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Tag: scheck­heft­ge­pflegt

Wahr­heits­wid­ri­ge An­prei­sung ei­nes Fahr­zeugs als scheck­heft­ge­pflegt – Arg­listan­fech­tung

Wird ein Ge­braucht­wa­gen als scheck­heft­ge­pflegt an­ge­prie­sen, ob­wohl das Fahr­zeug tat­säch­lich nicht scheck­heft­ge­pflegt ist, so ist re­gel­mä­ßig die ob­jek­ti­ve Sei­te ei­ner arg­lis­ti­gen Täu­schung ge­ge­ben.

AG Mün­chen, Ur­teil vom 10.01.2018 – 142 C 10499/17

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„Scheck­heft­ge­pflegt“ als ver­ein­bar­te Be­schaf­fen­heit – On­line-In­se­rat

Gibt der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens in ei­nem On­line-In­se­rat an, das Fahr­zeug sei „scheck­heft­ge­pflegt“, so hat er die Pflicht, dem Käu­fer ein Fahr­zeug zu über­ge­ben und zu über­eig­nen, das in ei­ner au­to­ri­sier­ten Fach­werk­statt den vom Her­stel­ler vor­ge­schrie­be­nen und im „Scheck­heft“ do­ku­men­tier­ten In­spek­tio­nen un­ter­zo­gen wur­de. Denn die Par­tei­en ha­ben ei­ne ent­spre­chen­de Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung (§ 434 I 1 BGB) auch dann ge­trof­fen, wenn im schrift­li­chen Kauf­ver­trag selbst nicht er­wähnt ist, dass das Fahr­zeug „scheck­heft­ge­pflegt“ sei.

AG Mün­chen, Ur­teil vom 19.06.2015 – 191 C 8106/15

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Ab­wei­chung zwi­schen an­ge­zeig­tem Ki­lo­me­ter­stand und tat­säch­li­cher Lauf­leis­tung als Sach­man­gel – „scheck­heft­ge­pflegt“

  1. Grund­sätz­lich darf der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens er­war­ten, dass das Fahr­zeug kei­nen Un­fall er­lit­ten hat, bei dem es zu mehr als „Ba­ga­tell­schä­den“ ge­kom­men ist. „Ba­ga­tell­schä­den“ sind grund­sätz­lich nur ganz ge­ring­fü­gi­ge, äu­ße­re (Lack-)Schä­den, nicht aber sons­ti­ge (Blech-)Schä­den, auch wenn sie kei­ne wei­ter­ge­hen­den Fol­gen hat­ten und der Re­pa­ra­tur­auf­wand nur ge­ring war. Ob das Fahr­zeug nach dem Un­fall fach­ge­recht re­pa­riert wor­den ist, ist nicht von Be­deu­tung. Al­lein die Tat­sa­che, dass das Fahr­zeug bei ei­nem Un­fall mehr als ei­nen „Ba­ga­tell­scha­den“ er­lit­ten hat, stellt ei­nen Sach­man­gel i. S. des § 434 I 2 Nr. 2 BGB dar.
  2. Es ge­hört zur üb­li­chen und vom Käu­fer zu er­war­ten­den Be­schaf­fen­heit ei­nes Ge­braucht­wa­gens, dass die tat­säch­li­che Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs nicht er­heb­lich hö­her ist als der an­ge­zeig­te Ki­lo­me­ter­stand. Ei­ne Ab­wei­chung von mehr als 8.500 km, die be­zo­gen auf den Kauf­preis ei­ne Wert­min­de­rung des Fahr­zeugs von 1.200–1.350 € zur Fol­ge hat, ist er­heb­lich und stellt ei­nen Sach­man­gel i. S. des § 434 I 2 Nr. 2 BGB dar.
  3. Der Käu­fer ei­nes als „scheck­heft­ge­pflegt“ an­ge­prie­se­nen Ge­braucht­wa­gens darf er­war­ten, dass das Fahr­zeug in ei­ner au­to­ri­sier­ten Fach­werk­statt den vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­se­he­nen In­spek­tio­nen un­ter­zo­gen wor­den ist und die­se im Ser­vice­heft („Scheck­heft“) do­ku­men­tiert wor­den sind. Es ge­nügt al­ler­dings, wenn die In­spek­ti­ons­ter­mi­ne im We­sent­li­chen ein­ge­hal­ten wor­den sind; ei­ne lü­cken­lo­se Ket­te von In­spek­tio­nen ist für ein „scheck­heft­ge­pfleg­tes“ Fahr­zeug eben­so we­nig er­for­der­lich wie die Ab­we­sen­heit von tech­ni­schen Män­geln.

