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Probleme beim Autokauf?

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Ar­chiv: 2011

Kei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung durch Er­klä­rung „un­fall­frei lt. Vor­be­sit­zer“

  1. Er­klärt der Ver­käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens, das Fahr­zeug ha­be „lt. Vor­be­sit­zer“ kei­nen Un­fall er­lit­ten, liegt kei­ne Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung vor; das heißt, es ist we­der die Un­fall­frei­heit des Fahr­zeugs noch de­ren Feh­len ver­ein­bart. Der Ver­käu­fer gibt viel­mehr le­dig­lich die An­ga­ben des Vor­be­sit­zers wie­der (Wis­sens­mit­tei­lung) und haf­tet des­halb (nur) da­für, dass dies voll­stän­dig und rich­tig ge­schieht.
  2. Der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens kann man­gels be­son­de­rer Um­stän­de er­war­ten, dass das Fahr­zeug kei­nen Un­fall er­lit­ten hat, bei dem es zu mehr als „Ba­ga­tell­schä­den“ ge­kom­men ist.
  3. Ins­be­son­de­re beim Ver­kauf ei­nes Old­ti­mers ist ein ge­werb­li­cher Ge­braucht­wa­gen­händ­ler nur dann ver­pflich­tet, das Fahr­zeug be­son­ders auf Un­fäl­le zu un­ter­su­chen, wenn der Käu­fer durch Nach­fra­gen klar zum Aus­druck bringt, dass die Un­fall­frei­heit für ihn ent­schei­dend ist, oder der Ge­braucht­wa­gen­händ­ler auf­fäl­li­ge An­halts­punk­te für ei­nen Un­fall­scha­den hat, die nicht im Al­ter des Fahr­zeugs oder der hö­he­ren Zahl von Vor­ei­gen­tü­mern wur­zeln.

LG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 09.11.2011 – 18b O 16/11

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Un­zu­mut­ba­re Ab­wei­chung bei Mo­tor­leis­tung von 90 PS statt 110 PS

  1. Bei ei­nem Gat­tungs­kauf – hier: dem Kauf ei­nes Neu­fahr­zeugs – wird der ur­sprüng­li­che Er­fül­lungs­an­spruch des Käu­fers durch das Sach­män­gel­recht ver­drängt, so­bald der Käu­fer ei­ne Fal­schleis­tung – sei es auch irr­tüm­lich – als Er­fül­lung an­nimmt. Das gilt auch, wenn die Er­brin­gung der ge­schul­de­ten Leis­tung un­mög­lich ist.
  2. Ist ver­trag­lich aus­drück­lich ver­ein­bart, dass dem Käu­fer ein Neu­fahr­zeug des Mo­dell­jahrs 2010 mit ei­ner Leis­tung von 110 PS ge­lie­fert wer­den soll, und stellt sich spä­ter her­aus, dass im Mo­dell­jahr 2010 nur ein Fahr­zeug mit ei­ner Mo­tor­leis­tung von 90 PS er­hält­lich ist, kann der Ver­käu­fer den Kauf­ver­trag ge­gen den Wil­len des Käu­fers nicht mit ei­nem sol­chen Fahr­zeug er­fül­len. Das gilt auch dann, wenn er sich in sei­nen All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen Kon­struk­ti­ons­ab­wei­chun­gen, die für den Käu­fer zu­mut­bar sind, vor­be­hal­ten hat.

KG, Ur­teil vom 27.10.2011 – 23 U 15/11

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Gra­vie­ren­der Sach­man­gel ei­nes Pkw bei wie­der­holt auf­tre­ten­den Start­pro­ble­men

Je­der Käu­fer ei­nes Pkw und ins­be­son­de­re der Käu­fer ei­nes Neu­fahr­zeugs kann er­war­ten, dass Start­pro­ble­me al­len­falls kurz­fris­tig auf­tre­ten. Ein Neu­wa­gen, der sich nicht pro­blem­los star­ten lässt, stellt kei­ne ver­trags­ge­mä­ße Leis­tung des Ver­käu­fers dar; denn die Start­fä­hig­keit ei­nes Fahr­zeugs ist nicht le­dig­lich ei­ne Fra­ge des Kom­forts.

