehr des Hin­zu­tre­tens qua­li­fi­zier­ter Um­stän­de, wie sie zum Bei­spiel bei ei­ner be­wusst wahr­heits­wid­ri­gen Be­schaf­fen­heits­zu­sa­ge, die die Schwel­le zur arg­lis­ti­gen Täu­schung über­schrei­tet, ge­ge­ben sein kön­nen.
  3. Ei­ne – das Set­zen ei­ner Frist zur Nach­er­fül­lung ent­behr­lich ma­chen­de – Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung muss nicht zwin­gend durch ein vor­pro­zes­sua­les Ver­hal­ten be­grün­det sein, son­dern kann auch aus ei­nem Pro­zess­ver­hal­ten re­sul­tie­ren. Auch in die­sem Fall ist er­for­der­lich, dass in dem Ver­hal­ten ein­deu­tig zum Aus­druck kommt, dass der Schuld­ner be­wusst und end­gül­tig die Er­fül­lung sei­ner Ver­trags­pflich­ten ab­lehnt. Dies folgt nicht be­reits aus ei­nem An­trag auf Kla­ge­ab­wei­sung oder dem Be­strei­ten von Män­geln, wohl aber aus der aus­drück­li­chen und wie­der­hol­ten Er­he­bung ei­ner Ver­jäh­rungs­ein­re­de.
  4. Bei ei­nem Fahr­zeug der un­te­ren Mit­tel­klas­se („Kom­pakt­klas­se“) be­trägt die zu er­war­ten­de Ge­samt­lauf­leis­tung 200.000 km.

LG Bonn, Ur­teil vom 21.10.2011 – 10 O 330/10

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Ge­richts­stand für Kla­ge auf Kauf­preis­rück­zah­lung nach Rück­tritt

Die Kla­ge des vom Kauf­ver­trag zu­rück­ge­tre­te­nen Käu­fers auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses ist re­gel­mä­ßig am (Wohn-)Sitz des Ver­käu­fers zu er­he­ben (ent­ge­gen OLG Köln, Beschl. v. 28.03.2011 – 3 U 174/10, DAR 2011, 260).

LG Stral­sund, Be­schluss vom 13.10.2011 – 6 O 211/11

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Ki­lo­me­ter­an­ga­be im Kfz-Kauf­ver­trag

  1. Für die Ab­gren­zung zwi­schen Ver­brau­cher- und Un­ter­neh­mer­han­deln bei Ab­schluss ei­nes Kauf­ver­trags kommt es dar­auf an, wel­chem Zweck der Kauf­ver­trag die­nen soll. Maß­geb­lich ist ei­ne ob­jek­ti­ve Be­trach­tungs­wei­se un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Er­klä­run­gen der Par­tei­en im Kauf­ver­trag so­wie der Um­stän­de des Ver­trags­schlus­ses. Sub­jek­ti­ve Vor­stel­lun­gen des Käu­fers über den Ver­trags­zweck ha­ben dann kei­ne Be­deu­tung, wenn sie bei Ab­schluss des Kauf­ver­trags nicht in ir­gend­ei­ner Wei­se für den Ver­käu­fer er­kenn­bar ge­wor­den sind.
  2. Die An­ga­be in der Ru­brik „Ki­lo­me­ter­stand“ in ei­nem Kfz-Kauf­ver­trag wird man zwar nicht le­dig­lich als Hin­weis auf den Ta­cho­me­ter­stand, son­dern auch als Be­schrei­bung der Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs ver­ste­hen kön­nen. Die Ki­lo­me­ter­an­ga­be reicht aber oh­ne zu­sätz­li­che Er­klä­run­gen des Ver­käu­fers je­den­falls dann nicht für die An­nah­me ei­ner Ga­ran­tie i. S. von § 443 I BGB aus, wenn der Käu­fer Un­ter­neh­mer ist. Denn ei­nem Un­ter­neh­mer, der ei­ne Haf­tung des Ver­käu­fers für ei­ne be­stimm­te Be­schaf­fen­heit des Fahr­zeugs wünscht, ist es eher als ei­nem Ver­brau­cher zu­zu­mu­ten, auf ei­ne ein­deu­ti­ge For­mu­lie­rung ei­ner even­tu­el­len Ga­ran­tie­er­klä­rung zu ach­ten.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 06.10.2011 – 9 U 8/11

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