Navigation

Probleme beim Autokauf?

Kategorien

Archiv

Header (Autohaus)

Ka­te­go­rie: All­ge­mei­nes

Arg­lis­ti­ge Täu­schung durch Ver­schwei­gen – Man­gel vs. Man­gel­sym­ptom

  1. Wird ein Haus­grund­stück mit über­dach­ter Ter­ras­se ver­kauft und tritt durch das Ter­ras­sen­dach wie­der­holt Re­gen­was­ser ein, ist dies re­gel­mä­ßig nicht nur ein blo­ßes Sym­ptom für ei­nen Sach­man­gel; viel­mehr be­grün­det be­reits die Un­dich­tig­keit des Ter­ras­sen­dachs selbst den Sach­man­gel.
  2. Klärt der Ver­käu­fer ei­nes Haus­grund­stücks den Käu­fer nicht über Was­ser­ein­trit­te durch ein Ter­ras­sen­dach auf, han­delt er arg­lis­tig, auch wenn er de­ren Ur­sa­che(n) nicht oder nur teil­wei­se kennt.

BGH, Ur­teil vom 27.10.2023 – V ZR 43/23

Mehr le­sen »

Rück­ab­wick­lung ei­nes Old­ti­mer-Kauf­ver­trags nach UN-Kauf­recht (CISG) – matching num­bers

  1. An­ga­ben ei­nes Fahr­zeug­ver­käu­fers in ei­nem In­se­rat zu ei­ner den Wert ei­nes Fahr­zeugs maß­geb­lich be­stim­men­den Ei­gen­schaft (hier: „matching num­bers“) füh­ren grund­sätz­lich zu ei­ner Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung i. S. des § 35 I CISG.
  2. Die pau­scha­le Re­ge­lung in ei­nem Kfz-Kauf­ver­trag, dass al­le An­ga­ben zum Fahr­zeug als blo­ße Be­schrei­bung zu ver­ste­hen sind und kei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung be­grün­den, ist nicht ge­eig­net, der Zu­si­che­rung, das Fahr­zeug wei­se ei­ne be­stimm­te Be­schaf­fen­heit auf (hier: „matching num­bers“), die Qua­li­fi­ka­ti­on als Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung zu neh­men.
  3. Ein (vor­for­mu­lier­ter) Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss gilt nicht für ei­ne we­sent­li­che Ver­trags­ver­let­zung i. S. von § 25 I CISG, die dar­in be­steht, dass ei­nem Fahr­zeug ei­ne Ei­gen­schaft fehlt, de­ren Vor­han­den­sein der Ver­käu­fer vor­be­halt­los zu­ge­si­chert hat. Dies gilt um­so mehr, als dem Käu­fer nicht ein­mal ein mi­ni­ma­ler Rechts­schutz (mi­ni­mum ade­qua­te reme­dy) ver­blie­be, wenn der Ver­käu­fer trotz sei­ner Be­schaf­fen­heits­zu­sa­ge ei­nen (völ­li­ge) Haf­tungs­aus­schluss be­ru­fen könn­te.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 25.10.2023 – 7 U 1224/21

Mehr le­sen »