OLG Mün­chen, Ur­teil vom 26.10.2011 – 3 U 1853/11

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Be­weis­last bei un­ge­nü­gen­der Nach­bes­se­rung

  1. Grund­sätz­lich trägt der Käu­fer die Be­weis­last da­für, dass ein Man­gel schon bei Über­ga­be der Kauf­sa­che vor­lag und trotz Nach­bes­se­rungs­ver­su­chen des Ver­käu­fers wei­ter vor­han­den ist. Dies gilt auch dann, wenn der Käu­fer die Kauf­sa­che nach ei­ner er­folg­lo­sen Nach­bes­se­rung wie­der ent­ge­gen­ge­nom­men hat. Die An­for­de­run­gen an den Käu­fer dür­fen aber nicht über­spannt wer­den. Des­halb ist der Be­weis je­den­falls dann ge­führt, wenn der Feh­ler am glei­chen Bau­teil – hier: am Au­to­ma­tik­ge­trie­be ei­nes Pkw – auf­tritt, zwi­schen Nach­bes­se­rung und er­neu­tem Auf­tre­ten des Feh­lers nur ei­ne kur­ze Zeit ver­stri­chen ist und sich der Ver­käu­fer bei der Nach­bes­se­rung ei­ner Re­pa­ra­tur­me­tho­de be­dient hat, die von der all­ge­mein vor­ge­schla­ge­nen Me­tho­de ab­weicht.
  2. Bei ei­nem Ver­brauchs­gü­ter­kauf führt § 476 BGB hin­sicht­lich der Tat­sa­che, dass ein be­stimm­ter Man­gel be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor­han­den war, zu ei­ner vol­len Be­weis­last­um­kehr zum Nach­teil des Ver­käu­fers. Es ge­nügt nicht, dass der Ver­käu­fer die Ver­mu­tung, dass der Man­gel be­reits bei Ge­fahr­über­gang vor­lag, er­schüt­tert; er muss viel­mehr den vol­len Be­weis des Ge­gen­teils der ver­mu­te­ten Tat­sa­che er­brin­gen.
  3. Bei ei­nem Ge­braucht­wa­gen stellt ei­ne auf nor­ma­lem Ver­schleiß be­ru­hen­de Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gung re­gel­mä­ßig kei­nen Man­gel dar.

OLG Saar­brü­cken, Ur­teil vom 25.10.2011 – 4 U 540/10-168

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Un­zu­mut­bar­keit der Nach­er­fül­lung – Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung bei Ver­jäh­rungs­ein­re­de

  1. Ob dem Käu­fer ei­ne Nach­er­fül­lung i. S. des § 440 Satz 1 Fall 3 BGB un­zu­mut­bar ist, ist al­lein aus Sicht des Käu­fers zu be­stim­men; ei­ne In­ter­es­sen­ab­wä­gung fin­det – an­ders als bei § 323 II Nr. 3 BGB – nicht statt.
  2. Ei­ne Nach­er­fül­lung ist dem Käu­fer nicht schon dann un­zu­mut­bar i. S. des § 440 Satz 1 Fall 3 BGB, wenn der Ver­käu­fer ei­ne Be­schaf­fen­heits­zu­sa­ge (vgl. § 434 I 1 BGB) nicht ein­hält. Es be­darf viel­mehr des Hin­zu­tre­tens qua­li­fi­zier­ter Um­stän­de, wie sie zum Bei­spiel bei ei­ner be­wusst wahr­heits­wid­ri­gen Be­schaf­fen­heits­zu­sa­ge, die die Schwel­le zur arg­lis­ti­gen Täu­schung über­schrei­tet, ge­ge­ben sein kön­nen.
  3. Ei­ne – das Set­zen ei­ner Frist zur Nach­er­fül­lung ent­behr­lich ma­chen­de – Er­fül­lungs­ver­wei­ge­rung muss nicht zwin­gend durch ein vor­pro­zes­sua­les Ver­hal­ten be­grün­det sein, son­dern kann auch aus ei­nem Pro­zess­ver­hal­ten re­sul­tie­ren. Auch in die­sem Fall ist er­for­der­lich, dass in dem Ver­hal­ten ein­deu­tig zum Aus­druck kommt, dass der Schuld­ner be­wusst und end­gül­tig die Er­fül­lung sei­ner Ver­trags­pflich­ten ab­lehnt. Dies folgt nicht be­reits aus ei­nem An­trag auf Kla­ge­ab­wei­sung oder dem Be­strei­ten von Män­geln, wohl aber aus der aus­drück­li­chen und wie­der­hol­ten Er­he­bung ei­ner Ver­jäh­rungs­ein­re­de.
  4. Bei ei­nem Fahr­zeug der un­te­ren Mit­tel­klas­se („Kom­pakt­klas­se“) be­trägt die zu er­war­ten­de Ge­samt­lauf­leis­tung 200.000 km.

