Navigation

Probleme beim Autokauf?

Kategorien

Archiv

Header (Autohaus)

Ar­chiv: 2008

Reich­wei­te der Ver­mu­tungs­wir­kung des § 476 BGB

Je­den­falls sei­nem Wort­laut nach be­grün­det § 476 BGB ei­ne Ver­mu­tung da­für, dass ein in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Über­ga­be auf­ge­tre­te­ner Sach­man­gel bei Ge­fahr­über­gang be­reits vor­han­den war, und zwar ent­we­der in der kon­kret sich zei­gen­den oder in an­de­rer Wei­se als so­ge­nann­ter Grund­man­gel. Die­ses Wort­ver­ständ­nis ent­spricht auch dem Zweck der Norm, der nur da­durch er­reicht wer­den kann, dass die Ver­mu­tung für das Vor­han­den­sein ei­nes be­lie­bi­gen, für den spä­te­ren Sach­man­gel ur­säch­li­chen Grund­man­gels, nicht not­wen­dig des spä­ter kon­kret auf­ge­tre­te­nen Sach­man­gels gilt.

OLG Bran­den­burg, Ur­teil vom 08.10.2008 – 13 U 34/08

Mehr le­sen »

Be­deu­tung der An­ga­be „fahr­be­reit“ im Kfz-Kauf­ver­trag

  1. Mit der Er­klä­rung, ein Fahr­zeug sei „fahr­be­reit“, über­nimmt der Ver­käu­fer die Ge­währ da­für, dass das Fahr­zeug bei ei­ner Haupt­un­ter­su­chung nach § 29 StV­ZO nicht als „ver­kehrs­un­si­cher“ ein­ge­stuft wer­den müss­te, weil es mit gra­vie­ren­den Män­geln be­haf­tet ist, die zu ei­ner un­mit­tel­ba­ren Ver­kehrs­ge­fähr­dung füh­ren kön­nen. Ein Fahr­zeug ist aber „fahr­be­reit“, wenn ihm die Prüf­pla­ket­te we­gen ei­ner we­ni­ger schlech­ten Be­wer­tung als „ver­kehrs­un­si­cher“ zu ver­wei­gern wä­re. Das gilt selbst dann, wenn das Fahr­zeug die Be­wer­tung „er­heb­li­che Män­gel“ er­hal­ten müss­te.
  2. Al­lein mit der An­ga­be, dass ein Fahr­zeug „fahr­be­reit“ sei, über­nimmt ein Ver­käu­fer noch kei­ne Ge­währ im Sin­ne ei­ner Halt­bar­keits­ga­ran­tie (§ 443 BGB) da­für, dass das Fahr­zeug auch noch nach Über­ga­be an den Käu­fer über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum oder über ei­ne län­ge­re Stre­cke fahr­be­reit bleibt.
  3. Je äl­ter ein Ge­braucht­wa­gen ist und je mehr Ki­lo­me­ter er zu­rück­ge­legt hat, des­to stär­ker muss ein ver­stän­di­ger Käu­fer mit Fahr- und Be­die­nungs­feh­lern, aber auch mit un­zu­läng­li­chen Re­pa­ra­tu­ren und Ver­säum­nis­sen bei der Pfle­ge und War­tung rech­nen. Er kann nicht oh­ne Wei­te­res von der Ein­hal­tung der vor­ge­schrie­be­nen War­tungs­in­ter­val­le wäh­rend der ge­sam­ten bis­he­ri­gen Nut­zungs­zeit des Fahr­zeugs aus­ge­hen. Das Un­ter­blei­ben oder Ver­zö­gern der­ar­ti­ger Maß­nah­men stellt da­her nicht oh­ne Wei­te­res ei­nen Sach­man­gel dar, falls nicht die Ein­hal­tung von In­spek­tio­nen und War­tungs­in­ter­val­len – et­wa durch die Er­klä­rung, das Fahr­zeug sei scheck­heft­ge­pflegt – zu­ge­sagt wor­den ist.
  4. Der Käu­fer ei­nes ge­brauch­ten Pkw muss mit den ty­pi­schen Ver­schleiß­er­schei­nun­gen ei­nes Fahr­zeugs die­ses Al­ters und mit die­ser Lauf­leis­tung rech­nen. Er muss auch mit schon vor­han­de­nen, aber noch nicht of­fen­bar ge­wor­de­nen Ver­schleiß­er­schei­nun­gen rech­nen, die im wei­te­ren Ver­lauf – so­fern das Ver­schleiß­teil nicht er­neu­ert wird – zur Funk­ti­ons­un­fä­hig­keit füh­ren kön­nen. Ein al­ter­s­ty­pi­scher Ver­schleiß, der sich nach Über­ga­be des Fahr­zeugs ver­stärkt und ggf. zu des­sen Funk­ti­ons­un­fä­hig­keit führt, löst da­her kei­ne Sach­män­gel­haf­tung aus.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 01.10.2008 – I-18 U 1/08

