1. Ei­ne Klau­sel in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Händ­lers, wo­nach ein Käu­fer bei Nicht­ab­nah­me ei­nes Neu­wa­gens pau­schal 15 % des Kauf­prei­ses zu zah­len hat, ist wirk­sam. Ins­be­son­de­re ist klar, dass mit „Kauf­preis“ nach dem Emp­fän­ger­ho­ri­zont des Kun­den nur der ver­trag­lich ver­ein­bar­te Brut­to­kauf­preis ge­meint sein kann.
  2. Ei­ne Klau­sel in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Händ­lers, wo­nach der Käu­fer bei Nicht­ab­nah­me ei­nes Neu­wa­gens pau­schal Scha­dens­er­satz in Hö­he von 15 % des (Brut­to-)Kauf­prei­ses zu leis­ten hat, muss dem Käu­fer deut­lich ma­chen, dass er die Mög­lich­keit hat nach­zu­wei­sen, dass dem Händ­ler gar kein Scha­den ent­stan­den ist (vgl. § 309 Nr. 5 lit. b BGB). Hier­für ge­nügt der Hin­weis, dass der Scha­dens­er­satz nied­ri­ger an­zu­set­zen ist, „wenn der Käu­fer ei­nen ge­rin­ge­ren Scha­den nach­weist“. Denn es liegt auf der Hand, dass die Mög­lich­keit, ei­nen ge­rin­ge­ren Scha­den nach­zu­wei­sen, zu­gleich die Mög­lich­keit er­öff­net nach­zu­wei­sen, dass über­haupt kein Scha­den ent­stan­den ist.

LG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 26.04.2011 – 2 S 28/10
(nach­fol­gend: BGH, Be­schluss vom 27.06.2012 – VI­II ZR 165/11)

Sach­ver­halt: Mit Ver­trag vom 29.01.2009 kauf­te die Be­klag­te von der Klä­ge­rin, die ei­nen Kraft­fahr­zeug­han­del be­treibt, ein Neu­fahr­zeug zum Preis von 20.500 €. Der Ver­trag ent­hält ei­nen hand­schrift­li­chen Zu­satz, in dem es heißt: „Mi­tsu­bi­shi Colt, EZ 1995, FZG wird ver­schrot­tet, – 2.500 € Ab­wrack­prä­mie (vor­be­halt­lich der Zah­lung) sie­he Zu­satz­ver­ein­ba­rung.“

Die in den Kauf­ver­trag ein­be­zo­ge­nen All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen der Klä­ge­rin be­stim­men un­ter „V. Ab­nah­me“ Fol­gen­des:

„1. Der Käu­fer ist ver­pflich­tet, den Kauf­ge­gen­stand in­ner­halb von 14 Ta­gen ab Zu­gang der Be­reit­stel­lungs­an­zei­ge ab­zu­neh­men. Im Fal­le der Nicht­ab­nah­me kann der Ver­käu­fer von sei­nen ge­setz­li­chen Rech­ten Ge­brauch ma­chen.

2. Ver­langt der Ver­käu­fer Scha­dens­er­satz, so be­trägt die­ser 15 % des Kauf­prei­ses. Der Scha­dens­er­satz ist hö­her oder nied­ri­ger an­zu­set­zen, wenn der Ver­käu­fer ei­nen hö­he­ren oder der Käu­fer ei­nen ge­rin­ge­ren Scha­den nach­weist.“

Un­ter dem 04.02.2009 tra­fen die Par­tei­en au­ßer­dem ei­ne Zu­satz­ver­ein­ba­rung zur staat­li­chen Um­welt­prä­mie.

Nach­dem die Um­welt­prä­mie nicht ge­zahlt wur­de, ver­wei­ger­te die Be­klag­te mit Schrei­ben vom 27.05.2009 die Ab­nah­me des Fahr­zeugs und er­klär­te den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag so­wie die An­fech­tung we­gen arg­lis­ti­ger Täu­schung.

Mit An­walts­schrei­ben vom 26.06.2009 teil­te die Klä­ge­rin der Be­klag­ten mit, dass sie auf­grund der Ab­nah­me­ver­wei­ge­rung der Be­klag­ten ge­mäß ih­rer All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen Scha­dens­er­satz gel­tend ma­che, und for­der­te sie zur Zah­lung von 2.967 € auf. Dies ent­spricht 15 % aus ei­nem Be­trag von (20.500 € − 720 € =) 19.780 €. Fer­ner ver­lang­te die Klä­ge­rin die Über­nah­me der ihr ent­stan­de­nen An­walts­kos­ten in Hö­he von 265,70 €.

