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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: 2004

Be­weis­last­um­kehr nach § 476 BGB beim Ge­braucht­wa­gen­kauf

  1. Die Ver­mu­tungs­re­gel des § 476 BGB fin­det grund­sätz­lich auch beim Kauf ge­brauch­ter Sa­chen An­wen­dung, wenn­gleich die Ver­mu­tung we­gen „der Art des Man­gels“ viel­fach nicht ein­grei­fen wird.
  2. Da § 476 BGB ei­ne ge­setz­li­che Ver­mu­tung auf­stellt, reicht es nicht aus, dass der Ver­käu­fer die­se er­schüt­tert. Er muss viel­mehr nach § 292 ZPO den vol­len Be­weis des Ge­gen­teils er­brin­gen.

OLG Cel­le, Ur­teil vom 04.08.2004 – 7 U 30/04

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Kein Sach­man­gel ei­nes Ge­braucht­wa­gens bei na­tür­li­chem Ver­schleiß

  1. Der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens kann nicht je­den De­fekt am Fahr­zeug zum An­lass neh­men, Ge­währ­leis­tungs­rech­te gel­tend zu ma­chen. Viel­mehr stel­len sol­che De­fek­te kei­ne Sach­män­gel dar, die bei üb­li­cher­wei­se in Er­schei­nung tre­ten und vom Käu­fer er­war­tet wer­den müs­sen. Des­halb fal­len Ver­schleiß- und Ab­nut­zungs­er­schei­nun­gen nicht un­ter den Sach­man­gel­be­griff, wenn sie nicht über das hin­aus­ge­hen, was bei ei­nem Fahr­zeug des be­tref­fen­den Typs an­ge­sichts sei­nes Al­ters und sei­ner Lauf­leis­tung nor­ma­ler­wei­se zu be­ob­ach­ten ist.
  2. Der Kfz-Käu­fer trägt als Klä­ger die Dar­le­gungs- und Be­weis­last da­für, dass an sei­nem Fahr­zeug Män­gel und nicht bloß na­tür­li­che Ver­schleiß­er­schei­nun­gen vor­han­den sind. Erst nach­dem er sub­stan­zi­iert un­ter Be­weis­an­tritt da­zu vor­ge­tra­gen hat, kann in ei­nem zwei­ten Schritt die Re­ge­lung des § 476 BGB ein­grei­fen, wo­nach zu­guns­ten des Käu­fers ver­mu­tet wird, dass die Sa­che be­reits bei Ge­fahr­über­gang man­gel­haft war.

AG Neu­kölln, Ur­teil vom 03.08.2004 – 18 C 114/04

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Un­zu­mut­bar­keit der Nach­er­fül­lung bei Viel­zahl von Män­geln

  1. Ei­nem Kfz-Käu­fer kön­nen (wei­te­re) Nach­er­fül­lungs­ver­su­che i. S. von § 440 Satz 1 Fall 3 BGB un­zu­mut­bar sein, wenn sein Ver­trau­en in das Fahr­zeug auf­grund ei­ner Viel­zahl im­mer neu­er Män­gel er­schüt­tert ist und ei­ne Feh­ler­an­fäl­lig­keit des Fahr­zeugs für die Zu­kunft nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.
  2. Meh­re­re eher ge­ring­fü­gi­ge Män­gel, die ein­zeln be­trach­tet ei­nen Rück­tritt vom Kauf­ver­trag nicht recht­fer­ti­gen (vgl. § 323 V 2 BGB), kön­nen in ih­rer Ge­samt­heit ein Rück­tritts­recht be­grün­den.
  3. Ein Kfz-Käu­fer ver­wirkt sein Recht zum Rück­tritt vom Kauf­ver­trag nicht da­durch, dass er das Fahr­zeug nach Er­klä­rung des Rück­tritts wei­ter nutzt. Viel­mehr ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Wei­ter­be­nut­zung des Fahr­zeugs im In­ter­es­se des Ver­käu­fers liegt, der auf die­se Wei­se ei­nen An­spruch auf ei­ne Nut­zungs­ent­schä­di­gung in er­heb­li­cher Hö­he er­lan­gen kann.