Mehr le­sen »

Lack­scha­den als un­be­heb­ba­rer Fahr­zeug­man­gel

  1. Ein Man­gel an ei­nem Kraft­fahr­zeug ist im­mer dann im We­ge der Nach­bes­se­rung un­be­heb­bar, wenn er vom Ver­käu­fer nicht rest­los, dau­er­haft und wert­min­de­rungs­frei be­sei­tigt wer­den kann. Das ist nicht nur bei „Un­fall­schä­den“ an­zu­neh­men; viel­mehr stel­len die­se le­dig­lich den Stan­dard­fall ei­nes un­be­heb­ba­ren Man­gels beim Ge­braucht­wa­gen­kauf dar.
  2. Die Ver­mu­tung des § 476 BGB kommt erst zum Tra­gen, wenn dem Käu­fer der Nach­weis ge­lun­gen ist, dass über­haupt ein Sach­man­gel i. S. des § 434 BGB vor­han­den ist („Ob-Über­haupt-Be­weis“).

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 18.08.2008 – I-1 U 168/07

Mehr le­sen »

Rück­tritts­recht beim Zu­sam­men­tref­fen von zwei un­er­heb­li­chen Män­geln

Ein Rück­tritt von ei­nem Kauf­ver­trag über ei­nen Neu­wa­gen kann be­rech­tigt sein, wenn das Fahr­zeug zwei Män­gel auf­weist, die iso­liert be­trach­tet ei­nen Rück­tritt nicht recht­fer­ti­gen kön­nen.

OLG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 18.08.2008 – I-1 U 238/07

Mehr le­sen »

Auf­klä­rungs­pflicht des Ver­käu­fers bei Vor­be­nut­zung ei­nes Pkw als Miet­wa­gen

Ein ge­werb­li­cher Ge­braucht­wa­gen­ver­käu­fer muss ei­nen (po­ten­zi­el­len) Käu­fer dar­über auf­klä­ren, dass ein Fahr­zeug beim Vor­ei­gen­tü­mer aus­schließ­lich als Miet­wa­gen ge­nutzt wur­de. Für ei­nen durch­schnitt­li­chen Pri­vat­kun­den ist dies ein aty­pi­schen Fak­tor, der in der Re­gel zu ei­nem mer­kan­ti­len Min­der­wert und da­mit üb­li­cher­wei­se zu ei­nem Ab­schlag auf den „Nor­mal­preis“ des Fahr­zeugs führt.

OLG Stutt­gart, Ur­teil vom 31.07.2008 – 19 U 54/08

Mehr le­sen »

Lau­te Quietsch­ge­räu­sche beim Brem­sen als Rück­tritts­grund

Auch ein so­ge­nann­ter Kom­fort­man­gel bei ei­nem Neu­wa­gen (hier: er­heb­li­ches Quiet­schen der Brem­sen über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum nach Fahrt­an­tritt) kann den Käu­fer zum Rück­tritt be­rech­ti­gen, wenn die Kom­fort­ein­bu­ße be­trächt­lich ist und der Käu­fer da­mit nicht rech­nen muss­te.