Das Amts­ge­richt hat der Zah­lungs­kla­ge statt­ge­ge­ben. Sei­ne Ent­schei­dung hat es im We­sent­li­chen da­mit be­grün­det, dass der Kfz-Kauf­ver­trag nicht un­ter der (auf­lö­sen­den) Be­din­gung ge­schlos­sen wor­den sei, dass die staat­li­che Um­welt­prä­mie tat­säch­lich ge­währt wird. Es sei auch nicht nach­ge­wie­sen, dass die Par­tei­en ei­ne ein­ver­nehm­li­che Auf­he­bung des Kauf­ver­trags ver­ein­bart hät­ten. Der Be­klag­te ste­he fer­ner kein Recht zur An­fech­tung we­gen arg­lis­ti­ger Täu­schung (§ 123 BGB) oder zum Rück­tritt vom Ver­trag zu, so­dass sie zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet sei. Die­sen hät­ten die Par­tei­en wirk­sam auf pau­schal 15 % des Brut­to­kauf­prei­ses fest­ge­legt. Die Hö­he der Pau­scha­le sei auch nach Maß­ga­be des § 309 Nr. 5 lit. a BGB nicht zu be­an­stan­den.

Die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat­te kei­nen Er­folg.

Aus den Grün­den: II. … 1. Nach den ge­mäß § 529 ZPO zu­grun­de zu le­gen­den Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts ha­ben die Par­tei­en ei­nen Kauf­ver­trag über das streit­ge­gen­ständ­li­che Fahr­zeug zum Preis von 20.500 € ge­schlos­sen und die tat­säch­li­che Zah­lung ei­ner Ab­wrack­prä­mie nicht als Be­din­gung ver­ein­bart.

Die mit der Be­ru­fung vor­ge­brach­ten Rü­gen ge­gen die Be­weis­wür­di­gung des Amts­ge­richts sind nicht be­grün­det.

Die Kam­mer ist an die in ers­ter In­stanz fest­ge­stell­ten ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen ge­bun­den, so­weit die­se rechts­feh­ler­frei er­fasst sind und nicht nach § 529 I Nr. 1 ZPO kon­kre­te An­halts­punk­te Zwei­fel an der Rich­tig­keit oder Voll­stän­dig­keit die­ser Fest­stel­lun­gen be­grün­den könn­ten. Die Be­weis­wür­di­gung des erst­in­stanz­li­chen Ge­richts ist nur ein­ge­schränkt nach­prüf­bar, da es sich auch um Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen han­delt. Nur so­weit die Be­weis­wür­di­gung von Rechts­feh­lern be­ein­flusst ist, et­wa wenn sich das Ge­richt mit dem Er­geb­nis der Be­weis­auf­nah­me nicht voll­stän­dig und wi­der­spruchs­frei aus­ein­an­der­ge­setzt hat, wenn die Wür­di­gung ge­gen Denk­ge­set­ze bzw. Er­fah­rungs­sät­ze ver­stößt, oder wenn das Ge­richt Be­weis­re­geln miss­ach­tet hat …, ist dem Be­ru­fungs­ge­richt ei­ne neue Tat­sa­chen­fest­stel­lung mög­lich.

Kon­kre­te An­halts­punk­te, die sol­che Zwei­fel be­grün­den könn­ten, lie­gen je­doch nicht vor. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten war ei­ne Ver­neh­mung der Zeu­gen X und Y zur Be­haup­tung der Be­klag­ten, der Ver­trag sei un­ter der Be­din­gung ge­schlos­sen wor­den, dass die Ab­wrack­prä­mie in Hö­he von 2.500 € tat­säch­lich ge­zahlt wer­de, nicht ge­bo­ten. Die­se bei­den Zeu­gen wur­den zu Über­le­gun­gen der Be­klag­ten im Vor­feld des Ver­trags­schlus­ses be­nannt. Zu der strei­ti­gen Be­haup­tung, ob der Ver­trag un­ter der be­haup­te­ten Be­din­gung ge­schlos­sen wer­den soll­te, wur­de sei­tens der Be­klag­ten nur der Zeu­ge Z be­nannt.

Die Be­weis­wür­di­gung ent­spricht auch im Üb­ri­gen den An­for­de­run­gen des § 286 ZPO. … Die Be­weis­last für die be­haup­te­te Be­din­gung ob­lag der Be­klag­ten, was das Erst­ge­richt zu­tref­fend un­ter­stellt hat.

2. Eben­so we­nig kann nach den ge­mäß § 529 ZPO zu­grun­de zu le­gen­den Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts an­ge­nom­men wer­den, dass es zu ei­ner ein­ver­nehm­li­chen Ver­trags­auf­he­bung kam. Rechts­feh­ler sind in­so­weit eben­falls nicht er­sicht­lich und von der Be­ru­fung auch nicht dar­ge­tan.