LG Zwei­brü­cken, Ur­teil vom 02.08.2004 – 1 O 274/03

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Was­ser­ein­tritt bei ei­nem zwei Jah­re al­ten Ge­braucht­wa­gen als Rück­tritts­grund

Der wie­der­hol­te Was­ser­ein­tritt im hin­te­ren Ka­ros­se­rie­be­reich ei­nes Pkw kann nicht als un­er­heb­li­cher Man­gel i. S. des § 323 V 2 BGB an­ge­se­hen wer­den. Denn ein Fahr­zeug, in das bei star­ker Be­reg­nung Was­ser ein­dringt, kann oh­ne Nach­tei­le we­der in ei­ner Wasch­an­la­ge ge­wa­schen noch bei star­kem Re­gen be­nutzt wer­den. Lang­fris­tig dro­hen in­fol­ge von Durch­feuch­tung zu­min­dest Kor­ro­si­ons­schä­den, die zu ei­ner er­heb­li­chen Ver­kür­zung der Le­bens­dau­er des Fahr­zeugs füh­ren kön­nen.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 30.06.2004 – 12 U 112/04

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Ob­li­ga­to­ri­sche Mes­sung der Lack­schicht­di­cke vor Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens durch Kfz-Händ­ler

  1. Ein ge­werb­li­cher Kraft­fahr­zeug­händ­ler muss ei­nen Ge­braucht­wa­gen vor dem Ver­kauf auf Un­fall­schä­den un­ter­su­chen und da­bei auch die Lack­schicht­di­cke mes­sen.
  2. Un­ter­lässt es ein ge­werb­li­cher Kraft­fahr­zeug­händ­ler, ein Fahr­zeug vor dem Ver­kauf auf Un­fall­schä­den zu un­ter­su­chen, so muss er ei­nen (po­ten­ti­el­len) Käu­fer dar­auf hin­wei­sen, dass ei­ne Un­ter­su­chung auf Un­fall­schä­den un­ter­blie­ben ist. Oh­ne ei­nen ent­spre­chen­den Hin­weis darf ein (po­ten­ti­el­ler) Käu­fer da­von aus­ge­hen, dass das Fahr­zeug auf Un­fall­schä­den un­ter­sucht wor­den ist; die Un­fall­frei­heit des Fahr­zeugs ist dann als kon­klu­dent zu­ge­si­chert an­zu­se­hen.
  3. Wird ein Kraft­fahr­zeug nach ei­nem Un­fall mit ei­nem Zeit­auf­wand von 1,25 Stun­den und ei­nem Kos­ten­auf­wand von min­des­tens 1.153,12 DM in­stand ge­setzt, hat das Fahr­zeug kei­nen – vom Ver­käu­fer nicht zu of­fen­ba­ren­den – Ba­ga­tell­scha­den, son­dern ei­nen zu of­fen­ba­ren­den er­heb­li­chen Un­fall­scha­den er­lit­ten.

LG Mün­chen I, Ur­teil vom 25.06.2004 – 6 O 12298/02

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Pau­scha­ler Scha­dens­er­satz bei Nicht­ab­nah­me ei­nes Neu­wa­gens

Ei­ne Klau­sel in den All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen ei­nes Neu­wa­gen­händ­lers, wo­nach ein Käu­fer, der ein be­stell­tes Fahr­zeug ver­trags­wid­rig nicht ab­nimmt, Scha­dens­er­satz in Hö­he von 15 % des ver­ein­bar­ten Kauf­prei­ses leis­ten muss, ist wirk­sam.

LG Co­burg, Ur­teil vom 23.06.2004 – 13 O 197/04
(nach­fol­gend: OLG Bam­berg, Beschl. v. 14.09.2004 – 5 U 147/04)

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In­jek­tor ist kein ty­pi­sches Ver­schleiß­teil

  1. Grund­sätz­lich wird auch bei ei­ner ge­brauch­ten Sa­che ge­mäß § 476 BGB dann, wenn sich in­ner­halb von sechs Mo­na­ten seit Ge­fahr­über­gang ein Sach­man­gel zeigt, ver­mu­tet, dass die Sa­che be­reits bei Ge­fahr­über­gang man­gel­haft war. Üb­li­che Ver­schleiß­er­schei­nun­gen sind al­ler­dings kein Man­gel.
  2. Bei ei­nem In­jek­tor han­delt es sich nicht um ein ty­pi­sches Ver­schleiß­teil; denn die Le­bens­dau­er ei­nes In­jek­tors ent­spricht in der Re­gel der des Mo­tors selbst. In­jek­to­ren un­ter­lie­gen des­halb – an­ders als et­wa Brem­sen, Keil­rie­men oder Zünd­ker­zen – kei­nem ty­pi­schen Ver­schleiß.