OLG Schles­wig, Ur­teil vom 25.07.2008 – 14 U 125/07

Mehr le­sen »

Un­wirk­sa­me Ga­ran­tie­be­din­gun­gen ei­nes Kfz-Ver­käu­fers

  1. Ei­ne vor­for­mu­lier­te Be­stim­mung in ei­ner Ga­ran­tie­ver­ein­ba­rung, wo­nach der ge­gen den Ver­käu­fer ge­rich­te­te An­spruch des Kfz-Käu­fers auf Kos­ten­er­stat­tung im­mer dann ent­fal­len soll, wenn der Käu­fer die vom Her­stel­ler emp­foh­le­nen War­tungs- oder Pfle­ge­ar­bei­ten nicht beim Händ­ler oder ei­ner vom Her­stel­ler an­er­kann­ten Ver­trags­werk­statt durch­füh­ren lässt, ist un­wirk­sam.
  2. Ei­ne vor­for­mu­lier­te Be­stim­mung in ei­ner Ga­ran­tie­ver­ein­ba­rung, die vor­sieht, dass „Ab­schlepp­kos­ten, Ab­stell­ge­büh­ren und Fracht­kos­ten so­wie Kos­ten für Miet­wa­gen“ dem nicht er­stat­tet wer­den, ist un­wirk­sam. Denn die­se Klau­sel wä­re in der La­ge, Ga­ran­tie­an­sprü­che des Käu­fers aus­zu­höh­len. Die­ser wä­re näm­lich – müss­te er die Kos­ten für den Trans­port des Fahr­zeugs zum Händ­ler selbst tra­gen – ge­neigt, die Ga­ran­tie in Fäl­len, in de­nen nur ge­rin­ge Lohn- und Ma­te­ri­al­kos­ten, je­doch ho­he Trans­port­kos­ten an­fal­len, nicht in An­spruch zu neh­men.

LG Kiel, Ur­teil vom 15.07.2008 – 12 O 25/08

Mehr le­sen »

Um­fang des kauf­recht­li­chen An­spruchs auf Er­satz­lie­fe­rung – Neu­ver­le­gung man­gel­frei­er Par­kett­stä­be

  1. Der Ver­käu­fer man­gel­haf­ter Par­kett­stä­be schul­det im Zu­ge der Nach­er­fül­lung durch Er­satz­lie­fe­rung (§ 439 I Fall 2 BGB) nur die Lie­fe­rung man­gel­frei­er Par­kett­stä­be, das heißt die Ver­schaf­fung von Be­sitz und Ei­gen­tum an ei­ner man­gel­frei­en Kauf­sa­che (§ 433 I BGB); zur Ver­le­gung er­satz­wei­se ge­lie­fer­ter Par­kett­stä­be ist der Ver­käu­fer im We­ge der Nach­er­fül­lung auch dann nicht ver­pflich­tet, wenn der Käu­fer die man­gel­haf­ten Par­kett­stä­be be­reits ver­legt hat­te.
  2. Ei­ne Haf­tung des Ver­käu­fers man­gel­haf­ter Par­kett­stä­be, die der Käu­fer vor der Ent­de­ckung des Man­gels auf sei­ne Kos­ten hat ver­le­gen las­sen, für die Kos­ten der Neu­ver­le­gung man­gel­frei­er Par­kett­stä­be kommt nur un­ter dem Ge­sichts­punkt des Scha­dens­er­sat­zes statt der Leis­tung (§ 437 Nr. 3, §§ 280 I, II, 281 ff. BGB) in Be­tracht. Der Ver­käu­fer haf­tet nicht, wenn er die in der man­gel­haf­ten Lie­fe­rung lie­gen­de Pflicht­ver­let­zung (§ 280 I 1, § 433 I 2 BGB) nicht zu ver­tre­ten hat (§ 280 I 2 BGB).

