1. Der Ar­beit­ge­ber muss dem Ar­beit­neh­mer an des­sen Fahr­zeug ent­stan­de­ne Un­fall­schä­den er­set­zen, wenn das Fahr­zeug mit Bil­li­gung des Ar­beit­ge­bers in des­sen Be­tä­ti­gungs­be­reich ein­ge­setzt wur­de. Um ei­nen Ein­satz im Be­tä­ti­gungs­be­reich des Ar­beit­ge­bers han­delt es sich, wenn der Ar­beit­ge­ber oh­ne den Ein­satz des Ar­beit­neh­mer­fahr­zeugs ein ei­ge­nes Fahr­zeug ein­set­zen und da­mit des­sen Un­fall­ge­fahr tra­gen müss­te.
  2. Bei der Be­wer­tung, wann und ge­ge­be­nen­falls in wel­chem Um­fan­ge ein Ver­schul­den des Ar­beit­neh­mers den Er­satz­an­spruch aus­schließt oder min­dert, kom­men die Grund­sät­ze über den in­ner­be­trieb­li­chen Scha­dens­aus­gleich zur An­wen­dung. Im Fal­le leich­tes­ter Fahr­läs­sig­keit ent­fällt des­halb ei­ne Mit­haf­tung des Ar­beit­neh­mers, bei nor­ma­ler Schuld des Ar­beit­neh­mers (mitt­le­re Fahr­läs­sig­keit) ist der Scha­den grund­sätz­lich an­tei­lig un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Ge­samt­um­stän­de des Ein­zel­fal­les nach Bil­lig­keits­grund­sät­zen und Zu­mut­bar­keits­ge­sichts­punk­ten zu ver­tei­len, und bei grob fahr­läs­si­ger Scha­dens­ver­ur­sa­chung ist der Er­satz­an­spruch des Ar­beit­neh­mers grund­sätz­lich ganz aus­ge­schlos­sen.
  3. Der Ar­beit­neh­mer trägt die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für die­je­ni­gen Um­stän­de, die ei­ne grob fahr­läs­si­ge Scha­dens­ver­ur­sa­chung aus­schlie­ßen, wenn er die vol­le Er­stat­tung ei­nes er­lit­te­nen Scha­dens ver­langt.

BAG, Ur­teil vom 28.10.2010 – 8 AZR 647/09

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