3. Das Amts­ge­richt ist auch rechts­feh­ler­frei da­von aus­ge­gan­gen, dass die streit­ge­gen­ständ­li­chen All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen … wirk­sam sind.

a) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten wird die Scha­dens­pau­scha­lie­rung in Zif­fer V Nr. 2 der All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen der Klä­ge­rin nicht vom Klau­sel­ver­bot des § 309 Nr. 5 lit. b BGB er­fasst, wo­nach die Ver­ein­ba­rung ei­nes pau­scha­lier­ten An­spruchs des Ver­wen­ders auf Scha­dens­er­satz un­wirk­sam ist, wenn dem an­de­ren Ver­trags­teil nicht aus­drück­lich der Nach­weis ge­stat­tet wird, ein Scha­den sei über­haupt nicht ent­stan­den oder we­sent­lich nied­ri­ger als die Pau­scha­le. Zif­fer V Nr. 2 der All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen der Klä­ge­rin ge­stat­tet dem Kun­den den Nach­weis, dass über­haupt kein Scha­den ent­stan­den ist.

aa) Es ist zwar um­strit­ten, ob ei­ne sol­che Klau­sel un­wirk­sam ist, wenn in ih­rem Wort­laut ein aus­drück­li­cher Hin­weis fehlt, dass dem an­de­ren Ver­trags­teil auch der Nach­weis ge­stat­tet ist, dass ein Scha­den über­haupt nicht ent­stan­den ist. Teil­wei­se wird mit Blick auf den in­so­weit für ein­deu­tig er­ach­te­ten Wort­laut des § 309 Nr. 5 lit. b BGB oder ei­nen je­den­falls da­hin­ge­hen­den Wil­len des Ge­setz­ge­bers die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Scha­dens­pau­scha­lie­rungs­klau­sel zu ih­rer Wirk­sam­keit in ih­rem Wort­laut den aus dem Ge­set­zes­text ent­nom­me­nen aus­drück­li­chen Hin­weis ent­hal­ten müs­se, dass der Nach­weis des Nicht­ein­tritts ei­nes Scha­dens mög­lich sei (vgl. BGH, Urt. v. 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, ju­ris m. w. Nachw.). Teil­wei­se wird es da­ge­gen für aus­rei­chend er­ach­tet, wenn die ge­wähl­te For­mu­lie­rung auch ei­nem rechts­un­kun­di­gen Ver­trags­part­ner un­zwei­deu­tig den oh­ne Wei­te­res ver­ständ­li­chen Hin­weis gibt, er kön­ne den Ge­gen­be­weis füh­ren, dass dem Ver­wen­der ein Scha­den über­haupt nicht ent­stan­den sei. Denn dem Ge­setz­ge­ber sei es nur auf die aus­drück­li­che Ein­räu­mung der Mög­lich­keit, die ge­nann­ten an­der­wei­ti­gen Nach­wei­se zu füh­ren, nicht aber auf ei­ne ex­ak­te Über­nah­me der For­mu­lie­run­gen des Ge­set­zes­tex­tes an­ge­kom­men (BGH, Urt. v. 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, ju­ris m. w. Nachw.).

bb) Der BGH, des­sen Auf­fas­sung sich die Kam­mer an­schließt, hat sich in sei­nem Ur­teil vom 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09 der letzt­ge­nann­ten Mei­nung an­ge­schlos­sen und dies wie folgt be­grün­det:

