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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: 2006

Um­fang ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung beim Ge­braucht­wa­gen­kauf

Ver­ein­ba­ren die Par­tei­en ei­nes Ge­braucht­wa­gen­kauf­ver­trags aus­drück­lich, dass der Ver­käu­fer ein „Schüt­teln im Leer­lauf“ be­sei­tigt, be­vor er das Fahr­zeug dem Käu­fer über­gibt, so liegt ei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. von § 434 I 1 BGB selbst dann vor, wenn das „Schüt­teln“ auch bei ver­gleich­ba­ren Fahr­zeu­gen auf­tritt und des­halb (mög­li­cher­wei­se) kein Man­gel im Rechts­sin­ne ist.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 06.09.2006 – 20 U 1860/06

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Gut­gläu­bi­ger Er­werb ei­nes Ge­braucht­wa­gens von ei­ner GmbH

  1. Wer ei­nen Ge­braucht­wa­gen von ei­ner in den Fahr­zeug­pa­pie­ren als Hal­te­rin ein­ge­tra­ge­nen ju­ris­ti­schen Per­son kauft, muss re­gel­mä­ßig sorg­fäl­tig prü­fen, ob die für die ju­ris­ti­sche Per­son han­deln­de na­tür­li­che Per­son zur Ver­äu­ße­rung des Fahr­zeugs be­rech­tigt ist. Das gilt erst recht, wenn der Kauf­in­ter­es­sent Ver­dacht schöp­fen muss, et­wa weil er zu ei­nem schnel­len Ab­schluss des Kauf­ver­tra­ges ge­drängt wird oder der ver­lang­te Kauf­preis sehr güns­tig ist.
  2. Un­ter­lässt der Käu­fer ge­bo­te­ne Nach­for­schun­gen, kann er dem Vor­wurf gro­ber Fahr­läs­sig­keit nicht mit dem Ar­gu­ment ent­ge­hen, er hät­te oh­ne­hin nichts Hilf­rei­ches er­fah­ren. Denn auf die Ur­säch­lich­keit von un­ter­las­se­nen, nach La­ge des Fal­les aber er­for­der­li­chen An­stren­gun­gen kommt es bei der Be­ur­tei­lung der Gut­gläu­big­keit im Re­gel­fall nicht an. Viel­mehr ist al­lein dar­auf ab­zu­stel­len, ob über­haupt die ge­bo­te­nen Nach­for­schun­gen an­ge­stellt wor­den sind (im An­schluss an BGH, Urt. v. 13.04.1994 – II ZR 196/93, NJW 1994, 2022 [2024]).

OLG Schles­wig, Ur­teil vom 01.09.2006 – 14 U 201/05

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Un­wirk­sa­me Pau­scha­lie­rung von Scha­dens­er­satz in All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen

Fol­gen­de Klau­sel in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Händ­lers ist ge­mäß § 309 Nr. 5 lit. b BGB un­wirk­sam, weil sie dem Käu­fer nicht aus­drück­lich den Nach­weis ge­stat­tet, dass ein Scha­den über­haupt nicht ent­stan­den ist: „Ver­langt der Ver­käu­fer Scha­dens­er­satz, so be­trägt die­ser 15 % des Kauf­prei­ses. Der Scha­dens­er­satz ist hö­her oder nied­ri­ger an­zu­set­zen, wenn der Ver­käu­fer ei­nen hö­he­ren oder der Käu­fer ei­nen ge­rin­ge­ren Scha­den nach­weist.“

AG Haß­furt, Ur­teil vom 21.08.2006 – 3 C 624/05

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Ab­gren­zung zwi­schen Sach­man­gel und nor­ma­lem Ver­schleiß bei „Se­ri­en­feh­ler“

  1. Bei so­ge­nann­ten Se­ri­en- oder Kon­struk­ti­ons­feh­lern an Kraft­fahr­zeu­gen, die auf dem Ge­braucht­wa­gen­markt ge­han­delt wer­den, kann bei der Be­ur­tei­lung der Fra­ge, ob ein Man­gel i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB vor­liegt, als Ver­gleichs­maß­stab nicht al­lein auf Fahr­zeu­ge des glei­chen Typs ab­ge­stellt wer­den. Viel­mehr ist ein her­stel­ler­über­grei­fen­der Ver­gleich an­zu­stel­len. Maß­stab muss das ge­ge­be­nen­falls mit­hil­fe ei­nes Sach­ver­stän­di­gen zu er­mit­teln­de Ni­veau sein, das nach Typ, Al­ter und Lauf­leis­tung ver­gleich­ba­re Fahr­zeu­ge an­de­rer Her­stel­ler er­rei­chen und das der Markt­er­war­tung ent­spricht.
  2. Bei Kon­struk­ti­ons­män­geln schei­det die An­nah­me ei­nes Man­gels nur dann aus, wenn dem Käu­fer das Pro­blem ver­nünf­ti­ger­wei­se be­kannt sein muss. Da­von ist bei ei­nem er­höh­tem Ge­trie­be­ver­schleiß bei Fahr­zeu­gen, die vor­wie­gend für den ame­ri­ka­ni­schen Markt pro­du­ziert wer­den, aber auch in Mit­tel­eu­ro­pa ver­trie­ben wer­den, oh­ne ent­spre­chen­den Hin­weis des Ver­käu­fers re­gel­mä­ßig nicht aus­zu­ge­hen.

