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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: April 2012

An­ga­be der Lauf­leis­tung beim Ge­braucht­wa­gen­kauf

  1. Wird in ei­nem Kauf­ver­trag über ei­nen Ge­braucht­wa­gen un­ter „Fahr­zeuganga­ben“ der Ki­lo­me­ter­stand ge­nannt, ist die­se An­ga­be aus der maß­geb­li­chen Sicht des (po­ten­zi­el­len) Käu­fers nicht als blo­ße Wie­der­ga­be des Ta­cho­me­ter­stands, son­dern als An­ga­be der Lauf­leis­tung zu ver­ste­hen. Das gilt aber nicht, wenn es im Kauf­ver­trag aus­drück­lich heißt „Ki­lo­me­ter­stand laut Ta­cho“.
  2. Ein Ge­braucht­wa­gen, der statt ei­ner ver­ein­bar­ten Lauf­leis­tung von 158.000 km tat­säch­lich ei­ne Lauf­leis­tung von über 300.000 km auf­weist, hat ei­nen nicht un­er­heb­li­chen Sach­man­gel.
  3. Ein pau­scha­ler Aus­schluss der Sach­män­gel­haf­tung gilt nicht für das Feh­len ei­ner ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit (§ 434 I 1 BGB). Der Aus­schluss er­streckt sich viel­mehr nur auf Män­gel, die dar­in be­ste­hen, dass die Kauf­sa­che sich nicht für die nach dem Ver­trag vor­aus­ge­setz­te Ver­wen­dung eig­net, oder dass sie für die ge­wöhn­li­che Ver­wen­dung un­ge­eig­net ist und kei­ne Be­schaf­fen­heit auf­weist, die bei Sa­chen der glei­chen Art üb­lich ist und die der Käu­fer nach der Art der Sa­che er­war­ten kann.

OLG Schles­wig, Be­schluss vom 27.04.2012 – 5 W 16/12

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Haf­tung des Kfz-Her­stel­lers für Pkw-Brand

Es gibt kei­nen Er­fah­rungs­satz des In­halts, dass Feh­ler in der Fahr­zeu­ge­lek­trik stets auf ei­nen Fa­bri­ka­ti­ons- oder Kon­struk­ti­ons­feh­ler zu­rück­zu­füh­ren sind. Eben­so exis­tiert kein Er­fah­rungs­satz, wo­nach ein elek­tri­scher Feh­ler bei ei­nem Kraft­fahr­zeug, das ei­ne Stun­de nach Ab­stel­len des Mo­tors in Brand ge­rät, auf ei­ner man­gel­haf­ten Fa­bri­ka­ti­on oder Kon­struk­ti­on durch den Her­stel­ler be­ruht.

OLG Schles­wig, Ur­teil vom 24.04.2012 – 11 U 123/11

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Kraft­fahr­zeug­steu­er bei Ta­ges­zu­las­sung mit Sai­son­kenn­zei­chen

  1. Der Tat­be­stand des § 1 I Nr. 1 Kraft­StG ist ver­wirk­licht, wenn das Fahr­zeug nach den ver­kehrs­recht­li­chen Vor­schrif­ten zum Ver­kehr zu­ge­las­sen wor­den ist, un­ab­hän­gig da­von, ob das Fahr­zeug auch tat­säch­lich im Stra­ßen­ver­kehr ge­nutzt wird oder ge­nutzt wer­den darf.
  2. Durch die Zu­tei­lung ei­nes Sai­son­kenn­zei­chens wird die Be­fug­nis zum Be­trieb des Fahr­zeugs, nicht da­ge­gen die Gel­tung der Zu­las­sung zeit­lich be­grenzt.

BFH, Ur­teil vom 18.04.2012 – II R 32/10

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An­for­de­run­gen an ei­ne Män­gel­rü­ge im Kauf­recht – Rück­tritt

  1. Ein man­gel­be­ding­ter Rück­tritt vom Kauf­ver­trag kann grund­sätz­lich nur auf sol­che Män­gel ge­stützt wer­den, die der Käu­fer ge­gen­über dem Ver­käu­fer hin­rei­chend kon­kret ge­rügt und hin­sicht­lich de­rer er Nach­er­fül­lung (§ 439 I BGB) ver­langt hat. Da­bei dür­fen die An­for­de­run­gen an den In­halt der Män­gel­rü­ge zwar nicht über­spannt wer­den. Zu­min­dest er­for­der­lich ist aber, dass der Käu­fer die Er­schei­nun­gen, die er auf ei­ne ver­trags­wid­ri­ge Be­schaf­fen­heit der Kauf­sa­che zu­rück­führt, hin­rei­chend deut­lich be­schreibt und dem Ver­käu­fer so vor Au­gen führt, was er an der Kauf­sa­che kon­kret be­an­stan­det.
  2. Hat der Ver­käu­fer dem Käu­fer ei­nen ihm be­kann­ten Man­gel bei Ab­schluss des Kauf­ver­trags ver­schwie­gen, lie­gen zwar re­gel­mä­ßig be­son­de­re Um­stän­de i. S. von § 323 II Nr. 3 BGB vor, die un­ter Ab­wä­gung der bei­der­sei­ti­gen In­ter­es­sen den so­for­ti­gen Rück­tritt des Käu­fers vom Kauf­ver­trag recht­fer­ti­gen. Denn in der Re­gel ist die für die Be­sei­ti­gung des Man­gels er­for­der­li­che Ver­trau­ens­grund­la­ge so be­schä­digt, dass dem Käu­fer ei­ne Nach­er­fül­lung nicht mehr zu­ge­mu­tet wer­den kann (im An­schluss an BGH, Urt. v. 20.05.2009 – VI­II ZR 247/06 Rn. 17 m. w. Nachw.). Das gilt aber nicht, wenn der Käu­fer dem Ver­käu­fer nach Ent­de­ckung des ver­schwie­ge­nen Man­gels ei­ne Frist zu des­sen Be­sei­ti­gung setzt und da­mit zu er­ken­nen gibt, dass sein Ver­trau­en in die Be­reit­schaft des Ver­käu­fers zur ord­nungs­ge­mä­ßen Nach­er­fül­lung trotz des­sen arg­lis­ti­gen Ver­hal­tens wei­ter­hin be­steht (im An­schluss an BGH, Urt. v. 12.03.2010 – V ZR 147/09 Rn. 9 f.).