Der Wort­laut des § 309 Nr. 5 lit. b BGB ver­lan­ge nur, dass dem an­de­ren Ver­trags­teil aus­drück­lich der Nach­weis ge­stat­tet wird, ein Scha­den sei über­haupt nicht ent­stan­den oder we­sent­lich nied­ri­ger als die Pau­scha­le. Die Zu­las­sung des Nach­wei­ses müs­se da­nach in der Klau­sel­for­mu­lie­rung zwar aus­drück­lich an­ge­spro­chen sein. Mit wel­chen For­mu­lie­run­gen dies zu ge­sche­hen ha­be, ins­be­son­de­re ob der Klau­sel­ver­wen­der sich da­bei zwin­gend des Ge­set­zes­wort­lauts be­die­nen müs­se, las­se der Ge­set­zes­text da­ge­gen of­fen. Auch in der Ge­set­zes­be­grün­dung fin­de sich kein An­halt, dass der Ge­setz­ge­ber dem Klau­sel­ver­wen­der für die Zu­las­sung des Nach­wei­ses ei­nes nied­ri­ge­ren Scha­dens ge­ra­de die Ver­wen­dung ei­ner be­stimm­ten For­mu­lie­rung vor­schrei­ben woll­te. Nach § 11 Nr. 5 lit. b AGBG sei ei­ne Scha­dens­pau­scha­lie­rung in All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen un­wirk­sam ge­we­sen, wenn dem an­de­ren Ver­trags­teil der Nach­weis ab­ge­schnit­ten wur­de, ein Scha­den sei über­haupt nicht ent­stan­den oder we­sent­lich nied­ri­ger als die Pau­scha­le (da­zu BGH, Urt. v. 16.01.1984 – II ZR 100/83, NJW 1984, 2093 [un­ter II 4]). Im Ge­gen­satz hier­zu sei es dem Ge­setz­ge­ber bei Schaf­fung des § 309 Nr. 5 lit. b BGB dar­auf an­ge­kom­men, den Ge­set­zes­wort­laut da­hin ge­hend um­zu­keh­ren, dass Vor­aus­set­zung für die Wirk­sam­keit ei­ner Scha­dens­pau­scha­le in All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen nun­mehr sein soll­te, dass dem an­de­ren Ver­trags­teil aus­drück­lich der Nach­weis ei­nes nied­ri­ge­ren Scha­dens ge­stat­tet wer­de. Auf die­se Wei­se soll­te den zur Rechts­un­si­cher­heit füh­ren­den Aus­le­gungs­pro­ble­men be­geg­net wer­den, die sich in der Rechts­pra­xis im Hin­blick auf Klau­seln er­ge­ben hat­ten, bei de­nen für den rechts­un­kun­di­gen Durch­schnitts­kun­den zwei­fel­haft ge­we­sen sei, ob aus ih­nen die Mög­lich­keit des Nach­wei­ses ei­nes nied­ri­ge­ren Scha­dens her­aus­zu­le­sen sei oder nicht. Künf­tig sol­le des­halb die ge­setz­li­che Re­ge­lung for­mal stren­ger und ei­ne Klau­sel aus Grün­den der Klar­heit und Ein­deu­tig­keit nur zu­läs­sig sein, wenn sie den Nach­weis ei­nes ge­rin­ge­ren Scha­dens aus­drück­lich zu­lässt (BT-Drs. 14/6040, S. 155). Nach der Ge­set­zes­be­grün­dung, die den vor­ge­schla­ge­nen Ge­set­zes­wort­laut da­bei selbst nur ver­kür­zend in der Wei­se zi­tie­re, dass sie von der aus­drück­li­chen Zu­las­sung des Nach­wei­ses ei­nes ge­rin­ge­ren Scha­dens spre­che, sei es dem Ge­setz­ge­ber mit­hin ent­schei­dend dar­auf an­ge­kom­men, in Um­kehr der bis­he­ri­gen Rechts­la­ge die Mög­lich­keit des Nach­wei­ses ei­nes nied­ri­ge­ren Scha­dens durch aus­drück­li­chen Hin­weis im Klau­sel­wort­laut zu ver­an­kern. Wie und ins­be­son­de­re mit wel­chem Wort­laut dies in der Klau­sel ih­ren Aus­druck fin­den soll­te, sei in­des­sen nicht Ge­gen­stand der Neu­re­ge­lung ge­we­sen und ha­be dem­ge­mäß in ihr auch kei­nen Nie­der­schlag ge­fun­den. Es ge­nü­ge des­halb, wenn der im Klau­sel­text ent­hal­te­ne Hin­weis auf die Mög­lich­keit des Ge­gen­be­wei­ses ei­nem rechts­un­kun­di­gen Ver­trags­part­ner oh­ne Wei­te­res deut­lich ma­che, dass dar­in die Mög­lich­keit des Nach­wei­ses, ein Scha­den sei über­haupt nicht ent­stan­den, ein­ge­schlos­sen sei (vgl. BGH, Urt. v. 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, ju­ris).

cc) Die von der Klä­ge­rin ver­wen­de­te Klau­sel, die auf ei­ne Emp­feh­lung des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Kraft­fahr­zeug­ge­wer­bes e. V. zu­rück­geht, lässt dem Ver­trags­part­ner die­se Mög­lich­keit of­fen und ge­stat­tet ihm die­sen Nach­weis, da aus der ver­wen­de­ten For­mu­lie­rung nach dem ob­jek­ti­ven Emp­fän­ger­ho­ri­zont zu er­se­hen sei, dass die Klau­sel auch den Nach­weis des Nicht­ein­tritts ei­nes Scha­den ein­schließt. Der Wort­laut der Be­din­gung ist da­hin­ge­hend zu ver­ste­hen, dass der Nach­weis ei­nes ge­rin­ge­ren Scha­dens im Sin­ne ei­nes Scha­dens von Null mög­lich ist. Denn dass die Mög­lich­keit des Nach­wei­ses ei­nes ge­rin­ge­ren Scha­dens zu­gleich den Nach­weis ein­schließt, dass über­haupt kein Scha­den ent­stan­den ist, liegt nach dem Wort­laut der Klau­sel und dem Zweck der Nach­weis­mög­lich­keit aus der Sicht ei­nes ver­stän­di­gen, ju­ris­tisch nicht vor­ge­bil­de­ten Ver­trags­part­ners der Klä­ge­rin auf der Hand (so auch BGH, Urt. v. 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, ju­ris). Ein an­de­res Ver­ständ­nis liegt an­ge­sichts sei­ner Sinn­wid­rig­keit fern und kann des­halb auch ge­mes­sen am Maß­stab des § 305c II BGB für die Klau­sel­aus­le­gung als un­be­acht­lich au­ßer Be­tracht blei­ben (vgl. BGH, Urt. v. 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, ju­ris m. w. Nachw.).