LG Bie­le­feld, Ur­teil vom 23.12.2014 – 6 O 353/13

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Um­ge­hungs­ge­schäft durch Vor­schie­ben ei­nes Stroh­manns durch Kfz-Händ­ler – „scheck­heft­ge­pflegt“

  1. Schiebt ein Kfz-Händ­ler beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor, um ein in Wahr­heit vor­lie­gen­des Ei­gen­ge­schäft zu ver­schlei­ern und das Fahr­zeug un­ter Aus­schluss der Haf­tung für Män­gel zu ver­kau­fen, dann muss er sich ge­mäß § 475 I 2 BGB so be­han­deln las­sen, als hät­te er selbst das Fahr­zeug ver­kauft. Der Händ­ler kann sich des­halb nicht mit Er­folg auf ei­nen ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ge­währ­leis­t­un­g­aus­schluss be­ru­fen (§ 475 I 1 BGB).
  2. Da­für, dass ein Kfz-Händ­ler beim Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens an ei­nen Ver­brau­cher ein in Wahr­heit vor­lie­gen­des Ei­gen­ge­schäft ver­schlei­ern will, in­dem er ei­nen Ver­brau­cher als Ver­käu­fer vor­schiebt, spricht ei­ne ge­wis­se Ver­mu­tung, wenn der mut­maß­li­che Stroh­mann dem Händ­ler per­sön­lich na­he­steht (hier: Va­ter-Sohn-Be­zie­hung).
  3. Ein Ge­braucht­wa­gen ist „scheck­heft­ge­pflegt“, wenn die vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­schrie­be­nen War­tungs­in­ter­val­le ein­ge­hal­ten und die fäl­li­gen War­tungs­ar­bei­ten in ei­ner au­to­ri­sier­ten Fach­werk­statt durch­ge­führt wor­den sind. Wur­den bei ei­nem als „scheck­heft­ge­pflegt“ an­ge­prie­se­nen Ge­braucht­wa­gen je­den­falls zwei vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­ge­be­ne War­tungs­ter­mi­ne aus­ge­las­sen, lei­det das Fahr­zeug an ei­nem Man­gel i. S. von § 434 I 1 BGB, wo­bei ei­ne Nach­bes­se­rung (§ 439 I Fall 1 BGB) un­mög­lich ist.

OLG Hamm, Ur­teil vom 13.11.2014 – 2 U 58/14

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Er­werb ei­nes „scheck­heft­ge­pfleg­ten“ Fahr­zeugs

  1. Bei Ge­braucht­fahr­zeu­gen sind üb­li­che Ab­nut­zungs- und Ver­schleiß­er­schei­nun­gen kein Sach­man­gel. Nur Ver­schleiß- und Ab­nut­zungs­er­schei­nun­gen deut­lich über das üb­li­che Maß hin­aus kön­nen die An­nah­me ei­nes Sach­man­gels be­grün­den.
  2. Wer ein „scheck­heft­ge­pfleg­tes“ Fahr­zeug er­wirbt, kann er­war­ten, dass die vom Her­stel­ler vor­ge­schrie­be­nen In­spek­tio­nen von ei­ner hier­zu au­to­ri­sier­ten Fach­werk­statt durch­ge­führt und im Ser­vice­heft („Scheck­heft“) do­ku­men­tiert wor­den sind. Es ge­nügt, wenn die In­spek­ti­ons­ter­mi­ne im We­sent­li­chen ein­ge­hal­ten wor­den sind. Ei­ne lü­cken­lo­se Ket­te wird mit dem Hin­weis „scheck­heft­ge­pflegt“ eben­so we­nig ver­spro­chen wie das Feh­len tech­ni­scher Män­gel. Das gilt selbst dann, wenn die letz­te In­spek­ti­on nur kur­ze Zeit bzw. we­ni­ge Ki­lo­me­ter zu­rück­liegt.

LG Wup­per­tal, Ur­teil vom 23.05.2005 – 17 O 394/04

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Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung über die An­zahl der Vor­be­sit­zer/Vor­hal­ter ei­nes Kraft­fahr­zeugs – „scheck­heft­ge­pflegt“

  1. Die An­zahl der Vor­be­sit­zer/​Vor­hal­ter ei­nes Kraft­fahr­zeugs kann Ge­gen­stand ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. von § 434 I 1 BGB sein.
  2. Ob ein Fahr­zeug „scheck­heft­ge­pflegt“ ist, ob­wohl es nicht sämt­li­chen vom Fahr­zeug­her­stel­ler vor­ge­se­he­nen In­spek­tio­nen un­ter­zo­gen wur­de, ist ei­ne Fra­ge der Aus­le­gung. Da­bei ist zu be­rück­sich­ti­gen, wie vie­le Vor­be­sit­zer/​Vor­hal­ter das Fahr­zeug an­geb­lich hat­te und wie alt das Fahr­zeug ist. Denn bei ei­nem jun­gen Fahr­zeug mit nur ei­nem Vor­be­sit­zer/​Vor­hal­ter lässt die An­ga­be „scheck­heft­ge­pflegt“ eher auf ei­ne voll­stän­di­ge und recht­zei­ti­ge Durch­füh­rung sämt­li­cher In­spek­tio­nen schlie­ßen als bei ei­nem äl­te­ren Fahr­zeug mit meh­re­ren Vor­be­sit­zern/​Vor­hal­tern.
  3. Nach ei­ner wirk­sa­men An­fech­tung (hier: we­gen arg­lis­ti­ger Täu­schung) kommt ein Rück­tritt vom – durch die An­fech­tung ver­nich­te­ten – Kauf­ver­trag nicht mehr in Be­tracht.

OLG Düs­sel­dorf, Be­schluss vom 08.08.2003 – I-1 W 45/03

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