LG Trier, Ur­teil vom 08.06.2004 – 1 S 87/03

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Fa­brik­neu­heit ei­nes Fahr­zeugs – Mo­dell­pfle­ge

  1. Im Ver­kauf ei­nes Neu­wa­gens durch ei­nen Kfz-Händ­ler liegt grund­sätz­lich die kon­klu­den­te Zu­si­che­rung, dass das Fahr­zeug die Ei­gen­schaft hat, fa­brik­neu zu sein. Fa­brik­neu ist ein un­be­nutz­tes Fahr­zeug nur, wenn und so­lan­ge das Fahr­zeug­mo­dell noch un­ver­än­dert ge­baut wird, zwi­schen der Her­stel­lung des Fahr­zeugs und dem Ab­schluss des Kauf­ver­trags nicht mehr als zwölf Mo­na­te lie­gen und das Fahr­zeug kei­ne durch ei­ne län­ge­re Stand­zeit be­ding­ten Män­gel auf­weist.
  2. Ein Kfz-Käu­fer han­delt in al­ler Re­gel nicht il­loy­al oder wi­der­sprüch­lich, wenn er das Fahr­zeug im Rah­men des Üb­li­chen wei­ter­nutzt, ob­wohl er den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag er­klärt hat. Dies wird für ihn güns­ti­ger sein als die Be­schaf­fung ei­nes Er­satz­fahr­zeugs, und die In­ter­es­sen des Ver­käu­fers wer­den da­durch ge­wahrt, dass er An­spruch auf ei­ne Nut­zungs­ent­schä­di­gung er­hält.
  3. Die – ana­log § 287 II ZPO zu schät­zen­de – Nut­zungs­ent­schä­di­gung, die ein Kfz-Käu­fer dem Ver­käu­fer nach ei­nem Rück­tritt vom Kauf­ver­trag schul­det, kann nicht hö­her sein als der Ge­brauchs­wert (Zeit­wert) des Fahr­zeugs ins­ge­samt.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 07.06.2004 – I-1 U 11/04

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Dar­le­gungs- und Be­weis­last für die ei­nen Sach­man­gel be­grün­den­den Tat­sa­chen

Macht der Käu­fer Rech­te ge­mäß § 437 BGB gel­tend, nach­dem er die Kauf­sa­che ent­ge­gen­ge­nom­men hat, trifft ihn die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für die ei­nen Sach­man­gel be­grün­den­den Tat­sa­chen. § 476 BGB ent­hält in­so­weit für den Ver­brauchs­gü­ter­kauf kei­ne Be­weis­last­um­kehr. Die Be­stim­mung setzt ei­nen bin­nen sechs Mo­na­ten seit Ge­fahr­über­gang auf­ge­tre­te­nen Sach­man­gel vor­aus und be­grün­det ei­ne le­dig­lich in zeit­li­cher Hin­sicht wir­ken­de Ver­mu­tung, dass die­ser Man­gel be­reits im Zeit­punkt des Ge­fahr­über­gangs vor­lag.

BGH, Ur­teil vom 02.06.2004 – VI­II ZR 329/03

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Rück­ab­wick­lung ei­nes Kfz-Kauf­ver­trags we­gen arg­lis­ti­gen Ver­schwei­gens des Bau­jahrs

Neh­men die Par­tei­en ei­nes Kfz-Kauf­ver­trags das Da­tum der Erst­zu­las­sung des Fahr­zeugs in den Ver­trag auf, so liegt dar­in die kon­klu­den­te Ver­ein­ba­rung, dass das Her­stel­lungs­da­tum je­den­falls nicht meh­re­re Jah­re da­von ab­weicht. Zu­min­dest mit ei­ner Dif­fe­renz von fünf Jah­ren und sechs Mo­na­ten zwi­schen Her­stel­lung und Erst­zu­las­sung muss ein Käu­fer nicht rech­nen.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 26.05.2004 – 1 U 10/04

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