b) Auch ver­stößt die in Zif­fer V Nr. 2 der All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen der Klä­ge­rin vor­ge­se­he­ne Scha­dens­pau­scha­le von 15 % nicht ge­gen § 309 Nr. 5 lit. a BGB. Die Pau­scha­le von 15 % über­steigt nicht den im Neu­wa­gen­han­del bran­chen­ty­pi­schen Durch­schnitts­ge­winn (vgl. auch Pa­landt/Hein­richs, BGB, 69. Aufl. § 309 Rn. 26 m. w. Nachw.; fer­ner OLG Je­na, Urt. v. 26.04.2005 – 8 U 702/04, ju­ris). Nach der Recht­spre­chung und Rechts­li­te­ra­tur sind in­so­weit Scha­dens­pau­scha­len von 15 % zu­läs­sig (Pa­landt/Hein­richs, a. a. O., § 309 Rn. 27).

c) Zwar muss die Klä­ge­rin die Bran­chen­üb­lich­keit der Pau­scha­le nach­wei­sen (Pa­landt/Hein­richs, a. a. O., § 309 Rn. 29). Die Recht­spre­chung und Rechts­li­te­ra­tur hat bei Neu­wa­gen­kauf­ver­trä­gen Scha­dens­pau­scha­len von 15 % in­des mehr­mals an­er­kannt und er­kennt sie auch heu­te noch an. Ei­ne ab­wei­chen­de Ten­denz ist nicht zu er­ken­nen (OLG Je­na, Urt. v. 26.04.2005 – 8 U 702/04, ju­ris). Die Be­klag­te hat erst­in­stanz­lich die Bran­chen­üb­lich­keit au­ßer­dem nicht be­strit­ten, ins­be­son­de­re hat sie kei­ne ab­wei­chen­de Pau­scha­le und kei­ne Grün­de dar­ge­legt, war­um die Pau­scha­le von 15 % heu­te nicht mehr bran­chen­üb­lich sein soll.

Der ab­wei­chen­den Auf­fas­sung von Rein­king/Eg­gert (Der Au­to­kauf, 10. Aufl. [2009], Rn. 167), die dar­auf ge­stützt wird, dass die Ge­win­ne im Au­to­han­del schon vor Jah­ren er­heb­lich ge­schrumpft sei­en, ver­mag sich die Kam­mer nicht an­zu­schlie­ßen. Die­se Auf­fas­sung stützt sich auf seit Auf­he­bung des Ra­batt­ge­set­zes … in Gang ge­kom­me­ne so­ge­nann­te Ra­batt­schlach­ten (vgl. Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 167) und auf ei­ne Stu­die der FH Gel­sen­kir­chen, die das Aus­maß der Ra­batt­schlach­ten em­pi­risch er­forscht ha­be (vgl. Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 167 und Fn. 70). Dar­aus folgt je­doch nach Auf­fas­sung der Kam­mer nicht, dass die Pau­scha­le von 15 % un­an­ge­mes­sen hoch ist. Dem­entspre­chend ist auch die Recht­spre­chung die­ser Auf­fas­sung bis­her nicht ge­folgt (vgl. da­zu Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 169 m. zahl­rei­chen Nachw.).

Zu be­rück­sich­ti­gen ist au­ßer­dem, dass nicht al­lein auf den ent­gan­ge­nen Ge­winn ab­ge­stellt wer­den kann, son­dern auch auf et­wai­ge ge­stie­ge­ne Vor­hal­te­kos­ten für ein Au­to­haus ab­ge­stellt wer­den muss. Denn es han­delt sich um ei­ne Scha­dens­pau­scha­le, und ein Scha­den setzt sich nicht not­wen­di­ger­wei­se al­lein aus ei­nem ent­gan­ge­nen Ge­winn zu­sam­men (OLG Je­na, Urt. v. 26.04.2005 – 8 U 702/04, ju­ris). … Das fin­det bei Rein­king/Eg­gert, so­weit er­sicht­lich, kei­ne Be­rück­sich­ti­gung.

4. Auf­grund der nach § 529 ZPO zu­grun­de zu le­gen­den Fest­stel­lun­gen hat die Be­klag­te fer­ner we­der schlüs­sig dar­ge­legt noch be­wie­sen, dass der Klä­ge­rin trotz der Nicht­ab­nah­me über­haupt kein Scha­den ent­stan­den ist. Die Dar­le­gungs- und Be­weis­last ob­lag in­so­weit der Be­klag­ten. Auch mit der Be­ru­fungs­be­grün­dung trägt die Be­klag­te da­zu nicht aus­rei­chend sub­stan­zi­iert vor.