OLG Stutt­gart, Ur­teil vom 15.08.2006 – 10 U 84/06

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Zur Aus­le­gung des Be­griffs „Trans­port­scha­den“ in ei­nem Ge­braucht­wa­gen­kauf­ver­trag

  1. Ein „Trans­port­scha­den“ ist je­de Be­schä­di­gung, die ein Fahr­zeug wäh­rend des Trans­ports er­lei­det, wo­bei zum Trans­port nicht nur die ei­gent­li­che Be­för­de­rung des Fahr­zeugs, son­dern auch das Auf- und Ab­la­den ge­hö­ren. Der – mehr­deu­ti­ge – Be­griff „Trans­port­scha­den“ sagt des­halb nichts über das Aus­maß des Scha­dens aus; viel­mehr kön­nen da­mit leich­te Krat­zer und Del­len eben­so ge­meint sein wie ein gra­vie­ren­der, zum Bei­spiel bei Her­un­ter­fal­len vom Trans­por­ter er­lit­te­ner Scha­den.
  2. Man­gels nä­he­rer Er­läu­te­run­gen darf der pri­va­te Durch­schnitts­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens da­von aus­ge­hen, dass ein ihm of­fen­bar­ter „Trans­port­scha­den“ ei­ne leich­te bis mit­tel­schwe­re Be­schä­di­gung ist. Mit schwe­ren und schwers­ten Be­schä­di­gun­gen muss er oh­ne Wei­te­res nicht rech­nen.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 14.08.2006 – I-1 U 233/05

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Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung durch An­ga­ben des Kfz-Ver­käu­fers zur Aus­stat­tung ei­nes Fahr­zeugs – Ka­ta­ly­sa­tor

  1. Preist der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens das Fahr­zeug im In­ter­net – hier: im Rah­men ei­ner eBay-Auk­ti­on – als mit ei­nem (Ab­gas-)Ka­ta­ly­sa­tor aus­ge­stat­tet an, so führt dies auch dann zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. des § 434 I 1 BGB, wenn in ei­nem spä­ter er­rich­te­ten schrift­li­chen Kauf­ver­trag von ei­nem Ka­ta­ly­sa­tor kei­ne Re­de mehr ist. Das gilt nur dann nicht, wenn der Ver­käu­fer die An­ga­be, das zum Kauf an­ge­bo­te­ne Fahr­zeug ver­fü­ge über ei­nen Ka­ta­ly­sa­tor, vor Ab­schluss des schrift­li­chen Kauf­ver­tra­ges klar und er­kenn­bar be­rich­tigt.
  2. Ein Kfz-Ver­käu­fer, der für mög­lich hält, dass ein zum Kauf an­ge­bo­te­nes Fahr­zeug nicht über ei­nen Ka­ta­ly­sa­tor ver­fügt, han­delt arg­lis­tig, wenn er sei­ne Zwei­fel hint­an­stellt und er­klärt, das Fahr­zeug sei mit ei­nem Ka­ta­ly­sa­tor aus­ge­stat­tet.

OLG Bran­den­burg, Ur­teil vom 27.07.2006 – 5 U 161/05

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An­for­de­run­gen an die An­nah­me ei­ner Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung (§ 281 II Nr. 2 BGB)

