Navigation

Probleme beim Autokauf?

Kategorien

Archiv

Header (Autohaus)

Ka­te­go­rie: Mo­tor­rad

Maß­stab für die tech­ni­sche Be­ur­tei­lung der Funk­ti­ons­taug­lich­keit ei­nes Fahr­zeugs

  1. Für die Fra­ge, ob ein Fahr­zeug ei­ne Be­schaf­fen­heit auf­weist, die bei Sa­chen der glei­chen Art üb­lich ist und die der Käu­fer nach der Art der Sa­che er­war­ten kann (§ 434 I 2 Nr. 2 BGB), ist auf den – ob­jek­tiv be­rech­tig­ten – Er­war­tungs­ho­ri­zont ei­nes Durch­schnitts­käu­fers ab­zu­stel­len. Ver­gleichs­maß­stab ist da­bei die üb­li­che Be­schaf­fen­heit bei Sa­chen glei­cher Art, al­so auch bei Sa­chen an­de­rer Her­stel­ler mit dem­sel­ben Qua­li­täts­stan­dard (z. B. Ma­te­ri­al, Fahr­zeug­klas­se).
  2. Den Maß­stab für die tech­ni­sche Be­ur­tei­lung der Funk­ti­ons­taug­lich­keit ei­nes Fahr­zeugs bil­det ein Ver­gleich mit an­de­ren typ­glei­chen Fahr­zeu­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung des je­wei­li­gen Stands der Tech­nik.

OLG Hamm, Ur­teil vom 15.05.2008 – 28 U 145/07

Mehr le­sen »

Lauf­leis­tung ei­nes ge­brauch­ten Mo­tor­rads – Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung

  1. Mit der Über­nah­me der Ga­ran­tie für die Be­schaf­fen­heit ei­ner Sa­che i. S. des § 444 Fall 2 BGB durch den Ver­käu­fer ist – eben­so wie mit der Über­nah­me ei­ner Ga­ran­tie i. S. des § 276 I 1 BGB – zu­min­dest auch die Zu­si­che­rung ei­ner Ei­gen­schaft der Sa­che nach frü­he­rem Recht (§ 459 II BGB a.F.) ge­meint. Die Über­nah­me ei­ner Ga­ran­tie setzt da­her – wie frü­her die Zu­si­che­rung ei­ner Ei­gen­schaft – vor­aus, dass der Ver­käu­fer in ver­trags­mä­ßig bin­den­der Wei­se die Ge­währ für das Vor­han­den­sein der ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit der Kauf­sa­che über­nimmt und da­mit sei­ne Be­reit­schaft zu er­ken­nen gibt, für al­le Fol­gen des Feh­lens die­ser Be­schaf­fen­heit ein­zu­ste­hen.
  2. Die Fra­ge, ob An­ga­ben des Ver­käu­fers zur Lauf­leis­tung ei­nes ge­brauch­ten Kraft­fahr­zeugs le­dig­lich als Be­schaf­fen­heits­an­ga­be (§ 434 I 1 BGB) oder aber als Be­schaf­fen­heits­ga­ran­tie (§ 444 Fall 2 BGB) zu wer­ten sind, ist un­ter Be­rück­sich­ti­gung der beim Ab­schluss ei­nes Kauf­ver­trags über ein Ge­braucht­fahr­zeug ty­pi­scher­wei­se ge­ge­be­nen In­ter­es­sen­la­ge zu be­ant­wor­ten. Beim Pri­vat­ver­kauf ei­nes Ge­braucht­fahr­zeugs ist die An­ga­be der Lauf­leis­tung in der Re­gel le­dig­lich als Be­schaf­fen­heits­an­ga­be und nicht als Be­schaf­fen­heits­ga­ran­tie zu ver­ste­hen. Von ei­ner still­schwei­gen­den Ga­ran­tie­über­nah­me kann beim Pri­vat­ver­kauf ei­nes Ge­braucht­fahr­zeugs nur dann aus­nahms­wei­se aus­zu­ge­hen sein, wenn über die An­ga­be der Lauf­leis­tung hin­aus be­son­de­re Um­stän­de vor­lie­gen, die bei dem Käu­fer die be­rech­tig­te Er­war­tung we­cken, der Ver­käu­fer wol­le für die Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs ein­ste­hen. Al­lei­ne die Be­son­der­hei­ten des Kaufs über das In­ter­net mit­tels ei­nes von eBay zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Biet­ver­fah­rens recht­fer­ti­gen die­se An­nah­me nicht.
  3. Sind in ei­nem Kauf­ver­trag zu­gleich ei­ne be­stimm­te Be­schaf­fen­heit der Kauf­sa­che und ein pau­scha­ler Aus­schluss der Sach­män­gel­haf­tung ver­ein­bart, ist dies re­gel­mä­ßig da­hin aus­zu­le­gen, dass der Haf­tungs­aus­schluss nicht für das Feh­len der ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit (§ 434 I 1 BGB), son­dern nur für sol­che Män­gel gel­ten soll, die dar­in be­ste­hen, dass die Sa­che sich nicht für die nach dem Ver­trag vor­aus­ge­setz­te Ver­wen­dung eig­net (§ 434 I 2 Nr. 1 BGB) bzw. sich nicht für die ge­wöhn­li­che Ver­wen­dung eig­net und kei­ne Be­schaf­fen­heit auf­weist, die bei Sa­chen der glei­chen Art üb­lich ist und die der Käu­fer nach der Art der Sa­che er­war­ten kann (§ 434 I 2 Nr. 2 BGB).