BGH, Ur­teil vom 15.07.2008 – VI­II ZR 211/07

Mehr le­sen »

Kei­ne Pflicht­ver­let­zung bei Re­pa­ra­tur ei­nes Na­vi­ga­ti­ons­ge­räts nach Her­stel­ler­vor­ga­ben

Führt ei­ne Werk­statt Ar­bei­ten an ei­nem de­fek­ten Na­vi­ga­ti­ons­ge­rät nach den Vor­ga­ben des Her­stel­lers durch, in­dem sie die emp­foh­le­nen Prü­fungs­schrit­te an­hand ei­ner spe­zi­el­len Prüf-CD durch­führt, so kann ihr kei­ne Pflicht­ver­let­zung an­ge­las­tet wer­den. So­lan­ge sich ein Ver­trags­händ­ler an die Vor­ga­ben ei­nes Her­stel­lers hält, müs­sen viel­mehr be­son­de­re Um­stän­de vor­lie­gen, um die An­nah­me ei­ner Pflicht­ver­let­zung zu be­grün­den. Das Nicht­be­nut­zen ei­ner Rei­ni­gungs-CD stellt kei­nen sol­chen Um­stand dar, wenn der Her­stel­ler die Über­prü­fung bzw. Re­pa­ra­tur sei­ner Ge­rä­te mi­hil­fe ei­ner Rei­ni­gungs-CD aus­drück­lich als nicht zu­läs­sig an­sieht.

AG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 08.07.2008 – 37 C 108/08

Mehr le­sen »

Kein Ga­ran­tie­ver­spre­chen bei Ein­ho­lung ei­nes Wert­gut­ach­tens auf Wunsch des Käu­fers

  1. In der Vor­la­ge ei­nes Wert­gut­ach­tens über ei­nen zu ver­kau­fen­den Ge­braucht­wa­gen liegt je­den­falls dann kein Ga­ran­tie­ver­spre­chen des Ver­käu­fers, wenn das Gut­ach­ten erst auf Wunsch des Käu­fers ein­ge­holt wird und der Ver­käu­fer ein Pri­vat­mann ist (in Er­gän­zung zu BGH, Urt. v. 29.11.2006 – VI­II ZR 92/06, NJW 2007, 1346).
  2. Beim Kauf ei­nes ge­brauch­ten Old­ti­mers ist ei­ne Frist­set­zung zur Nach­er­fül­lung nicht we­gen an­fäng­li­cher Un­mög­lich­keit ent­behr­lich, wenn der be­haup­te­te Man­gel in ei­ner Ab­wei­chung des tat­säch­li­chen Zu­stan­des des Fahr­zeug­rah­mens von sei­ner ver­ein­bar­ten Be­schaf­fen­heit liegt (in Ab­gren­zung zu BGH, Urt. v. 07.06.2006 – VI­II ZR 209/05, ZIP 2006, 1586).
  3. Wird ei­ne Sach­ver­stän­di­gen-GmbH mit der Er­stel­lung ei­nes Wert­gut­ach­tens über ein Ge­braucht­fahr­zeug be­auf­tragt, hat der Käu­fer kei­ne ver­trag­li­chen r An­sprü­che ge­gen den bei der GmbH an­ge­stell­ten Sach­ver­stän­di­gen als Gut­ach­ten­er­stel­ler, da die­ser als An­ge­stell­ter grund­sätz­lich kein sei­ne Ei­gen­haf­tung be­grün­den­des be­son­de­res per­sön­li­ches Ver­trau­en be­an­sprucht (im An­schluss an BGH, Urt. v. 04.07.1983 – II ZR 220/82, NJW 1983, 2696).

OLG Bran­den­burg, Ur­teil vom 01.07.2008 – 6 U 120/07

Mehr le­sen »