  1. An die An­nah­me ei­ner ernst­haf­ten und end­gül­ti­gen Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung i. S. des § 281 II Nr. 1 BGB sind stren­ge An­for­de­run­gen zu stel­len. Ei­ne Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung liegt nur vor, wenn der Schuld­ner un­miss­ver­ständ­lich und ge­wis­ser­ma­ßen als letz­tes Wort zum Aus­druck bringt, er wer­de sei­nen Ver­trags­pflich­ten un­ter kei­nen Um­stän­den nach­kom­men, und es des­halb aus­ge­schlos­sen er­scheint, dass er sich von ei­ner Frist­set­zung wird um­stim­men las­sen.
  2. Ei­ne Nach­bes­se­rung (§ 439 I Fall 1 BGB) ist ei­nem Kfz-Ver­käu­fer nicht schon des­halb un­mög­lich, weil die er­for­der­li­chen Re­pa­ra­tur­maß­nah­men nur in ei­ner vom Fahr­zeug­her­stel­ler au­to­ri­sier­ten Werk­statt vor­ge­nom­men wer­den dür­fen. Denn der Ver­käu­fer kann oh­ne Wei­te­res ei­ne au­to­ri­sier­te Werk­statt mit der Durch­füh­rung der Re­pa­ra­tur be­auf­tra­gen, so­dass et­wa Ga­ran­tie­an­sprü­che des Käu­fers er­hal­ten blei­ben.

OLG Cel­le, Ur­teil vom 26.07.2006 – 7 U 2/06

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Se­ri­en­ty­pi­sches Schief­zie­hen ei­nes (ge­brauch­ten) Pkw als zum Rück­tritt be­rech­ti­gen­der Sach­man­gel

  1. Der Käu­fer ei­nes mo­der­nen Ge­braucht­fahr­zeugs darf i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB er­war­ten, dass das Fahr­zeug so kon­stru­iert ist, dass es auf ebe­ner Fahr­bahn oh­ne Len­k­ein­grif­fe ge­ra­de­aus fährt.
  2. Ein – hier ge­brauch­tes – Kraft­fahr­zeug ist auch dann man­gel­haft i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB, wenn es an ei­nem Kon­struk­ti­ons- oder Fa­bri­ka­ti­ons­feh­ler lei­det, der der ge­sam­ten Se­rie an­haf­tet. Denn wel­che Be­schaf­fen­heit bei ei­nem Kraft­fahr­zeug „üb­lich“ i. S. von § 434 I 2 Nr. 2 BGB ist, ist ge­ge­be­nen­falls durch ei­nen am Stand der Tech­nik ori­en­tier­ten – her­stel­ler­über­grei­fen­den – Ver­gleich mit al­len ver­gleich­ba­ren Fahr­zeu­gen zu er­mit­teln. Es ist al­so der Ent­wick­lungs­stand der ge­sam­ten Au­to­mo­bil­in­dus­trie und nicht bloß der­je­ni­ge des kon­kre­ten Fahr­zeug­her­stel­lers in den Blick zu neh­men.

LG Frank­furt a. M., Ur­teil 19.07.2006 – 2‑02 O 470/05

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Zeit­span­ne zwi­schen Pro­duk­ti­on und Erst­zu­las­sung als Man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens

Das Aus­ein­an­der­fal­len von Pro­duk­ti­ons­da­tum und Erst­zu­las­sung um meh­re­re Jah­re ist bei ei­nem Ge­braucht­wa­gen ein Sach­man­gel i. S. von § 434 I 1 BGB.

OLG Cel­le, Ur­teil vom 13.07.2006 – 11 U 254/05

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Guss­feh­ler im Mo­tor­block ei­nes neu­en Wohn­mo­bils – Er­satz­lie­fe­rung

  1. Bei ei­nem „Lun­ker“ (Guss­feh­ler) im Mo­tor­block ei­nes neu­en Wohn­mo­bils, der zu ei­nem Öl­ver­lust führt und zu­min­dest den Aus­tausch des Mo­tor­blocks mit Kopf er­for­dert, ist ei­ne Nach­er­fül­lung durch Lie­fe­rung ei­nes Er­satz­fahr­zeugs nicht un­ver­hält­nis­mä­ßig.
  2. Den Ein­wand der Un­ver­hält­nis­mä­ßig­keit (§ 439 III BGB) kann der Ver­käu­fer nicht mehr er­he­ben, wenn der Käu­fer be­reits vom Kauf­ver­trag zu­rück­ge­tre­ten ist.
  3. Das Ver­schul­den nach § 281 BGB knüpft zeit­lich an das Ver­tre­ten­müs­sen bei Ab­lauf der zur Nach­er­fül­lung ge­setz­ten Frist an und kann sich – bei ei­nem vom Ver­käu­fer nicht zu ver­tre­ten­den Man­gel – auf die un­ter­las­se­ne Nach­lie­fe­rung be­zie­hen. Es kommt al­so im Rah­men des § 281 BGB nicht dar­auf an, ob der Ver­käu­fer den Man­gel der Kauf­sa­che zu ver­tre­ten hat, son­dern dar­auf, ob er die feh­len­de Er­satz­lie­fe­rung bin­nen der ge­setz­ten Frist zu ver­tre­ten hat.

OLG Cel­le, Ur­teil vom 28.06.2006 – 7 U 235/05

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