5. Rechts­feh­ler­frei hat das Erst­ge­richt der Scha­dens­be­rech­nung schließ­lich auch den Brut­to­kauf­preis zu­grun­de ge­legt. Die Mehr­wert­steu­er ge­hört als recht­lich un­selbst­stän­di­ger Be­stand­teil zum Kauf­preis, weil dar­un­ter üb­li­cher­wei­se im Han­del der Brut­to­kauf­preis zu ver­ste­hen ist (vgl. Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 166). Dass für die Be­rech­nung der Scha­dens­pau­scha­le der Net­to­kauf­preis maß­geb­lich sein soll, lässt sich we­der aus Zif­fer V Nr. 2 der in Re­de ste­hen­den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen her­aus­le­sen, noch er­gibt sich dies aus an­de­ren Um­stän­den (vgl. Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 166). Maß­ge­bend ist die ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung un­ter Be­rück­sich­ti­gung der ver­ein­bar­ten All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen.

6. Recht­feh­ler­frei hat das Erst­ge­richt auch die gel­tend ge­mach­ten An­walts­kos­ten zu­er­kannt. Der An­spruch folgt aus §§ 280 I und II, 286 I und II Nr. 3 BGB. Die Be­klag­te hat die Er­fül­lung der ihr ob­lie­gen­den Pflicht zur Ab­nah­me des Fahr­zeugs ernst­haft und end­gül­tig ver­wei­gert und be­fand sich im Zeit­punkt der Be­auf­tra­gung des Rechts­an­walts durch die Klä­ge­rin mit­hin in Ver­zug. …

Hin­weis: Mit Be­schluss vom 27.06.2012 – VI­II ZR 165/11 – hat der BGH die Be­klag­te dar­auf hin­ge­wie­sen, dass er be­ab­sich­ti­ge, ih­re Re­vi­si­on durch ein­stim­mi­gen Be­schluss nach § 552a ZPO zu­rück­zu­wei­sen. Zur Be­grün­dung heißt es:

„[1]    1. Ein Grund für die Zu­las­sung der Re­vi­si­on liegt nicht vor (§§ 552a Satz 1, 543 II 1 ZPO). Die Rechts­sa­che hat kei­ne grund­sätz­li­che Be­deu­tung (§ 543 II 1 Nr. 1 ZPO). Ei­ne Ent­schei­dung des Re­vi­si­ons­ge­richts ist auch nicht zur Fort­bil­dung des Rechts (§ 543 II 1 Nr. 2 Fall 1 ZPO) oder zur Si­che­rung ei­ner ein­heit­li­chen Recht­spre­chung (§ 543 II 1 Nr. 2 Fall 2 ZPO) er­for­der­lich.

[2]    Die Rechts­fra­ge, die das Be­ru­fungs­ge­richt ver­an­lasst hat, die Re­vi­si­on zu­zu­las­sen, ist durch die Recht­spre­chung des Se­nats ge­klärt. Der Se­nat hat be­reits ent­schie­den, dass ei­ne Klau­sel, nach der ein Käu­fer bei Nicht­ab­nah­me ei­nes Neu­wa­gens 15 % des Brut­to­kauf­prei­ses zu zah­len hat, wirk­sam ist (Se­nat, Urt. v. 27.09.1995 – VI­II ZR 257/94, NJW 1995, 3380 [un­ter III 2). Der vor­lie­gen­de Fall weist kei­nen dar­über hin­aus­ge­hen­den Klä­rungs­be­darf auf.

[3]    2. Die Re­vi­si­on hat auch kei­ne Aus­sicht auf Er­folg. Das Be­ru­fungs­ur­teil hält, so­weit es re­vi­si­ons­recht­li­cher Nach­prü­fung un­ter­liegt, recht­li­cher Über­prü­fung stand. Die Klä­ge­rin kann – wie auf­grund der wirk­sam auf die Hö­he be­schränk­ten Re­vi­si­ons­zu­las­sung fest­steht – ge­mäß §§ 280 I und III, 281 I 1, II BGB Scha­dens­er­satz statt der Leis­tung ver­lan­gen, weil die Be­klag­te un­be­rech­tigt ih­re auf Zah­lung des Kauf­prei­ses und Ab­nah­me des ge­kauf­ten Fahr­zeugs ge­rich­te­te Leis­tung (§ 433 II BGB) ver­wei­gert hat. Die­sen Scha­dens­er­satz kann die Klä­ge­rin auch pau­schal nach Maß­ga­be von Zif­fer V Nr. 2 Satz 1 ih­rer All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen be­rech­nen, da die be­tref­fen­de Klau­sel den in § 309 Nr. 5 BGB auf­ge­stell­ten An­for­de­run­gen an ei­ne wirk­sa­me Scha­dens­pau­scha­lie­rung ge­recht wird und auch nicht ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 I 2 BGB ver­stößt.