LG Bonn, Ur­teil vom 21.10.2011 – 10 O 330/10

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Ge­richts­stand für Kla­ge auf Kauf­preis­rück­zah­lung nach Rück­tritt

Die Kla­ge des vom Kauf­ver­trag zu­rück­ge­tre­te­nen Käu­fers auf Rück­zah­lung des Kauf­prei­ses ist re­gel­mä­ßig am (Wohn-)Sitz des Ver­käu­fers zu er­he­ben (ent­ge­gen OLG Köln, Beschl. v. 28.03.2011 – 3 U 174/10, DAR 2011, 260).

LG Stral­sund, Be­schluss vom 13.10.2011 – 6 O 211/11

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Ki­lo­me­ter­an­ga­be im Kfz-Kauf­ver­trag

  1. Für die Ab­gren­zung zwi­schen Ver­brau­cher- und Un­ter­neh­mer­han­deln bei Ab­schluss ei­nes Kauf­ver­trags kommt es dar­auf an, wel­chem Zweck der Kauf­ver­trag die­nen soll. Maß­geb­lich ist ei­ne ob­jek­ti­ve Be­trach­tungs­wei­se un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Er­klä­run­gen der Par­tei­en im Kauf­ver­trag so­wie der Um­stän­de des Ver­trags­schlus­ses. Sub­jek­ti­ve Vor­stel­lun­gen des Käu­fers über den Ver­trags­zweck ha­ben dann kei­ne Be­deu­tung, wenn sie bei Ab­schluss des Kauf­ver­trags nicht in ir­gend­ei­ner Wei­se für den Ver­käu­fer er­kenn­bar ge­wor­den sind.
  2. Die An­ga­be in der Ru­brik „Ki­lo­me­ter­stand“ in ei­nem Kfz-Kauf­ver­trag wird man zwar nicht le­dig­lich als Hin­weis auf den Ta­cho­me­ter­stand, son­dern auch als Be­schrei­bung der Lauf­leis­tung des Fahr­zeugs ver­ste­hen kön­nen. Die Ki­lo­me­ter­an­ga­be reicht aber oh­ne zu­sätz­li­che Er­klä­run­gen des Ver­käu­fers je­den­falls dann nicht für die An­nah­me ei­ner Ga­ran­tie i. S. von § 443 I BGB aus, wenn der Käu­fer Un­ter­neh­mer ist. Denn ei­nem Un­ter­neh­mer, der ei­ne Haf­tung des Ver­käu­fers für ei­ne be­stimm­te Be­schaf­fen­heit des Fahr­zeugs wünscht, ist es eher als ei­nem Ver­brau­cher zu­zu­mu­ten, auf ei­ne ein­deu­ti­ge For­mu­lie­rung ei­ner even­tu­el­len Ga­ran­tie­er­klä­rung zu ach­ten.

