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Tag: Fach­werk­statt

Ge­bot der Wirt­schaft­lich­keit bei ei­ner Kfz-Re­pa­ra­tur – Ver­gü­tung für Feh­ler­su­che

  1. Ei­nem Werk­un­ter­neh­mer, der mit der Re­pa­ra­tur ei­nes Kraft­fahr­zeugs be­auf­tragt ist und da­für zu­nächst die (un­be­kann­te) Ur­sa­che der zu be­sei­ti­gen­den Fehl­funk­ti­on auf­fin­den muss, sind grund­sätz­lich auch die Ar­bei­ten im Rah­men der Feh­ler­dia­gno­se zu ver­gü­ten, die nicht (un­mit­tel­bar) zum Er­folg füh­ren. In­so­weit ist un­er­heb­lich, ob hin­sicht­lich der ge­schul­de­ten Feh­ler­su­che ein selbst­stän­di­ger Ver­trag, ein un­selbst­stän­di­ger Teil ei­nes Werk­ver­trags mit Dienst­leis­tungs­cha­rak­ter oder ein suk­zes­si­ve er­wei­ter­ter Werk­ver­trag vor­liegt. Je­den­falls be­steht ei­ne Ver­gü­tungs­pflicht im Grund­satz selbst dann, wenn der Werk­un­ter­neh­mer die Ur­sa­che der Fehl­funk­ti­on nicht fin­den kann.
  2. Der Un­ter­neh­mer darf al­ler­dings nicht un­ein­ge­schränkt zu ver­gü­ten­den (Zeit-)Auf­wand be­trei­ben; viel­mehr ist er ver­pflich­tet, auf ei­ne wirt­schaft­li­che Be­triebs­füh­rung zu ach­ten. Um dem Ge­bot der Wirt­schaft­lich­keit zu ge­nü­gen, muss der Un­ter­neh­mer suk­zes­si­ve die wahr­schein­lichs­ten Feh­ler­quel­len aus­schlie­ßen und da­bei zu­nächst über­prü­fen, ob die für den Auf­trag­ge­ber güns­tigs­te Ur­sa­che vor­liegt.
  3. Ver­letzt der Un­ter­neh­mer sei­ne ver­trag­li­che Ne­ben­pflicht zur wirt­schaft­li­chen Be­triebs­füh­rung, so wirkt sich dies nicht un­mit­tel­bar ver­gü­tungs­min­dernd aus. Viel­mehr lässt ein Ver­stoß ge­gen das Ge­bot der Wirt­schaft­lich­keit le­dig­lich ei­nen vom Be­stel­ler gel­tend zu ma­chen­den Ge­gen­an­spruch aus Ver­trags­ver­let­zung (§ 280 I BGB) ent­ste­hen, des­sen tat­säch­li­che Vor­aus­set­zun­gen der Be­stel­ler nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen dar­le­gen und be­wei­sen muss.

OLG Hamm, Ur­teil vom 16.09.2020 – 12 U 177/19

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Er­fül­lungs­ort der Nach­er­fül­lung beim Werk­ver­trag – Kfz-Re­pa­ra­tur

  1. Der Er­fül­lungs­ort der Nach­er­fül­lung ist in den Fäl­len, in de­nen es – werk­ver­trag­lich – um die man­gel­haf­te Re­pa­ra­tur ei­nes Kraft­fahr­zeugs geht, re­gel­mä­ßig an dem Ort an­zu­sie­deln, an dem der Werk­un­ter­neh­mer zum Zeit­punkt der Ent­ste­hung des Schuld­ver­hält­nis­ses sei­ne ge­werb­li­che Nie­der­las­sung (§ 269 II BGB) hat­te. Es ist Sa­che des Be­stel­lers, dem Werk­un­ter­neh­mer das an­geb­lich man­gel­haft re­pa­rier­te Fahr­zeug zur Ver­fü­gung zu stel­len, da­mit der Werk­un­ter­neh­mer es über­prü­fen und die Be­rech­ti­gung des Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gens prü­fen kann.
  2. Trans­por­tiert der Werk­un­ter­neh­mer das ver­meint­lich man­gel­haf­te Fahr­zeug selbst zu sei­ner Werk­statt und er­weist sich das Nach­er­fül­lungs­ver­lan­gen als un­be­rech­tigt, hat der Be­stel­ler dem Werk­un­ter­neh­mer die die­sem für den Trans­port des Fah­reugs ent­stan­de­nen Kos­ten zu er­setz­ten. Dar­auf, ob die­ser An­spruch aus § 670 BGB oder aus §§ 677, 683 Satz 1, 670 BGB (Ge­schäfts­füh­rung oh­ne Auf­trag) folgt oder ob es sich um ei­nen be­rei­che­rungs­recht­li­chen An­spruch (§ 812 I 1 Fall 1 BGB) han­delt, kommt es nicht an.

LG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 20.09.2013 – 13 S 77/13

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Kein Ver­weis auf freie Werk­statt bei re­gel­mä­ßi­ger War­tung in Fach­werk­statt und ge­rin­ger Lauf­leis­tung

Der Ge­schä­dig­te hat bei ei­ner (fik­ti­ven) Ab­rech­nung auf Gut­ach­ten­ba­sis je­den­falls dann An­spruch auf Er­stat­tung der Re­pa­ra­tur­kos­ten, die in ei­ner mar­ken­ge­bun­de­nen Fach­werk­statt an­fal­len wür­den, wenn er nach­wei­sen kann, dass das Fahr­zeug re­gel­mä­ßig in ei­ner mar­ken­ge­bun­de­nen Fach­werk­statt ge­war­tet wur­de, und das Fahr­zeug ei­ne ge­rin­ge Lauf­leis­tung auf­weist. Dies gilt auch, wenn das Fahr­zeug äl­ter als drei Jah­re ist.

AG Kirch­hain, Ur­teil vom 08.08.2011 – 7 C 166/11

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