Set­zen ei­ner Frist zur Nach­er­fül­lung beim Ver­brauchs­gü­ter­kauf

  1. Bei ei­nem Ver­brauchs­gü­ter­kauf (§ 474 I BGB) setzt ein man­gel­be­ding­ter Rück­tritt vom Kauf­ver­trag – an­ders als in § 323 I BGB vor­ge­se­hen – nicht vor­aus, dass der Käu­fer dem Ver­käu­fer er­folg­los ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Nach­er­fül­lung ge­setzt hat. Viel­mehr kann der Käu­fer ge­mäß § 475d I Nr. 1 BGB schon dann vom Kauf­ver­trag zu­rück­tre­ten, wenn er den Ver­käu­fer über den Man­gel un­ter­rich­tet hat und der Ver­käu­fer in­ner­halb ei­ner da­mit in Gang ge­setz­ten an­ge­mes­se­nen Frist die Nach­er­fül­lung nicht vor­ge­nom­men hat.
  2. Setzt der Käu­fer dem Ver­käu­fer bei ei­nem Ver­brauchs­gü­ter­kauf un­nö­ti­ger­wei­se (vgl. § 475d I Nr. 1 BGB) ei­ne Frist zur Nach­er­fül­lung, nach­dem er den Ver­käu­fer über den zu be­sei­ti­gen­den Man­gel un­ter­rich­tet hat, muss er sich dar­an zwar fest­hal­ten las­sen. Für die Fra­ge der An­ge­mes­sen­heit der Frist ist aber auf den Zeit­punkt ab­zu­stel­len, in dem der Ver­käu­fer über den zu be­sei­ti­gen­den Man­gel i. S. von § 475d I Nr. 1 BGB un­ter­rich­tet wur­de.
  3. Für die Nach­bes­se­rung ei­nes Kraft­fahr­zeugs er­scheint ei­ne Frist von zwei Wo­chen grund­sätz­lich auch dann an­ge­mes­sen, wenn für die Nach­bes­se­rung ein Er­satz­mo­tor be­schafft und von ei­nem Drit­ten in das Fahr­zeug ein­ge­baut wer­den muss.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 18.09.2023 – 23 U 55/23
(vor­an­ge­hend: LG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 22.03.2023 – 9 O 167/22)

Mehr le­sen »

Kein Ge­währ­leis­tungs­aus­schluss durch Be­zeich­nung ei­nes Pkw als „Bast­ler­fahr­zeug“

  1. Die blo­ße Be­zeich­nung ei­nes als funk­ti­ons­fä­hi­gen Ge­braucht­wa­gens als „Bast­ler­fahr­zeug“ führt dann nicht zum Aus­schluss der Sach­män­gel­haf­tung des Ver­käu­fers, wenn der Käu­fer auf­grund der sons­ti­gen An­ga­ben des Ver­käu­fers und des über­ein­stim­mend zu­grun­de ge­leg­ten Ver­trags­zwecks da­von aus­ge­hen darf, ein funk­ti­ons­fä­hi­ges Fahr­zeug zu er­hal­ten.
  2. Ein Ver­käu­fer, der ei­ne dem Käu­fer ge­schul­de­te Nach­er­fül­lung nicht oder nicht recht­zei­tig vor­nimmt, ver­letzt sei­ne Pflicht aus § 437 Nr. 1, § 439 I BGB und ist dem Käu­fer des­halb ge­mäß §§ 280 I, III, 281 BGB (Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung) oder ge­mäß §§ 280 I, II, 286 BGB (Er­satz des Ver­zö­ge­rungs­scha­dens) zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet. Das gilt nur dann nicht, wenn der Ver­käu­fer die Pflicht­ver­let­zung nicht zu ver­tre­ten hat (§ 280 I 2 BGB). Da­für reicht es nicht aus, dass der Ver­käu­fer sich hin­sicht­lich der Lie­fe­rung der man­gel­haf­ten Kauf­sa­che lie­gen­den – se­pa­ra­ten – Pflicht­ver­let­zung (§ 433 I 2 BGB) ent­las­ten kann.

OLG Stutt­gart, Ur­teil vom 17.08.2023 – 2 U 41/22

Mehr le­sen »

An­spruch auf „Aus­bes­se­rung“ der Kauf­sa­che: Kom­bi­na­ti­on von Nach­bes­se­rung und Min­de­rung

Der mit ei­ner man­gel­haf­ten Kauf­sa­che be­lie­fer­te Käu­fer kann vom Ver­käu­fer in Aus­übung sei­nes Wahl­rechts aus § 439 I BGB grund­sätz­lich auch dann Nach­bes­se­rung (§ 439 I Fall 1 BGB) ver­lan­gen, wenn fest­steht, dass der Man­gel im We­ge der Nach­bes­se­rung nicht voll­stän­dig be­sei­tigt wer­den kann („Aus­bes­se­rungs­an­spruch“). Ent­schei­det sich der Käu­fer für ei­ne „Aus­bes­se­rung“ der Kauf­sa­che, kann er we­gen des ver­blei­ben­den Man­gels den Kauf­preis min­dern.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 03.08.2023 – 8 U 85/23

Mehr le­sen »

An­spruch auf Scha­dens­er­satz (Dif­fe­renz­scha­den) in „Die­sel­fäl­len“ – Ther­mo­fens­ter

  1. Un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 823 II BGB i. V. mit §§ 6 I, 27 I EG-FGV steht dem Käu­fer ei­nes mit ei­ner un­zu­läs­si­gen Ab­schalt­ein­rich­tung i. S. des Art. 5 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 715/2007 ver­se­he­nen Kraft­fahr­zeugs ein An­spruch ge­gen den Fahr­zeug­her­stel­ler auf Er­satz des Dif­fe­renz­scha­dens zu.
  2. Die Tat­be­stands­wir­kung ei­ner EG-Typ­ge­neh­mi­gung kann ei­nem An­spruch des Fahr­zeug­käu­fers auf Scha­dens­er­satz we­gen un­er­laub­ter Hand­lung nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den.

