1. Ei­nem recht­lich selbst­stän­di­gen Ver­trags­händ­ler, der gut­gläu­big ein vom VW-Ab­gas­skan­dal be­trof­fe­nes Fahr­zeug ver­kauft hat, kann ein mög­li­cher­wei­se arg­lis­ti­ges Ver­hal­ten des Fahr­zeug­her­stel­lers un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt zu­ge­rech­net wer­den. Denn zum ei­nen ist der Her­stel­ler im Ver­hält­nis zum Ver­trags­händ­ler Drit­ter i. S. des § 123 II 1 BGB. Zum an­de­ren hat der Ver­trags­händ­ler we­der ei­ne ei­nem Ver­tre­ter des Fahr­zeug­her­stel­lers ähn­li­che Stel­lung, noch ist er des­sen „Ver­hand­lungs­be­voll­mäch­tig­ter“, so­dass auch ei­ne Wis­sens­zu­rech­nung in ana­lo­ger An­wen­dung von § 166 BGB aus­schei­det.
  2. Von ei­nem durch­schnitt­li­chen Fahr­zeug­käu­fer kann je­den­falls dann er­war­tet wer­den, dass er zwi­schen dem Her­stel­ler des Fahr­zeugs und ei­nem recht­lich selbst­stän­di­gen – hier: in der Form ei­ner GmbH be­trie­be­nen – Ver­trags­händ­ler un­ter­schei­den kann, wenn Letz­te­rer nicht den Ein­druck er­weckt, er sei ei­ne Werks­nie­der­las­sung oder ein Toch­ter­un­ter­neh­men des Her­stel­lers.

OLG Hamm, Be­schluss vom 18.05.2017 – 2 U 39/17
(vor­an­ge­hend: LG Dort­mund, Ur­teil vom 23.01.2017 – 25 O 30/16)

Der Hin­weis­be­schluss des OLG Hamm ist zu­sam­men mit dem erst­in­stanz­li­chen Ur­teil des LG Dort­mund, auf das er sich be­zieht, aus­zugs­wei­se hier ver­öf­fent­licht. Dort fin­det sich auch ein Aus­zug aus dem Be­schluss vom 19.06.2016, mit dem das Ober­lan­des­ge­richt die Be­ru­fung ge­gen das Ur­teil des LG Dort­mund nach § 522 II ZPO zu­rück­ge­wie­sen hat.

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