OLG Karls­ru­he, Ur­teil vom 06.10.2011 – 9 U 8/11

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Steu­er­li­che Ein­ord­nung ei­nes Fahr­zeugs als Lkw oder Pkw – La­de­flä­che

  1. Fahr­zeu­ge, de­ren La­de­flä­che die der Per­so­nen­be­för­de­rung die­nen­de Flä­che über­steigt, sind hin­sicht­lich der Kraft­fahr­zeug­steu­er grund­sätz­lich als Lkw zu qua­li­fi­zie­ren.
  2. Zur La­de­flä­che zählt auch der hin­te­re Teil der Dop­pel­ka­bi­ne ei­nes Pick-up, wenn das Fahr­zeug le­dig­lich über zwei zu­ge­las­se­ne Sitz­plät­ze (ein­schließ­lich des Fah­rer­sit­zes) ver­fügt und der hin­te­re Ka­bi­nen­teil aus­schließ­lich für den Gü­ter­trans­port ge­nutzt wer­den kann. Dar­an än­dert sich nichts, wenn sich zwi­schen den Sit­zen und dem hin­te­ren Teil der Dop­pel­ka­bi­ne kei­ne fes­te Trenn­wand be­fin­det und die hin­te­ren Sei­ten­fens­ter nicht ver­blecht sind.

FG Sach­sen-An­halt, Ur­teil vom 14.09.2011 – 2 K 786/09

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„Re­pa­rier­ter Un­fall­scha­den“ als Be­schaf­fen­heits­ver­ein­ba­rung beim Ge­braucht­wa­gen­kauf

  1. Der Käu­fer darf die An­ga­be ei­nes ge­werb­li­chen Ge­braucht­wa­gen­ver­käu­fers, ein Fahr­zeug wei­se ei­nen re­pa­rier­ten Un­fall­scha­den auf, je­den­falls dann so ver­ste­hen, dass es sich um ei­nen fach­ge­recht re­pa­rier­ten Vor­scha­den han­delt, wenn das Fahr­zeug zu­gleich als „sehr ge­pflegt“ und „lü­cken­los scheck­heft­ge­pflegt“ be­wor­ben wird.
  2. Ein Ge­braucht­wa­gen­händ­ler, der un­fall­be­ding­te Vor­schä­den ei­nes Fahr­zeugs kennt, ist zu ei­ner Un­ter­su­chung des Fahr­zeugs ge­hal­ten. Un­ter­lässt er die­se, oh­ne den Käu­fer dar­auf hin­zu­wei­sen, dass er die Un­ter­su­chung nicht vor­ge­nom­men hat oder man­gels Sach­kun­de nicht vor­neh­men konn­te, kann dies den Vor­wurf ei­ner arg­lis­ti­gen Täu­schung be­grün­den.

KG, Ur­teil vom 01.09.2011 – 8 U 42/10

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Gut­gläu­bi­ger Er­werb ei­nes un­ter­schla­ge­nen Lea­sing­fahr­zeugs