BGH, Ur­teil vom 26.06.2023 – VIa ZR 335/21

Mehr le­sen »

Er­fül­lungs­ort für An­sprü­che aus ei­ner Neu­wa­gen-Her­stel­ler­ga­ran­tie

  1. Er­fül­lungs­ort für An­sprü­che ei­nes Neu­wa­gen­käu­fers aus ei­ner Her­stel­ler­ga­ran­tie ist man­gels ab­wei­chen­der Ver­ein­ba­rung je­den­falls nicht der (Wohn-)Sitz des Käu­fers.
  2. Er­fül­lungs­ort für An­sprü­che aus ei­ner Mo­bi­li­täts­ga­ran­tie ist re­gel­mä­ßig – wenn ei­ne ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­rung fehlt – der Sitz des Ga­ran­tie­ge­bers. Denn der In­halt ei­ner Mo­bi­li­täts­ga­ran­tie be­schränkt sich letzt­lich dar­auf, dem Ga­ran­ti­en­eh­mer (Fahr­zeug­käu­fer) Auf­wen­dun­gen für die Pan­nen­hil­fe, das Ab­schlep­pen sei­nes Fahr­zeugs und ei­nen Miet­wa­gen zu er­stat­ten oder da­für zu sor­gen, dass Drit­te Leis­tun­gen für den Ga­ran­ti­en­eh­mer (z. B. Über­las­sung ei­nes Miet­wa­gens) auf Kos­ten des Ga­ran­tie­ge­bers er­brin­gen.
  3. Wird ei­ne Kla­ge zu­nächst nur ge­gen ei­nen Be­klag­ten er­ho­ben und erst nach form­lo­ser Ab­ga­be der Sa­che an ein an­de­res Ge­richt auf ei­nen Streit­ge­nos­sen des Be­klag­ten er­wei­tert, ist für ei­ne in­fol­ge­des­sen er­for­der­lich wer­den­de Zu­stän­dig­keits­be­stim­mung nach § 36 I Nr. 3 ZPO das Ge­richt, bei dem der par­tei­er­wei­tern­de Schrift­satz ein­ge­reicht wur­de, als das „zu­erst mit der Sa­che be­fass­te Ge­richt“ i. S. des § 36 II ZPO an­zu­se­hen.

Ba­yO­bLG, Be­schluss vom 23.06.2023 – 102 AR 9/23

Mehr le­sen »

Auf­be­wah­rung ei­nes an­geb­lich man­gel­haf­ten Fahr­zeugs durch den Ver­käu­fer

Lässt sich der Ver­käu­fer ei­nes Kraft­fahr­zeugs dar­auf ein, dass die­ses wäh­rend ei­nes Recht­streits über die Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags bei ihm ver­bleibt, so ist es grund­sätz­lich nicht zu be­an­stan­den, wenn der Ver­käu­fer das Fahr­zeug oh­ne wei­te­ren Schutz un­ter frei­em Him­mel ab­stellt. Denn da­bei han­delt es sich um ei­ne üb­li­che Art der Auf­be­wah­rung von Fahr­zeu­gen. An­de­res kann aber an­zu­neh­men sein, wenn der Ver­käu­fer kon­kre­te An­halts­punk­te da­für hat, dass das Fahr­zeug un­dicht ist und des­halb durch das Ab­stel­len im Frei­en be­son­de­ren Ge­fah­ren aus­ge­setzt wird. Oh­ne ei­ne da­hin ge­hen­de Ver­ein­ba­rung ist der Ver­käu­fer in­des nicht ver­pflich­tet, das bei ihm ab­ge­stell­te Fahr­zeug auf wit­te­rungs­be­ding­te Schä­den zu un­ter­su­chen und ge­ge­be­nen­falls des­halb Schutz­maß­nah­men zu er­grei­fen. Das ist viel­mehr zu­vör­derst Auf­ga­be des Käu­fers.