BGH, Teil­ver­säum­nis- und Schlus­s­ur­teil vom 29.11.2006 – VI­II ZR 92/06

Mehr le­sen »

Mo­tor­rad mit ei­ner Stand­zeit von 16 Mo­na­ten ist nicht fa­brik­neu

  1. Im Ver­kauf ei­nes Neu­fahr­zeugs durch ei­nen Mo­tor­rad­händ­ler liegt grund­sätz­lich die kon­klu­den­te Zu­si­che­rung, dass das ver­kauf­te Fahr­zeug „fa­brik­neu“ ist (vgl. für Pkw BGH, Urt. v. 22.03.2000 – VI­II ZR 325/98, NJW 2000, 2018, 2019 m. w. Nachw.). Wie je­des an­de­re Kraft­fahr­zeug ist ein un­be­nutz­tes Mo­tor­rad re­gel­mä­ßig (nur) „fa­brik­neu“, wenn und so­lan­ge das Mo­dell die­ses Fahr­zeugs un­ver­än­dert wei­ter­ge­baut wird, wenn es kei­ne durch län­ge­re Stand­zeit be­ding­ten Män­gel auf­weist und wenn zwi­schen Her­stel­lung des Fahr­zeugs und Ab­schluss des Kauf­ver­trags nicht mehr als 12 Mo­na­te lie­gen (vgl. für Pkw BGH, Urt. v. 15.10.2003 – VI­II ZR 227/02, NJW 2004, 160).
  2. Ein da­nach als „fa­brik­neu“ ver­kauf­tes Mo­tor­rad ist folg­lich nicht mehr „fa­brik­neu“ und da­mit man­gel­haft, wenn zwi­schen der Her­stel­lung des Fahr­zeugs und dem Ab­schluss des Kauf­ver­trags mehr als 12 Mo­na­te lie­gen.
  3. Ein Ver­käu­fer ver­wei­gert ei­ne Nach­er­fül­lung spä­tes­tens dann i. S. von § 281 II Fall 1, § 323 II Nr. 1 BGB ernst­haft und end­gül­tig, wenn er im Rah­men ei­ner Gü­te­ver­hand­lung (§ 278 II ZPO) nicht be­reit ist, den mit dem Käu­fer ge­führ­ten Rechts­streit güt­lich bei­zu­le­gen.

LG Ber­lin, Ur­teil vom 12.08.2004 – 18 O 452/03

Mehr le­sen »