  1. Ent­spre­chend § 952 II BGB ist Ei­gen­tü­mer ei­nes Fahr­zeug­briefs (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II), wer Ei­gen­tü­mer des zu­ge­hö­ri­gen Fahr­zeugs ist.
  2. Es ge­hört zwar zu den Min­dest­vor­aus­set­zun­gen ei­nes gut­gläu­bi­gen Er­werbs, dass sich der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens den Fahr­zeug­brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) vor­le­gen lässt, um die Be­rech­ti­gung des Ver­äu­ße­rers prü­fen zu kön­nen. Im Üb­ri­gen trifft den Er­wer­ber aber kei­ne all­ge­mei­ne Nach­for­schungs­pflicht. Des­halb ist gro­be Fahr­läs­sig­keit i. S. des § 932 II BGB nur an­zu­neh­men, wenn der Er­wer­ber sach­dien­li­che Nach­for­schun­gen un­ter­lässt, ob­wohl kon­kre­te Ver­dachts­mo­men­te Zwei­fel an der Be­rech­ti­gung des Ver­äu­ße­rers we­cken müs­sen. Wann ei­ne sol­che be­son­de­re Nach­for­schungs­pflicht be­steht, ist ei­ne Fra­ge des Ein­zel­falls, wo­bei ein stren­ger Maß­stab an­zu­le­gen ist.
  3. Bei ei­nem pri­va­ten Di­rekt­ge­schäft ist der Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens in der Re­gel als gut­gläu­big an­zu­se­hen, wenn er sich den Fahr­zeug­brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) vor­le­gen lässt und die­ser den Ver­käu­fer als Hal­ter des Fahr­zeugs aus­weist. Dass der Fahr­zeug­brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) ge­fälscht ist, scha­det ei­nem pri­va­ten Käu­fer – al­so ei­ner im Kfz-Han­del un­er­fah­re­nen Per­son, die den Fahr­zeug­brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) nur bei Er­werb ei­nes Fahr­zeugs kurz in den Hän­den hält – im Ge­gen­satz zu ei­nem Ge­braucht­wa­gen­händ­ler nur, wenn die Fäl­schung auf den ers­ten Blick er­kenn­bar ist. Schreib­feh­ler und Aus­las­sun­gen ge­nü­gen da­für nicht.
  4. Dass der Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens auf of­fe­ner Stra­ße oder (hier) auf ei­nem Tank­stel­len­ge­län­de ab­ge­wi­ckelt wird, muss ei­nen pri­va­ten Käu­fer nur dann zu wei­te­ren Nach­for­schun­gen ver­an­las­sen, wenn es sich beim Ver­käu­fer des Fahr­zeugs um ei­nen – üb­li­cher­wei­se über ein Ge­schäfts­lo­kal ver­fü­gen­den – Ge­braucht­wa­gen­händ­ler han­delt, der nicht der letz­te im Fahr­zeug­brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) ein­ge­tra­ge­ne Hal­ter ist.
  5. Es ist nicht un­üb­lich, dass der Ver­kauf ei­nes Ge­braucht­wa­gens zwi­schen Pri­vat­leu­ten (= pri­va­tes Di­rekt­ge­schäft) als Bar­ge­schäft ab­ge­wi­ckelt wird; viel­mehr dürf­te dies die Re­gel sein.
  6. Bei ei­nem pri­va­ten Di­rekt­ge­schäft muss ein güns­ti­ger Kauf­preis den Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens nur dann miss­trau­isch ma­chen und ihn zu wei­te­ren Nach­for­schun­gen ver­an­las­sen, wenn das Miss­ver­hält­nis zwi­schen dem markt­üb­li­chen Preis für ein ver­gleich­ba­res Fahr­zeug und dem tat­säch­lich ver­lang­ten Kauf­preis ekla­tant ist. Das ist selbst dann nicht oh­ne Wei­te­res der Fall, wenn der Kauf­preis 20–30 % un­ter dem markt­üb­li­chen Preis liegt. Viel­mehr kann zu be­rück­sich­ti­gen sein, dass der Ver­käu­fer das Fahr­zeug ur­sprüng­lich zu ei­nem dem markt­üb­li­chen Preis in et­wa ent­spre­chen­den Preis zum Kauf an­ge­bo­ten hat und der Käu­fer die Ei­ni­gung auf ei­nen deut­lich ge­rin­ge­ren Kauf­preis sei­nem Ver­hand­lungs­ge­schick zu­schrei­ben kann.
  7. Es ist un­üb­lich, dass der pri­va­te Käu­fer ei­nes Ge­braucht­wa­gens vom pri­va­ten Ver­käu­fer die Vor­la­ge des Kauf­ver­trags ver­langt, mit dem der Ver­käu­fer das jetzt zum Ver­kauf ste­hen­de Fahr­zeug er­wor­ben hat. Ei­ne der­ar­ti­ge Ob­lie­gen­heit be­steht je­den­falls dann nicht, wenn ein Fahr­zeug­brief (Zu­las­sungs­be­schei­ni­gung Teil II) vor­ge­legt wird, der den Ver­käu­fer als Hal­ter des Fahr­zeugs aus­weist und als Fäl­schung nicht oh­ne Wei­te­res zu er­ken­nen ist.

OLG Braun­schweig, Ur­teil vom 01.09.2011 – 8 U 170/10

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