OLG Hamm, Ur­teil vom 23.05.2023 – 28 U 54/21

Mehr le­sen »

Ver­brau­cher­recht­li­cher Wi­der­ruf nach Ver­trags­er­fül­lung

Art. 14 IV lit. a Zif­fer i und Art. 14 V der Richt­li­nie 2011/83/EU des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 25.10.2011 über die Rech­te der Ver­brau­cher, zur Ab­än­de­rung der Richt­li­nie 93/13/EWG des Ra­tes und der Richt­li­nie 1999/44/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes so­wie zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 85/577/EWG des Ra­tes und der Richt­li­nie 97/7/EG des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes sind da­hin aus­zu­le­gen, dass sie ei­nen Ver­brau­cher von je­der Ver­pflich­tung zur Ver­gü­tung der Leis­tun­gen be­frei­en, die in Er­fül­lung ei­nes au­ßer­halb von Ge­schäfts­räu­men ab­ge­schlos­se­nen Ver­trags er­bracht wur­den, wenn ihm der be­tref­fen­de Un­ter­neh­mer die In­for­ma­tio­nen ge­mäß Art. 14 IV lit. a Zif­fer i nicht über­mit­telt hat und der Ver­brau­cher sein Wi­der­rufs­recht nach Er­fül­lung die­ses Ver­trags aus­ge­übt hat.

EuGH (Ach­te Kam­mer), Ur­teil vom 17.05.2023 – C-97/22 (DC/​HJ)

Mehr le­sen »

(Kein) kon­klu­den­ter Ver­zicht auf Ge­währ­leis­tungs­rech­te

  1. An die An­nah­me ei­nes kon­klu­den­ten Ver­zichts (hier: auf Ge­währ­leis­tungs­rech­te) sind stren­ge An­for­de­run­gen zu stel­len; der da­hin ge­hen­de Wil­le muss un­zwei­fel­haft und ein­deu­tig nach au­ßen tre­ten (im An­schluss an BGH, Urt. v. 22.06.1995 – VII ZR 118/94, NJW-RR 1996, 237).
  2. Ein bei Ge­fahr­über­gang vor­lie­gen­der, die Ver­kehrs­si­cher­heit nicht be­ein­träch­ti­gen­der „nor­ma­ler“ – dem Al­ter, der Lauf­leis­tung und der Qua­li­täts­stu­fe ent­spre­chen­der – Ver­schleiß ei­nes für den Stra­ßen­ver­kehr zu­ge­las­se­nen Ge­braucht­wa­gens be­grün­det im Grund­satz kei­nen Sach­man­gel des Fahr­zeugs. Dies gilt auch dann, wenn sich dar­aus in ab­seh­ba­rer Zeit, ins­be­son­de­re bei der durch Ge­brauch und Zeit­ab­lauf zu er­war­ten­den wei­te­ren Ab­nut­zung, ein Er­neue­rungs­be­darf er­gibt (im An­schluss an BGH, Urt. v. 09.09.2020 – VI­II ZR 150/18, NJW 2021, 151 Rn. 23 m. w. Nachw.).
  3. Die Par­tei, die sich auf au­ßer­halb ei­ner Ur­kun­de lie­gen­de Um­stän­de be­ruft, um ei­nen vom Text der Ur­kun­de ab­wei­chen­den über­ein­stim­men­den Wil­len der Be­tei­lig­ten nach­zu­wei­sen oder den In­halt des Be­ur­kun­de­ten aus der Sicht des Er­klä­rungs­emp­fän­gers (§§ 133, 157 BGB) zu deu­ten, trifft die Be­weis­last für das Vor­lie­gen die­ser Um­stän­de (im An­schluss an BGH, Urt. v. 05.07.2002 – V ZR 143/01, NJW 2002, 3164, 3165).
  4. Die rechts­ge­schäft­li­che Be­hand­lung ei­ner „Ver­trags­um­schrei­bung“ rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der §§ 133, 157 BGB. Da­bei kann § 151 Satz 1 Fall 2 BGB und § 267 I 1 BGB Be­deu­tung zu­kom­men.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 18.04.2023 – 19 U 15/22

Mehr le­sen »