[4]    a) Die Re­vi­si­on ist auch statt­haft, so­weit sie sich ne­ben der Be­rech­nung der Scha­dens­pau­scha­le nach dem Brut­to­kauf­preis zu­sätz­lich ge­gen die An­set­zung ei­ner Pau­scha­le von 15 % rich­tet. Zwar hat das Be­ru­fungs­ge­richt die Re­vi­si­on nur zu­ge­las­sen, so­weit es um die Fra­ge geht, ob der Be­rech­nung der Scha­dens­pau­scha­le der Brut­to- oder der Net­to­kauf­preis zu­grun­de zu le­gen ist. Dar­in liegt ei­ne zu­läs­si­ge Be­schrän­kung auf die Hö­he des An­spruchs (vgl. Se­nat, Urt. v. 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, WM 2010, 1328 Rn. 9 ff., in­so­weit in BGHZ 185, 178 ff. nicht ab­ge­druckt; BGH, Urt. v. 27.09.2011 – II ZR 221/09, WM 2011, 2223 Rn. 18). Al­ler­dings be­trifft auch die Fra­ge, ob ei­ne Pau­scha­le von 15 % dem nach dem ge­wöhn­li­chen Lauf der Din­ge zu er­war­ten­den Scha­den i. S. des § 309 Nr. 5 lit. a BGB ent­spricht, die Hö­he und nicht den Grund des An­spruchs. Denn Scha­dens­er­satz­pau­scha­len set­zen vor­aus, dass dem Grun­de nach dem Ver­wen­der ein Scha­dens­er­satz­an­spruch zu­steht. Kon­troll­ge­gen­stand des § 309 Nr. 5 lit. a BGB ist al­lein die Hö­he der Pau­scha­le (Er­man/Ro­loff, BGB, 13. Aufl., § 309 Rn. 44; Be­ckOK-BGB/Be­cker, Stand: No­vem­ber 2011, § 309 Rn. 14). Ei­ne Be­schrän­kung auf ein­zel­ne Be­rech­nungs­fak­to­ren im Rah­men des § 309 Nr. 5 lit. a BGB kann nicht er­fol­gen, weil ge­ra­de im Zu­sam­men­wir­ken der Be­rech­nungs­fak­to­ren die zu­läs­si­ge Hö­he ei­ner Pau­scha­le über­schrit­ten wer­den kann.

[5]    b) Das Be­ru­fungs­ge­richt hat die Scha­dens­pau­scha­le von 15 % des Kauf­prei­ses zu Recht für an­ge­mes­sen er­ach­tet und die Klau­sel des­halb am Maß­stab des § 309 Nr. 5 lit. a BGB als wirk­sam an­ge­se­hen. Mit Se­nats­ur­teil vom 27.09.1995 – VI­II ZR 257/94, NJW 1995, 3380 – hat der Se­nat ei­ne ent­spre­chen­de Klau­sel für den Neu­wa­gen­han­del ge­bil­ligt. Ent­ge­gen der An­sicht der Re­vi­si­on ge­ben we­der das Se­nats­ur­teil vom 14.04.2010 – VI­II ZR 123/09, BGHZ 185, 178 – noch das Ur­teil des VII. Zi­vil­se­nats des BGH vom 05.05.2011 – VII ZR 161/10, WM 2011, 1720 – zu ei­ner an­de­ren Be­ur­tei­lung An­lass. Auch die von Rein­king/Eg­gert (Der Au­to­kauf, 11. Aufl., Rn. 375 ff.) ver­tre­te­ne Auf­fas­sung führt nicht zu ei­ner an­de­ren Be­wer­tung.

[6]    aa) Dem Se­nats­ur­teil vom 14.04.2010 lag ei­ne Klau­sel zu­grun­de, die die Zah­lung ei­nes pau­scha­lier­ten Scha­dens­er­sat­zes von 10 % des Kauf­prei­ses für den Fall der Nicht­ab­nah­me ei­nes ge­brauch­ten Fahr­zeugs vor­sah. Hier hin­ge­gen han­delt es sich um ei­nen Neu­wa­gen­kauf. Aus­sa­gen zur An­ge­mes­sen­heit ei­ner Scha­dens­pau­scha­le im Ge­braucht­wa­gen­han­del kön­nen aber nicht oh­ne Wei­te­res auf Scha­dens­pau­scha­len im Neu­wa­gen­han­del über­tra­gen wer­den und um­ge­kehrt (vgl. Schä­fer, in: Ul­mer/Brand­ner/Hen­sen, AGB-Recht, 11. Aufl., § 309 Rn. 21).

[7]    bb) So­weit sich die Re­vi­si­on auf die oben ge­nann­te Ent­schei­dung des VII. Zi­vil­se­nats be­ruft, bleibt auch dies oh­ne Er­folg. Die vom VII. Zi­vil­se­nat für pro­ble­ma­tisch er­ach­te­te Klau­sel in ei­nem Ver­trag über die Er­stel­lung ei­nes Aus­bau­hau­ses sah ei­nen pau­scha­lier­ten Scha­dens­er­satz auch dann vor, wenn das Bau­un­ter­neh­men noch kei­ner­lei werk­ver­trag­li­che Leis­tun­gen er­bracht hat­te und da­her sein sach­li­cher und per­so­nel­ler Auf­wand am ge­rings­ten ge­we­sen war (BGH, Urt. v. 05.05.2011 – VII ZR 161/10, WM 2011, 1720 Rn. 19). So liegt der Fall hier in­des nicht.