OLG Stutt­gart, Ur­teil vom 17.04.2012 – 6 U 178/10
(vor­an­ge­hend: LG Stutt­gart, Ur­teil vom 15.09.2010 – 21 O 390/09)

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Kfz-Man­gel bei Über­schrei­ten des an­ge­ge­be­nen Kraft­stoff­ver­brauchs

Liegt der kom­bi­nier­te Kraft­stoff­ver­brauch ei­nes Neu­wa­gens um 11,7 % über dem vom Her­stel­ler an­ge­ge­be­nen Ver­brauch, ist das ein zum Rück­tritt vom Kauf­ver­trag be­rech­ti­gen­der Sach­man­gel.

LG Bo­chum, Ur­teil vom 12.04.2012 – 4 O 250/10
(nach­fol­gend: OLG Hamm, Urt. v. 07.02.2013 – 28 U 94/12)

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Ob­lie­gen­heit zur Män­gel­rü­ge beim Han­dels­kauf

  1. Ei­ne Be­stim­mung in den Ver­kaufs­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Händ­lers, wo­nach der Käu­fer An­sprü­che auf Män­gel­be­sei­ti­gung auch bei an­de­ren vom Fahr­zeug­her­stel­ler an­er­kann­ten Be­trie­ben gel­tend ma­chen kann und den Ver­käu­fer un­ter­rich­ten muss, wenn die ers­te Män­gel­be­sei­ti­gung dort er­folg­los war (vgl. Nr. VII 2a Satz 1 NWVB), be­freit den Käu­fer nicht von der Ver­pflich­tung, dem Ver­käu­fer ei­nen Man­gel nach § 377 I, III HGB un­ver­züg­lich an­zu­zei­gen.
  2. Die Be­stim­mung ent­hält auch kei­ne Be­voll­mäch­ti­gung des an­de­ren vom Her­stel­ler an­er­kann­ten Be­triebs, ei­ne kauf­män­ni­sche Rü­ge für den Ver­käu­fer ent­ge­gen­zu­neh­men.

OLG Hamm, Ur­teil vom 12.04.2012 – I-2 U 177/11

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Kauf­preis­min­de­rung we­gen er­höh­ten Au­to­gas-Ver­brauchs

Ein mit ei­ner Gas­an­la­ge aus­ge­rüs­te­ter Pkw, der 7,2 % mehr Kraft­stoff ver­braucht als vom Her­stel­ler an­ge­ge­ben, ist man­gel­haft. Der Man­gel be­rech­tigt den Käu­fer zwar nicht zum Rück­tritt vom Kauf­ver­trag, wohl aber zu ei­ner Min­de­rung des Kauf­prei­ses.

AG Hu­sum, Ur­teil vom 11.04.2012 – 2 C 35/10

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Kein „Mon­tags­au­to“ bei ei­ner Viel­zahl nur „läs­ti­ger“ Ba­ga­tell­män­gel

  1. Ob ein Fahr­zeug als „Mon­tags­au­to“ an­zu­se­hen und des­halb ei­ne (wei­te­re) Nach­bes­se­rung i. S. von § 440 BGB un­zu­mut­bar ist, hängt maß­geb­lich von den Um­stän­den des Ein­zel­falls ab. Da­bei spielt die Zahl der Nach­bes­se­rungs­ver­su­che kei­ne aus­schlag­ge­ben­de Rol­le. Es be­darf viel­mehr ei­ner Viel­zahl – ge­ge­be­nen­falls auch mehr oder we­ni­ger klei­ne­rer – her­stel­ler­be­ding­ter De­fek­te, die in ei­nem re­la­tiv kur­zen Zeit­raum auf­tre­ten müs­sen. Da­bei darf es sich in­des nicht um le­dig­lich „läs­ti­ge“ Pro­ble­me im Ba­ga­tell­be­reich han­deln, die sich mit ge­rin­gem Kos­ten­auf­wand ab­schlie­ßend beim ers­ten Nach­bes­se­rungs­ver­such be­sei­ti­gen las­sen.
  2. Er­folg­lo­se Re­pa­ra­tur­ver­su­che ei­nes Drit­ten muss sich ein Kfz-Ver­käu­fer nicht als ver­geb­li­che Nach­er­fül­lungs­ver­su­che zu­rech­nen las­sen.

OLG Ol­den­burg, Ur­teil vom 04.04.2012 – 3 U 100/11

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