[8]    c) Die Aus­füh­run­gen von Rein­king/Eg­gert, wo­nach die Ge­win­ne im Au­to­han­del seit Jah­ren er­heb­lich zu­rück­gin­gen (a. a. O., Rn. 376 f.), ge­ben dem Se­nat kei­nen An­lass zu ei­ner Än­de­rung sei­ner un­ter Zif­fer 1 ge­nann­ten Recht­spre­chung. Rein­king/Eg­gert ge­hen selbst da­von aus, dass häu­fig die Mög­lich­keit be­ste­he, die Mar­gen auf­zu­bes­sern, was von vie­ler­lei Fak­to­ren ab­hän­ge (Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 376).

[9]    c) Das Be­ru­fungs­ge­richt hat auch zu Recht der Scha­dens­be­rech­nung den Brut­to­kauf­preis zu­grun­de ge­legt.

[10]   Ent­ge­gen der An­sicht der Re­vi­si­on kann es da­hin­ge­stellt blei­ben, ob es sich bei der Scha­dens­pau­scha­le um ein Ent­gelt im Sin­ne des Um­satz­steu­er­ge­set­zes han­delt. Denn dies wä­re nur für die Fra­ge ent­schei­dend, ob die Be­klag­te der Klä­ge­rin auf die gel­tend ge­mach­te Pau­scha­le von 2.967 € noch zu­sätz­lich 19 % Mehr­wert­steu­er zu er­stat­ten hat (vgl. Se­nat, Urt. v. 18.05.2011 – VI­II ZR 260/10, WM 2011, 2141 Rn. 9 ff. m. w. Nachw.; BFH, Urt. v. 27.04.1961 – V 263/58 U, BFHE 73, 90 ff.). Ei­ne der­ar­ti­ge Er­stat­tung wird von der Be­klag­ten aber nicht ge­for­dert.

[11]   Es kommt, an­ders als die Re­vi­si­on meint, auch nicht auf die Recht­spre­chung an, wo­nach die Um­satz­steu­er nur dann als Scha­dens­pos­ten gel­tend ge­macht wer­den kann, wenn sie tat­säch­lich an­ge­fal­len ist (vgl. BGH, Urt. v. 22.07.2010 – VII ZR 176/09, BGHZ 186, 330). Denn dass die Klau­sel die Hö­he des Scha­dens­er­sat­zes mit 15 % des (Brut­to-)Kauf­prei­ses be­zif­fert, be­deu­tet nicht, dass die Pau­scha­le Scha­dens­pos­ten mit Mehr­wert­steu­er be­inhal­tet. Die Fra­ge, wel­che Scha­dens­po­si­tio­nen die Pau­scha­le bil­den, ist von der Fra­ge zu un­ter­schei­den, wie die­se ein­zel­nen Po­si­tio­nen quan­ti­fi­ziert wer­den und auf wel­chen Preis man bei die­ser Quan­ti­fi­zie­rung ab­stellt. So ist durch den BGH zum Bei­spiel auch bei Ver­trä­gen über Fer­tig­häu­ser ein Ab­stel­len auf ei­nen be­stimm­ten Pro­zent­satz der Brut­to­auf­trags­sum­me nicht be­an­stan­det wor­den (BGH, Urt. v. 27.04.2006 – VII ZR 175/05, NJW 2006, 2551 Rn. 20; Urt. v. 05.05.2011 – VII ZR 161/10, WM 2011, 1720).

[12]   d) Die Klau­sel ver­stößt auch nicht ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot des § 307 I 2 BGB. Mit der Ver­wen­dung des Be­griffs „Kauf­preis“ ist für den Kun­den klar, dass da­mit nur der ver­trag­lich ver­ein­bar­te Kauf­preis ge­meint sein kann. Im Kauf­ver­trag ist hier zwar ei­ne Auf­schlüs­se­lung in Net­to- und Brut­to­kauf­preis er­folgt. Nach dem Emp­fän­ger­ho­ri­zont des Kun­den ist aber der ent­schei­den­de Preis der Brut­to­preis, da er mit die­ser Ge­samt­sum­me be­las­tet wird (Rein­king/Eg­gert, a. a. O., Rn. 372; vgl. all­ge­mein BGH, Urt. v. 11.05.2001 – V ZR 492/99, NJW 2001, 2464 [un­ter II 1] m. w. Nachw.; Er­man/Gru­ne­wald, BGB, 13. Aufl., § 433 Rn. 44) …“

PDF er­stel­len